Beiträge von bordy

    Wenn ich wirklich IGP machen möchte, dann hole ich mir keinen HZ DSH. Es gibt einzelne Exemplare die das ganz annehmbar machen, aber der Sport macht auch einfach keinen Spaß, wenn’s an allen Ecken mangelt und der Hund seine Bestimmung offensichtlich eher linksrum hat.

    Als Anfänger liege ich am besten, wenn ich einen möglichst ausgeglichenen Hund ohne Extreme habe, aber halt auch ohne extreme Mängel.


    Ich würde mich persönlich an der Meinung von Vereinskollegen halten, und zwar möglichst an die, die so ähnlich halten wie dir das vorschwebt. Hundehaltung irgendwo am Dorfrand auf dem Resthof ist anders, als in der Stadt im Mehrfamilienhaus.


    Es mag Anfänger geben, die unter den richtigen Umständen mit dem passenden Hund auch mit einem Malinois klar kommen. Auch da gibts (leider) immer mehr Exemplare, die jetzt nicht meiner Definition eines Gebrauchshundes entsprechen. Bei sehr vielen Anfängern geht es aber schief.


    Erfahrungsgemäß ist der durchschnittliche DSH Fehlertoleranter als der durchschnittliche Malinois. Als Anfänger, der sich wirklich sicher ist das er IGP machen möchte, würde ich versuchen mir eine möglichst ausgeglichene LZ DSH Hündin zu kaufen.

    Das ganze möglichst in Rücksprache mit Leuten die mich kennen und auch Hunde einschätzen können - wenn die mir dann mehrheitlich sagen, sie sehen auch so einen Hund nicht bei mir, würde ich es lassen.

    Sehe ich das richtig, dass du nicht mal auf die Idee gekommen bist einfach ruhig mit den Leuten zu reden, sondern direkt zum Bürgermeister marschiert bist?


    Natürlich darf der Hund eigentlich nicht draussen rumlaufen und Leute belästigen. Es ist nur fraglich ob es so schlau war und ist direkt alles zu eskalieren - als erstes persönliches Gespräch irgendwas von Pfefferspray zu erzählen und das man sich beim Bürgermeister beschwert hat, führt selten zu einem sinnvollen Ergebnis, egal wie sehr du meinst im Recht zu sein.


    Im Prinzip hast du 3 Möglichkeiten. Du verscheuchst den Hund selber, was ja bei einem einfach zu beeindruckenden Hund jetzt nicht so schwierig sein wird. Du rufst halt vorher an oder schickst ne Nachricht wenn du da lang willst und ihr habt ansonsten keinen Stress mehr. Du rennst da weiter ohne Vorankündigung vorbei, schaust dabei zu wie der Hund deine Hunde belästigt und versuchst hinterher mit zweifelhafter Aussicht auf Erfolg beim Ordnungsamt Stress zu machen. Wenn ich richtig schlussfolgere das es ein kleineres Dorf ist, wird das für dich dann wahrscheinlich mehr Folgen haben wie für die Halter.

    Da wo sie jeder andere auch findet, der im 20km Umkreis sucht und nicht nur meckert. Sogar das Parador de Lerma (unser Mannschaftshotel) hätte noch Zimmer frei.


    Würde mich mit dem anreisen aber beeilen, morgen früh gibts ein paar interessante starter.

    Ich wundere mich echt, über was man alles meckern kann |)


    Für diesen geringen Betrag kannst du bequem von deinem Sofa aus an allen Tagen alles sehen, immer im Besten Winkel. Regnen tuts da auch nicht, genauso wenig wie man vom Wind halb Weggeblasen wird. Die Zimmersituation ist übrigens auch nicht schwierig, aber für 40 Euro schläfst du halt unter der Brücke.

    Also bitte, recht viel zugänglicher für die Allgemeinheit kann Man das ganze nicht mehr machen.


    Wenn es einem das nicht wert ist, dann muss man eben damit leben.

    Was findest du daran denn nun nicht richtig ?

    Es lässt sich einfach nicht abstreiten, dass nicht nur bei den Arabischen Pferden, sondern auch bei den entsprechenden Hunden die Abstammung einfach Kulturgut ist und großen Wert auf diese gelegt wird. Teilweise alles sogar noch enger, als das bei uns heute als ethisch vertretbar gesehen wird und einfach irgendwas einzukreuzen und das Blut quasi zu verunreinigen war sehr verpönt.

    Wenn ich daraus resultierend nun verschiedene abgeschlossene Populationen habe und meine Argumentation so aussieht das die Problematiken vorwiegend in dieser verwurzelt sind, sehe ich nicht ganz wo in diesem Punkt der Unterschied sein soll, ausser das man keinen Rassestandard definiert. Zumal letztlich jede Population irgendwo abgeschlossen ist.

