Beiträge von tinybutmighty

    Bis Seite 202 gelesen..


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    "Unbehagen" ist wohl das Wort, mit dem ich meine Leseerfahrung hier bislang am treffendsten zusammenfassen kann. Ich habe ja schon so einiges an hartem Tobak gelesen, aber die Sprache hier ist wirklich überaus derb und vulgär. Ja, es passt zu dem, was erzählt wird, trotzdem finde ich es sehr anstrengend und abstoßend und wünsche mir gelegentlich nur mal ein, zwei Seiten ohne Kraftausdrücke und heftige s*xuelle Inhalte.


    Angesprochen werden auf jeden Fall interessante Themenbereiche, die auch zum Nachdenken anregen - mich beschäftigt zum Beispiel die Frage, inwiefern Armut und Elend eben auch Gleichgültigkeit und Grausamkeit hervorbringen, was es mit der Menschlichkeit der handelnden Personen macht, selbst nie Wärme und Zuneigung erfahren zu haben.

    Unerwartet kam für mich, dass auch das Themo Homosexualität/sexuelle Identität eine so zentrale Rolle in dem Buch spielt. Internalisierte Homophobie, homosexuelle Lust in einer gnadenlosen Macho-Kultur und inwiefern die eigenen Bedürfnisse und Gefühle ausgelebt werden können, ohne dafür geächtet zu werden - das ist schon krass und vermutlich doch nicht weit weg von der Realität für so einige Menschen.

    All die Verbitterung, die Resignation, der Selbsthass und der Hass auf andere in dem Buch machen es mir aber recht schwer, die Lektüre emotional gut auszuhalten. Obwohl das Buch zweifelsohne so gesellschaftlich bedeutsame Themenkreise aufkreist und das auf eine sehr ungeschönte und gerade deshalb gewiss auch authentische Weise, fasse ich es nur mit spitzen Fingern an und möchte es nach dem Lesen am liebsten ganz weit hinten in mein Bücherregal stopfen. Es löst also durchaus was in mir aus, womit die Autorin sicherlich den gewünschten Effekt erzielt hat.

    Dennoch frage ich mich, ob dieses Ausmaß an Schlechtigkeit, Grausamkeit und Brutalität der Realität völlig standhält, denn auch in noch so geplagten Verhältnissen gibt es doch zumindest hie und da ein Aufblitzen von Menschlichkeit, eine vereinzelte zärtliche Geste, ein herzhaftes Lachen - aber vielleicht ist da auch mein Wunschdenken ausschlaggebend.

    Ich zb kenne persönlich keinen nicht-Sporthund, der regelmäßig physoptherapeutisch durch gecheckt wird. :ka:

    Wobei die Belastung für den Hund ja auch größer ist, wenn der wirklich sportlich geführt wird, oder? Dann macht es ja nochmal mehr Sinn, dass diese Hunde regelmäßige physiotherapeutische Behandlungen bekommen. (Was nicht heißen soll, dass das bei Nicht-Sporthunden generell nicht nötig wäre).

    Ich habe jetzt die ersten 100 Seiten durch.

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    Die Sprache ist schon sehr derb, ich persönlich müsste das so krass nun nicht haben, bislang schreckt es mich aber auch nicht ab. Es passt halt zum allgemeinen Setting und zur Handlung.

    Schwierig finde ich, dass es bislang so gar keine Identifikationsfigur gibt. Würde auch nicht zum Buch passen, denke ich, aber dadurch gehe ich emotional nicht so richtig mit. Das bislang Gelesene ist schrecklich, brutal, krass - aber ich fühle mich davon bis jetzt bis auf wenige Ausnahmen so unberührt. Was auf eine verquere Art aber vielleicht auch Sinn macht, irgendwie diese totale Abgestumpftheit der handelnden Personen wiederspiegelt.


    Meist heißt es: irgendwas mit dem Hund machen, ohne Wissen, ohne Vorbereitung, ohne Warm-up und ohne Rücksicht — Hauptsache, es sieht gut aus. Genau da fängt das Problem an.

    Wobei das halt Interpretationssache ist. Für mich heißt just for fun zB dass ich eben in die Hundeschule gehe und dort einen Kurs belege ohne Prüfungs- oder Turnierambitionen. In meinem Fall, weil das für meine Jasmin nichts wäre und für Pippa zumindest noch nicht. Ich habe auch in einem Hundesportverein den Rally Obedience Kurs "for fun" besucht - es gab aber andere Teilnehmer im gleichen Kurs, die durchaus an Turnieren teilnahmen.

    Natürlich gibt es auch Hundeschulen, die dezidiert reines Spaßtraining anbieten und wo das Niveau dann vielleicht auch nicht immer so hoch ist, dass das dort Erlernte für eine Prüfung ausreichen würde. Ja, ich habe auch in reinen Funkursen schon Gruseliges erlebt (von Teilnehmern, nicht Trainern), aber das liegt ja eher an den Haltern. Dass der Aufbau vllt in einem reinen Spaßkurs nicht immer ganz so sauber und korrekt ist, stimmt schon - aber nicht immer heißt das, dass das nun schädlich für den Hund ist. Gibt ja auch sowas wie Halter läuft halt beim Hoopers mit statt im Führbereich zu bleiben oder Hund geht beim Rally Obi halt nicht wirklich Bei Fuß.

