Hat der Hund mich verteidigt?

  • Ich denke, dass es Splitten tatsächlich gibt. Das hat nicht hauptsächlich was mit "edel" zu tun, sondern damit, dass ein Rudel, in dem es ständig Streit gibt und wenn welche beim Streiten austicken vielleicht auch Verletzte, nicht besonders gut überleben kann.

    In unserem Rudel hier im Haus (alles in allem 6 Hunde) kann man immer wieder sehen, dass die souveränen Hunde splitten, sobald es Streit zu geben scheint. Es geht sogar so weit, dass die Hunde splitten gehen, wenn sich die Katzen zanken :D
    Dabei kann ich kein eigenes Interesser erkennen, oft stehen diese Hunde aus einer Ruhephase auf, klären das und gut ist. DAbei ist übrigens noch nie einer der splittenden Hunde irgendwie zu Schaden gekommen.

    Wenn man es als Mensch macht, hat es übrigens auch eine Wirkung. Neulich saß ich beim Tierarzt und ein kleiner Hund hatte deutlich Angst vor dem anderen, der nicht ganz freundlich in seine Richtung zog. Ich streckte meine Beine aus, so dass sie eine Barriere bildeten und der kleine Hund entspannte sich.

    Wenn es kein Splitten gäbe, wie erklärst du dir solches Verhalten?

    Bei einem Hund von 6 Monaten würde ich allerdings noch nicht davon ausgehen, dass er splitten möchte, sondern eher, dass er auch mitspielen will- gerade ein Labbi steht selbst sehr gern im Mittelpunkt es Interesses ;)

  • Zitat

    Sorry, das war als der Hund mit 4 1/2 Monaten als Welpe unsozialisiert aus Italien kam, und kurz darauf als Junghund.


    Jetzt wird mir einiges klar. Du reduzierst jegliches Verhalten auf den einen Hund, den du gerade hast und auf sein Verhalten, was er je gezeigt hat !!

    Umso schlimmer, daß du bei einem "unsozialisierten Junghund" glaubst, daß er zwei Menschen mit positiver Ausstrahlung aus Angst vor einer Eskalation trennen will.

    Ich glaub fast, du hast einiges mißverstanden.

    Wenn dein Ziel ist, die Nr.1 bei deinem Hund zu sein, dann kommst du nicht mal ansatzweise auf die Idee, daß der Hund dich als "Seins" betrachten könnte, Aufmerksamkeit möchte, oder dich gar reglementiert ?

    Ach nein, bei dir war der Hund ja selbstlos ...


    Zitat

    Dabei kann ich kein eigenes Interesser erkennen, oft stehen diese Hunde aus einer Ruhephase auf, klären das und gut ist.

    Kein eigenes Interesse !!!
    Wenn ich in der Sonne chille und die Kinder nerven gar fürchterlich, dann erhebe ich mich auch und sorge für Ruhe :D

    Gruß, staffy

  • Zitat


    Jetzt wird mir einiges klar. Du reduzierst jegliches Verhalten auf den einen Hund, den du gerade hast und auf sein Verhalten, was er je gezeigt hat !!

    Umso schlimmer, daß du bei einem "unsozialisierten Junghund" glaubst, daß er zwei Menschen mit positiver Ausstrahlung aus Angst vor einer Eskalation trennen will.

    Ich glaub fast, du hast einiges mißverstanden.

    Wenn dein Ziel ist, die Nr.1 bei deinem Hund zu sein, dann kommst du nicht mal ansatzweise auf die Idee, daß der Hund dich als "Seins" betrachten könnte, Aufmerksamkeit möchte, oder dich gar reglementiert ?

    Ach nein, bei dir war der Hund ja selbstlos ...
    staffy


    Ach weißt du, da ich seit Jahren wöchentlich mit über 25 Hunden zu tun hab, gehe ich mal davon aus, dass ich mehr als ein Hundeexemplar zum Studieren habe. Und nein, ich reduziere nicht jegliches Verhalten auf einen Hund. Dazu hab ich zuviel Erfahrung mit vielen Hunden. Aber mein Hund ist ein guter Lehrmeister.

    Aber hier ein paar Links, zu dem, was ich versucht habe zu vermitteln, zur Info. Du kannst weiterhin versuchen mich abzuwerten oder mein Wissen in Frage zu stellen. Aber wie gesagt, ich bin mit meiner Einschätzung nicht allein:

    http://www.dog-snake.de/Irrtuemer%20Hund/irrtuemerhund.htm
    Die Familie kommt zu Besuch man umarmt sich und hat meist den Hund mitten drin stehen oder mitten durch laufen. Dann heißt es schnell "der ist aber eifersüchtig".