    Es ist nicht realistisch, dass es zwischen diesen, für sich mitunter vielleicht ingezüchteten Populationen, keinen Austausch gab. Der Hundetyp ist über 2-3 Kontinente verbreitet, den haben sich nicht nur 3 Königshäuser 5000 Jahre lang untereinander verpaart und Reinzucht über alles. Und wenn irgendeiner Zuchtbuch führte, ist damit nicht gesagt, dass die alle aus dem selben saudiarabischen Landkreis waren. Man hat allein beim Afghanen in den frühen 1900ern mindestens, ich glaub 13, verschiendene Landschläge gefunden. Sloughi/Saluki gibt es von Marokko bis Türkei und bis Asien rein, der Galgo Espanol ist auch eher nicht frei von seinen Einflüssen. Der Azawakh schaut, je nach Region auch mal mehr nach Sloughi aus oder nach Pariahund.

    Ich sehe ehrlich gesagt immer noch nicht so ganz, was du mir hier mitteilen möchtest, ausser das du dagegen bist. Niemand sagt, dass es nicht unterschiedliche Landschläge gibt und natürlich handhabt das jede Region anders.

    Trotzdem ist es wohl kaum wegzudiskutieren, dass es auch genügend Berichte früher Reisender gibt, genauso wie zeitgenössische Aufzeichnungen, in denen gerade die Reinzucht von Hunden und Pferden einen hohen Stellenwert hat. Es würde hier jeglicher Faktenlage widersprechen zu behaupten, dass hier regelmäßig irgendwelche genetisch komplett abweichenden Tiere eingekreuzt wurden (warum auch - man war schließlich auf die Fähigkeiten angewiesen). Mag sein das man sich in benachbarten Gebieten mal ausgetauscht hat, aber das ist jetzt auch nicht groß unterschiedlich zu dem was heute gemacht wird - etwas genetisch komplett anderes wird man auch da nicht genommen haben.

    Gerade im Bereich der orientalischen Windhunde gibt es genügend Leute die sich wirklich tiefergehend mit deren Geschichte beschäftigen und die sich eigentlich relativ einig sind, dass die Reinzucht hier doch deutlich länger als die angegebenen 100 Jahre existiert.


    Falls das so schwierig für dich zu akzeptieren ist, gibt es auch im sonstigen Tierreich genügend Inselpopulationen, die zum Beispiel auf Grund von geographischen Gegebenheiten seit Jahrtausenden keinerlei Kontakt mit sonstigen Populationen haben. Die sterben in der Regel auch nicht aus weil das furchtbar schlimm ist, sondern weil wir ihren Lebensraum kaputt machen. Allerdings selektiert die auch niemand nach wilden optischen Vorstellungen, züchtet mit Tieren die nicht mal selber in der Lage sind sich fortzupflanzen usw usw. Und das sind nun mal Probleme, die man auch hat wenn man Fremdeinkreuzungen nutzt. Wie viel alternative Genetik da übrig bleibt, nachdem man ein paar Generationen wieder nur nach Optik selektiert hat wäre eh mal interessant zu wissen.

    bordy


    Nein, das ist so sehr wahrscheinlich auch nicht richtig. Es gab mehrere Populationen recht ähnlicher Typen, nicht zwingend Rassen. Der Azawakh ist nah am Sloughi, der Saluki existiert als verschiedene Tazis, Afghanen gehören da auch irgendwie in die Mischkulanz. Etc.

    Was findest du daran denn nun nicht richtig ?

    Es lässt sich einfach nicht abstreiten, dass nicht nur bei den Arabischen Pferden, sondern auch bei den entsprechenden Hunden die Abstammung einfach Kulturgut ist und großen Wert auf diese gelegt wird. Teilweise alles sogar noch enger, als das bei uns heute als ethisch vertretbar gesehen wird und einfach irgendwas einzukreuzen und das Blut quasi zu verunreinigen war sehr verpönt.

    Wenn ich daraus resultierend nun verschiedene abgeschlossene Populationen habe und meine Argumentation so aussieht das die Problematiken vorwiegend in dieser verwurzelt sind, sehe ich nicht ganz wo in diesem Punkt der Unterschied sein soll, ausser das man keinen Rassestandard definiert. Zumal letztlich jede Population irgendwo abgeschlossen ist.

    es ist einfach falsch, dass es die Reinzucht erst seit 100 Jahren gibt. Vielleicht sollten wir in Westeuropa mal etwas von unserer Arroganz herunterkommen und über den Tellerrand schauen. Zu Zeiten, als wir uns hier noch mit der Keule auf den Kopf gehauen haben, gab es anderswo schon lange hochentwickelte Gesellschaften in denen übrigens auch gezüchtet wurde. Vielleicht sollte man da nicht einfach alles nachplappern, was mal irgendwo stand.


