Ich habe gerade "Kein anderes Land" von Sarah Levy durch und kann es sehr empfehlen. Eine sehr differenzierte und schwer erträgliche Geschichte eines Lebens in Israel aktuell.
Leicht geschrieben aber extrem schwer verdaulich, fand ich. Nichtsdestotrotz wichtig für mich zu lesen. Ob es jemanden ohne persönliche Bezüge zu der Region genau so mitnimmt, weiß ich gar nicht, denke aber schon.
Wenn sich also jemand für die aktuellen Situation in Israel über die Schlagzeilen hinaus interessiert, wärmstens zu empfehlen.
Klingt sehr lesenswert.
Wer es irgendwo bekommt: "Die Starken" von Kai Hermann (kennt man von: "Christiane F.: Wir Kinder vom Bahnhof Zoo). Das Buch ist rund 35 Jahre alt und portraitiert Kinder, die sehr früh und wenig angenehm unter schwierigen Verhältnissen über die Welt verteilt "erwachsen" werden mussten und das Erwachsenenalter dabei teilweise nie erreicht haben. Es war eine Weile in unserem Bücherbüdchen, ich habe es nur kapitelweise zu lesen geschafft. Es gibt auch ein Kapitel über einen palästinensischen Jungen zur Zeit der Intifada dort und dabei auch Interviews mit israelischen Jugendlichen. Hat mir sehr eindrücklich erklären können, warum man heute dort steht, wo man steht. Beide Seiten.
Und heute habe ich tatsächlich mal ein Buch in einem Rutsch durchgelesen: "The Couple Next Door" von Shari Lapena. Es hat fast mehr etwas von einem Kammerspiel und wirklich sympathisch ist kein Charakter, aber es hat mich wahnsinnig gefesselt.
Story: Ein Paar feiert Abends mit viel Alkohol bei seinen Nachbarn, das Baby bleibt alleine Zuhause direkt nebenan, überwacht vom Babyphone und halbstündlichen Besuchen. Plötzlich ist das Baby weg.
Das Buch besteht fast nur aus dem Innenleben der Personen, was sie denken und fühlen, der allwissende Erzähler sagt nie etwas Falsches und doch passt ganz viel nicht zusammen. Jeder der recht wenigen Protagonisten könnte es gewesen sein, das Baby getötet oder entführt haben. In der Mitte des Buches kommt ein Twist (den man sich vielleicht denken konnte), aber die wahren Hintergründe entblättern sich erst nach und nach.
Und etwas ganz anderes: "Plötzlich Shakespeare" von David Safier. Ich mag seine Bücher einfach. Sehr leichte Kost, ja, aber man muss ja auch mal einfach mitschmunzeln können und die Situationskomik trifft sehr meinen Geschmack. Story: Rosa ist unglücklich verliebt in ihren Ex, der in wenigen Tagen eine andere Frau heiraten wird. Sie wird von einem Zirkus-Hypnotiseur in einen früheres Ich versetzt, um herauszufinden, was wahre Liebe ist, vorher darf sie nicht wieder zurück in ihren Körper. Das frühere Ich ist Shakespeare, der wenig angetan davon ist, seinen Körper mit einer Frau zu teilen, die ihn in noch mehr Schwierigkeiten bringt, als er ohnehin schon hat (vor allem in Liebesdingen).
Den Autor kennt man vermutlich am ehesten von Mieses Karma oder Miss Merkel. Ich hoffe, "Die Ballade von Max und Amelie" taucht irgendwann mal in unserem Bücherbüdchen auf...