Wie erkenne ich, dass mein Hund beisst?

  • Hi Fusselfilz,

    Zitat

    Sorry, aber das ist so einfach nicht richtig.

    Besonders "devote" Hunde sind schlicht unsichere Hunde.

    Das sind sie, und sie sind "depressiv" = sie haben gedrückte, unterdrückte Aggressionen (das ist die Bedeutung von de-pressiv).

    Zitat

    Und ein unsicherer Hund ist unterm Strich gefährlicher als einer mit zuviel Selbstbewusstsein, allein schon weil Mensch das zu gern völlig falsch einschätzt.

    Ersteres nein, zweiteres ja. Er ist nicht gefährlicher, aber er wird unterschätzt, im Gegensatz zu einem, der offen seine Aggressionen äussert.

    Zitat

    Wir sind Fluchttiere. Hunde nicht.

    Nein. Wir sind genauso Raubtiere wie Hunde auch. Unsere Reflexe/Instinkte sind Flucht und Angriff. So ist es auch beim Hund. Das Eine geht nicht ohne das Andere. Das Flucht/Angst-Zentrum im Gehirn wurde bei Versuchstieren ausgeschaltet, woraufhin sie zu Selbstmördern wurden, d.h. sie brachten sich dauernd in Lebensgefahr.

    Zitat

    Bindungsunfähig... wie genau stellst du dir denn einen "bindungsunfähigen" Hund vor?

    Einer, der nicht fähig ist, seiner Natur nach im Rudel zu leben und sich einzugliedern, einer, der keine soziale Intelligenz hat.

    Zitat

    Zerstörungswut wiederum hat mit Aggression wenig zu tun.

    Es ist Aggression. Wobei ich nicht werte, das ist nicht schlecht oder gut, es ist einfach so. Kommt nur drauf an, wieviel ein Hund zerstörerisch ist. Je mehr, desto eher ist er verhaltensgestört.

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    Hunde, die Dinge ausseinandernehmen sind entweder frustriert, unterfordert, ängstlich oder einfach missverstanden.

    Genau. Und er neigt zu depressivem Verhalten.

    Zitat

    Dass Hunde z.B. gerne mal bei Dingen das Innen nach Außen drehen ist absolut normal und natürlich - so zerlegt man geschlagene Beute..

    Hab ich so geschrieben in meinem langen Post. Siehe hier

    Zitat

    Und nicht jeder Hund, der einmal nicht hört, rüpelt oder was kaputt macht, ist gleich beissgefährdet.


    Zitat

    Ich würde die Zahl sogar noch für vorsichtig geschätzt halten, aber Hundebesitzer sind davon erst in zweiter Linie betroffen, in erster Linie sind sie genau dafür verantwortlich! Diese Hunde kommen nicht auf die Welt und "geraten dann nicht gut", sondern werden - teils systematisch - in die Verhaltensauffälligkeit hineingeschoben.

    Mir gefällt die Opferrolle nicht, in die der Hundebesitzer hier gebracht wird.

    Das hast Du komplett falsch verstanden. Ich werte überhaupt nicht, noch sehe ich den HH in der Opferrolle. Darum geht es gar nicht. Und ich halte die 40 % auch für vorsichtig geschätzt. Und das sollte uns allen zu denken geben. Ich bin sowieso nicht der Meinung dass es hier um Schuld geht, sondern um Verantwortung.

    Zitat

    Sehe ich anders.
    Ich habe hier jetzt mit Absicht offensichtliche Situationen herangezogen um die Range an "kann immer passieren, bei jedem Hund, egal wie "lieb" der ist" abzubilden.

    Mein Hund hing schon mehr als einmal beinah jemandem im Gesicht, der sie gestreichelt hat.

