Vertrauen gleich 0
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Guten Morgen,
vor einigen Tagen haben wir unsere Pflegehündin Piksy abgeholt.
Piksy ist 8 Monate alt und stammt aus Montenegro.
Soweit wir wissen ist Piksy ein Straßenhund, der misshandelt wurde, in einem Tierasyl landete in dem für deutsche Maßstäbe unhaltbare Zustände herrschen.
Durch eine private Tierschutz Organisation kam Piksy dann in eine Übergangsstelle in der noch viele weitere Hunde und Katzen lebten aber sie wenigstens nicht mehr misshandelt wurde und sich die Familie gut um sie kümmerte (Tierarzt, Versorgung usw.).
Die Helfer der Tierschutz Initiative haben Piksy dann gemeinsam mit anderen Hunden von dort abgeholt und an ihre Endfamilien oder Pflegestellen übergeben.
Unsere Piksy war zunächst noch 2 Tage bei einer der Helferinnen bevor wir sie abholen konnten.
Zu erkennen war von Beginn an, dass sie Männern gegenüber große Vorbehalte hat, denn mein Partner wurde sofort angebellt.
Frauen gegenüber war sie ein wenig zugänglicher, wobei Piksy zu Menschen im allgemeinen kein sonderlich gutes Verhältnis bzw. Vertrauen hat.Nun haben wir Piksy also bei uns Zuhause und das war schon ein hartes Stück Arbeit, denn Piksy wollte nicht aus dem Auto aussteigen, geschweige denn ins Haus gehen.
Logischerweise ist sie zu 0% stubenrein, woher sollte sie das auch wissen?
Futter bekommt sie derzeit von mir nur aus der Hand, damit sie lernt, dass ich ihr nichts tue.
Manchmal kann ich sie dann auch ein wenig streicheln, ich halte das kleine Stück Trockenfutter dann in meiner leicht geschlossenen Hand und berühre sie dann unter der Schnauze. Sie kommt mit der Zunge dann an das Leckerlie heran und heute morgen fing sie dann schon an zu pföteln, wollte also mit ihrer Pfote meine Hand öffnen.Die Sache mit der Leine stellt sich leider nicht ganz so einfach dar.
Wie gesagt, sie ist nicht stubenrein und benutzt derzeit unser Sofa als Toilette, was wir natürlich gar nicht toll finden, darauf aber mit Ignoranz reagieren.Bisher haben wir es lediglich 2x geschafft sie an die Leine zu nehmen um mit ihr spazieren zu gehen. Unser Treppenhaus (Mehrfamilienhaus) ist mit Teppichboden ausgelegt und Piksys erste Amtshandlung ist, irgendwo im Treppenhaus ihr Geschäft zu verrichten, so dass sie meiner Ansicht nach, so natürlich nicht lernt, dass Sofa und Treppenhaus keine Toilette sind, denn wenn sie draußen ist, hat sie sich bereits entleert. Auch ein Spaziergang von 1h hilft da nix mehr, weil sie nicht mehr muss.
Habt ihr eventuell noch ein paar Tips für mich?

Unsere Wohnung ist komplett mit Laminat ausgelegt und das Bad mit Fliesenboden, damacht sie auch nicht hin, selbst wenn ich ihr dann einen Bettbezug hinlege. Sie favorisiert das Sofa

Wir wissen, dass wir Geduld brauchen, keine Frage. Meiner Ansicht nach macht es nur keinen wirklichen Sinn, sie weiterhin aufs Sofa pieseln zu lassen, deshalb ist das Wohnzimmer jetzt auch immer zu, wenn keiner von uns darin ist.
Liebe Grüße
Christine -
18. Juli 2010 um 09:37
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Vertrauen gleich 0 - Vor einem Moment
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Hallo,
toll, dass ihr den Hund aufgenommen habt!
Das klingt nach viel Arbeit, Geduld und Zeit... Ich wünsche euch viel Kraft, dass zu schaffen.Wegem dem auf das Sofa pieseln: Hunde pinkeln gerne auf Belege, die aufsaugen zB draußen auf Gras, Wiesen usw. Sind sie nicht stubenrein landet es gern mal auf den Teppich oder eben wie in eurem Fall auf dem Sofa. Ich würde sie an eurer Stelle auch erst mal nicht mehr aufs Sofa lassen, sonst könnt ihr es bald gar nicht mehr nutzen.
Weißt du schon wie lange sie bei euch bleibt? Vielleicht wäre ja ein Hundetrainer, der Erfahrung hat mit unzutraulichen Straßenhunden eine Möglichkeit?
Auf jeden Fall wünsche ich euch alles Gute und dass sich hoffentlich schon bald die ersten Fortschritte einstellen!
LG
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was ich vergessen hatte:
Ich denke dass das Füttern aus der Hand eine gute Sache ist um Vertrauen aufzubauen. Ansonsten muss man glaube ich vieles einfach sehr langsam angehen lassen und den Hund nicht überfordern, sie kennt ja noch gar nichts.
