ZitatWas ich hier grad eigentlich viel erschreckender finde:
Jeder Zweite regt sich über Schnauzengriff & Co auf, weil es ja soo brutal sei und man einen Hund völlig ohne Gewalt erziehen könne...und dann tretet ihr Hunde??? DAS muss mir mal jmd erklären.....
Ich glaube kaum, dass jemand hier heiss darauf ist irgendeinen Hund zu treten oder von Anfang an diese Einstellung hatte.
NUr leider lehrt einem die Erfahrung in ein paar Jahren Hundehaltung doch oft etwas anderes.
Hängt vielleicht auch etwas vom Gebiet ab in dem man wohnt. Bei meinem Freund, der in der Provinz wohnt, ist es irgendwo noch normal, dass wenn der Hund nicht hört er angeleint bleibt, man nicht diskutieren muss warum man keinen Kontakt möchte und man zumindest versucht den eigenen Hund bei sich zu behalten, auch wenn es vielleicht nicht immer klappt.
Ich wohne dagegen in einem anderen Bundesland in eher dicht besiedeltem Gebiet und hier hat es sich in den letzten Jahren immer weiter herauskristallisiert, dass es vollkommen normal ist, seinen sowieso nicht abrufbaren Hund immer und überall unangeleint laufen zu lassen und nichtmal irgendwie zu versuchen ihn bei sich zu behalten. Hier muss man sich nocht rechtfertigen, warum man seinen Hund denn anleint in einem Gebiet in dem absoluter Leinenzwang herrscht oder ist am Ende noch Schuld wenn man ganz normal, ohne Hund, Fahrrad fahren geht und beim zweiten Mal auf einer Tour doch etwas ungehalten wird, wenn einem ein Rottweiler vom Fahrrad holt.
Ich bin normal auch kein Mensch, der schnell aufbrausend wird. Ich bin gesamt recht ruhig - ich lasse mir nicht die Butter vom Brot nehmen, aber ich bin niemand der bei jedem Kleinkram sofort cholerisch wird. Leider musste ich jedoch die Erfahrung machen, dass hier einfach so gut wie niemand auf nette Bitten und Erklärungen reagiert. Solang der eigene Hund als Sieger aus der Situation hervorgeht ist das alles egal.
Man muss, so schade das eigentlich ist, wirklich erst mit Anzeigen und Tritten drohen, bzw es wirklich wahr machen, bevor sich der größte Teil der Hundehalter überhaupt mal dazu genötigt fühlt auch nur zu versuchen die Tiere, von denen sie schon von Gesetz aus verpflichtet sind die zu kontrollieren auch mal bei sich zu behalten.
Diese Totale mir-doch-egal-Mentalität fällt für mich auch nicht mehr unter "jeder macht mal einen Fehler", sorry. "Mal". Aber nicht tagtäglich.
Dazu kommt, dass die Zahl der Hunde, die nie Grenzen kennengelernt haben immer mehr ansteigt. Kaum ein Hund reagiert mehr auf einen verbalen oder Körperlichen Block - die meisten rennen dich einfach über den Haufen wenn du sie nicht wirklich wegtrittst oder am Halsband erwischt.
Auf der anderen Seite regt man sich dann aber darüber auf, dass die Stimmung beim THema Hund in der Öffentlichkeit immer schlechter wird und in immer mehr Gegenden Leinenzwang herrscht.
Mal ein kleines Beispiel.. hier ist ein Waldkindergarten. Zur Erklärung, die Betreuerin sind mit den Kindern den ganzen Tag im Wald unterwegs, spielen, haben Spaß.
Gestern kam ich auf einem breiten Weg aus dem Wald und sah auf ca. 50m Entfernung die Betreuerinnen mit einer Gruppe Kinder. Diese stoppten und schauten unsicher. Ich habe meine beiden Hunde zu mir ran gerufen, bin 2m neben den Weg gegangen und habe sie abgelegt. Dann traute die Gruppe sich langsam näher und als sie auf meiner Höhe waren bedankte sich die eine Betreuerin bei mir mit dem Nachsatz, sie sind hier etwas unsicher, denn es wäre ihnen mittlerweile hier schon öfters passiert, dass irgendwelche Hunde einfach in die Gruppe geprescht wären, Kinder umgeworfen hätten und sie hätten schon Gehirnerschütterungen gehabt.
Tja.... jeder macht mal Fehler? ![]()
Nur mal zum weiter denken... Glaubt ihr, die Eltern dieser Kinder sprechen Pro oder Contra absoluter Leinenzwang? Glaubt ihr, die Betreuerinnen stimmen noch AKtionen, die den Kindern Hunde als Partner näher bringen sollen zu? und Glaubt ihr, aus den umgeworfenen Kindern werden einmal Erwachsene werden, die ohne Scheu verständnisvoll mit dem Lebewesen Hund umgehen?
Ich für meinen Teil gebe ganz ehrlich zu - hätte ich ein Kind und hätte miterleben müssen, wie mein Kind durch soeinen "der tut nix" verletzt wird, ich schreibe hier besser nicht, was ich mit dem nächsten "tutnix" anstellen würde.