    Falsch, den "Splitten" gehört zu den Beschwichtigungssignalen, der Hund drängt sich zwischen die Menschen (oder auch Hunde) um zu Splitten, zu entkräften, damit nichts aufbauscht und Ärger gibt.
    Andere Situation, der Hund wird angemault und dreht sich weg, man sieht ihn nur noch von hinten stehen oder sitzen, dann heißt es "jetzt isser Beleidigt"
    Falsch, er wurde angemault und versucht jetzt den anmaulenden zu besänftigen in dem er beschwichtigt.
    Hier auch wieder ein Teufelskreis, der Hund versucht zu besänftigen und die Menschen hauen noch weiter drauf, weil sie meinen der Hund ist jetzt stur und beleidigt.

    http://www.hundeseite.de/hundewissen/hu…ngssignale.html

    - Splitten: der Hund geht zwischen zwei oder mehrere Hunde um sie zu Splitten, er vermutet Spannungen und will schlimmeres vermeiden.

    http://malinois.michaela-eigl.com/hundesprache.htm
    Dazwischengehen/Splitten

    Allzu große Nähe, die in einem Konflikt enden könnte, soll damit verhindert werden. Schieben sich Hunde zwischen Menschen oder andere Hunde hat dies nichts mit Eifersucht zu tun, sondern der Hund will das für ihn entstandene Gedränge beschwichtigen. Sie als Besitzer können sich dieses Verhalten zu Nutze machen. Sollte Ihr Hund einen anderen Hund anbellen, dann stellen Sie sich vor Ihren Hund und damit zwischen das angebellte Objekt. Diese Beschwichtigung sollte dazu führen, daß sich Ihr Hund schnell entspannt. Das Splitten erfordert aber für den Menschen eine gewisse Übung.

    Ich könnte hier noch mehr Links einstellen, ist mir jetzt aber zu aufwendig. Und ansonsten empfehle ich dir die DVDs von Betadog zum Thema "Fremdsprache Hündisch".

  • Ich verstehe eigentlich nicht, wieso alles immer so absolut gesehen werden muss. Natürlich gibt es Splitten zur Deeskalation (zumindest aus meiner Sicht). Genauso gibt es aber auch dazwischendrängeln als eine Art Bodyblock, um einen anderen Hund/Menschen von etwas oder jemandem fern zu halten. Meine Hündin tut das eine UND das andere. Je nach Situation.

    Auch die Motivation, zu splitten, kann total unterschiedlich sein. Das kann passieren, um Ärger zu vermeiden, aber sicherlich auch als Selbstdarstellung (etwas, was man übrigens nicht nur bei Hunden beobachten kann :D ), weil der Hund genervt ist oder eben aus anderen Gründen. Hunde sind ja komplexe Wesen und ich denke, dass da eine sehr große Bandbreite an Verhaltensweisen und Motivationen vorkommen, so dass man nur schwer sagen kann: wenn x, dann ist es aus Motivation y. Das kommt so einfach nicht hin.

    Wenn ein Hund (war ja auch Thema hier) sich bei der Begegnung hinlegt, kann das von Unterwürfigkeit bis Vorbereitung zu Angriff im Rahmen einer Jagdsequenz alles sein.

  • Hm, was mir auffälllt, Staffy und einige andere reden von der Motivation für das Splitten, Schopenhauer allgemein über das Splitten.

    Für mich ist immer noch nicht klar, warum Hunde das tun, nachvollziebarer für mich ist aber immer noch der egoistische Ansatz und nicht das selbstlose Handeln.

  • Zitat

    Für mich ist immer noch nicht klar, warum Hunde das tun, nachvollziebarer für mich ist aber immer noch der egoistische Ansatz und nicht das selbstlose Handeln.

    Dazu müsste man wissen, was selbstlos sein soll. Ein Hund handelt immer aus einer bestimmten Motivation heraus, und Streit vermeiden ist durchaus eine Motivation, die nicht ausschließlich selbstlos ist. Bei Menschen ist es übrigens auch so, dass vieles, was wie selbstloses Handeln aussieht, Motivationen verbirgt, die man nicht sofort sehen kann. Nimm dir einen beliebigen Studiengang soziale Arbeit und hinterfrage die Berufsmotivation: "Ich will Menschen helfen" (das antworten sicher 80% der Studenten) mal genauer- sehr interessant das.

    Streit vermeiden wollen ist ganz und garnicht selbstlos. Aber das hat m.E. auch niemand behauptet.

  • Daß Hunde splitten, trennen, sich dazwischen drängeln - wie auch immer wir es nennen wollen - das bestreitet niemand.
    Ob draussen im Freilauf, drinnen wenn die Jungspunde nerven, oder den Hund, der zwischen rangelnde, tobende Kinder geht.

    Ausgangspost war aber der Hund, der sich zwischen Menschen schiebt. Und da bin ich bei dem sich einmischenden 6 Monate alten Labi, sowie auch bei Frau Schopenhauers 4 1/2 Monate altem Mix der Meinung, daß dies absolut nicht aus "Sorge um Leib & Leben" beschah.

    Hunde tun dies nicht nur, wenn Menschen herumalbern, laut sind, offensichtlich Spaß haben, sondern auch, wenn sie sich nett umarmen, ruhig sind, entspannt. Hunde sind nicht so dumm, daß sie sich küssende Menschen für trennenswert, weil gefährlich halten. Das ist reines, Aufmerksamkeit heischendes Verhalten, völlig egoistisch zum Selbstzweck und kein edles, selbstloses Motiv.

