Erfahrungen Kastration

  • Hallo,

    auch wenn es immer extrem diskutiert wird, bring ich wieder das Thema Kastration.
    Ich habe ein intaktes Pärchen daheim und wie das Leben so spielt gab es einschneidende Veränderungen in meinem Leben. Nun ist meine Möglichkeit meinen Rüden, an den Standtagen meiner Hündin, abzugeben weggefallen bzw. nicht mehr lange sicher.
    Nun steht die Entscheidung an. Wenn ich die Wahl hätte, würde ich beide intakt lassen.
    Aber nach dem ich nun schon eine Weile hin und her überlege und keine dauerhafte Lösung für die Unterbringung des Rüden in der Hitze gefunden habe, wird es auf die Kastration der Hündin hinauslaufen.
    Ich denke ich hab mich gut informiert. Nala ist recht klein (45cm und 11kg) daher ist die Inkontinenz Chance recht gering. Wesensveränderungen scheinen nicht in Richtung ruhiger zu gehen, zumindest hab ich schon einige gelesen und kennen gelernt wo die Hündin nach wie vor ein Wirbelwind ist. Gewichtszunahme hab ich auch nicht so die Angst, da ich schon ne riesen Portion fütter und die Maus kein Gramm zunimmt.
    Mittlerweile ist einer meiner größten Sorgen die Fellveränderung. Nala’s Vater ist ein schwarzer SH und die Mutter ein Münsterländer Mix.
    Ich habe eine Tierklinik in der Nähe die endoskopisch kastriert, war aber noch zu keinem Beratungsgespräch. Mein TA kastriert „normal“ mit Entfernung der Eierstöcke und Gebärmutter.
    Nun kommt der Frage Teil:
    Was sind eure Erfahrungen mit der Kastration? Wesensveränderungen (Nala war schon zweimal läufig)? Fellveränderung? Inkontinenz? Hat jmd. endoskopisch kastrieren lassen? Wie lagen da die Kosten? (ich würde für weniger Schmerzen lieber mehr bezahlen)

    Und eine bitte an die Kastrationsgegner:
    ich würde es lassen, wenn es ginge! Aber das Leben spielt nicht immer wie man möchte und ich sehe leider keine andere Möglichkeit. Meinen Rüden möchte ich auch nicht quälen und beide in einem Haus halten.
    Den Rüden zu kastrieren halte ich für nicht sinnvoll, da mir schon einige Rüden begegnet sind die trotz Kastration meiner Hündin extrem aufs Dach gestiegen sind in der Standzeit.

    Danke für eure Erfahrungsberichte!
    Ein Bild damit man mal ihre Fellbeschaffenheit sieht:
    http://www.flickr.com/photos/mala342…57623401053179/

  • Warum hast du den Rüden, in der Standhitze der Hündin denn immer weggebracht?
    Ich meine, musst du arbeiten und konntest sie nicht 100 % beaufsichtigen?
    Oder eher aus Vorsorge, damit 100 % nichts passieren kann?

    Wir und auch einige viele andere aus dem Forum, haben/hatten intakte Pärchen zu Hause, meist geht die Standhitze mit ein paar Vorsichtsmassnahmen ganz schnell vorbei.

    Das geht natürlich nur, wenn du auch zu Hause bist und nicht ausserhalb arbeiten gehst. ;)

  • Zitat

    Wesensveränderungen? Fellveränderung? Inkontinenz?

    Meine Souma wurde mit 9 Jahren aufgrund einer medizinischen Indikation kastriert. Ihre Wesensveränderungen waren sehr deutlich. Sie war sehr viel ruhiger und kaum mehr zu motivieren, obwohl sie vorher eher eine hyperaktive Hündin war.

    Ihre Fellveränderung war echt lästig, denn sie bekam an manchen Stellen quasi Welpenfell, wo fast kein Durchkommen mehr war und ich diese nur noch radikal abrasieren konnte (was wochenlang nicht sonderlich schön aussah).

    Auch ihr Futter musste ich drastisch reduzieren, da sie bei normaler Futtermenge plötzlich enorm zunahm. Hinzu kam, dass sie ständig bettelte, was sich vor der Kastra im Rahmen hielt.

    Inkontinent ist sie gsd nicht geworden.

  • Meine erste Hündin wurde "normal" kastriert, also nicht endoskopisch (wurde zu der Zeit aber auch nur so gemacht...), bei ihr gab es weder Fellveränderung, Inkontinenz noch hat sie sich im Wesen irgendwie, im Vergleich zu vorher, geändert. Sie war genauso munter und auf Zack wie sonst auch :-)

  • Ich bringe den Rüden auch nicht weg. :???:
    Hier wird zusammengelebt und nur während der Stehtage getrennt, wenn ich nicht permanent alle im Blick haben kann.
    Jetzt ist das in einem Haus, früher war das in einer normalen Wohnung so. ;)

    LG
    das Schnauzermädel

  • Hallo,

    also meine Bella ist mittlerweile zehn Jahre alt und wurde mit einem Jahr kastriert.

