Antibiotikum - vorsorglich?!
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mein dicker hatte neulich einen relativ großen hotspot durch eine futtermittelunverträglichkeit und mein ta wollte auch AB geben, wo ich dann erstmal hinterfragt habe.
die erklärung war, da der hotspot schon recht groß war, kaum abzudecken ging und der kerl sich gern mal im feld wälzt, is die gefahr, daß sich bakterien dort einnisten, relativ groß. das lecken hab ich durch nen trichter unterbunden.
die erklärung war für mich plausibel.bei einer verletzung am fuß hätte ich gar net erst nachgefragt, da springt einem die logik mehr oder weniger ins gesicht.

ich finds besser, einmal zuviel nachzufragen als alles einfach geschehen zu lassen. das spart net nur chemie, sondern auch bares geld.
ich muß dazusagen, daß mein TA immer alles genau erklärt, wieso er was tut, bevor er was tut. ich fühl mich da sehr gut aufgehoben und auch beraten.
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ich bin ebenso schockiert und ein unliebsamer tierarztbesucher

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Ich habe manchmal auch das Gefühl, es ist ein probates Mittel ein bisschen was dazu zu verdienen am besorgten Hundehalter. Bei uns gibt's keine Antibiotika bei kleinen Wunden. Ab und zu mal Octanisept drauf wenns wirklich schlimm ist und ansonsten eben beobachten. Bisher gab's damit nie Probleme. Chemie kommt nicht vorbeugend in meinen Hund und man kann sehr wohl sehen, ob sich eine Wunde entzündet oder nicht ...
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Zitat
bei einer verletzung am fuß hätte ich gar net erst nachgefragt, da springt einem die logik mehr oder weniger ins gesicht.
Ich laufe im Sommer fast immer und überall barfuß, und habe mir auch schon mehrmals Verletzungen am Fuß zugezogen. Ich bin gegen Tetanus geimpft, das muss reichen. Verletzungen an den Händen - man kommt ständig mit irgendwas in Kontakt, auf dem Gassigang wird das Pflaster erst nass, dann dreckig, dann fällt es ab. Ja, soll ich mir dann auch ein AB geben lassen? Ich glaube, mein Hausarzt würde erst lachen und dann den Kopf schütteln.

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Grundsätzlich bin ich kein Freund davon erstmal alles in den Hund reinzuspritzen. Andererseits kommt es eben auch auf die Verletzung an.
Unsere Stute hat eine Neigung zu Einschüssen (Phlegmone). Sie hatte eine Wunde am Bein (ganz klein) und weil wir ohnehin wussten, dass sie schnell zum fetten Einschuss neigt haben wir gleicht den Tierarzt kommen lassen. Auch auf mehrmaliges Bitten weigerte er sich AB zu spritzen. Am nächsten Tag hatte die Stute ein riesiges angelaufenes Elefantenbein und humpelte nur noch auf drei Beinen stehend in der Box! Und dann musste sie mehrmals richtige fette Penicillinspritzen und Tonnen an Medis kriegen, damit sie wieder normal laufen konnte. Also ja, in manchen Fällen ist "vorsorglich" AB durchaus angebracht. Diesen TA haben wir nie wieder an unser Pferd gelassen. Wir waren echt sauer.
Was ich sagen will, man muss in manchen Dingen auf seine Erfahrungen zurückgreifen. Wenn man weiß wie solche Dinge bei seinem Tier unter normalen Umständen verlaufen würde ich mir die Entscheidung AB oder nicht auch nicht vom TA abnehmen lassen.
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Dieses immer wieder schnell ein Antibiotikum bringt auf Dauer nichts. Die Bakterienstämme werden resistent und dann?
Nur so als Beispiel:
Mein Hund hatte plötzlich einen dicken Fuß, Fieber und Schmerzen. Morgens war alles gut, mittags war der Hund schwer krank.
Natürlich bekam sie ein Antibiotikum, Schmerzmittel und einen Verband mit Zugsalbe, weil eben keine Verletzung erkennbar war.
Der Verlauf war dramatisch, das Antibiotikum war zwar das richtige, aber es erreichte im betroffenen Zeh keinen ausreichenden Spiegel. Jetzt hat der Hund einen Zeh weniger.Andere, blutige Fußverletzungen werden hier ohne Antibiotikum versorgt, genau wie Krallenverletzungen. Ein oder zwei Stiche nähe ich auch so. Das hat nichts mit keinem Interessen zu tun, ganz im Gegenteil. Natürlich muss man die Wunde und den ganzen Hund gut beobachten um notfalls sofort einzugreifen. Aber warum soll ich Resistenzen züchten, die Darmflora meines Hundes umbringen und Risiken und Nebenwirkungen riskieren, wenn es nicht nötig ist? Zwingerhusten haben wir bis auf einmal auch immer so wegbekommen, trotzdem kann es eben eine bakterielle Infektion geben, die sich auf den Virusinfekt setzt und man muss dann eingreifen.
Ich bin für einen Einsatz mit Augenmaß.
LG
das Schnauzermädel -
Zitat
Ich laufe im Sommer fast immer und überall barfuß, und habe mir auch schon mehrmals Verletzungen am Fuß zugezogen. Ich bin gegen Tetanus geimpft, das muss reichen. Verletzungen an den Händen - man kommt ständig mit irgendwas in Kontakt, auf dem Gassigang wird das Pflaster erst nass, dann dreckig, dann fällt es ab. Ja, soll ich mir dann auch ein AB geben lassen? Ich glaube, mein Hausarzt würde erst lachen und dann den Kopf schütteln.

