Ich freue mich über alle Menschen, die mit ihren Hunden eine Prüfung anstreben und ablegen. Denn sie beweisen dadurch Zielstrebigkeit und daß sie Arbeit und Mühe in die Erziehung ihres Hund investieren. Und das sie sich dessen bewußt sind, daß Hundeerziehung eben nicht mit einem Fingerschnippen von selbst passiert.
Eine Prüfung gibt einem ein Ziel vor, das motiviert, und im Kurs lernt man Grundlagen von Training, Timing, Kommandoaufbau. Das ist auf keinen Fall verkehrt, selbst wenn man nicht alle Inhalte des Programms später braucht.
Auch wenn man nicht vorhat, seinen Hund jemals vor einem Geschäft zu parken, ist die Übung an sich: Hund wartet, während man sich außer Sicht entfernt - doch in sich nützlich, um Frustrationstoleranz zu üben.
Hier in meiner Nachbarschaft ist man schon mit einer bestandenen BH fast so etwas wie der lokale Hundeflüsterer. Es gibt so viele HundehalterInnen, die sagen, wir haben ja alles versucht, aber er folgt einfach nicht. Wir waren auch schon in der Hundeschule, aber das hat nichts genützt. Wenn man dann nachfragt, war die "Hundeschule"drei, viermal Welpenstunde in grauer Vorzeit, danach hatte man keinen Bock mehr und seither bleibt (im besten Fall) die Flexi lebenslang am Hund.
Die im Video gezeigte Prrüfung finde ich schon weitgehend alltagsrelevant. Natürlich wurden hier die "Highlights" etwas dicht gepackt, die in der Prüfung selbst hoffentlich nicht alle so schnell aufeinander folgen. Man darf auch nicht vergessen, daß in einer Prüfung viele verschiedene Situationen auf einmal abgefragt werde, die im Alltag nicht in dieser Dichte vorkommen.
Einige Situationen hätte ich als HH anders gelöst, vor allem durch Führung des Hundes auf der von allen Gefahren abgewandten Seite. Ich weiß nicht, ob das erlaubt gewesen wäre oder ob es in der Prüfung vorgeschrieben ist, daß zB Hunde auch direkt aneinander vorbei geführt werden müssen.
Von allen mir bekannten Prüfungen ist die BH in ihrer heutigen Form am wenigsten nützlich. SIe ist definitiv nicht alltagsrelevant, sieht man einmal vom oben erwähnten Punkt "Trainieren lernen" ab.
Leider ist sie auch keine gute Vorbereitung auf den Hundesport, denn der formalistische Ablauf mit den viel zu langen Strecken überfordert die meist jungen Hunde mental und führt zu schlampiger Ausführung. Wenn man nach bestandener BH endlich in der Wunschsportart trainieren darf, fängt man bei minus Null an, denn man muß erst die im BH Training angewöhnten Fehler ausbügeln. In Agi ist das vermutlich nicht relevant, sehr wohl aber in den anderen Sportarten, in denen saubere Fußarbeit u. Ä. verlangt wird.