Wie erkenne ich, dass mein Hund beisst?
-
-
"Demnach widerspiegeln Stereotypien und Zwangsstörungen unterschiedliche kausale Prozesse, die auf unterschiedlichen Beeinträchtigungen im Zentralnervensystem (ZNS) beruhen."
Also körperliche Ursachen für Verhaltensstörungen. Das hat mit der Psyche des Hundes nichts zu tun. Diesen Zusammenhang herzustellen ist eine rein menschliche Bewertung. Sowas gibt es auch bei Pferden, das Koppen oder "Weben" früher z.B. in Ständerhaltung häufig. Tritt oft als Übersprungs- oder Ersatzverhalten für unbefriedigte Instinkte oder Triebe auf. Ganz speziell dieses "Schwanz-jagen" und Drehen bei Hunden resultiert meiner Kenntnis nach immer aus schlechten Haltungsbedingungen und hat damit äußere Ursachen.Beim Menschen ist eine Zwangsstörung eine psychische Störung. Es besteht für den Betroffenen ein innerer Drang, bestimmte Dinge zu denken oder zu tun. Der Betroffene wehrt sich gegen das Auftreten der Zwänge und erlebt diese als übertrieben und sinnlos. Das ist auch wenn man deinen Link beachtet nicht dasselbe wie beim Hund und sollte auch nicht in einen Topf geschmissen werden.
Aber wir müssen hier auch nicht über Begrifflichkeiten streiten. Vielleicht haben wir ein unterschiedlich rationales Verständnis von Psyche und Körperlichkeit. Von mir aus kann das gerne weiter als "Psychologie" bezeichnet werden. Ich wollte nur verdeutlichen, dass ich es problematisch finde, einem Hund bei Aggresivität, Angst oder anderen vollkommen natürlichen Reaktionen (mögen sie für den Menschen noch so unerwünscht oder unangenehm sein) eine Depression o.ä. anzudichten.
-
28. Mai 2010 um 20:15
schau mal hier:
Wie erkenne ich, dass mein Hund beisst? - Vor einem Moment
- Anzeige
Übrigens.... es ist wirklich wichtig, auch an das passende Hundefutter zu denken.
Ich habe für unseren Buddy unglaublich lange nach einer Sorte gesucht, die wirklich zu ihm passt. Immer wieder habe ich etwas Neues ausprobiert und war nie ganz zufrieden. Durch Zufall bin ich hier im Forum auf den kostenlosen Futtercheck gestoßen. Dort konnte ich sehen, welches Futter andere Hundehalter mit derselben Rasse bevorzugen und gute Erfahrungen gemacht haben.
Und was soll ich sagen, Buddy liebt sein neues Futter. Die ganze Suche hat sich absolut gelohnt.
Falls ihr ihn noch nicht getestet habt, hier geht’s direkt zum Futtercheck! Das dauert weniger als eine Minute.
Und am Ende könnt ihr euch sogar kostenlose Futterproben von bis zu 20 verschiedenen Herstellern sichern.
👉 Hier nochmal der Link zum Futtercheck!
LG Steffi mit Buddy
-
-
Zitat
Ich wollte nur verdeutlichen, dass ich es problematisch finde, einem Hund bei Aggresivität, Angst oder anderen vollkommen natürlichen Reaktionen (mögen sie für den Menschen noch so unerwünscht oder unangenehm sein) eine Depression o.ä. anzudichten.
Das ist kein Andichten sondern Wissenschaft.
Was allerdings nichts mit "Hundepsychologie" zu tun hat, denn das ist lediglich ein "schickeres" Wort fuer Hundetrainer.
-
Och bei bei menschlichen Depressionen findet man Abweichungen im Gehirn und in Hirnstoffwechsel.
Und auch Hunde können solche Veränderungen haben.
Mein uralt Rüde hatte "demenzartige Verhaltensweisen", die zu gesteigerter Angst und Aggressionen führten. Ein medikamentöses Korrigieren im Dopamin- und Serotoninstoffwechsel haben diese Probleme gelöst.LG
das Schnauzermädel -
Warum sollte ein Hund keine Depression haben können? Er kann auch eine Angststörung haben. Und die veränderten Umstände die du hier anführst, sind nichts anderes wie das was bei einem Menschen auch passiert. Stress abbauen, konfrontieren. Das ist eine Behandlung.
-
Oh schön, hier geht's weiter
freu mich!Mir geht's primär darum, mit Euch diese Verhaltensauffälligkeiten zu finden, die einen Hund zum Beissen bringen, weil sie eine Art Frühwarnsystem darstellen könnten. Was die Symptomatik angeht, kann ich das durchaus als depressives Verhalten sehen. Und mehr noch, kann ich da wirklich deutliche Parallelen zum Menschen sehen. Die Gründe dafür sind allerdings noch mal ein ganz anderes Thema.
