Hund - wie verändert sich die Erziehung?

  • Hallo,
    bevor ich meinen Hund bekam, setzte ich mich (theoretisch) viel mit dem Thema auseinander.
    Ich wußte, dass Vizlas viel Bewegung und Arbeit für den Kopf brauchen.
    Ich hab dann mit dem vollen Programm gestartet und wie später bemerkt, viel zu viel mit meinem Hund gemacht. Meine Trainerin hat mich Gott sei Dank rechtzeitig eingebremst. Meine Aufgabe bis zur nächsten Welpenstunde war immer "Tu nichts mit deinem Hund und lass ihn in Ruhe" ;)

    Ich war am Besten weg, mir einen hyperaktiven Hund zu erziehen.
    Seit 3 Wochen befolge ich den Rat meiner Hundetrainerin, ich geh nur noch alle 2 Wochen für 20 Minuten in die Freilauffläche. 2 Mal täglich 30 Minuten spazieren, 5 Minuten Apportierspiele am Tag und immer wieder einzelne Übungen über den Tag verteilt und ansonsten tu ich nichts mehr mit dem Hund. (Klar, mal raus pieseln, oder er sonnt sich neben mir im Garten, oder kommt ab und an im Auto mit...) Aber nichts wo ich nur den Fokus am Hund habe.

    Und ich muss sagen, er ist um so vieles ruhiger geworden! Oft liegt er nur da und beobachtet uns, was wir machen... einfach toll, das war bis vor kurzer Zeit undenkbar weil er immer und überall mittendrin war.
    Nun hab ich das Gefühl, gar nicht soooo viel wie immer gehört, mit meinem Vizsla unternehmen zu müssen (5 Stunden am Tag Fahrrad fahren, mit 40km den Hund hinterm Auto herrennen lassen, täglich Fährtenlegung :???: ...)
    Wie geht denn dann diese Entwicklung weiter?
    Die Spazier- und Spielzeiten werden ja wachsen, aber wie es aussieht nicht auf 5 Stunden täglich.

    Kann ich mich jetzt freuen, doch noch etwas Freizeit für mich zu haben und nicht den Hund ständig im Mittelpunkt sehen zu müssen, oder wird sich das mit zunehmendem Alter ändern? Wird er diese Ruhe die er nun hat, behalten können, wenn ich sie ihm lasse, oder wird er irgendwann wieder quirliger werden entwicklungsbedingt?

    Wird das Pensum an Erziehung steigen, also intensivere Arbeitseinheiten als momentan?

    Würd mich ja auch freuen, mal etwas mehr mit meinem Hund machen zu dürfen... aber nur wenn er dadurch nicht hyperaktiv wird!

    Lg Lillan

  • Zitat

    40km den Hund hinterm Auto herrennen lassen,

    hallo,

    dir ist aber schon klar, das solche aktionen verboten sind, oder? :D

    gruß marion - immer wieder staunend vor dem pc.

  • Ah, in nem anderen Thread schreibst du, dass er fünf Monate alt ist.

    Das ist ja noch sehr jung und in diesem Alter musst du wirklich nicht fünf Stunden mit deinem Hund trainieren.
    Aber zwei mal täglich für 30 Min. raus finde ich nicht so gut. Aber du schreibst ja auch dass er so mal ab und zu rauskommt? Also dann lieber vier-fünf mal für 15 Min. als zwei mal für 30.

    Hund hinter Auto herlaufen lassen ist eh verboten! Aber wenn dein Hund größer wird, sind mindestens zwei Stunden täglich angesagt. Auch wenn er ruhig bleibt und nicht hibbelig wird, braucht ein erwachsener Hund genug Bewegung.

    Dass man einen Hund zum hyperaktiven Hund erziehen kann, habe ich noch nie gehört!!?? Wenn sie noch jung sind, können sie sich eben noch nicht so lange konzentrieren, und sind schneller überfordert, aber dass ein Hund durch Erziehung hyperaktiv wird, kann ich mir nicht vorstellen.
    Das funktioniert bei Kindern ja auch nicht! Das ist eine genetische Veranlagung und keine Erziehungssache.

    Gerade wenn dein Hund noch jung ist, braucht er so viele Reizsituationen wie möglich. Andere Hunde, Pferde, Kühe, Autos, Menschen, Innenstadt, Busfahren, Autofahren, vor nem Supermarkt warten usw.....
    Das sind alles Situationen die er gerade jetzt, braucht.
    Das lastet ihn jetzt auch noch aus, aber später ist das alles dann Alltag und dann wird er bestimmt gerne auch andere Sachen machen wollen.

    Es muss ja nicht stumpfes 40 Kilometer laufen sein. Wirst schon sehen, was euch beiden dann gefällt.
    Also der Zeitaufwand wird nicht soooo sehr viel mehr werden, aber auf keinen Fall weniger, wenn der Hund erstmal ausgewachsen ist. Wenn die Erziehung jetzt gut läuft, hast du später mehr Zeit für Spiele und ander Dinge. Dann brauchst du dich nicht mehr um den Grundgehorsam kümmern.

    Dann hast du wirklich mehr Freizeit, denn mit nem gut erzogenen Hund in die Natur zu gehen, zu spielen und sich gemeinsam zu freuen, ist doch Erholung und Freizeit pur!!!

    Lg

  • Zitat

    Dass man einen Hund zum hyperaktiven Hund erziehen kann, habe ich noch nie gehört!!??

    Das ist in meiner Hundeschule mittlerweile das Hauptproblem bei Problemverhalten...

    Lies mal hier quer durchs Forum - gerade die Hunde von engagierten Besitzern sind oftmals völlig überdreht und finden kaum Ruhe.