    Daß es diese Verhalten gibt, da sind wir uns alle einig, die Frage ist nur warum ;-)

    Gruß, staffy

  • Zitat

    Hunde tun dies nicht nur, wenn Menschen herumalbern, laut sind, offensichtlich Spaß haben, sondern auch, wenn sie sich nett umarmen, ruhig sind, entspannt. Hunde sind nicht so dumm, daß sie sich küssende Menschen für trennenswert, weil gefährlich halten. Das ist reines, Aufmerksamkeit heischendes Verhalten, völlig egoistisch zum Selbstzweck und kein edles, selbstloses Motiv.
    Gruß, staffy

    Und genau an dem Punkt sehe ich es anders. Erstmal sehe ich Umarmung, Küssen, Liebe nicht als ruhig an. Entspannt bin ich da auch nicht, sondern in der Regel in einer anderen Stimmung. :D So, da kommt also ein Welpi, bzw. fast schon Jungund, wir wissen nun mal nicht woher er kommt, also sagen wir mal, er kommt von irgendwoher, nicht von einem Züchter und kannte kaum etwas. Dieser Welpi ist aber unter Hunden groß geworden, kennt hündisches Verhalten und hündische Maßregelungen.

    Nun erlebt er seine Menschen, die er noch nicht lange kennt, denn Welpi ist gerade erst mit über 4 Monaten überhaupt mal in einen Haushalt gekommen. Der Welpi ist neu, vorsichtig, unsicher, sehr sensibel, sein hündisches Erbe und für das er aber gemacht wurde, ist nicht zu verleugnen. Er weiß gar nicht so genau, wie ihm geschieht. Er hat gerade angefangen eine Beziehung zu seinen Menschen aufzubauen. An sich ist er ruhig, drängt sich kaum auf, kann sogar vom ersten Tag problemlos daheim alleine bleiben. Dennoch ist er in der neuen Umgebung extrem unsicher, geht auch aus Angst vor. Er bellt alles an, was gruselig für ihn ist und was er nicht kennt.

    Und nun erlebt er wie seine Menschen plötzlich sich umarmen, küssen....Und jetzt soll der Welpi wissen, was der Mensch da tut? Er soll wissen, dass Küssen, sich Umarmen etwas beim Menschen normales ist? Etwas, das er aus seiner hündischen Welt gar nicht kennt! Der Welpi bzw. Junghund interpretiert da was ganz anderes. Und er heischt nicht um Aufmerksamkeit, dazu müsste er wissen, dass er sie dann auch bekommt. Das weiß er aber gar nicht. Außerdem biedert sich dieser Hund eh selten dem Menschen an. Verhält sich vorsichtig, streckt eher den Hintern hin, als dass er frontal kommt.

    Und nun hat er da zwei Menschen, denen er anfängt endlich zu vertrauen und die beiden, die er beide klasse findet, fangen nun an eng umschlungen da zu stehen oder im Bett zu liegen, küssen sich...... Für den Hund sieht das aus wie eine Bedrohung unter den Menschen. Für den Hund eine völlig unklare Situation. Aber der Hund entscheidet selbständig, dass etwas tun muss, Er versucht zu splitten und versucht zu beschwichtigen. Beschwichtungsgesten sind klar ersichtlich.

    Und da soll der Junghund aus egoistischen Motiven heraus reagieren? Wie gesagt, dazu müsste er wissen, dass er dann Aufmerksamkeit bekommt. Weiß er aber gar nicht. Er splittet die zwei Menschen da er eine Bedrohung in der innigen Umarmung sieht, weil diese hündisch gesehen völlig untypisch ist und etwas total anderes bedeuet. Er handelt insofern völlig hündisch.

    Wer hier egoistisches Verhalten zum Selbstzweck sieht, hat in meinen Augen icht verstanden, wie ein Hund denkt und empfindet. Für ihn ist einfach die Situation gruselig und muss beendet werden.

    Aber Staffy, du darfst gerne weiterhin andeine Variante glauben, dass Hund so egoistisch sind. Egoistisch sind sie, aber nicht in diesem Sinne. Möge ein jeder Leser sich hier das rauspicken, was er für richtig hält.

  • Zitat

    Und genau an dem Punkt sehe ich es anders. Erstmal sehe ich Umarmung, Küssen, Liebe nicht als ruhig an. Entspannt bin ich da auch nicht, sondern in der Regel in einer anderen Stimmung. :D

    Ok....dann erklaere mir mal die Motivation meines Hildchens.....

    ....mein Mann und ich sitzen Abends nebeneinander auf der Couch. Sein Arm liegt ueber meiner Schulter, wir sind beide entspannt, ruhig und schauen TV.

    .....auf die Buehne tritt nun Hildchen Airedale...........sie sieht mich und meinen Mann, kommt angeschlendert und draengt sich zielstrebig zwischen mich und meinen Mann, schwanzwedelnd und freudig schiebt sie ihren Wuschelkopf zwischen uns beide und versucht dabei auf's Sofa zu klettern.


    Was will Hildchen Airedale? Warum tut sie das??

  • Huhu,

    MEINS !!!!


    Susanne

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