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Charaktereinschätzung eines Tierheimhundes - ein Ding der Unmöglichkeit?

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    • Charaktereinschätzung eines Tierheimhundes - ein Ding der Unmöglichkeit?

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      Hallo zusammen,

      wir sind seit einiger Zeit auf der Suche nach einem passenden Hund für uns und da ihr uns im Dezember bereits einige gute Ratschläge gegeben habt, hoffe ich, mir eure Meinung hier erneut abholen zu dürfen.
      Wir haben im letzten Monat das ein oder andere Tierheim besucht, uns dort vor Ort beraten lassen und umgeschaut.
      Von den ausgesprochenen Empfehlungen der Pfleger passt im Grunde eine Hündin gut auf unsere Bedürfnisse (keine Schnarchnase, kann allein bleiben, ist sozialverträglich).
      Nun ist es so, dass wir mit besagter Hündin 2x Gassi gegangen sind und mit ihr einige Zeit im "Kuschelraum" (was ein gewöhnungsbedürftiger Name ^^) verbracht haben.

      Während der Spaziergänge und auch im ​TH selbst hat sich die Hündin nicht die Bohne für uns interessiert. Wenn man ihr ein Leckerlie hinhält, nimmt sie es gerne und ohne zu zögern an und lässt sich dabei auch bereitwillig streicheln,
      dann ist sie aber sofort wieder auf und davon und schaut, wo es etwas zu entdecken gibt. Beim Spazierengehen reagiert sie in keinster Weise auf uns und orientiert sich auch nicht Richtung Mensch. Sie wirkt dann eher getreu dem Motto "höher, schneller, weiter" xD

      Nun finde ich die Hündin als solche toll und auch das was sie mitbringt passt gut. Ihr Desinteresse am Menschen im Allgemeinen gefällt mir jedoch so gar nicht. Habt ihr Erfahrungen/ Meinungen, wie viel davon dem Umstand "Tierheim" geschuldet sind? Wie kann ich erkennen, ob die Hündin einfach an der Situation dort zu knabbern hat (obwohl es ein wirklich tolles und bemühtes ​TH ist) oder ob sie einfach so ist wie sie sich zeigt (hat vorher sehr selbstbestimmt und frei gelebt)?

      Neugierige Grüße!
    • Hi,

      Du kannst nicht erwarten dass eine Bndung zum Hund aufgebaut wird, in 2 Tagen an 2 Stunden.

      Ich war Gaassigängerin im ​TH (1 mal die Woche und auch nicht immer dieselben Hunde)
      Da hatte kein einziger Hund sich an mir orientiert.
      Ist auch logisch. Der Alltag besteht aus 23h Betonzwinger und 1h Draußen sein.
      Ausgeführt wird auch immer von unterschiedlichen Menschen (TH-Pfleger, Interessenten, Ehrenmtliche, Praktikanten, ...)

      Nach 23h betongzwinger hat ein Hund nun mal keine Lust einem x-belibigen menschen (der er vermutlich eh nie wieder sieht) seine Aufmerksamkeit zu schneken oder dem zu gefallen.
      ist doch klar ^^

      Für mich wäre es positiv dass sie nicht übermäßig interessiert ist.
      Sie ist neugierig, offen der welt gegenüber. hat aber keine Scheu vor euch oder anderen menschen. ist nicht so ängltlich dass sie an euch klammert oder ähnliches.
      Wie gesagt, für mich wäre es positiv.

      Wenn du einen Hudn suchst, der sehr viel "Will to please" mitbringt, der richtig viel mit dir machen will - dann wäre es eventuell nicht die richtige Wahel.
      in einem solchen fall würde ich aber immer eher zum Rasse-Welpen tendieren mit hoher wahrscheinlichkeit auf gewisse eigenschaften.

      Ansonsten:
      Die Bindung wird kommen!
      Durchs zusammen leben. Durch Erfolge, durch den Alltag.
      Hab da Vertrauen.

      Wenn der Hund aus rationalen gründen passt, würde ich ihn defnitiv nehmen udn nicht auf "die Liebe auf den ersten Blick warten".
      Wenn ihr zusammen lebt, kommt die Liebe, glaub mir ;)

      Wir haben auch Arek aus recht ratioalen Gründen ausgewählt - hat halt gepasst.
      Ich hatte gehofft dass beim ersten Spazierggn ein "Click" oder so kommt. Ein gefühl das mir sagt "DER ode rkeiner".
      nein, das hatte ich nicht.
      dafür habe ich jetzt unglaublich viele "Click-Momente" - weil er einfach so toll in meinen Alltag passt, das wir ein super Team sind.
      Und ob der Hund in den Alltag passt, muss rational entschieden werden. da halte ich ein "Liebe auf den ersten Blick" eher für hinderlich.