    Klar, das ist Deine Verantwortung, nicht die des Hundes. Du hast dafür Sorge zu tragen, dass ihn niemand unbefugt streichelt. Sie ist ein dominanter Hund, meine als braver Typ würde nicht so reagieren - sie weicht aus. Dass es aber abgesehen von dieser Anlage zur Dominanz, Devotheit etc. zu Auffälligkeiten kommen kann, in den falschen Händen eines HH ist auch klar. So kann ich bei meiner nur darauf achten, dass sie nicht zuuu brav wird, sich austoben kann, auch mal was klauen darf und frech sein darf und ich sie auslaste, damit sie sich nicht in eine "superbrave" verwandelt, weil es dann gefährlich wird. Wie bei Deinem auch und bei jedem anderen Typ.

    Zitat

    Aber wenn jemand den Hund in diesem Moment nicht lesen kann, dann kommen solche Interpretationen raus wie "..hat urplötzlich ohne jede Vorwarnung gebissen, obwohl sie sich vorher noch hat streicheln lassen."

    Aus genau diesem Grund hab ich die Typen erstellt, weil ich glaube, wenn man genauer hinsieht, kann man gut erkennen, wenn sich ein normal veranlagter Hund in eine Zeitbombe verwandelt - nicht nur an der direkten Körpersprache vor dem Zubeissen, sondern lange, lange vorher: in seinem allgemeinen Verhalten.

    LG Falbala

  • Zitat

    Du hast dafür Sorge zu tragen, dass ihn niemand unbefugt streichelt. Sie ist ein dominanter Hund, meine als braver Typ würde nicht so reagieren - sie weicht aus.

    ... meine Hündin ist eine Angstbeißerin allererster Güte.
    Eine deutlich linkslastige, unsichere Hündin.

    Du, sorry, aber allein das Wort Dominanz in den Mund zu nehmen, weil ei Hund ggf. beißt, da stellen sich mir sämtliche Nackenhaare.

    Was ich in deinen Beiträgen sehe ist der Versuch, menschliche Analyseschemata an Hunde anzulegen. Und das kann nicht funktionieren.

    Dass der Begriff "depressiv" sich auf unterdrückte Aggression begrenzen soll ist mir vollkommen neu. Meines Wissens steht die Niederdrückung der Gesamtemotionalen Verfassung. Ggf. auch im Bezug auf Aggression aber nicht zwingend und keinesfalls ausschließlich...

    Insofern ist ein Unsicherer, also ein tendenziell ängstlicher Hund nicht zwangsläufig depressiv. Im Gegenteil. In meinen Augen würde die extreme der Gefühlspräsenz sogar gegen die Klassifizierung sprechen.

    Und ich bleibe dabei, dass ein unsicherer Hund gefährlicher ist als ein offen aggressiver, weil Aggression zum natürlichen Verhalten eines Hundes dazugehört und ein offen aggressiver Hund somit nicht einmal verhaltensauffällig sein muss. Ein unsicherer Hund der in Aggression umsetzt IST allerdings verhaltensauffällig.

    Zitat

    Einer, der nicht fähig ist, seiner Natur nach im Rudel zu leben und sich einzugliedern, einer, der keine soziale Intelligenz hat.

    Aber dass bis heute - vorsichtig ausgedrückt - wenig an wissenschaftlich stabilen Fakten vorliegt bezüglich der natürlich sozialen Konstitution von Haushunden, gar nicht davon zu reden inwieweit ein gemischtrassiges Rudel aus Hunden, Menschen und am besten noch andren Tieren in irgendeiner Form den dann vielleicht irgendwann mal geklärten Regeln unterliegt, ist dir bewusst?
    Die Fähigkeit eines Hundes im Rudel zu leben ist kurzum gar nicht feststellbar, weil wir aktuell gar nicht wissen, wie ein sozial gesunder Haushund aussieht und sich verhält.

    Zitat

    Kommt nur drauf an, wieviel ein Hund zerstörerisch ist. Je mehr, desto eher ist er verhaltensgestört.

    Im Verhältnis zu was?