    Und auch in Hundevereinen wird ja sehr unterschiedlich gearbeitet,was das Niveau betrifft.

    Ja okay, das war womöglich etwas hart formuliert, aber in Ordnung finde ich es trotzdem absolut nicht.

    Dass man mal im Eifer des Gefechts was Unpassendes/Unsensibles sagt als Wlternteil kommt natürlich vor. Aber mit Abstand wäre es schon fein, solche Aussagen dann auch reflektieren zu können und zu erkennen, dass das eben alles andere als pädagogisch wertvoll war.

    Zu meiner Schwester hat im KiGa mal eine Erzieherin total entnervt gesagt: "We oft gehstdu denn kacken?"

    Meine Schwester hatte da gerade erst nen Krankenhausaufenthalt etc hinter sich wegen teils massiver Verstopfung...

    Ganz langsam ging es dann etwas besser und kurz vor seinem 5. Geburtstag hab ich ihm klipp und klar gesagt dass ein Windelscheißer nicht 5 wird. Der Geburtstag fällt dann aus. Zack - trocken.

    Ganz ehrlich, das finde ich total schlimm und erniedrigend für das Kind.

    Wenn man nicht damit umgehen kann, dass Kinder im unterschiedlichen Tempo lernen und für manche auch scheinbar "einfache" Dinge eine Herausforderung sind, sollte man vielleicht einfach kein Kind bekommen...

    Ganz ehrlich, Wettbewerbe im Hundesport sehe ich da nicht als das große Problem.

    Das fängt viel früher an, nämlich bei der Einstellung der Halter. Ich habe es in Funkursen schon erlebt, dass Leute mit verbissenem Ehrgeiz reinkamen und ihrem Hund durch ihr Verhalten jede Freude an der Zusammenarbeit vergällt haben. Und da winkte kein Pokal am Ende. Fimde ich total gruselig, Leute, die immer nur den eigenen Hund mit denen der anderen Teilnehmer vergleichen, Druck machen, null Freude da reinbringen und den Hund total demotivieren. Ich würde mir wünschen, dass dies auch im Funbereich viel konsequenter angesprochen und den Leuten mal echt der Spiegel vorgehalten wird.

    Das Problem sind gewisse Hundehalter und deren Herangehensweise an Aktivitäten, nicht hundesportliche Wettbewerbe per se.

    Dann müssste man alle Kurse einstampfen, finde ich nicht sinnvoll, wichtiger ist es, dass Hundehalter entsprechend geschult und instruiert werden, wie Hunde gut und gerne lernen und dass das Wohl des vierbeinigen Sportpartners immer an erster Stelle zu stehen hat, ob man nun Turniere in der A3 läuft oder zum Fun-Hundeturnen geht.

    Wir hatten ja im Herbst jetzt 6 Einheiten Fun-Obedience-Kurs. Hat Pippa total gutgetan, diese Erfolgserlebnisse im strukturierten Training <3 Auch ich habe die Qualitytime mit ihr beim Training total schön gefunden, und sie so gefeiert <3 Sie ist wirklich clever, lernt schnell und hat daran auch richtig Freude. Fand sie in der ersten Einheit noch bellende Hunde in der Nebenhalle supergruselig, machte ihr das schon bald fast nix mehr aus und sie wurde mit jeder Einheit selbstbewusster.

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    Das Ruten-Stimmungsbarometer zeigt: Alles cool, Frauli, ich habe keine Angst, mir macht das gerade richtig Spaß und ich bin ganz dolle wichtig!

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    <33

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    Und jetzt gerade sind wir im Hoopers-Kurs, wo sie auch sehr schnell begreift und richtig fein umsetzt <33

    Bin erwachsene AuDHSlerin und bekomme durch meine Aufkärungsarbeit auch mit, wie viel schief läuft im Bereich Inklusion allgemein und Schule insbesondere. Ich finde das so traurig, denn es macht was mit einem, immer wieder das Gefühl vermittelt zu bekommen, es stimmr was nicht mit einem...

    Gerade Kinder nehmen unglaiblich viel wahr, auch unausgesprochene Ressentiments von Lehrkräften ihnen gegenüber...

    Zusammen mit u.a. einer Bildungswissenschaftlerin überlege ich gerade auch, welche Möglichkeiten bestehen, da im Schulsystem positive Veränderung zu bewirken, wenn auch vielleicht nur im Kleinen. Gibt ja oft genug dann auch nen "ripple effect".

    Und dieses nicht ernst nehmen a la "Heutzutage hat doch eh jede*r AuDHS" nervt auch echt, wenn man sich die harten Zahlen und Fakten zu Diagnosen und Prävalenz anguckt, merkt man nämlich schnell dass das so einfach nicht stimmt. Es fallen immer noch viel zu viele Menschen durchs Raster.... ging mir auch so, ich habe in der Schule halt zu gut "funktioniert", wobei es rückblickend schon auch viel Auffälliges gab. Denke aber, ne frühere Diagnose hätte mir auf jeden Fall was gebracht, eben auch in Bezug auf spätere Möglichkeiten. Denn nach der Schule ging es erstmal steil bergab bei mir, meine Potenziale konnte ich aufgrund unpassender Rahmenbedingungen nie wirklich nutzen und entfalten. Macht mich oft sehr traurig, aber es ist wie es ist.