wann kastrieren?
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Also seit ein paar Wochen wird er von kaum einem unkastrierten oder spät kastrierten Rüden mehr geduldet und weg geknurrt.
Dein Kleiner ist 10 Monate alt, oder? Nun stell dir mal einen 15/16-jährigen jungen Bengel vor, der gerade beginnt den schicken Mädels und jungen hübschen Frauen hinterherzupfeifen und nun stell dir weiter vor, dass er eben im Überschwang seiner Gefühle auch mal die ein oder andere Frau anbaggert, auf die bereits ein vllt 10 Jahre älterer Mann sein Auge drauf geworfen hat. Was meinst du, in wie viele Fettnäpfchen der junge Mann treten wird, bis er genug Erfahrung gesammelt hat, zu sehen, wann und wie, bei welcher Gelegenheit, er sein Interesse an einem Mädchen sinnvoll und gefahrlos bekunden kann.
Und nun stell dir vor, dieser junge Mann hat noch weniger Verstand, er ist nämlich ein Hund.
Dann bist du etwa in der Phase in der sich dein Hund gerade befindet.
Es stimmt, es gibt einige Rüden, die sehr schlecht damit zurecht kommen, andere Rüden neben ihren Mädels zu dulden. Das ist schlichtweg fehlende Erziehung. Kein Rüde muss es toll finden, wenn sein Mädel von einem anderen angebaggert wird, aber wenn ich ihm verbiete deswegen zu stänkern, dann hat er es zu lassen. Natürlich klären Rüden im besten Fall recht subtil ihre Ansprüche gegenüber den anwesenden Hündinnen. Das ist auch völlig in Ordnung und wird auch nicht ausarten, solange zwei souveräne Altrüden oder ein souveräner Altrüde und ein Jungrüde aufeinandertreffen. Probleme gibt es dann, wenn entweder zwei gleichstarke Jungrüden aufeinandertreffen oder ein sehr besitzergreifender (eben nicht unter Kontrolle stehender) Altrüde oder auch ein, in der Situation sehr dominanter und auftrumpfender, Halbstarker beteiligt ist. Solche Rüden solltest du jetzt meiden. Bring deinen Kleinen mit gefestigten, souveränen Altrüden zusammen, die ihm ruhig aber deutlich Grenzen setzen werden, dann wird er lernen vorsichtiger zu werden, mehr Beschwichtigungssignale auszusenden und damit, mit weiterer Reife, auch mit immer schwierigeren Rüden klar kommen. Er wird lernen, dass der direkte Weg nur dann der richtige ist, wenn er der deutlich Überlegene, der mental stärkere, ist.Zitat
Das möchte ich natürlich nicht!!
Gerade unsichere Hunde werden durch eine Kastration häufig noch unsicherer. Für junge Hunde ist es normal, dass sie eben eine Phase durchmachen, in der sie eben nicht mit allen 4 Pfoten auf dem Boden stehen. Gerade in eine solche Phase sollte man niemals hineinkastrieren, das kann dramatische Folgen haben. Besser ist es immer, mit dem Hund an seiner Souveränität und Sicherheit zu arbeiten, ihm durch das eigene Auftreten Sicherheit vermitteln, aber eben auch Grenzen setzen. Ich persönlich finde, dass die Phase der Reifung zwischen 1 und 3 Jahren, die schwierigste in der Erziehung eines Rüden sind, in dieser Phase werden die weichen gestellt. Stellt man sie gut, dann werden sich in der Regel die Gründe, die zunächst für eine Kastration sprachen, verflüchtigen.Zitat
Das ist mir ja auch bewusst und darauf habe ich mich auch eingestellt. Nun ist es aber so, dass er vor 1,5 Wochen von einem älteren Rüden böse gebissen wurde und sowas möchte ich ihm nicht mehr zumuten, außerdem möchte ich nicht, dass er durch sowas Aggresionen oder sonst was gegen andere Rüden entwickelt.
Du hast es in der Hand. Tu deine Arbeit gut und du wirst den Lohn ernten.
Natürlich gibt es immer Gründe, die trotz aller Arbeit für eine Kastration sprechen können, aber die Vermeidung von Stress bei Hundebegegnungen und die Hoffnung, dass ein kastrierter Rüde weniger zur Zielscheibe potenter fremder Rüden wird, ist in der Regel kein guter Grund. Unsicherheiten verstärken sich, wie gesagt, durch die Kastration und kastrierte Rüden haben ihre ganz eigenes Päckchen zu tragen, das Hundebegegnungen nicht häufig erst stressig werden lässt. Auch dieser Stress entläd sich leider häufig in der Aggression gegen Artgenossen, gerade wenn es sich um einen eher unsicheren Hund handelt. Und damit drehen wir uns jetzt im Kreis. Bei einem unsicheren Hund sollte man von einer Kastration abraten, hast du allerdings die Unsicherheit im Griff, ist dein Kastrationsgrund nichtig.