    Orientalische Windhunde werden beispielsweise seit sehr sehr langer Zeit rein gezüchtet, teilweise auch mit üblicher Verpaarung die bei uns schon unter Inzestzucht laufen würde. Seltsamerweise gehören diese Rassen aber bis heute zu den vitalsten und gesündesten und kommen meines Wissens, verglichen mit der Gesamtpopulation, mit unterdurchschnittlich vielen Erkrankungen aus.


    Das heisst nicht, dass es super ist alles von dem selben Rüden belegen zu lassen und dann drei mal im Kreis zu züchten. Aber es ist schon ein deutliches Indiz das das Hauptproblem an anderer Stelle liegt und man das nur durch Einkreuzungen nicht beheben wird.

    Ich habe kein Problem mit Einkreuzungen und für mich ist "Reinrassigkeit" auch kein echter Wert an sich. Er hat, so wie es heute läuft, bestimmte Vorteile, mehr aber auch nicht. Allerdings teile ich persönlich nicht ganz die Weltuntergangsstimmungsmeinung, dass alle Rassen ja demnächst untergehen. Dafür gibt es Reinzucht einfach schon zu lang. Das Problem liegt bei den meisten Rassen da einfach wo anders und wird nicht nur durch eine Einkreuzung gelöst - vielleicht etwas nach hinten verschoben.


    Im Prinzip wehren sich aber viele "Rasseliebhaber" doch sehr gegen solche Einkreuzungen und man merkt auch stark, wie sehr die Fixierung auf Optik vorhanden ist. Man will das grundsätzlich eigentlich nicht und wenn ich die Kriterien für Einkreuzungsprojekte lese, dann geht es da auch immer nur darum "wann sehen die Hunde wieder so aus". Der ganze Rest ist nicht so relevant und dann wird sich hinter Phrasen wie "aber die Krankheiten.." versteckt.



    Bei den DSH gibt es da ein ganz gutes Beispiel aktuell. Ich bin nun auch kein ausgemachter RSV Fan und bestimmt auch nicht von diesem speziellen Züchter, aber es tauchen immer wieder Beiträge von ihm und einem von ihm gezüchteten Hund auf. Der Hund ist wohl registriert als DSH, man sieht aber relativ deutlich, Dass in jüngerer Vergangenheit wohl nicht nur klassische LZ DSH dabei waren.

    Die Kommentare dazu sind immer gleich. Es geht nicht darum was da sonst noch so los ist, ob das so Sinn macht was die da treiben, sondern der Kritikpunkt ist "der sieht ja garnicht aus wie ein DSH", "der ist ja nicht REINRASSIG!!", "Wenn ich einen DSH kaufe soll der auch so aussehen", usw usw.

    Also der Hund hat ne ganz normale graue Farbe, Stehohren, usw. Was er nicht hat ist einen Riesen Schädel, ist wohl nur Mittelgross, hat einen relativ kurzen Rücken, eine abfallende aber nicht übertypisierte Kruppe und moderate Winkelungen. Wenn man sich anschaut wo die Reise aktuell auch in der LZ oft hingeht könnte man ja meinen das wären positive Attribute, aber nö. Sieht man sich mal an wie der DSH von seinem Rassegründer mal gewünscht war, sieht der Hund dem sogar ziemlich ähnlich.

    Wie Tierärzte da reagieren ist wohl auch sehr unterschiedlich. Insgesamt fällt mir die letzten 20 Jahre Hundehaltung aber auch auf, dass die Möglichkeiten immer größer werden und zum Beispiel in meiner Region der 3fache Satz aufwärts eher schon die Regel, als die Ausnahme ist (wobei das nicht heissen soll, dass ich den Tierärzten keine angemessene Bezahlung gönne).


    Mein Stammtierarzt ist da eher pragmatisch, macht auch noch Großvieh und würde mich bei derartigen Summen schon auch klar fragen, ob ich das denn wirklich will. Ich hatte mit meinem Rüden kürzlich aber auch den Fall, dass ich wegen unklarer Problematik in einer Klinik war und mich die Blicke fast getötet hätten als ich gefragt habe, ob sie die Untersuchung denn jetzt wirklich für sinnvoll und notwendig halten. Zumal mir kurz davor der Hund übergeben wurde mit der Aussage, "also wir sehen da eigentlich nix". Gekostet hätte mich die Untersuchung dort übrigens auch das 3 Fache von anderen Anbietern.. Man ist einfach davon ausgegangen, dass ich bereit bin ohne mit der Wimper zu zucken 2000Euro aufwärts hinzulegen (obwohl sie so angeblich nichts auffälliges gesehen haben), nur um mal zu schauen.