• Hallo Foris,

    Anfang kommenden Jahres soll auch bei uns ein Zweithund einziehen, wenn unsere Baustellen bis dahin gekittet sind aber wir sind momentan ja auf dem Weg dahin. Allerdings habe ich noch einige grundsätzliche Fragen an die erfahrenen Mehrhundehalter:

    1. Wieviel mehr Zeit und Geld kostet ein Zweithund effektiv?
    2. Habt ihr euren Ersthund "mit aussuchen" lassen? Ich möchte eigentlich primär einen Zweithund, weil ich denke, dass es artgerechter ist für meinen Hund und ich die beiden dann auch mal länger als 4-6 Stunden alleine lassen kann (jemand zum Pipirunde-gehen kommt natürlich zwischendurch). Liege ich da richtig?
    3. Woran erkenne ich, ob mein Ersthund überhaupt Zweithund-geeignet ist? Ich will das Beste für ihn, denke dass sei ein zweiter Hund/Freund für ihn...aber kann es sein, dass er lieber alleiniger "Herrscher" sein mag?
    4. Wäre ein ähnlich-alter Hund oder ein Welpe besser?


    So, das wäre das Grundsätzliche. Da es ja nur noch ca. 8-10 Monate sein sollen, muss ich mich dann auch für eine Rasse entscheiden.
    Mein Ersthund ist ein Bretone und ich finde die Rasse ganz toll und bin ein echter Fan geworden, aber einen zweiten Bretonen, da überstimmt mich die Vernunft...denn auf zwei Hunde an der Schleppleine habe ich keine Lust.

    Meine Ansprüche sind ein Hund mit nicht allzu starkem Jagdtrieb (also keiner aus der Gruppe 7, leider...), ein grundsätzlich vorhandener Schutztrieb wäre wünschenswert (also Anschlagen reicht, wenn jemand kommt, mein Bretone bemerkt Fremde später als ich), eine gewisse Sportlichkeit wünsche ich mir auch, damit der Hund einfach auch mit dem Bretonen mithalten kann, sobald er ausgewachsen ist (ich laufe mit Hund, 4x die Woche gut 8-15 km, steigernd). Weitere Auslastungsmöglichkeiten wären auch schön, wenn sie ähnlich wie die meines Bretonen sind, damit man das verbinden kann, also Fährtensuche, Dummyarbeit, Reizangel...Agi kann ich mir ggf auch vorstellen.

  • 1. Wieviel mehr Zeit und Geld kostet ein Zweithund effektiv?

    Der Zeitaufwand ist nicht primär, da vieles was Du eh mit
    dem ersten Hund gemacht hättest, parallel beim zweiten mitläuft.
    Füttern, Bürsten, Knuddeln, eben die Sachen, die bei beiden Hunden fällig
    werden, verdoppeln sich logischerweise.

    Die Kosten sind schwer einzuschätzen.
    Hundesteuer kommt doppelt, wobei der Zweithund meist mehr kostet, als
    der erste. Bei uns z.B. das Doppelte.
    Tierarztkosten müssen sich nicht verändern (ausser den doppelten
    Impfkosten), können dies aber durchaus deutlich, je nach Gesundheits-
    Zustand und Entwicklung des Zweithundes.
    Die Kosten für die Ernährung werden ebenfalls steigen.
    Anfangs kommen noch die Kosten für die Erstausstattung/Zubehör hinzu.

    2. Habt ihr euren Ersthund "mit aussuchen" lassen? Ich möchte eigentlich
    primär einen Zweithund, weil ich denke, dass es artgerechter ist für
    meinen Hund und ich die beiden dann auch mal länger als 4-6 Stunden
    alleine lassen kann (jemand zum Pipirunde-gehen kommt natürlich
    zwischendurch). Liege ich da richtig?

    Wir haben den Zweithund aus dem Internet, von einer
    Orga. Da war nix mit 'mit aussuchen'.
    War auch für uns ein Überraschungspaket. Ein Weg den ich nicht empfeh-
    len würde. Wir hatten einfach Glück, dass es gepasst hat. Hätte auch an-
    ders kommen können.
    Wenn sich aber die Gelegenheit ergibt, dass sich beide im Vorfeld kennen-
    lernen können, würde ich das unbedingt machen.