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Die Abessinierin
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@ *Sascha*
Danke! Dein Beitrag ist wirklich sehr hilfreich und verdeutlicht das alles wunderbar!
So in etwa habe ich mir auch vorgestellt, was da so in ihm vogeht und dein Vergleich ist ja ideal!
Da stellt sich nun die Frage ob es ein selbstsicherer und gänzlich erwachsener Rüde oder mal krass ausgedrückt ein Weichei auf Lebenszeit sein soll, was bei ihm ja dann recht wahrscheinlich wäre... Und darüber brauch ich nun wirklich nicht länger nachdenken!
Wäre er ein gesunder Rüde, hätte ich wohl auch nie über eine Kastration nachgedacht.
Bevor ich ihn zu mir geholt hatte, wusste ich das ja schon und habe mich informiert und darüber nachgedacht, den inneren Hoden ziehen zu lassen oder es auf den medizinischen Weg zu versuchen oder ihm eben nur den inneren entfernen zu lassen, aber da war mein TA gar nicht begeistert und die vielen verschiedenen Meinungen sind ja wie schon gesagt sehr verwirrend und das hat mich dann auch davon abgebracht...
Ich denke nur, dass es wohl schwierig sein wird, bei uns einen TA zu finden, der das auch gerne ohne große Einwände macht und ihn im selben Zuge röntgt.Zitat
Solche Rüden solltest du jetzt meiden. Bring deinen Kleinen mit gefestigten, souveränen Altrüden zusammen, die ihm ruhig aber deutlich Grenzen setzen werden, dann wird er lernen vorsichtiger zu werden, mehr Beschwichtigungssignale auszusenden und damit, mit weiterer Reife, auch mit immer schwierigeren Rüden klar kommen. Er wird lernen, dass der direkte Weg nur dann der richtige ist, wenn er der deutlich Überlegene, der mental stärkere, ist.
Das habe ich mir für die Zukunft auch vorgenommen: Ich möchte jetzt noch öfter mal mit ihm zu verschiedene Freilaufflächen gehen, da in der Regel auch nur Leute mit verträglichen Rüden dort hin gehen, da hatten wir bisher auch noch nie ein Problem, außerdem sind dort häufiger mal größere, gemischte Gruppen.Zitat
Besser ist es immer, mit dem Hund an seiner Souveränität und Sicherheit zu arbeiten, ihm durch das eigene Auftreten Sicherheit vermitteln, aber eben auch Grenzen setzen. Ich persönlich finde, dass die Phase der Reifung zwischen 1 und 3 Jahren, die schwierigste in der Erziehung eines Rüden sind, in dieser Phase werden die weichen gestellt. Stellt man sie gut, dann werden sich in der Regel die Gründe, die zunächst für eine Kastration sprachen, verflüchtigen.
Ich denke mal, dass ich da auf dem richtigen Weg bin. Z. B. wenn er (meistens in einer Gruppen von Junghunden) Schwächere nicht in Ruhe lässt oder läufig werdende Hündinnen belästigt schreite ich ein und unterbinde das und inzwischen versteht er auch schon recht gut, dass er das zu lassen hat.
Seine Unsicherheit macht sich sehr stark bei Begegnungen mit anderen Hunden bemerkbar, vor allem an der Leine, aber daran arbeite ich schon mit ihm.Zitat
Auch dieser Stress entläd sich leider häufig in der Aggression gegen Artgenossen, gerade wenn es sich um einen eher unsicheren Hund handelt. Und damit drehen wir uns jetzt im Kreis. Bei einem unsicheren Hund sollte man von einer Kastration abraten, hast du allerdings die Unsicherheit im Griff, ist dein Kastrationsgrund nichtig.
Das klingt sehr logisch, ich kann mir schon vorstellen, dass ein unsicherer Rüde, der sich bedrängt oder angegriffen fühlt aggressiv reagieren kann. -
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Ich denke nur, dass es wohl schwierig sein wird, bei uns einen TA zu finden, der das auch gerne ohne große Einwände macht und ihn im selben Zuge röntgt.
Das glaube ich nicht einmal. Mit welcher Begründung sollte ein Tierarzt das ablehnen? Den innenliegenden Hoden zu entfernen, ist medizinisch indiziert und wenn du den abgestiegenen belassen willst, dann ist das allein deine Entscheidung. Eine Vollkastration ist ja nicht notwendig, eine Teilkastra aber angeraten. Wenn ein TA unter diesen Umständen auf ausdrücklichen Wunsch des Besitzers nicht teilkastriert, dann hat er seinen Beruf wahrlich verfehlt. Den innenliegenden Hoden an seinem Platz zu belassen, nur weil er selbst unbedingt vollkastrieren würde, ist ja wohl keine Option und zu einer Vollkastra kann er dich nicht zwingen. -
Ich hab meinen Terrier Mischling mit 7 Monaten kastrieren lassen .