      Denn so eine "Liebe auf den ersten Blick" kann nach den ersten Wochen auch schnell vergehen, wenn der Hund so gar nicht zum Alltag passt.
      Wenn der Hund zum eigenen leben passt, kommt die Liebe definitiv mit dem zweiten Blick - udn die kann dann so schnell ncihts mehr erschüttern ;)


      Übrigens:
      Arek hat auch recht wneig Interesse am Menschen - kuschelt auch gar nicht.
      Ich habe michd amit abgefunden udn weiß jetzt: Wenn ich mit dem nächsten Hund mehr machen will an Sport oder gehorsamkeitsübungen usw, muss ich ne Rasse wählen der das liegt.
      Aber, nachdem er so ca 2 jahre bei uns war, habe ich nochmal einen deutlichen Srpung gemerkt bei ihm. Er ist verkuschelter, und enger an uns gebunden irgendwie.
      Das kommt aber einfahc mit de rZeit und dem zusammenleben. glaube kaum dass man das irgendwie vorhersehen kann wie lange ein Hund wirklich braucht, bzw. ob man das Trainieeen kann oder so
      Es kann also auch einfach dauern bis ein hudn sich wirklich öffenen kann.
      (heißt nicht dass wir 2 schlimme jahre hatten ^^ die waren auch so schon toll. Aber es ist mir einfach aufgefallen damals)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Manfred007 ()

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    • Ich hatte schon TH-Hunde, die sich von der ersten Sekunde an an mir orientiert haben, und solche, die mich ignoriert haben. In beiden Fällen ist das tatsächlich so geblieben. Die Sache ist also de facto recht leicht einzuschätzen. Erwarte nicht, dass sich das ändert. Wenn das ok ist - nimm ihn. Wenn nicht, dann lieber nicht.

      Einen Rassewelpen brauchts für Will to Please und Bindung allerdings nicht - auch solche TH-Hunde gibt es.
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    • Ich bin bei @Manfred007

      Für den Hund seid ihr Fremde, der Hund hält Distanz zu Fremden, nimmt aber Futter und lässt sich anfassen.

      Evtl. wird er nicht der Mega-anhängliche-super-bedürftige Kuschler - für *mich* wäre das super. Ich mag zu abhängig nicht.

      "Click machen", "Liebe auf den ersten Blick", "merken, dass das MEIN Hund ist"... ich halte davon nichts. Keiner meiner Hunde ist unter diesen Voraussetzungen eingezogen. Alles waren super Tiere, die hervorragend zu mir, meinem Leben gepasst haben - alle haben nach unterschiedlich langer Zeit (am längsten hat ein Straßenhund gebraucht) begriffen, dass wir zueinander gehören.
    • Ich persönlich sehe das eher wie @Tüdeldü. Natürlich kann man nicht erwarten dass der Hund im Tierheim nach paar Treffen einem im blinden Vertrauen überall hin folgt und einen anhimmelt aber es gibt doch klare Tendenzen ob ein Hund den Menschen generell spannend und interessant findet oder auch drauf verzichten kann.

      Das ist einfach der Charakter meiner Meinung nach. Unser Rüde hat sich als Mini Welpe schon nicht für uns generell oder Menschen interessiert, das ist tendenziell auch so geblieben :ugly: auch wenn wir heute eine gute Bindung haben und das Zusammenleben sehr schön ist. Er ist vom Typ her einfach so, sehr selbstständig, macht gern sein eigenes Ding, absoluter Ein-Mann-Hund und braucht andere Menschen gar nicht.

      Ich persönlich würde keinen Hund (sei es ​TS oder Welpe vom Züchter) nehmen der überhaupt kein Interesse an mir zeigt.

      Der Zweithund hier soll definitiv mehr Interesse/Zugewandtheit zum Menschen und WTP mitbringen. Wenn man das an einem Hund sehr schätzt/so haben möchte sollte er doch ein generelles Interesse zeigen, also mehr als Leckerchen annehmen und dann wieder seines Weges gehen...egal welchen Hintergrund er hat.
      Lisa & ​JRT Leo (*18.03.2015)

      "Ein Hund wird sich nur dort wohl fühlen, wo die Menschen zufrieden mit ihm sind"
      (Dr. Ute Berthold-Blaschke)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von LeoniLisa ()

    • LeoniLisa schrieb:

      aber es gibt doch klare Tendenzen ob ein Hund den Menschen generell spannend und interessant findet oder auch drauf verzichten kann.
      Sehe ich auch so.

      Und der beschriebene Hund findet Menschen im momentanen Kontext weniger spannend als die Gassirunde.