Alles was neu ist zB Halsband und Leine erstmal in Ruhe beschnuppern lassen.
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Hallo Christine und willkommen im DF

Könnt ihr sie tragen?
Sie ist ja ein Dackelmix, da wäre es vom Gewicht und Größe her kein Problem, oder?
Dann würde ich sie einfach erst mal runter tragen und erst unten auf einem Stück Gras absetzen.Das mit dem Streicheln, ich würde erst mal gar nichts machen.
Gib ihr das Futter, wenn sie selbst zu Dir kommt und sich anschmiegt, streichelst Du sie mal kurz und gut ist.
So lernt sie langsam, dass das Streicheln was schönes ist.
Sicherlich ist es schwierig, die Grenze zwischen fordern und brauchen zu finden. Aber da sie erst ein paar Tage da ist, braucht sie das im Moment noch.
Wo schläft sie denn?Die Leine würde ich schön füttern.
Sprich, Leine auf den Boden legen und ihr Futter drauf und drum herum drapieren. Dann merkt sie schnell, dass die Leine nichts böses ist.Das Sofa sollte komplett tabu sein, denn den Geruch von ihrem Urin kriegt ihr nicht mehr so raus, dass die Hundenase es nicht noch riecht .
Also, auch wenn es schwer fällt, kuscheln kann man auch prima unten auf dem Boden.Gruß
Bibi -
Hallo Christine,
wie du schon selber geschrieben hast, das braucht Zeit und Geduld, bis eure Hündin Vertrauen fassen kann, das kann bis zu einem Jahr dauern.
Wirklich gute Erfahrungen hat sie mit Menschen wohl kaum bis gar nicht gehabt.
Die Handfütterung ist schon mal super, behalte sie bei.
Bedränge sie nicht, nähere dich immer seitlich und nicht frontal - eine freundlich Ansprache ist auch wichtig.Zur Stubenreinheit:
Gehe wie bei einem Welpen vor:
Allle zwei Stunden, nach dem Fressen/Trinken und Spielen mit der Hündin herausgehen. Nimm immer dieselben Wege.
Lobe sie in höchsten Tönen, wenn sie was macht und zwar so doll, dass es dir vor den Leuten peinlich ist.
Noch fällt es ihr schwer, sich draußen zu lösen, alles ist neu und sie wird viel zu aufgeregt sein, um sich entspannen zu können.
Geduld, Geduld, wie bei einem Welpen.Gruß
Leo -
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Hallo Christine,
es wird einfach dauern. So viele neue Eindrücke, Gerüche und Geräusche ... es gibt Hunde, die kommen schnell damit klar und sind nach ein, zwei Tagen schon stubenrein und es gibt Hunde, die brauchen Wochen.
Ich würde wie bei einem Welpen alle zwei oder drei Stunden mit Piksy rausgehen und sie dort übermäßig loben, wenn sie sich löst.
Wie sichert ihr Piksy denn, wenn Ihr rausgeht? Leider reagieren viele Südländer draußen ängstlich bis panisch und winden sich dann binnen Bruchteilen von Sekunden aus Halsband und/oder Geschirr. Viele dieser Hunde sind dann entwischt und kamen bei der "Flucht" ums Leben.
Viel Erfolg und natürlich auch viel Spaß mit Piksy.
Liebe Grüße
Doris
derzeit noch mit Pflegehündin "Zwergi Baby"
und in zwei Wochen schon mit einer neuen Pflegehündin :-) -
Zitat
Könnt ihr sie tragen?
Nein, weil anfassen ist ja kaum möglich.
ZitatGib ihr das Futter, wenn sie selbst zu Dir kommt und sich anschmiegt, streichelst Du sie mal kurz und gut ist.
Ich halte es ihr hin, wenn sie ankommt und berühre sie dann.
ZitatWo schläft sie denn?
Sie hat einen "Korb", so einen aus Stoff, den mag sie auch ganz gerne.
ZitatDie Leine würde ich schön füttern.
Sprich, Leine auf den Boden legen und ihr Futter drauf und drum herum drapieren. Dann merkt sie schnell, dass die Leine nichts böses ist.Machen wir schon, und sie hat auch keine Angst vor der Leine sindern eher vor dem Kontakt mit dem Menschen, weder das Halsband noch die Leine sind das Problem, sondern immer wieder der Körperkontakt, also der Mensch.
ZitatDas Sofa sollte komplett tabu sein, denn den Geruch von ihrem Urin kriegt ihr nicht mehr so raus, dass die Hundenase es nicht noch riecht .
Das wir das wegwerfen können ist schon klar, oder es zum Hundesofa umfunktionieren müssen irgendwann. Im Moment brauchen wir es noch und von daher ist die Tür jetzt halt zu.