Ich hab mir mal (sehr gerne) die Mühe gemacht und mich hingesetzt, um Modelle für Hundetypen zu erstellen, als Diskussionsgrundlage. Natürlich erhebt das keinen Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit und Ihr könnt es gerne kritisieren, auseinandernehmen, umdrehen, ergänzen....
Die Typen beschreiben hündisches Verhalten, welches übertrieben extrem ist und nicht natürlich erscheint. Die Grenzen von natürlich zu unnatürlich sind in der Realität bei unseren Hunden fliessend. Aber vielleicht könnte man schon davon ausgehen, je extremer, je manischer, desto eher beisst er zu?
Hier also die Typen .. dies wird ein laanges Post

Der Willst-Du-Ärger?!-Typ: stets vorne, stets autonom und Chef spielend, ansonsten recht zurückgezogen lebend - nicht verschmust. Fordernd, "arrogant", Macho und Potenzgehabe, leicht reizbar, spielt sich in der Gruppe, ob Mensch oder Tier, penetrant als Alpha-Wolf auf - ist es aber nicht. Legt sich leicht an. Warnt und fackelt nicht lange und rauft sich dauernd. Leinenaggressiv. Gefahr von Magengeschwür.
Der Superbrave Typ: übertrieben empfindlich und sensibel, kann schlecht alleine sein, ist immer still und ängstlich, erlaubt sich nie, eine Grenze zu übertreten (schnappt nicht, klaut nie was etc.), anhänglich, devot, schmusig am liebsten den ganzen Tag, kann mit anderen Hunden/Menschen gar nichts anfangen, nur mit Herrchen/Frauchen, spielt nicht, absolviert aber brav und mit Freude den Agility-Kurs, weil es Frauchen erfreut. Neigt zu Über- oder Untergewicht und zu empfindlichem Magen/Darm (psychosomatisch, Durchfall, Verstopfung im Wechsel). Oft eingeklemmte Rute und devote Rückenlage.
Der Kläffer: wie der Name sagt.....bis einem die Ohren abfallen (human übersetzt: der Schwätzer, bei dem man untendrunter immer Aggression spürt, diese aber nicht nachweisen kann, weil man gar nicht zu Wort kommt). Oder gilt da: Hunde die bellen, beissen nicht?
Der Sexsüchtige: kann sich jeder vorstellen.
Der-hört-Null-Typ: Eigenbrötler, intelligent, macht sein Ding, liebt seine Freiheit über alles, schwer erziehbar nicht aus mangelnder Intelligenz, sondern aus is-mir-wurscht-was-Herrchen-sagt (3 Jahre Schleppleine, kann aber selbstständig Türen, Schachteln und Mülleimer öffnen z.B.), bindungsunfähig/-resistent.
Der Sport- und Eventfreak: Spielt bis zum Umfallen mit Hund und Mensch, hört nicht. Ist kaum auszulasten. Kommt er nach 2 Std. Gassigehen heim, zerfetzt er erst mal ein Sofakissen, bevor er die Wohnung als Agilitypark missbraucht, schlingt sein Fressen runter, damit er sich über die Zimmerpflanzen oder Herrchens Musikboxen hermachen kann. Nachdem er alles vernichtet hat, schläft er dreckig und völlig erschöpft auf Frauchens Kopfkissen (unerlaubt) ein, damit er das Weckbellen um halb sechs nicht verpasst. Verwandelt die Wohnung in ein Schlachtfeld, wenn er alleine ist. Mit raushängender Zunge wie blöd nach vorne in der Leine hängend.
Der Apathische: will seine Ruhe, Dauerschläfer, stemmt sich störrisch mit allen Vieren nach hinten in die Leine, weil er nimmer Gassigehen will, schläft an versteckten Orten, z.B. unter dem Bett, lernresistent, keinen Bock, kann sich nicht konzentrieren, unbeteiligt, zu faul zum Schnüffeln. Neigt zu Übergewicht.
Der geprügelte Hund: muss ich der Vollständigkeit halber auch aufführen *traurig*, der gebrochene Hund, dem man ansieht, dass er seine Lebensfreude verloren hat. Gedämpftes Gangwerk, hängender Kopf und Rute, bedrückend unbeteiligt, traurig-stumpfe Augen.
Mehr fällt mir jetzt nicht ein.
Meine finde ich in Teilen im Superbrav-Typ.... und beobachte immer, ob das ins Extrem geht. Bei ihr - sie hat noch nie geschnappt - kann ich es nur über das sonstige Verhalten feststellen. Mischtypen gibt es natürlich auch und Phasen. Meine verwandelt sich z.B. in der Läufigkeit ein wenig in den Hört-Null-Typ. Und nicht jeder Hund, der einmal nicht hört, rüpelt oder was kaputt macht, ist gleich beissgefährdet.
