Hund will Aufmerksamkeit jetzt und sofort

  • HI,

    Elvis ist ja zur Zeit in einer naja sagen wir komischen Phase. Er ist jetzt 10 Monate alt und wird ein wenig aufmüpfig.
    Das heisst er möchte meine Aufmerksamkeit und zwar wann er es will.
    Es fängt damit an das er neben mir steht und mich anstupst, wenn ich nicht reagiere oder mich abwende beginnt er zu lecken und findet keine Ende von sich aus. Dies unterbinde ich dann und dann springt er hoch, wird wild tut so als ob er beissen wolle...
    Aber ich möchte ihm die Aufmerksamkeit ja nicht geben wann er sie will. Wenn wir üben ist es auch oft so, oder wenn ich ein Spiel abbreche. Nur so gehts ja nicht. Er wird richtig wild und versucht alles um zu kriegen was er will.
    Jetzt haben wir schon Flankengriff versucht aber das hilft nix. Dann haben wir ihn angeleint und losgemacht als er ruhig war, aber auch das hilft nix.
    Unser Hundetrainer hat uns jetzt zum Halti geraten. Wir sollen jetzt eine Woche lang den Hund mit Leckerchen ans Halti gewöhnen - es noch nicht anziehen - nur seine Schnauze reinlegen. Und nächste Woche zeigt er uns dann den Umgang.
    Ich hab jetzt allerdings irgendwie das Gefühl versagt zu haben. Und weiss auch nicht warum er so reagiert. Mein Mann ist den ganzen Tag nicht da, dass heisst ich mache alles mit dem Hund. Ich geh mit ihm spazieren, ich geb ihm fressen, ich streichel ihn, ich schmuse mit ihm, kontaktliegen, ich übe mit ihm. Mein Mann macht das alles nicht, ausser wenn Elvis irgendwas macht was er nicht soll dann sagt er halt auch was. Das blöde ist das der Hund nur bei mir so aufmüpfig ist und bei ihm nicht. Er denkt jetzt er wäre für den Hund der Rudelführer und das gibt mir das Gefühl versagt zu haben. Denn wie gesagt, Elvis und ich sind eigentlich ein Team, nur das er halt zur Zeit versucht zu machen wie er will und nicht immer wie ich will. Aber das ist doch auch normal in dem Alter oder? Mein Mann sagt, das der Hund das schwächere Rudelmitglied "stürzen" will und ihn in Ruhe lässt weil er der stärkere und der Chef ist. Ich seh das so, dass den Hund überhaupt nicht interessiert ob mein Mann sich mit ihm beschäftigt oder auch nicht weil er es eh nicht macht und Elvis keinen wirklichen Bezug zu ihm hat.
    Was meint ihr?

    danke fürs lesen schonmal ist was lang geworden.

  • Hi,

    komischer Hundetrainer :???: Der Hund ist 10 Monate alt (wie meiner) und soll ein Halti bekommen?
    Finde ich nicht ok!


    Also ich mache es so, dass wenn mein Hundchen mich zu sehr nervt und auf eine klare Ansage nicht hört, sie dann aus dem Zimmer verbannt wird.
    Nicht lang, aber so lang bis der Hund ruhig ist. Dann wieder rein und bei uns ist's dann meistens gut mitm Penetrieren ;)


    Was machst du sonst so mit ihm?

  • Wir gehen vormittags und abends spazieren. Das dazwischen ist verschieden. Also ich denke nicht das ich ihn über oder unterfordere. Er hat seine Ruhe und auch Zeiten wo er gefordert wird (Unterordnung oder spielen) aber auch einfach mal Schmusezeit.

    Wieso findest du das nicht ok? Ihm eine Auszeit zu geben scheint ja nicht zu funktionieren. Und Elvis ist jetzt schon über 40 kg schwer da ist es nicht leicht ihm zu zeigen wo der Hase langläuft. Ich werde es die Woche nochmal mit konsequentem Festmachen versuchen, aber wenn es gar nicht funktioniert? Was dann?

  • Vielleicht habt ihr nicht lange genug durchgehalten?

    Ich würde es ignorieren, wenn der Hund mich so anstarrt. Einige Tage lang. Du darfst ihn wirklich erst wieder beachten, wenn er sich von dir abgewendet.

    Wenn das nicht klappt (egal, ob du ihn nicht lange genug ignorieren kannst oder der Hund nicht mit dem Anstarren und Hochdrehen aufhört: Ihn ruhig auf seinen Platz führen und dort belassen (ggf. anleinen).
    Wenn sie ruhig ist, sie beiläufig wieder ableinen (falls sie auf ihrem Platz abgebunden werden musste, um sich zu beruhigen).
    Das musst du auch einige Tage durchhalten.


    Was der Halti-Einsatz an diesem Problem ändern soll, erschließt sich mir nicht. Das Halti wird doch zur besseren Leinenführigkeit eingesetzt - ?

