Beiträge von Bonadea

    Ich bin BH, Obi und unzählige Agilityturniere gestartet.

    Ich finde nirgendwo die Prüfungsatmossphäre so schlimm wie bei der BH, bin ich ganz ehrlich. Dieses "Kasernengetue" und dieser Gedanke "wenn du das jetzt heute nicht schaffst, geht alles wieder von vorne los" baut echt einen Druck auf. Eklig. Das viele Anfänger damit nicht klarkommen, verwundert mich nicht. Und ich hatte ja Hunde, die die Prüfung locker durchgelaufen sind und hatte EIGENTLCH keinen Grund mir in die Hose zu machen. Aber ich bin auch echt jedes mal froh, wenn das Thema BH durch ist.

    Und im Agility ist das einfach eine ganz andere Prüfungssituation. Natürlich ist man auch derbe aufgeregt und alles - aber ich weiß einfach, wenn ich an den Start gehe ist mein Hund voll dabei und gibt alles. Wenn wir es versauen, dann gemeinsam. Finde nicht, dass man die BH da so gut mit vergleichen kann xD Ich darf da nicht mit meinem Hund reden, ihn loben, ermuntern oder einfach vom Platz marschieren wenn ich das Gefühl habe, heute passt es nicht (kann ich natürlich schon ...).

    Und wie gesagt, bin danach ja auch noch Obi gestartet. Und ja mei ... wenn die Prüfung null ist, ist das so. Wenn du dich dist, dist du dich im Agi halt. Shit happens. Meldet man eben das nächste Turnier. Aber bis man wieder einen neuen Termin für BH hat, sich unter Umständen dann wieder in dem anderem Verein vorgestellt hat, beim Probetraining war .... Das dauert ja auch einfach alles und ist "nicht mal eben so gemacht".

    IDass man dann so "mit Ansage" antritt, finden viele nicht okay und eben auch dem Richter gegenüber respektlos. Gerade, wenn man mit der Meinung antritt, dass man das gar nicht mehr als bis zu diesem Stand trainieren möchte, weil man der Meinung ist, dass man es eh nicht braucht und das alles völliger Stuss ist, den man sich nur widerwillig drauf schafft.


    Da kenne ich jetzt aber persönlich auch keinen, der das so macht. Aber ich kenne halt doch einige Hunde, die im Training recht anständig gelaufen sind und in der Prüfung dann wegen der "Stimmung" und dem "Druck" ins Meiden gehen oder nicht liegen bleiben und Übersprungshandlungen zeigen.

    Was nicht heißt, dass ich als Richter halt auch Bock hätte mir das jedes Wochenende anzugucken :P

    Nö eben nicht.
    Meine grosse hat Prüfungen im IPO, im Obi, mit ihr habe ich ein Jahr lang Agility und ein Jahr lang THS gemacht.
    Nicht Prüfungsmäßig ok, aber wäre jetzt zum Beispiel ein Agi Turnier voraussetzung für IPO würde ich das natürlich machen und hätte jetzt auch nicht so eine tiefe Abneigung dagegen wie manche hier gegen Unterordnung haben.


    Ich denke nicht mal, dass die meisten prinzipiell eine tiefe Abneigung gegen UO an sich haben, sondern einfach nur gegen den Zwang einer Prüfung, die für ihren Sport nun mal absolut sinnbefreit ist.

    Und jaaa ... das würde ich ja gern mal sehen, wie die IPOler ein Agiturnier laufen .... klar würden, die sich genauso über so einen Schwachsinn mokieren. Zu recht.

    Sorry aber ich verstehe das nicht, ist es denn wirklich so furchtbar sich mit seinem Hund zu beschäftigen?

    Was anderes ist Unterordnung nicht.
    Eine BH sagt doch nichts über Alltagstauglich aus, das ist wie beim Agility, Obedience, IPO, THS ein reines abliefern von erlerntem.
    Und gerade beim Agility kann ich mit einem Jugen Hund noch gar nicht so viel machen dass ich den voll und ganz beschäftigt habe.
    Da hat man doch noch genügend Zeit um Futtertreiben zu machen, Sitz und platz können sie ja fürs Agi eh.