    Viele Grüße
    Corinna

  • Zitat


    Dass man einen Hund zum hyperaktiven Hund erziehen kann, habe ich noch nie gehört!!?? Wenn sie noch jung sind, können sie sich eben noch nicht so lange konzentrieren, und sind schneller überfordert, aber dass ein Hund durch Erziehung hyperaktiv wird, kann ich mir nicht vorstellen.
    Lg

    Oh doch, das geht schneller, als man gucken kann! Das geht ganz einfach: Hol Dir einen jungen Hund, am besten einer Rasse, die dazu neigt, schnell im roten Bereich zu drehen. Dann fängst Du früh an, den Hund auszulasten, mit Montags Dummy, Dienstag Trickschule, Mittwoch Agility für junge Hunde, usw. Zwischendurch noch ein bißchen Bälle durch die Gegend werfen und laaange Spaziergänge mit Dauerbespaßung. Fertig ist der hyperaktive, nie zur Ruhe kommende, ständig fordernde Hund. *Ironie aus* Bitte nicht so beim jungen Hund anfangen!!!!

  • @ flying: Also überfordert!? Oder wie soll ich das verstehen? Immer, den ganzen Tag und in jeder Situation?

    Hyperaktiv ist meiner Meinung nach etwas körperliches, was angeboren ist. Das ist dann auch völlig situationsunabhängig.

    Alles andere wäre schlicht Überforderung oder Unsicherheit.

    Denke ich zumindest. Ist wohl auch nur eine Definitionsfrage!? Ich würde dafür eben nicht hyperaktiv sagen.

  • Lillan ich glaube es ist wichtig, das gesunde mittelmass zu finden. :smile:
    mir war es wichtig, dass mein welpe/junghund genug ruhezeiten bekam und habe ihn versucht, altersgerecht zu beschäftigen.
    ich wollte, dass er in der wohnung ruhig ist und draussen war dann aktion angesagt. das halten wir heute noch so.
    ich beschäftige mich mit dem kleinen circa eine stunde täglich intensiv. das ist dann meistens ein längerer aufenthalt draussen in dem wir etwas UO einbauen und miteinander spielen und ganz ruhig spazieren gehen oder einfach so im gras sitzen und die vögel beobachten.
    mein junghund ist sehr stürmisch und möchte immer mittendrin statt "nur dabei" sein. meine aufgabe ist es, ihn zu bremsen, wenn es sein muss, ihn aber auch zu fördern und zu fordern. vor kurzem hatte ich ihn überfordert und trete seitdem bewusst kürzer, breche die übungen und spieleinheiten rechtzeitig ab.

    würde ich ihn 5 stunden täglich bespassen, dann hätte ich keine freude an dem hund, da er noch mehr verlangen würde.
    da ich noch ein leben ausser dem hund habe, käme das für mich nicht in frage.

  • Das mit dem Auto hinterlherlaufen würde ich auch nieee machen! Hab nur immer wieder "Tips" von anderen Vizsla Haltern bekommen, was alles auf mich zu kommt und was sie tun um ihren Hund auszulasten.

    Klar kann man seinen Hund hyperaktiv erziehen. Kenne einen Hund, der als Welpe und Junghund super ruhig war, viel in seinem Nest gelegen ist und alles rundherum beobachtet hat.
    Er ist dann zu Sportlern gekommen und wurde von klein auf immer und überallhin mitgenommen.
    Bergtouren, Mountainbike Touren, Joggingrunden...

    Jetzt ist er das so gewohnt und hält keinen Tag mehr aus ohne intensives Auspowern.

    Hab das ja auch so begonnen... mehrmals die Woche auf die Freilauffläche, immer in die Stadt mitgenommen. Ich dachte das sei gut für ihn, aber im Prinzip war das viel zu viel Stress. Er hatte dann daheim große Schwierigkeiten abzuschalten.
    Wenn man das trotzdem weitermacht wird der Hund das auch einfordern später und schnell gelangweilt sein, wenn mal nicht so viel los ist.

    Da wir auch zwei Kinder haben, ist das laut meiner Hundetrainerin genug Rummel.
    Klar lernt er auch andere Sachen kennen... Im Büro ist er ja auch dabei, lernt viele fremde Leute kennen, Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Hundeliebhaber und Leute die Angst vor Hunden haben.

    Das wird sein späteres Einsatzgebiet werden (--> Co-Pädagoge).
    In der Stadt wird er nie sein müssen, daher erspare ich ihm diesen Stress auch so gut es geht. Manchmal lässt es sich nicht vermeiden und er lernt es kennen, aber eben nicht 4 mal die Woche für 30 Minuten sondern nur alle 14 Tage und kürzer.

    Schweine, Katzen und Hühner haben wir am Bauernhof, Pferde lernt er in der Welpengruppe kennen, weil die Trainerin viele Ponys hat.

    Ich denke von der Sozialisierung her, passt das schon. Einfach nur nicht zu viel...

  • Darko: Ich nenne es überdreht, andere sagen im allgemeinen Sprachgebrauch hyperaktiv. Hyperaktiv ist ein moderner Begriff. Es ist ja auch "in" hyperaktive Kinder zu haben...

    Das, was Du da zum Beispiel vorschlägst, macht viele Hunde kirre. Wenn man mit einem Hund - egal welchen Alters - fünf Mal raus gehen, dann kann er keine langen Ruhephasen haben, die für Hunde sehr wichtig sind. Kaum hat er sich niedergelassen, muss er schon wieder los...

    Das Obermaß an Spaziergehzeit für erwachsene Hunde, die zur Hibbeligkeit neigen ist 2 Stunden insgesamt am Tag. Bei manchen sogar manchmal noch weniger, weil sie die vielen Eindrücke nicht verarbeiten können.

    Viele Grüße
    Corinna, die ruhige Hunde mag

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