Der hatte mir die ganzen Kissen versaut, war draußen nicht mehr zu bremsen und hat sich an jedem dritten Bein versucht zu rubbeln

Geschadet hats ihm denk ich nicht.
Verändert hat er sich auch nicht groß... ist halt nur nicht mehr auf sex aus

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Hallo!
Also ich bin nun noch ein wenig schlauer wie vorher... Ich habe vorhin gelesen, dass ein innerer Hoden eben auch auf den Hormonhaushalt auswirkt. Deshalb zeigt er wohl auch nur sehr beschränkt das typische Rüdenverhalten, weil sein Testosteronspiegel einfach recht niedrig bleibt. Entfernt man ihm also der innere Hoden, normalisiert sich das aber und ich sorge noch mehr dafür, dass er mit den richtigen Hunden zusammen kommt und dann wird er sich wohl zu einem normalen Rüden entwickeln wird. Sollte er dann aber eine Hypersexualität entwickeln oder ständig liebeskrank werden, wäre ihm das andere Ei auch schnell geklaut, wenn er so etwa 3 Jahre alt ist.
Also wenn ich noch damit warte, ihm den inneren Hoden entfernen zu lassen, wäre das ähnlich negativ für seine Entwicklung, wie wenn er gleich ganz kastriert werden sollte. Also möglichst bald raus damit, nicht nur wegen dem gesundheitlichen Aspekt!Zitat
Das glaube ich nicht einmal. Mit welcher Begründung sollte ein Tierarzt das ablehnen? Den innenliegenden Hoden zu entfernen, ist medizinisch indiziert und wenn du den abgestiegenen belassen willst, dann ist das allein deine Entscheidung. Eine Vollkastration ist ja nicht notwendig, eine Teilkastra aber angeraten.
Ich habe schon bei ein paar eigentlich guten TAs angefragt und die meisten behandelten diese Entscheidung ziemlich intolerant und versuchten, einem mit allen möglichen, noch so unrelevanten Argumenten, die überhaupt nicht im Sinne des Hundes sind, zu überzeugen... Man wird ja schon fast dazu verdächtig, wahllos und unüberlegt eine Verpaarung zuzulassen oder Vermehrungspläne zu schmieden.Klar besteht da immer ein kleines Risiko, aber wenn man sehr verantwortungsvoll damit umgeht, ist dieses Risiko doch wirklich sehr gering. Unser alter Hund war auch nicht kastriert und das hat nie ein Problem dargestellt. Dass es einem wirklich nur um das Wohl des Hundes geht, kommt denen anscheinend nur selten in den Sinn
Zum Glück gibt es hier recht viele TAs, da wird ja wohl noch ein guter und gleichzeit vernünftiger dabei sein!LiLLy_Lou
Das klingt aber auch so, dass deiner recht dominant ist oder dass er einfach nur auszutesten versucht, wie weit er mit seinem Terrier-Sturkopf kommt
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LiLLy_Lou
Das klingt aber auch so, dass deiner recht dominant ist oder dass er einfach nur auszutesten versucht, wie weit er mit seinem Terrier-Sturkopf kommt
Grins, ich wür eher sagen pubertär und nicht erzogen......
Birgit
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Hallo zusammen
Hab meinen West Highland Terrier (9 Monate)
auch vor ne Woche kastrieren lassen.Habs auf den Rat von meiner TA und der Hundepsychologin gemacht.
Wollten eh keinen Nachwuchs, von dem her...Nu hat er nen Trichter aufm Kopp und is sicher nich glücklicher/unglücklicher als vorher.
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Hab meinen West Highland Terrier (9 Monate)
auch vor ne Woche kastrieren lassen.Habs auf den Rat von meiner TA und der Hundepsychologin gemacht.
Wollten eh keinen Nachwuchs, von dem her...Warum wurde dazu geraten?
Gruß
Leo -
Was ich immer lustig finde, obwohl traurig triift es ehrlicher:
Da werden vollkommen unfertige Jungrüden kastriert und dann sagt der Besitzer: "Er hat sich überhaupt nicht verändert!"
Ja wie denn auch?
Ich meine, Hunde werden durch ihr Dasein als domestiziertes Haustier eh nicht mehr erwachsen. Und diese letzte Fitzelchen Reife kann Mensch auch nicht mehr ertragen?
Die eh schon ewig kindlichen Hunde müssen noch kindlicher bleiben?
Alle durch die Zucht veränderten Hormone reichen noch nicht, alles muss weg?Ich finde es erschreckend!
LG
das Schnauzermädel - Vor einem Moment
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