    Bitte nicht persönlich nehmen, ich meine es echt nicht böse. Aber an solchen Beiträgen sieht man, dass die meisten einfach absolut keine Ahnung von Agilitysport haben. Wieso sollte ich einen jungen Hund nicht "voll beschäftigen" können, wenn ich KEINE UO trainiere?! Ist das echt so schwer vorstellbar, dass es Leute gibt, die einfach ohne Fußlaufen auskommen oder das Trainingsspektrum für ihren Hund auch ohne UO abwechslungsreich und agilityausgerichtet gestalten können und wollen?

    Und sorry, ich denke die meisten Agilitysportler beschäftigen sich mehr als ausreichend mit ihren Hunden. Von "so schlimm" kann also nicht die Rede sein. Sie tun vielleicht aber einfach ganz andere Dinge. Und da gibt es wirklich genug, was man mit einem jungen Hund alles üben kann.

    Davon mal abgesehen, dass MEINE Hunde so oder so von Anfang an eine Fußarbeit lernen, weil ICH persönlich das wichtig finde und mir das auch Spaß macht. Aber man muss ja nicht von sich auch immer auf alle anderen schließen ;-)


    Ich glaube auch ganz ehrlich, dass niemand ein Problem hätte dem Hund "etwas Fuß" beizubringen, wenn in der BH eben nicht diese utopisch langen Strecken abgefragt würden, für die ein Hund eben entweder sehr sehr triebig sein muss oder extrem sorgsam aufgebaut sein muss, damit er die wirklich gut motiviert und auch sicher in einer Prüfungssituation ohne jede Bestätigung und Feedback durchhält.
    Ich finde da ja sogar Obiprüfungen deutlich einfacher zu laufen, weil der Hund durch kurze und knappe Freifolgen mit vielen Winkeln und Tempiwechseln viel eher bei der Stange bleibt.

    Aber gut, das hatten wir ja schon alles.


    Ach akzeptiere die BH ebenso. Hab eh keine andere Wahl. Erster Hund war Tagesbeste (und das nicht nur, weil die anderen alle schlecht waren, wir sind danach auch erstmal Obi statt Agi gestartet), der zweite Hund hat sie ebenfalls sofort bestanden. Ich hab kein Problem mit UO, ich trainiere es eh ganz gern. ABER .... ich muss trotzdem sagen, dass sie einfach objektiv betrachtet keinen Sinn erfüllt.

    Und zum Thema Agilityparcours - genau das ist der Punkt! Du kannst eine BH nicht mit einem Agilityparcours vergleichen, wo der Hund sein Triebmittel unmittelbar vor den Augen hat! Und viele Hunde, die in der BH dicht machen sind nicht per se schlecht ausgebildete Hunde. Ich kenne eine Menge Hunde, die beim Agi voll dabei sind und niemals (!) den Parcours verlassen würden, aber bei der stupiden UO irgendwann abdriften, ins Meiden gehen ...
    Natürlich ist das oft ein Ausbildungsproblem, also dass diese Hunde einfach nicht gelernt haben die Konzentration so lange zu halten und UO eben keinen selbstbelohnenden Effekt für sie hat (ganz anders Agility). Aber kann man wirklich erwarten, dass Sportler, die eben diese 10 Minuten Prüfung nur brauchen um IHREN Sport zu machen, ihre Hunde derart kleinschrittig und bewusst aufbauen (was im Vorfeld ja nur mit sehr viel Training geht), damit es am Ende eine schöne Prüfung ist und eben nicht nur "irgendwie durch"?
    Wenn einem das selber Spaß macht kann man das natürlich behaupten :) Ging mir auch lange so ... und ich finde es echt schrecklich wie manche Hunde durch die BH kriechen. Aber ich kenne mittlerweile auch so viele coole Hunde, die so mies waren in der BH und trotzdm so tolle Sporthunde sind und tolle Teams sind mit ihren Menschen.

    Und Richter, die "durchwinken" sabotieren kein System in meinen Augen. Aber irgendwie muss man ja auch Kompromisse finden um alle irgendwo zu "bedienen". Warum sollte der "Tut-Nix" von Fau Liesel Müller, der aus Unsicherheit/Stress vielleicht mal kurz schnüffeln gegangen ist, oder jemanden freundlich in der Gruppe angesprungen hat oder in der Ablage kurz aufgestanden ist denn bitte noch dreimal BH laufen, nur weil sie gern Agility starten möchte?