du läufst aber net barfuß durch streusalz, durch braunen schneematsch, über stock und stein, mal in ein frisch gedüngtes feld, buddelst keine löcher in misthaufen und läufst für gewöhnlich nicht auf kuh- oder schafswiesen rum inkl. kacke oder durch den wald abseits der wege.
wenn du für dich die verantwortung so leicht nimmst is das deine sache, ich habe verantwortung für ein lebewesen übernommen und überlege deshalb, was sinnvoller ist.
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Hallo! Ich hab vor gar nicht allzulanger Zeit auch ein Extrem-Beispiel erlebt. Milo hat auf einmal hinten gehumpelt, ich nix wie hin zum TA. Die gute Frau hat die Hinterpfote angeschaut und abgetastet, Milo aufgejault und ziemlich rumgezickt. Da meinte sie, es haette keinen Sinn wegen der vielen Haare, da gross rumzusuchen, sie muesste ihn in Narkose legen. Weil die Stelle nicht blutig war, dachte ich an einen Bruch und hab das so verstanden, dass sie ihn roentgen wolle oder so. Auf jeden Fall war ich so besorgt und durch den Wind, dass ich zugestimmt hab, ich Esel
.Ende vom Lied war, sie hat ihm unter Narkose den gesamten Hinterfuss bis zum Gelenk hoch geschoren (also nicht nur unten um die Ballen rum, wo es wehtat), den Schnitt (4mm lang, weniger als 1mm breit und tief) sauber gemacht, Verband drauf und AB-Spritze gegeben. Nach drei Tagen kam der Verband runter, sie gab ihm trotz meiner Frage nach dem Warum ("zur Sicherheit") nochmal ne AB-Spritze (Milo hasst Spritzen) und drueckte mir zusaetzlich noch ein paar AB-Tabletten in die Hand ("fuer die naechsten Tage, damit sich nichts entzuendet" - ich hab sie ihm nicht gegeben). Wohlgemerkt, der "Schnitt" war zu dem Zeitpunkt schon fast verheilt, Betaiso-Salbe hab ich auch zu Hause, und ueberhaupt ist Milo jung und robust und hat staendig irgendwelche Kratzer, die ich erst nach ein paar Tagen finde. Da hat sich noch nie was entzuendet, und der Grund warum er dieses Mal Schmerzen hatte, war vermutlich Streusalz, das in die Wunde gekommen war.
Der ganze Spass hat mich 270 CHF (!) gekostet, mein Hund musste sich zweimal piesaken lassen und fuer ne Weile im Schneematsch mit nem splitternackigen Fuss rumrennen (hat ihm auch nicht so gefallen).
Und mir ging es auch so, dass ich diese vorwurfsvolle Stimme im Hinterkopf hatte, von wegen "immer auf Nummer Sicher, der arme Kerl muss ja staendig im Dreck rumlaufen". Aber inzwischen seh ich das auch anders und komm mir mega-bloed vor, dass ich nicht gleich Einspruch eingelegt hab.
Bei grossen, tiefen Wunden oder wenn der Hund allgemein geschwaecht ist - okay, aber bei so nem Pipifax ist das meiner Meinung nach Geldmacherei.
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Entschuldige, aber einen Hund, der eine solche Verletzung am Fuß hat, das er ein Antibiotikum braucht, den lasse ich nicht mit ungeschützter Wunde laufen.
Und wenn ich eine Wunde draußen vor den Einflüssen schütze, dann brauche ich auch nicht unbedingt ein Antibiotikum. Bei Infektionen ist das Vermeiden derselben ein besserer Weg als sich auf ein Antibiotikum zu verlassen...LG
das Schnauzermädel -
deshalb sag ich ja, ich wäge ab. je nachdem, wo die wunde sitzt und wie groß sie is. ich hab leider die erfahrung schon gemacht, daß auch eine gut geschützte wunde sich entzündet trotz AB. ich würde auch keinen hund mit bombensicherem verband im mist wühlen lassen, logisch.
vielleicht is meiner auch nur empfindlicher durchs alter, wer weiß. kleine kratzer behandel ich auch selbst, bei größeren geschichten bin ich halt vorsichtiger durch die erfahrung. - Vor einem Moment
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