    Sicherlich fühlen sich zwei Hunde zusammen wohler, als ein Hund alleine,
    aber als reinen Zeitvertreiber für den Ersthund, würde ich mir keinen
    Zweiten anschaffen.


    3. Woran erkenne ich, ob mein Ersthund überhaupt Zweithund-geeignet
    ist? Ich will das Beste für ihn, denke dass sei ein zweiter Hund/Freund für
    ihn...aber kann es sein, dass er lieber alleiniger "Herrscher" sein mag?

    Das auszuprobieren, erfordert die Anwesenheit eines
    oder mehrerer anderer Hunde. Lade Bekannte mit Hunden ein und sieh,
    wie sich Deiner verhält.

    4. Wäre ein ähnlich-alter Hund oder ein Welpe besser?

    Das ist schwer zu sagen, kommt auf Deinen Ersthund
    an. Wir haben einen erwachsenen Zweithund geholt, ca. ein Jahr Alters-
    unterschied. Musst ausprobieren, wie Dein Hund auf Welpen bzw.
    Erwachsene Tiere reagiert.
    Wir haben übrigens ein Weibchen zu unserem Rüden dazugeholt.
    Das hat problemlos geklappt. Mit kastrierten Rüden z.B. ist unser Rüde
    gar nicht klargekommen. Solltest Du auch überlegen und ausprobieren.
    Manche Rüden kommen mit Weibchen prima aus, aber haben Probleme
    mit anderen Rüden.

    liebe Grüsse ... Patrick


  • Vielen Dank Patrick! Bei meinem Hund ist das so, dass es einige sehr wenige Hunde gibt, die er wirklich mag und mit denen er auch spielt. Die kann ich an einer Hand abzählen...ein Basset Hound Rüde, eine Aussiehündin, ein Akita-Rüde, ein Huskymix-Rüde. Die mag er wirklich, bekommt nen Anfall wenn er sie nur sieht und freut sich nen Ast, spielt stundenlang mit ihnen.
    Alle anderen Hund sind okay, aber existieren nur neben ihm, er spielt nicht oder nur sehr wenig mit ihnen. Hunde die deutlich kleiner sind als er, missachtet er komplett...die können sich auf den Kopf stellen, die ernten nur Ignoranz von ihm.

    Also wenn ich so einen Favoriten finde, dann wäre das natürlich super! Welpen kennt er nicht, haben erst 2 getroffen, den einen hat er ignoriert (Chi-Welpe, einfach zu klein) und den andern geliebt (Doggenwelpe, größer als er).

    Sonst sind deine Antworten ja schon sehr befriedigend. Klar, Hundeschule etc wird sich an Zeit verdoppeln, aber ich geh da ja gern hin ;).

  • Ach wie schön... bei uns ging die Zweithund Vorbereitung auch über ein Jahr. Eine aufregende Zeit. Viel Spaß noch beim recherchieren. :gut:

  • Danke für deine Tipps!
    An einen Dalmatiner habe ich auch schon ganz ernsthaft gedacht, mich auch schonmal auf ein paar Züchterseiten rumgetrieben, aber wirklich entschlossen ist nix, wie gesagt.

    Collies mag ich nicht sooo gerne (fand schon Lassie doof :lol: ) und Aussie würde ich mir persönlich nicht zutrauen, die sind einfach zu sehr Profi als das ich einen Aussie in der Weise auslasten könnte, wie ich an mich selbst den Anspruch stelle.

  • Zitat

    Aussie würde ich mir persönlich nicht zutrauen, die sind einfach zu sehr Profi als das ich einen Aussie in der Weise auslasten könnte, wie ich an mich selbst den Anspruch stelle.

    Auch ein Aussie wird nicht non stop bespaßt. Im Gegenteil ;)
    Falls du dich mal einlesen willst, hier erfährst du alles wichtige zum Aussie. Negatives sowie positives. Einfach die beste Rassebeschreibung zum Aussie.

    http://www.hundeschule-gaden.de/

    Ja Dalmis sind auch toll. ich bin jetzt nur nicht so ganz informiert, wie es da mit dem Schutztrieb aussieht, den du dir wünscht, hast du da schon nähere Info's?