    Und ich sage nicht, dass es gar keine Einsteigerprüfung geben sollte. Nur, dass man sie evtl. mal zeitgemäß anpassen sollte an die einzelnen Sparten und nicht einfach die BH immer noch einfacher und noch milder zu richten.


    Der Zaun im Parocurs ist natürlich recht dicht, aber oft ist da gar kein Zaun, sondern nur ein Band auf dem Boden als Markierung. Abhauen könnte der Hund im Agilityparcours also jederzeit.

    Hätte bei der Agility Einsteiger Prüfung auch ein Hund Ablage, während auf dem selben Platz einer einen Parcours läuft?

    Ich finde es eigentlich verständlich, dass von einem BH Einsteigerhund ein anderes Fuß erwartet wird, als von einem Klasse 3 Hund.

    Auch sollte ein Richter die Aufgaben im Sinne des Sports interpretieren. Damit er das kann, muss er ja einiges erfüllen und lernen.
    Wenn das nicht so wäre, könnte man auch jede Lieschen Müller hinstellen, die die PO auswendig hersagen kann.

    Wenn ein Richter ein Auge zudrücken will, dann kann er das auch beim AGI Einsteiger Parcours und duldet, dass der Hund mehrfach abhaut oder lockend mit dem Jackenärmel gewedelt wird.
    Dann eben nicht weil es AGI Leute sind, sondern weil die einen eh auf ewig A1 laufen werden — oder die anderen die Vereinsstars von morgen, die bei ihrem Training deswegen andere Schwerpunkte setzten.

    Und schon hast du wieder kulante und strenge Richter.

    Ich weiß nicht, ob du mich richtig verstanden hast, oder ich deinen Beitrag?

    Ich denke, es ist für die Richter aktuell halt wirklich sehr schwer zu entscheiden, wie sie bestimmte Dinge bewerten sollen. In meiner ersten BH hätte ICH als Richter im Endeffekt mehr als die Hälfte gnadenlos durchfallen lassen. Die Leistungen waren wirklich unterirdisch, fast peinlich!!! Aber die Richterin hat alle durchgewunken.

    Bei meiner zweiten BH mit anderem Hund wurde deutlich "strenger" gerichtet und es fielen auch Leute durch, die aber trotzdem echt viel geübt hatten und eben auch nicht so einfache Hunde hatten, die sind halt nicht so lange in der Konzentration geblieben. Das tat mir auch echt leid für die Teilnehmerin. Die hätte bei oben beschriebener BH 1 mit Krönchen bestanden, haha.

    Und wenn man sich halt einfach so anschaut wie unterschiedlich da so gerichtet wird kann man einfach nicht von einem objektiven Bewertungssystem sprechen, was es ja aber sein sollte. Und ich denke, gerade dieser "Zwang", dass eben JEDER diese Prüfung machen muss verleitet natürlich auch Richter dazu, Leute durchzuwinken, damit sie endlich das machen können, worauf sie eigentlich Bock haben.

    Ist aber halt einfach ungerecht, denen gegenüber, die eben ne gute saubere Prüfung laufen.

    Und klar hat man innerhalb der Richter natürlich immer wieder Unterschiede. Aber mal angenommen der ganze Haufen Sportler, der die BH nur macht, weil er sie machen muss, würde wegfallen, - da hat man doch direkt wieder eine deutliche Aufwertung der BH und vermutlich auch wieder bessere Leistungen.
    Gleiches gilt für die anderen fiktiven Einsteigerprüfungen. Im Agility fände ich z.B. gut wenn man: alle Geräte prüft (Hund sollte diese sicher absolvieren, ohne sich umzubringen), darf nicht aus dem Parcours rennen, muss am Start liegen bleiben, muss sich nach dem Lauf anleinen lassen und von fremder Person chippen lassen.
    Das wäre in meinen Augen eine sinnvolle Überprüfung der Turniertauglichkeit. In der Schweiz gibt es sowas ähnliches z.B. schon.