    Wesensveränderungen konnte ich nicht feststellen.
    Seit etwa einer Woche hat sie schon zweimal ihr Wasser nicht halten können, ist also leicht inkontinent.
    Sie hat schon zugenommen nach der Kastra, sodass sie einen Diätplan brauchte. Mittlerweile hat sie aber keine Gewichtsprobleme mehr.
    Was mich am meisten stört ist, dass das Fell so enorm dicht geworden ist.

  • Ich muss die Beiden tagsüber leider für ein paar Stunden allein lassen um arbeiten zu gehen. Aber selbst wenn ich daheim bin, ist mein Rüde während der Standtage außer Rand und Band. So gelassen er den Rest der Hitze ist so anstrengend ist für ihn die Standzeit. Er lässt keine Sekunde von ihr ab. Während der ersten Läufigkeit haben wir probiert wie er sich verhält wenn er in der ersten Etage wohnt und Nala und ich in der Zweiten. Er schläft kaum, kommt nicht wirklicj zur Ruhe. Den Streß möchte ich ihn auf Dauer nicht aussetzen. Dieses Mal war er in der Standzeit komplett außer Haus und als er wieder kam roch es hier und da natürlich noch verführerisch. Schon das hat gereicht um ihn zu streßen. Zusammen Gassi kann ich in der Zeit auch vergessen, er würde platzen, weil er vergisst Pippi und der gleichen zu machen.
    Sind eure Rüde in dieser Zeit so relaxt das sie in der gleichen Wohnung problemlos gehalten werden können? Geht ihr noch zusammen spazieren?

  • Ich beschreibe dir einfach mal den "Werdegang" unseres Rüden...

    Er zog zu uns, als er 2 Jahre alt war.
    Das Jahr davor hatte er nur in Haus und Garten verbracht, da sein Vorbsitzer gewisse Probleme mit ihn hatte.
    Bei seinem Einzug war unsere Hündin heiß, um genau zu sein, es war beschlossen, dass er kommt und sie begann zu tropfen. :roll:
    Er war kaum steuerbar. Stehtage waren ihm unbekannt, er wollte nur immer drauf. Er hechelte und jammerte, er sabberte und kratzte, ging man aus dem Raum, überrannte er uns fast. Gemeinsam Gassi gehen fiel wegen seiner Probleme eh aus, wäre aber auch nicht möglich gewesen.
    Draußen zog er nur von Pipifleck zu Pipifleck und probierte, klapperte versonnen mit den Zähnen und bewegte sich nicht weiter. Das machte er immer, es hatte nichts mit unserer Hündin zu tun. Fremde, gerade pieselnde Hündinnen wurden zur "Probenentnahme" einfach angehoben. :lol:
    Dann kam viel Arbeit für uns und unsere Hündin. Wir und sie korrigierten Fehlverhalten konsequent. So wurde es immer besser.
    Heute ist er 5 Jahre. Die beiden laufen die Hitze zusammen, wir gehen auf zusammen Gassi. Nur die Stehtage erledigen wir den Freilauf getrennt, "Gartenpipi" ebenfalls getrennt und immer dann, wenn ich die Hunde nicht genau im Blick haben kann, trenne ich auch. Frei durch alle Etagen turnen geht dann auch nicht. Aber das sind bei uns nur 5 Tage. Sind die Stehtage vorbei, dann ist er auch wieder gelassen. Für unerfahrene Rüden riecht sie himmlisch, er hat gelernt die verschiedenen Duftnoten zu interpretieren.

    LG
    das Schnauzermädel

  • Zitat

    Aber nach dem ich nun schon eine Weile hin und her überlege und keine dauerhafte Lösung für die Unterbringung des Rüden in der Hitze gefunden habe, wird es auf die Kastration der Hündin hinauslaufen.

    Erst wollte ich fragen warum nicht den Rüden, das wäre ein wesentlich kleinerer Eingriff. Dann schriebst du das:

    Zitat

    Den Rüden zu kastrieren halte ich für nicht sinnvoll, da mir schon einige Rüden begegnet sind die trotz Kastration meiner Hündin extrem aufs Dach gestiegen sind in der Standzeit.

    Ah jetzt begreife ichs...ich dachte die einer kastrierten Hündin aufs Dach gestiegen sind...

    Btw. ich kenne einige kastrierte Hündinnen, die noch immer sehr gut riechen und regelmäßig bestiegen werden. Ganz ausschließen kannst du die Problematik also nicht.

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