  • 1. Wieviel mehr Zeit und Geld kostet ein Zweithund effektiv?

    Die Zeit hängt stark von Alter und Vorgeschichte des Zweithundes ab. Wenn alles herrlich unkompliziert verläuft, merkt man den Zweiten (dritten, vierten :D ) kaum, wenn Baustellen oder viel Grunderziehung da sind, natürlich umso mehr.
    Kosten sind natürlich auch sehr variabel, als 1-Hund nen Yorkie und als 2--Hund ne Dogge, da verhundertfachen sie sich wohl....
    Andersrum nimmt man den Yorkie als 2.-Hund als Kostenverursacher kaum wahr...
    Das ist recht relativ...

    2. Habt ihr euren Ersthund "mit aussuchen" lassen?

    Früher ja, mittlerweile nicht mehr.
    Wir sind auch "typische" Überraschungseier-HH - über die Auslandshunde bekommt man verhältnismäßig wenig Informationen, uns genügt es, wenn keine generelle Unverträglichkeit mit anderen Hunden vorliegt - den Rest regelt die heimische Hausordnung.
    Auch was Größe und zueinander-passen angeht, sind wir im Laufe der Jahre immer "lockerer" geworden - hier leben groß und klein und Rassen und Mixe mit den unterschiedlichsten Ansprüchen in "beschaulicher Harmonie" beieinander und ich möchte behaupten, dass dies mehr vom Gruppen-Management abhängt, als von den einzelnen Charakteren...


    3. Woran erkenne ich, ob mein Ersthund überhaupt Zweithund-geeignet ist?

    Wenn man bei Hundebegegnungen grundsätzlich davon ausgehen kann, dass ein Hund freundlich über neutral bis desinteressiert an anderen Hunden ist, ist das schon mal eine gute Voraussetzung.

    "everybodys darling" muss kein Hund andern Hunden gegenüber sein, um daheim friedlich miteinander leben zu können.

    Und "die spielen so schön miteinander" ist m. e. mit das schlechteste Auswahlkriterium, was man haben kann...
    Das gemeinsame Spiel ist nur ein klitzekleiner Baustein, der in der Frage mitwirkt, ob zwei oder mehrere Hunde sich gut verstehen, wenns ans Zusammenleben geht...

    MIR persönlich wären da eher sehr ruhige Erstbegegnungen die liebsten...


    4. Wäre ein ähnlich-alter Hund oder ein Welpe besser?

    Ein Welpe zu einem richtig erwachsenen Hund, den aber noch keine Alterszipperlein plagen - ja.
    Ein Welpe zu einem Junghund oder einem erwachsenen Hund mit vielen Baustellen - nein.
    Ein Welpe zu einem betreuungsbedürftigen Senior-Hund - nein.

    Gleichaltrig ist immer so eine Sache, noch dazu, bei ähnlichen Rassen...
    Dann hat man als "Altenpfleger" mit etwas Pech zwei "Olle", die ihre besondere Betreuung brauchen.... da wäre mir ein wenig Abstand lieber...nur so aus der "Altenpfleger-Erfahrung" raus...

    LG, Chris

  • Vielen Dank für deine Antwort, Chris. Mein Hund ist 4 Jahre alt, ich denke bis die Altersprobleme bei seiner Rasse kommen, wird es noch dauern bis er 8-10 Jahre ist. Da müsste ein Welpe doch noch gehen, in den nächsten 1-2 Jahren.

  • Ja, hab ganz unten an meinem Eingangsbeitrag schonmal grob umschrieben, was der Zweithund mitbringen soll...wenig Jagdtrieb, sportlich (soll als erwachsener Hund mit uns und meinem Hund laufen gehen, gut 8-15 km 4x die Woche), etwas Schutztrieb würde ich mir auch wünschen. Darf gerne einen etwas eigenen Kopf haben, aber ich wünsche mir einen loyalen Hund.

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