    Und das alles lernt der Junghund ohne körperlich überlastet zu werden bei BH Übungsstunden bzw. im Junghundaufbau.

    Ja, da fängst Du ja hoffentlich nicht mit Gerätetraining an, sondern wirst den Junghund langsam - und zwar ohne körperliche Überlastung - anlernen. Warum also nicht mit einem BH-Training?

    Ja, und gerade deshalb sollen Hund vor Überlastung und vor frühzeitigem Einsatz geschützt werden. Deshalb zum offiziellen Start die BH.

    Das ist wirklich Blödsinn. NICHTS davon lernt man doch wirklich in einem Junghundekurs xD
    Zumal ... BH mit 15 Monaten und Agilityerststart erst mit 18 Monaten erlaubt ist. Also ganz egal ob man die BH schon früher oder später ablegt ... starten darfst im Agility eh erst ab 18 Monaten. Und die meisten, die ich kenne, die fangen für die BH erst an, wenn sie grob wissen wann Termin ist, weil eh keiner Bock drauf hat. Da haben die meisten Hunde eh schon ne recht solide Grundausbildung fürs Agility.


    Manche Argumentationen verstehe ich aber auch nicht ... dann wird geschimpft, dass ja eh keine Perfektion verlangt wird, und an anderer Stelle wird auch wieder gemeckert, wenn Teams dann ohne Glanzleistung bestehen. Also so ganz komme ich hier auch nicht mit.
    Dann heißt es, man soll sich nicht so anstellen, weil BH ja ne Sportprüfung ist und nichts über Alltagstauglichkeit aussagt, im nächsten Konsens heißt es dann wieder, dass man ja wohl die BH-Kommandos ohnehin im Alltag braucht und nichts umsonst lernt. Aaaaaajaaaaa xD Was denn jetzt?

    Zum Rest, ich hatte hier irgendwo zum Thema schon mal aufgelistet, was ICH persönlich als gute Einstiegsprüfung für Agilitysportler gut fände. Und ich fänd's generell eh gut, wenn es einfach spezifische Einstiegsprüfungen gäbe. Da werden dann Dinge abgefragt, die ein Hund für den Sport eh "können" muss, also kein großer Aufwand fürs Training sondern halt wirklich die Basics, die im Sport gebraucht werden. Und das halt für jede Sparte. Sehe da kein Problem. Deutlich weniger Stress für alle Beteiligten und weniger Frust auf allen Seiten. Insbesondere die Richter hätten endlich mal wieder die Gelegenheit klare Linien zu finden, - die machen ja im Moment einen Spagat aus "prüfungskonformer Beurteilung" und "ich drücke lieber mal 2 Augen zu, weil die brauchen es eh nur fürs Hüpfen" ... stelle mir das wirklich alles andere als einfach vor.

    Und niemand müsste sich mehr über nutzlose Prüfungen aufregen.
    Und niemand müsste sich mehr über jammernde "BH-Verweigerer" aufregen, die für alles zu doof sind.
    Und die UO-Leute hätten endlich ihre Ruhe.

    Das wär schöööön. Träumen darf man ja xD Bis dahin heißt es aber wohl noch "Hundeführer xy meldet sich mit ....."

    ich glaube, weil manche dann einfach glauben, dass der Hund 'danach' gut hört...

    wir haben auch im Obi immer wieder Leute, die mit dem Ziel kommen, dass der Hund brav an der Leine laufen soll und kommen soll, wenn sie ihn rufen... |)
    denen erklären wir dann auch immer ganz behutsam, dass das zwar meistens doch irgendwie beim Obi raus kommt, aber dass es eigentlich ein Sport mit einer komplett anderen Zielrichtung ist..
    Und in der Regel kommen die dann halt auch nicht wieder... :hust:

    Haha, das kann ich mir sehr gut vorstellen :)

    Es gibt Versicherungen, die den Beitrag bei Hunden mit BH reduzieren und es gibt Gemeinden, die den Steuersatz senken.

    Aber eigentlich ging es, glaub ich, darum, dass mancher Hund nicht mit dem Sporthundeführer die BH ablegt.


    ah, stimmt natürlich. Bei uns gibt es diese Beitragsreduzierung natürlich nicht - vermutlich hab ich deshalb nicht auf dem Schirm.