Leider ist es zu einfach zu sagen, geh zum VDH und du wirst einen gesunden Hund bekommen.
Leider ist es oft aber eine noch schlechtere Idee zu einem Vermehrer zu gehen oder sich einen Wühltischwelpen zu kaufen.
So oder so, es gibt nie eine Garantie. Der Ottonormal-VDH-Züchter ist leider kein Populationsgenetiker, sondern in erster Linie nur "Hundehalter mit Zuchthunden". Rassezuchtvereine geben ein Mindestmaß an Sicherheit für Kontrolle und Standards - das ist gut. Aber schlecht ist, dass manche diese Standards langfristig gesehen einen negativen Effekt auf die Gesunderhaltung einer Rasse haben können. Geringe Populationsgrößen, bzw. geringe genetische Varianz (das ist ein Unterschied!) und Trends bzgl. bestimmter Phänotypen, popular sire und geschlossene Zuchtbücher führen zu einer genetischen Verarmung und zu einer "Aufkonzentration schlechter Gene". Das lässt sich einfach nicht leugnen!
Wie transparent und offen Züchter mit gesundheitlichen Mängeln umgehen, ist meiner Meinung nach auch von RZV zu RZV sehr, sehr unterschiedlich. Bei manchen werden Themen praktisch tot geschwiegen, bei anderen werden sofort Datenbanken eröffnet und Infos gesammelt.
Mein Tipp an Neuhundehalter:
- eine Rasse wählen, die insgesamt vom Typ her moderat ist und keine Qualzuchtmerkmale aufweist
- Infos einholen unter welchen Verbänden und Vereinen die Rasse gezüchtet wird
- Gesundheitsstandards und deren Überprüfbarkeit checken
- In Rassegruppen mal so nachfragen, welche Erkrankungen bei der gewählten Rasse noch eine Rolle spielen
- Züchter und verschiedene Hunde der Rasse live anschauen
- eine Verpaarung mit möglichst niedrigen IK und hohem AVK wählen und Gesundheitsergebnisse der Eltern und ggf. schon vorhandener Nachzucht anschauen
Ich finde, wenn man Geld in die Hand nimmt um sich für die mindestens nächsten 10 Jahre ein Familienmitglied anzuschaffen, sollte man das auf jeden Fall auf die Kette kriegen.