    Es gibt nur zwei wiederholt dokumentierte Auslöser für Zerstörungswut bei Hunden und das sind Frustration wegen Unterforderung - das wäre eine Verhaltensstörung, aber eine durch den Mensch provozierte - und die natürliche Veranlagung zu Graben, Dinge zu vergraben, Beute zu reißen etc. und das kann nicht verhaltensauffällig sein, weil es absolut normal ist. Im Grunde sind sämtliche Hunde verhaltensauffällig, die diese Verhaltensweise nicht an den Tag legen!

    Zitat

    Aus genau diesem Grund hab ich die Typen erstellt, weil ich glaube, wenn man genauer hinsieht, kann man gut erkennen, wenn sich ein normal veranlagter Hund in eine Zeitbombe verwandelt - nicht nur an der direkten Körpersprache vor dem Zubeissen, sondern lange, lange vorher: in seinem allgemeinen Verhalten.

    Schau und genau das ist der Punkt an dem ich deine Kompetenz im Thema in Frage stellen muss.

    Es gibt ganz, ganz, ganz wenige Hunde, die tatsächlich zu Zeitbomben werden, also willkürliches Beschädigungsbeißen gegenüber Hunden oder Menschen an den Tag legen.

    Und alle andren, Hunde sind schlichtweg keine Zeitbomben.
    Das sind Hunde, die wahlweise vollkommen falsch eingeschätzt werden und so in die Ecke getrieben werden, dass sie irgendwann zubeißen.
    Oder eben Hunde, die Selbstbewusstsein haben aber einen Besitzer, der unfähig ist, dem Hund Grenzen zu setzen.
    Oder aber es sind eben Angstbeißer, die ihre Unsicherheit nach links umsetzen.

    Aber all das sind keine Zeitbomben.
    Du kannst nicht jeden beißenden Hund als Zeitbombe kategorisieren, "nur" weil dein Weltbild einen beißenden Hund nicht vorsieht.

    Das Beißen liegt dem Hund in der Natur.

    Wer das nicht wahrhaben will, sollte Kaninchen halten.

  • Jetzt mag ich doch ein wenig länger antworten....

    Dass es gewisse Reizworte hier im DF gibt, wie Dominanz und andere Tabubegriffe, die das DF zum "Implodieren" bringen (wie jemand es sehr sympathisch ausdrückte) ist mir auch schon aufgefallen. Ich verknüpfe mit Dominanz etwas total Wertfreies, und schleppe keinerlei Vorurteile mit, weil ich mich sehr lange mit Verhalten beschäftige, beim Menschen. Da käm ich nicht weit, wenn ich ein Wort wie Dominanz werten würde oder mir gar verbieten würde.

    Deshalb bleibe ich dabei: Es gibt dominante Hunde und manche von denen haben Angstneurosen und sind auch unsicher. Das Spektrum der dominanten Hunde geht vom wirklich souverän-dominanten und ruhigen Alpha-Hund bis zum unsicheren Angstbeisser. Das ist nicht negativ und auch nicht positiv, es ist einfach so. Genauso wie es unterwürfige, aber gesunde Hunde gibt, und andere, die gefährlich werden, weil sie gebrochen wurden. Und noch tausend andere.... siehe Typen z.B.

    Beurteilen tu ich es bei meinem Hund und denen, welchen wir begegnen, mit meinem Bauchgefühl und auf das kann ich mich bis jetzt verlassen. Oft reicht mir ein Blick auf Herrchen/Frauchen.... die kenne ich besser als Hunde. Bauchgefühl ist mein Massstab, bei Hunden und auch bei Menschen an erster Stelle. Wissen kommt dazu. Häufen sich die Verhaltensauffälligkeiten, werd ich misstrauisch. Ganz automatisch.

    Ein deutliches und wirklich Besorgnis erregendes Zeichen wären für mich auch "Ticks", pathologische Stereotypien - die ich in meiner Liste vergessen habe. Zwanghaftes Verhalten, wie Pfotenbeissen, die eigenen Exkremente fressen, in den Schwanz beissen etc. Auch dies kannst Du auf den Menschen übertragen. Dort heisst es z.B. Ritzen, Nägel kauen, analfixiert sein etc.