Was haltet Ihr davon? Findet Ihr noch mehr Typen?
LG Falbala
-
-
Meiner ist irgendwie nicht dabei:
Sehr hibbelig und aufgedreht, kann kaum eine Minute stillsitzen, gibt aber wenn er soll gut Ruhe und macht nichts kaputt.
Draußen sehr an Menschen orientiert, hütet seine Menschen und Hundefreunde.
Kann Stöckchen holen bis zum Umfallen und neigt sehr zum Aufdrehen.
An der Leine Machomäßig, droht relativ schnell, lässt aber keine wirklich aggressiven Sachen folgen.
Im Freilauf sozial klar in der Körpersprache, mag nicht jeden Hund und klärt gerne mal die Fronten, stänkert aber nicht penetrant rum und fängt auch den Streit nicht an.
Verteidigt Ressourchen wie Futter oder Stöcker. -
Zitat
Meiner ist irgendwie nicht dabei:
Sehr hibbelig und aufgedreht, kann kaum eine Minute stillsitzen, gibt aber wenn er soll gut Ruhe und macht nichts kaputt.
Draußen sehr an Menschen orientiert, hütet seine Menschen und Hundefreunde.
Kann Stöckchen holen bis zum Umfallen und neigt sehr zum Aufdrehen.
An der Leine Machomäßig, droht relativ schnell, lässt aber keine wirklich aggressiven Sachen folgen.
Im Freilauf sozial klar in der Körpersprache, mag nicht jeden Hund und klärt gerne mal die Fronten, stänkert aber nicht penetrant rum und fängt auch den Streit nicht an.
Verteidigt Ressourchen wie Futter oder Stöcker.Mischung aus Sport/Event- und Willst-Du-Ärger-Typ, aber nicht extrem?
LG Falbala
-
Also was mir an der Typenbeschreibung sofort auffällt:
Ich lese sie und denke nicht: "Erstaunlich, wie unterschiedlich Hunde sind", sondern ich sehe eine Liste von Endergebnissen bei verschiedenen Handling- und Erziehungsfehlern..
Ich bin der festen Überzeugung, dass diese "Typen", die beschrieben sind, Endprodukte sind, wenn Hunde mit gewissen Anlagen in gewissen (tendenziell nicht kompetenten) Händen landen.
In meinem Empfinden gibt es:
selbstsichere Hunde vs. unsichere Hunde
Intelligentere vs. weniger intelligente Hunde
sensible vs. weniger sensible Hunde
unabhängigere vs. eher führerorientierte Hunde
Alles weitere - wie beschrieben wurde - sind für mich Folgen von dann (ggf. falsch) erfolgter Erziehung.
Es wurde schon angerissen, wie verschieden doch die Gründe für einen Hund sein können, zuzubeißen. Und ich glaube eines der größten Probleme in diesem Kontext ist die - zunehmende - Vermenschlichung der Hunde. Ein Hund ist ein Raubtier das in entsprechenden Situationen instinktiv handeln wird. Sch.. egal wie "lieb" ich es hab oder wie sehr ich menschliche Gedanken in den Hund hineinprojeziere. Und in genau diesen instinktiven Situationen wird der Hund ggf. auch zubeißen, weil es seiner Natur entspricht.
Meine würde mir bewusst und willentlich, davon bin ich überzeugt, nie was tun. Sie reagiert auf mich in jedweden Situationen die irgendeine Aggression lösen könnten durchweg nicht aggressiv. Aber ich weiß, sie kann vielleicht irgendwann nicht anders. Weil sie sich erschreckt, aus einem Traum hoch, weil ich vom Sofa will und zack hab ich die Zähne im Bein,.. oder weil sie grade einen fremden Hund beim Spaziergang fixiert, der sie bedroht und ich meine sie just da anpacken zu müssen und zack, hab ich die Zähne in der Hand. Oder sie fängt sich irgendeine Krankheit ein, die bestimmte hormonelle Veränderungen und/oder Fehlwahrnehmung auslöst, sie erkennt mich plötzlich nicht mehr und beißt zu..
Und so unterschiedlich wie diese Situationen sind, so unterschiedlich wären auch die Signale, die sie vorher senden, angefangen von offensichtlichem Drohen inklusive Knurren, Fletschen und Fixieren bis hin zu gar keiner Warnung...
Sie ist immerhin ein Hund.
-
Zitat
Also was mir an der Typenbeschreibung sofort auffällt:
Ich lese sie und denke nicht: "Erstaunlich, wie unterschiedlich Hunde sind", sondern ich sehe eine Liste von Endergebnissen bei verschiedenen Handling- und Erziehungsfehlern..