  • Na wenn Du diejenige bist, die alles mit ihm macht, ist es doch völlig logisch von Dir Aufmerksamkeit/Beschäftigung einzufordern. Das hat nix aber auch rein garnix mit "Rudelführer" zu tun. Wenn Du was zu Essen haben willst gehst Du ja auch an den Kühlschrank anstatt Dich vor die Waschmaschine zu setzen und zu hoffen, dass die wie durch ein Wunder und obwohl sie es vorher noch nie getan hat Essen ausspuckt.

    Du hast einen aktiven aufgeweckten Junghund der gerne mehr Beschäftigung hätte als er bekommt.
    Nun ist die Frage: ist er tatsächlich unterfordert und langweilt sich? Dann wäre mehr Auslastung die Lösung (allerdings auf Dein Startsignal, nicht auf seins ;)).
    Oder ist er genug beschäftigt und muss einfach noch lernen, dass es eben keine Dauerbespaßung gibt? Dann würde ich ihn entweder ignorieren (geht nur, wenn es nicht selbstbestätigend ist was er tut) oder ihm ein Abbruchsignal geben (Vorsicht: - manchen Hunden ist es egal welche Art von Aufmerksamkeit sie kriegen und sehen es auch schon als Erfolg wenn Frauchen überhaupt mit ihnen spricht, auch wenns ein "nein" ist) oder ihm ein anderes Verhalten zuweisen (zB auf seinen Platz schicken und vlt wenn er dort eine Weile ruhig gelegen ist etwas zu kauen anbieten).

  • Zitat

    Na wenn Du diejenige bist, die alles mit ihm macht, ist es doch völlig logisch von Dir Aufmerksamkeit/Beschäftigung einzufordern. Das hat nix aber auch rein garnix mit "Rudelführer" zu tun. Wenn Du was zu Essen haben willst gehst Du ja auch an den Kühlschrank anstatt Dich vor die Waschmaschine zu setzen und zu hoffen, dass die wie durch ein Wunder und obwohl sie es vorher noch nie getan hat Essen ausspuckt.

    Du hast einen aktiven aufgeweckten Junghund der gerne mehr Beschäftigung hätte als er bekommt.
    Nun ist die Frage: ist er tatsächlich unterfordert und langweilt sich? Dann wäre mehr Auslastung die Lösung (allerdings auf Dein Startsignal, nicht auf seins ;)).
    Oder ist er genug beschäftigt und muss einfach noch lernen, dass es eben keine Dauerbespaßung gibt? Dann würde ich ihn entweder ignorieren (geht nur, wenn es nicht selbstbestätigend ist was er tut) oder ihm ein Abbruchsignal geben (Vorsicht: - manchen Hunden ist es egal welche Art von Aufmerksamkeit sie kriegen und sehen es auch schon als Erfolg wenn Frauchen überhaupt mit ihnen spricht, auch wenns ein "nein" ist) oder ihm ein anderes Verhalten zuweisen (zB auf seinen Platz schicken und vlt wenn er dort eine Weile ruhig gelegen ist etwas zu kauen anbieten).

    Wie gesagt, ich glaube nicht das er unterfordert ist. Ich hab für mich eher das Gefühl das er "ausprobiert" falls man das bei Hunden so nennen kann.
    Ignorieren ist schwer, weil wie gesagt er fordert es ein und beisst und pitscht. Und ja ich glaube ihm ist die Art der Aufmerksamkeit ega, deswegen versuche ich ihn nicht mehr "in die Richtige Richtung" zu lenken oder ewig "Nein" zu sagen, denn ich hab das Gefühl es wird für ihn zum Spiel.
    Ich für mich denke halt das der richtige Weg ist es ihn festzumachen wenn er so hochdreht und wenn er ruhig ist wird er wieder losgemacht und Beachtung und Aufmerksamkeit gibt es wenn er ruhig ist. Und ich fange an und beende.
    Wir haben auch aber einen sturen Kerl hier - typische Bordeaux Dogge lach

  • Dann würde ich es so handhaben wie Du es auch schon beschreibst - sobald er Aufmerksamkeit fordert wird er angebunden (alternativ in einen anderen Raum gebracht) und ignoriert. Hat er sich beruhigt und entspannt kann man ihn wieder losmachen.

    Ruhe ist etwas was junge Hunde erst lernen müssen. Das ist völlig normal.

    Was die ganze Geschichte mit dem Halti bewirken soll ist mir allerdings noch unklar.

  • das halti soll helfen ihn zu maßregeln. weil er mich ja dann auch beißt. damit ich ihm direkt zeigen kann, so geht gar nicht!
    unser hundetrainer ist doch sehr erfahren und ist auch verhaltenstrainer und hat auch irgendwas mit hundepsychologie gemacht u weiß schon was er tut aber ich bin durch die anderen aussagen hier jetzt schonunruhig wegen dem halti. sorry fürs klein schreiben ich hab sohnemann gerade auf dem schoß