      Aber Menschen=Fremde. Er wird seinen Besitzern gegenüber anders sein, wenn Bindung aufgebaut ist, als Fremden gegenüber. Ich persönlich fände das gut.

      LeoniLisa schrieb:

      Er ist vom Typ her einfach so, sehr selbstständig, macht gern sein eigenes Ding,
      Auch da völlige Zustimmung - gut möglich, dass der Hund eher selbstständig bleibt und weniger will-to-please an den Tag legen wird - auch wenn die Bindung da ist.


      LeoniLisa schrieb:

      Ich persönlich würde keinen Hund (sei es ​TS oder Welpe vom Züchter) nehmen der überhaupt kein Interesse an mir zeigt.
      Und das ist wahrscheinlich der springende Punkt: Ich schon. Das beschriebene Verhalten finde ich nach wie vor ausschließlich positiv.
    • Es gibt auch Hunde, die mit fremden einfach nix anfangen können. Nova hat mich als Welpe auch komplett ignoriert und als wir Livi mit 8 Monaten angeschaut haben hat sie nicht ein einziges mal in 4h Kontakt aufgenommen. Die Vorbesitzer sagten auch sie sei überhaupt kein kuschehund.

      Heute ist Nova fremden gegenüber immer noch sehr reserviert und guckt die nur an wenn was bei rausspringt (und das muss schon mehr als ein trockener Keks sein), gegenüber uns ist er aber unglaublich anhänglich und kuschelbedürftig, schon fast ein bisschen klettenhaft.

      Livi hat sich bei uns dann um 180°C gedreht und findet mittlerweile Menschen allgemein das spannendste überhaupt und kuschelt jeden Abend.

      Also Nunja, meine bisherigen Erfahrungen sind da etwas anders.
      Liebe Grüße von Denise

      KHC Casanova *04.02.14
      KHC Livi *29.11.13

      Casanova und Livi- die Collies ohne Plüsch :) ab S.53 zu zweit

      >> Roses are red,
      violets are blue,
      better than one collie
      are only two <<

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Nebula ()

    • Ich denke wirklich das ist dann Typsache bzw. Geschmacksache! :smile:

      Ich habe mit meinem Rüden jetzt gemerkt, dass ich generell lieber einen Hund hätte der Menschenbezogener ist und auch bei anderen Menschen ein bisschen aufgeschlossener ist etc. Das entspricht einfach mehr mir, meinem Leben etc - deswegen ist das schon ein wichtiges Kriterium für Nummer 2 hier.

      Aber am Ende kann vieles eh anders kommen, man muss sich wohl selbst im Klaren sein was man will und womit man leben kann!

      Aber ein generell gutes Gefühl sollte man doch haben um den Hund aufzunehmen, da würde ich jetzt einfach in mich gehen und dann entscheiden =)
      Lisa & ​JRT Leo (*18.03.2015)

      "Ein Hund wird sich nur dort wohl fühlen, wo die Menschen zufrieden mit ihm sind"
      (Dr. Ute Berthold-Blaschke)
    • LillaLaune schrieb:

      Während der Spaziergänge und auch im ​TH selbst hat sich die Hündin nicht die Bohne für uns interessiert. Wenn man ihr ein Leckerlie hinhält, nimmt sie es gerne und ohne zu zögern an und lässt sich dabei auch bereitwillig streicheln,
      dann ist sie aber sofort wieder auf und davon und schaut, wo es etwas zu entdecken gibt. Beim Spazierengehen reagiert sie in keinster Weise auf uns und orientiert sich auch nicht Richtung Mensch. Sie wirkt dann eher getreu dem Motto "höher, schneller, weiter"
      Da nach 2 Begegnungen und im TH-Alltag jetzt ein "Desinteresse in Bezug auf den Menschen" zu machen, halte ich für übertrieben.
      Manche Hunde brauchen etwas Zeit zum Warmwerden mit neuen Menschen - je nachdem, wie lange die Hündin schon im ​TH ist, was für eine Vorgeschichte sie hat, wieviel Interessenten und Gassigänger mit ihr schon unterwegs waren, fällt sie vllt. auch einfach nicht mehr so schnell auf die Nummer rein und hängt ihr Herz an Menschen, die dann doch nicht wiederkommen. Ist jetzt dramaturgisch etwas überzogen, aber so ists sicher etwas verständlicher.

      Wenn Ihr die Möglichkeit habt - besucht sie regelmäßig in kurzen Abständen. Erst dann hat sie überhaupt die Möglichkeit, Euch als eine gewisse Konstante in ihrem Leben wahrzunehmen. Und erst dann kann man Aussagen treffen, ob grundsätzlich Interesse aneinander vorhanden ist.

      LG, Chris
      Die Vierbeiner der Wild-Bunch-Ranch
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      Doggensabber hält die Welt zusammen!

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