    Übrigens habe ich einiges von den Typen mittlerweile in dem Buch Hundepsychologie von Feddersen-Petersen gefunden (ich bin noch nicht durch) - ich denke, diese Dame weiss es ganz gut..... Ab S. 428 ff.Dort steht auf S. 431: "... dass zahlreiche Störungen sowohl auf ethologischer (= vergleichende Verhaltensforschung, A.V.m.) als auch auf physiologischer Ebene homologe Ähnlichkeiten aufweisen. Denn heute wird niemand mehr daran zweifeln, der Neurosenentstehung bei Menschen und Tieren engstens verwandt sind....." Weiterhin kannst Du nicht nur dort nachlesen, dass Erkenntnisse der menschlichen Verhaltensforschung ernsthaft für Hunde herangenommen werden. Auch deshalb, weil unser Sozialverhalten sich sehr ähnelt. Dies Vergleichen ist aber grundsätzlich etwas ganz anderes, als Hunde zu vermenschlichen! Letzteres heisst, den Hund wie einen Menschen zu behandeln und zu betrachten.

    Was ist es anderes als eine Neurose, die z.B. aus einer Depression entsteht oder auch nicht, weil vom Menschen falsch behandelt oder aus sonst einem anderen Grund, wenn ein Hund zwanghaft alles zerfetzen muss, was ihm in die Quere kommt (Zerstörungswut), wenn er zubeisst, anstatt zu schnappen oder er sich andererseits selbst verletzt, wenn er seine Pfoten blutig beisst? Wenn er nicht mehr spielt, apathisch ist, und sich isoliert, nicht kommuniziert, wenn er dauernd kläfft?

    Zeitbomben sind für mich alle Hunde, die Emotionen und natürliche Impulse über längere Zeit oder durch einen schweren Schock/Trauma auch kurzfristig unterdrücken und verschieben (müssen), alle Hunde, die Ihnen nicht genügend Ausdruck verleihen.... nicht nur Aggressionen, auch Liebesmangel oder fehl geleitete Liebe des Menschen etc. Deshalb sind eben gerade diese Hunde für mich eher Zeitbomben, als solche, die nach Prüfung eindeutig als "gefährlich" einzuschätzen sind - man weiss es bei Ersteren nicht, es ist in gewisser Weise "schwammig" und sie werden zu oft unterschätzt. Ausserdem gibt es von Ersteren viel, viel mehr.

    Aber auch das Wort Zeitbombe bewerte ich nicht negativ, sondern nur so, dass es eben früher oder später eine Explosion geben kann. Kein Grund, hysterisch zu werden, nein. Aber achtsam.

    Ich gehe nicht von einer "willkürlichen Beissabsicht" solcher Hunde aus, habe das auch nie behauptet, sondern von ihrer, sagen wir, reflexhaften Bereitschaft, zuzubeissen. Willkürlich oder unwillkürlich - die Frage stellt sich mir nicht. Hunde sind für mich nie (!) Bestien - hier beginnt meine Wertung. Bestien, wie ich sie verstehe - also vielleicht manche (Investment)Banker, Diktatoren, BP-CEO's oder so - haben immer eine willkürliche Absicht, die in der Zukunft liegt. Hunde leben im Hier und Jetzt und können das nicht.

    Zitat

    Beissen liegt dem Hund in der Natur

    Ja, und alle Menschen sind aggressiv - für mich ist Beides zunächst eine wertfreie Aussage.

    Weil Du mir die Kompetenz absprichst und mich lieber Karnickel züchten lässt - falls Du mich gemeint hast? (Mein Hund hat übrigens Karnickel-Kumpels, sieht drollig aus, ist auf den ersten Blick gar kein grosser Unterschied)....

    Es gibt sehr wohl Hunde, die ihr Leben lang nicht beschädigend zubeissen, obwohl es in ihrer Natur liegt. Ich denke, da gibt es Exemplare von jeder Grösse und Rasse. Wieviele, prozentual zu denen, die beissen, würde mich echt interessieren.