Danke für Eure Resonanz bisher, das hilft mir schon sehr weiter.[/quote]
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Zitat
Zur Stubenreinheit:
Gehe wie bei einem Welpen vor:
Allle zwei Stunden, nach dem Fressen/Trinken und Spielen mit der Hündin herausgehen. Nimm immer dieselben Wege.
Lobe sie in höchsten Tönen, wenn sie was macht und zwar so doll, dass es dir vor den Leuten peinlich ist.
Noch fällt es ihr schwer, sich draußen zu lösen, alles ist neu und sie wird viel zu aufgeregt sein, um sich entspannen zu können.
Geduld, Geduld, wie bei einem Welpen.Würde ich super gerne, leider lässt sie sich ja kaum anfassen, von daher ist es fast unmöglichmit ihr rauszugehen.
Deshalb gibt es auch nur Futter aus der Hand.
Danke für deine Tips.
Ihr seid echt toll alle
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Also, ihr könnt ihr das Geschirr anlegen oder ist das das Problem?
Wenn sie tragen nicht annehmen will, dann würde ich sie an eine Tasche gewöhnen:
http://www.hundeversand.de/zubehoer/unterwegs/tragetasche.phpSie wird vorher gesichert, dann darf sie in die Tasche und ihr geht mit ihr zusammen runter.
Die Tasche läßt sich ja prima schön füttern.
Oben kann man auch offen lassen, so dass sie raus schauen kann.
Die Leine sollte in der Zeit immer dran sein, so dass sie nicht weg kann.Gruß
Bibi -
Zitat
Wie sichert ihr Piksy denn, wenn Ihr rausgeht? Leider reagieren viele Südländer draußen ängstlich bis panisch und winden sich dann binnen Bruchteilen von Sekunden aus Halsband und/oder Geschirr. Viele dieser Hunde sind dann entwischt und kamen bei der "Flucht" ums Leben.Hallo,
das was Schlaubi-Doris da schreibt ist der Alptraum jedes Angsthundes. Und kommt so erschreckend häufig vor, dass ich da auch nochmal nachhaken möchte!Die beste Sicherung grad am Anfang ist entweder ein absolut ausbruchsicheres spezielles Angsthund-Geschirr (gibt es im Far-from-Fear-Shop, gar nicht teuer) und/oder zumindest eine Doppel-Sicherung an Halsband UND Geschirr gleichzeitig. Und auch das Wissen, wieviel an Umweltreizen man diesem einen Hund gerade zumuten kann.
Die Zauberworte Zeit, Geduld und auch Verständnis für die besonderen Belange solcher Hunde sind schon gefallen.
Nun ist ein Mehrfamilienhaus am Anfang nur ein suboptimaler Ort für solche einen Hund - habt Ihr dort einen Garten zur Verfügung, indem Piksy sich in der Anfangszeit evtl. lösen könnte?
Denn es ist gut möglich, dass normale Gassi-Gänge derzeit noch eine ganze Nummer zu groß für sie sind und dass sie in der Sicherheit eines überschaubaren Gartens etwas leichter Vertrauen finden kann. Die übrige Welt kann man sich dann nach und nach erobern...Die Stubenreinheit würde ich auch aufbauen wie beim Welpen. Beim freudigen Lob ein wenig aufpassen - auch ZU freudig kann solche Hunde erschüttern - sie kennen das alles nicht...
Nun ist Piksy in ihrem erst kurzen Leben schon durch soviele gut-gemeinte Stationen gelaufen. Von der Straße in die Auffangstation, von dort ins Asyl, dann kurz in die Pflegestelle 1... dass solch ein Hund dann Monate brauchen wird, um irgendwo mal anzukommen und sich dort sicher zu fühlen, überrascht nicht wirklich.
Bleibt sie denn eventuell endgültig bei Euch? Sonst seid Ihr ja wieder nur eine Station auf Zeit... ob man den Hunden damit wirklich hilft, sehe ich verhältnismäßig kritisch. Solche Hunde haben es schwer, sich irgendwo einzuleben, sie sind bisher ja immer rasch weitergereicht worden....wie sollen sie dann lernen, zu den Menschen Vertrauen aufzubauen - die verschwinden ja eh alle wieder aus dem Hundeleben, gerade wenn Hund sich an sie gewöhnen wollte...
Man muss versuchen, die goldene Mischung zu finden zwischen "den Hund von sich aus kommen zu lassen" und um alltagstauglich zu bleiben "leichte, liebevolle Nötigung auf den Hund einwirken zu lassen", um diesen Hunden dabei zu helfen, sich weiterentwickeln zu können.
Vielleicht hast Du Lust, Dich mal im Angsthund-Thread umzulesen - dort sind zahlreiche Berichte zum UUmgang mit Angsthunden und zu verschiedenen Vorgehensweisen versammelt:
https://www.dogforum.de/ftopic92533.htmlLG und viel Erfolg,
Chris - Vor einem Moment
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