  • Hallo,

    für mich liest es sich so, als würdest du ihm zu viel Aufmerksamkeit schenken, egal in welcher Form - selbst das Ignorieren fällt dir irgendwie schwer.
    Bei deinem Mann macht der Hund das nicht, überlege dir warum nicht - er schenkt dem Hund weniger Aufmerksamkeit, demnach hat er weniger Erfolg bei deinem Mann und unterlässt es.
    Hunde sind nicht dumm, sie lernen sehr schnell, bei wem sie sich was herausnehmen können.
    Nimm dich gegenüber dem Hund doch zurück, streichel ihn weniger, übe eine Zeit weniger, schränke das Spielen ein.
    Er steht zu sehr im Mittelpunkt - das Zurücknehmen deinerseits schadet dem Hund nicht, unterlasse das Kontaktliegen u.a.
    Ich glaube, du meinst es zu gut und willst bei deinem Hund alles richtig machen.
    Erziehung, Bindung, Beschäftigung usw., dadurch entwickelt sich häufig zwangsläufig zu viel Aufmerksamkeit gegenüber einem Hund, der dann immer mehr einfordert.
    Wenn du mit allem mal eine Woche Pause machst, auf sein Gehabe absolut nicht eingehst, den Tagesablauf komplett änderst und den Hund richtig ignorierst (Kopf wegdrehen, den ganzen Körper zur Seite drehen...), müsste es besser werden.
    Irritiere deinen Hund doch ein wenig.
    Viel Ignorieren, gar nicht spielen.
    Fressen nur auf Kommando oder bereite seinen Fressnapf vor und "vergiss" zu füttern (lasse ihn mal 10 Min. schmachten).
    Ziehe deine Jacke an, nimm die Leine in die Hand und gehe ohne Hund vor die Tür.
    Unterwegs bindest du ihn mal ein paar Sekunden an, drehst dich um und gehst ein paar Schritte, kehrst wortlos zurück und holst ihn ab.
    Beschäftige ihn viel weniger, eine Woche herunterfahren, das schadet keinem Hund.
    Mit diesen Maßnahmen zeigst du deinem Hund, dass er unwichtig ist und gleichzeitig arbeitest du an seiner Frusttoleranz.
    Zurzeit benimmt er sich wie ein dreijähriges Kleinkind in der Trotzphase:
    "Wenn ich das Spielzeugauto nicht bekomme, werfe ich mich an der Kasse auf den Boden"....
    Was nun Ziel des Halti-Einsatzes werden soll, ist mir absolut rätselhaft!
    Mein Rat: Wofür auch immer, lasse das weg.
    In deinem Fall gibt es keinen Anlass, es zu verwenden.
    Noch mal:
    Nimm dich gegenüber deinem Hund zurück, setze dich nicht mit Bindung, Erziehung und Beschäftigung unter Druck, Hunde lernen ein lebenlang und brauchen nicht täglich ein bestimmtes Programm.
    Mache Pause mit allem.
    Er ist auf dem besten Wege, dich zu erziehen und du verzweifelst verständlicherweise.
    Gut, er ist kein Welpe mehr, aber keine Hundemutter bespaßt ihren Nachwuchs ständig, weder mit Spiel noch mit Erziehung.
    Hundemütter können richtig gut ignorieren.
    Dieses Verhalten beobachtet man auch oft bei der Kombination Althund/Welpe bzw. Junghund.

    Gruß
    Leo

  • Zitat

    das halti soll helfen ihn zu maßregeln. weil er mich ja dann auch beißt. damit ich ihm direkt zeigen kann, so geht gar nicht!
    unser hundetrainer ist doch sehr erfahren und ist auch verhaltenstrainer und hat auch irgendwas mit hundepsychologie gemacht u weiß schon was er tut aber

    Sorry, aber das ist total kontraproduktiv mit dem Halti.
    Es soll den sog. Schnauzgriff imitieren, welcher in der heutigen, modernen Hundeerziehung überhaupt keine Verwenundung mehr findet!!!
    Kontraproduktiv deswegen, weil dein Hund theoretisch den ganzen Tag mit dem Halti und einer kurzen Leine daran herumlaufen müsste.

    1. Ist diese Führung (Leine nur am Halti) völlig falsch, ein Halti muss zusätzlich mit Halsband geführt werden, denn die Leine wird NICHT am Halti befestigt. Also ist es nicht mal realisierbar.

    2. Kann man kaum eine zeitgerechte Strafe durchführen, dazu müsstest du den Hund den ganzen Tag an der Leine/Halti führen...

    3. Ist es doch wieder Aufmerksamkeit für sein Verhalten, was ihn wiederum bestätigt.

    Dein Hund hat noch immer keine Beißhemmung?
    "Nur" dir gegenüber nicht?
    Wie verhält er sich gegenüber deinem Sohn?
    Dein Junghund verhält sich dir gegenüber einfach respektlos - das wird eine Ursache haben (siehe erste Antwort von mir, da liegt meine Vermutung).
    Hunde lernen sehr viel über Erfolg... den scheint dein Hund auf irgendeiner Art zu haben, eigentlich recht deutlich, wenn man es genau liest und sich alles ein wenig vorstellen kann.

    Dagegen helfen Halti & Co. definitiv nicht.

    Dieser Hundetrainer wäre definitiv nicht meiner!

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