    Wer das nicht wahrhaben will, und es rechtfertigt, dass Wauzi leicht auszuckt oder alles anknabbert, inkl. anderer Menschen, Kollegen-Hunde, Katzen etc. weil "Hunde eben so sind", dem spreche ich seine Kompetenz als HH ab. Ebenso wie denen, die ihre Hunde rosa färben oder sie am liebsten heiraten würden, weil endlich ein Wesen Herrchen/Frauchen so nimmt, wie er/sie ist. Kurz: alle, die ihre Hunde vermenschlichen und sie auch dadurch zu Verhaltensstörungen treiben.

    LG Falbala


    PS: was ist eigentlich linkslastig? Das kenn ich nur in der Politik oder beim Lastwagen-Beladen. Meinst Du die Gehirnhälfte? Das Angstzentrum beim Hund liegt meines Wissens wie beim Menschen in der Mitte des Gehirns - nahe der Hypophyse im limbischen System.

    Sorry für's lange Posten... und danke für's Lesen :smile:

  • Siehste und genau deshalb führt diese Diskussion hier nirgendwo hin.

    Dass z.B. Neurosen bei Hunden genauso entstehen(!) wie beim Menschen im Sinne der Systematik - ja.

    Aber dann hört es auch postwendend auf.

    Weder kann - vom reinen Schema abgesehen - die Entwicklung verglichen werden noch - und erstrecht nicht - die effektiven Auswirkungen. Und der Gipfel der Lächerlichkeit ist dann die Interpretation dieser Schemata in vermenschlichte Gefühlsszenarien. Und genau das waren deine Typen. Hochgradig vermenschlichte, in ihrer Oberflächlichkeit einfach durchweg ungenügende Zerrbilder dessem, was Mensch nur zu gerne hineininterpretiert. Und da nützt es nicht, wenn du diese Bilder ganz wertfrei meinst.

    Das erstreckt sich dann auch auf das Stichwort Dominanz.
    Denn wie du es ganz persönlich für dich definierst ist nicht relevant, es gibt eine allgemein anerkannte Bedeutung von Dominanz, wenn damit das Wesen eines Hundes beschrieben werden soll und das ist schlichtweg als Humbug wiederlegt.

    Reizworte sind nicht der Punkt.
    Ich bin selbst begeisterte Reizwortwerferin.

    Aber deine Analysen sind einfach unvollständig und von für meinen Geschmack deutlich zu vermenschlichenden Ansätzen geprägt.

    Ob das gewollt ist oder aufgrund einer Fehlqueranalyse zu menschlichem Verhalten geschieht ist mir dabei relativ egal, das Ergebnis ist einfach unzureichend.

  • Zitat

    Ob das gewollt ist oder aufgrund einer Fehlqueranalyse zu menschlichem Verhalten geschieht ist mir dabei relativ egal, das Ergebnis ist einfach unzureichend.

    Na, dann mach's doch besser - nicht ironisch gemeint! Würde mich interessieren.....und bin gespannt!

    Dominanz wie ich sie definiere, ist nicht meine Privatangelegenheit, sondern die, die ausserhalb der Hundewelt anerkannt ist. ;) Dort ist es kein Reizwort.

    LG Falbala

  • Dominanz ist keine Wesenseigenschaft.
    Ein Hund kann jetzt einen anderen dominieren und sich eine minute später dem nächsten unterordnen.