Ich bin der festen Überzeugung, dass diese "Typen", die beschrieben sind, Endprodukte sind, wenn Hunde mit gewissen Anlagen in gewissen (tendenziell nicht kompetenten) Händen landen.
Genau das will ich mit meiner Liste beschreiben

Ich beschreibe aus der Normalität geratene Hunde und Extremfälle, die verhaltensauffällig sind - nicht den "normalen" Hund, wenns den überhaupt gibt. Und ja, sie sind - mal abgesehen von gewissen Anlagen - Endprodukte von, sagen wir, falschen Händen. Diese Hunde äussern ihre Aggressionen auf versteckte und verdrehte Art und Weise, indem sie zum Beispiel besonders devot oder bindungsunfähig sind oder Zerstörungswut haben etc.
Es wird in einem Link, den Tanja eingesetzt hat, beschrieben, dass 40 % aller Hunde verhaltensauffällig sind und deshalb glaube ich, ziemlich viele von uns Hundebesitzern sind davon betroffen, mehr oder weniger. Diese Typen habe ich absichtlich übertrieben, damit es einleuchtender wird.
Wie Du dann Deinen Hund beschreibst, ist nochmal was anderes, da dies aussergewöhnliche Situationen beschreibt, Schrecksituationen etc., in denen natürlich der Hund wie ein Hund reagiert. Das widerspricht aber den Typen nicht.
LG Falbala
-
Zitat
Diese Hunde äussern ihre Aggressionen auf versteckte und verdrehte Art und Weise, indem sie zum Beispiel besonders devot oder bindungsunfähig sind oder Zerstörungswut haben etc.
Sorry, aber das ist so einfach nicht richtig.
Besonders "devote" Hunde sind schlicht unsichere Hunde. Und ein unsicherer Hund ist unterm Strich gefährlicher als einer mit zuviel Selbstbewusstsein, allein schon weil Mensch das zu gern völlig falsch einschätzt. Wir sind Fluchttiere. Hunde nicht.
Bindungsunfähig... wie genau stellst du dir denn einen "bindungsunfähigen" Hund vor?
Zerstörungswut wiederum hat mit Aggression wenig zu tun. Hunde, die Dinge ausseinandernehmen sind entweder frustriert, unterfordert, ängstlich oder einfach missverstanden.
Dass Hunde z.B. gerne mal bei Dingen das Innen nach Außen drehen ist absolut normal und natürlich - so zerlegt man geschlagene Beute..
ZitatEs wird in einem Link, den Tanja eingesetzt hat, beschrieben, dass 40 % aller Hunde verhaltensauffällig sind und deshalb glaube ich, ziemlich viele von uns Hundebesitzern sind davon betroffen, mehr oder weniger. Diese Typen habe ich absichtlich übertrieben, damit es einleuchtender wird.
Ich würde die Zahl sogar noch für vorsichtig geschätzt halten, aber Hundebesitzer sind davon erst in zweiter Linie betroffen, in erster Linie sind sie genau dafür verantwortlich! Diese Hunde kommen nicht auf die Welt und "geraten dann nicht gut", sondern werden - teils systematisch - in die Verhaltensauffälligkeit hineingeschoben.
Mir gefällt die Opferrolle nicht, in die der Hundebesitzer hier gebracht wird.
ZitatWie Du dann Deinen Hund beschreibst, ist nochmal was anderes, da dies aussergewöhnliche Situationen beschreibt, Schrecksituationen etc., in denen natürlich der Hund wie ein Hund reagiert.
Sehe ich anders.
Ich habe hier jetzt mit Absicht offensichtliche Situationen herangezogen um die Range an "kann immer passieren, bei jedem Hund, egal wie "lieb" der ist" abzubilden.Mein Hund hing schon mehr als einmal beinah jemandem im Gesicht, der sie gestreichelt hat. ICH kann meinen Hund lesen, ICH weiß, dass sie - objektiv betrachtet und aus ihrer Perspektive - durch den jeweiligen Menschen bedroht wurde und sich gewehrt hat. Aber wenn jemand den Hund in diesem Moment nicht lesen kann, dann kommen solche Interpretationen raus wie "..hat urplötzlich ohne jede Vorwarnung gebissen, obwohl sie sich vorher noch hat streicheln lassen."
Nein, hat sie nicht. Sie ist "nur" nicht zurückgewichen. Das entspricht nicht ihrer Art. Für ihre Verhältnisse hat sie ganz klar zu verstehen gegeben, dass sie das nicht will - der Mensch hat es halt einfach nicht begriffen.
- Vor einem Moment
- Neu
Jetzt mitmachen!
Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!