    Linkslastig kann ich dir erklären:
    In der DDR wurde der Hund bei Körungen mit Wertmessziffern beschrieben, das betraf sein Äußeres und das Wesen.
    Vergeben wurde 0 bis 9, wobei 5 das Ideal darstellt. Wenn man diese Zahlen als Leite vorstellt, dann liegt die 5 in der Mitte, alles von 0-4 auf der linken Seite (linkslastig), die 6-9 liegen rechts davon.
    Wesen
    0 nervös, ängstlich, sehr scheu
    1 schreckhaft, mutlos, geräuschempfindlich
    2 unsicher im Verhalten, sichtbare Angstmomente, kann Schärfe besitzen und leicht reizbar sein
    3 Menschen gegenüber zurückhaltend misstrauisch oder aggressiv
    4 aggressiv, sehr viel Schärfe mit betonter Härte, bösartig
    5 ausgeglichen, gutartig, sehr hart gegen Einwirkungen
    6 ausgeglichen, gutartig, hart gegen Einwirkungen
    7 ausgeglichen, gutartig, gegen Einwirkungen empfindsam
    8 ausgeglichen, gutartig, gleichgültig, wenig Schärfe
    9 keine Schärfe, wenig Reaktion niedergedrückt, weich
    Wenn man einen Sport- oder Diensthund sucht, dann kommt alles von 3-6 in Frage, wobei eine 5 oder 6 sehr viel angenehmer im Umgang ist als ein 3 oder 4. Bei Diensthunden lässt man mittlerweile eher die Finger von den Bereichen 3 und 4, im Sportbereich entscheiden das Können und die Vorlieben, da finden mache sogar ein 2 sehr angenehm. :hust:

    LG
    das Schnauzermädel

  • Doch, Schnauzermädel, Dominanz ist eine Wesenseigenschaft. In der Ausser-Hund-Welt gibt es auch Angstbeisser, die dominant sind.... das mittlere Management, nur als Beispiel. Sie streben nach oben, immer wieder, auch wenn sie vor dem Chef kneifen. Trotzdem sind sie dominant.

    Vielen Dank für Deine Erklärung der Linkslastigkeit - das lässt mich einiges verstehen.

    LG Falbala

  • Ist zwar schon ein wenig her, aber wo ich das lese, muss ich doch auch nochmal meinen Senf dazu geben.

    Dominanz ist - wie Schnauzermädel ganz richtig geschrieben hat - keine Wesenseigenschaft. Dominanz ist nämlich überhaupt keine Eigenschaft von Individuen, sondern von Beziehungen.

    Ein Hundehalter ist seinem Hund gegenüber dominant, wenn der Hund seinen Menschen in den meisten Situationen als ranghöher anerkennt. Ein Hund ist möglicherweise dem Nachbarsfifi gegenüber dominant und ordnet sich dem Schäferhund aus dem Park trotzdem unter. Einen grundsätzlich "dominanten Hund" gibt es nicht.

    Das lässt sich nicht diskutieren oder persönlich interpretieren. Wer etwas anderes behauptet benutzt den Begriff "Dominanz" schlichtweg falsch.

  • Bei meinem Bokey muss ich differenzieren. Er mag keine Kinder unter sechs Jahren etwa. Ich muss in "Kinder-Situationen" sehr früh eingreifen bzw. auflösen. Bokey vermeidet zuerst Blickkontakt und fixiert dann. Wenn das Weisse im Auge zu sehen ist, löse ich die Situation auf. Ohne Auflösen würde Bokey anfangen tief zu knurren, dann Lefzen kräuseln, dann vordere Zähne zeigen, dann Abwehrschnappen.

    Bei "negativem" Hundekontakt geht es etwas langsamer. Da versteift sich Bokey, Bürste geht vom Nacken zur Kruppe, Ohren nach hinten, tiefes Knurren, Lefzen kräuseln, Zähne zeigen, Abwehrschnappen. Da geht sein ganzer Körper nach vorn, um den anderen Hund abzudrängen.

    Wichtig für mich ist, VOR dem Knurren schon zu unterbrechen. Aber ich erkenn ziemlich gut wenn Bokey nen anderen Hund nicht leiden kann. Und ja, 90% der deutlichen Ansagen folgten auf "Distanzlosigkeit".

    In Sachen zuviel knuddeln ist es dasselbe. Erst versteifen, dann knurren, nach der Korrektur (Zufassen ohne Beschädigung) folgt intensives Ablecken.

    Gebissen (mit Beschädigung) hat Bokey, GsD, noch nicht.

    LG

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