Hallo zusammen,
Mich beschäftigt das Thema jetzt schon ne Weile und in meinem Bekanntenkreis kommen sehr spannende Antworten, denen ich nur bedingt zustimmen würde.
Also hier meine Fragen an euch: Wie viel Gehorsam setzt ihr voraus, bevor der Hund frei laufen darf? Wie viel Risiko, dass er doch mal weg läuft, nehmt ihr in Kauf? Wie oft müssen Trigger Situation an der Leine geklappt haben, bevor ihr euch sicher seid, dass ihr entspannt spazieren gehen könnt?
Gar nicht so einfach zu erklären. Ich hab alle meine Hunde, die als Welpen zu mir kamen, sehr schnell in ungefährlichem, übersichtlichem Gelände (also nicht an Straßen, Eisenbahnschienen ect und eher auf freiem Feld mit gutem Überblick) in den Freilauf geschickt. Ist schon so, dass es, solange sie noch kleine Zwacken sind, noch am einfachsten und spaßigsten ist.
Allerdings folgte dem Spaß meistens nach einiger Zeit die Verwandlung in ein Pubertier mit Bohnen in den Ohren - und das hiess dann bei mir immer "ab an die Schlepp" bis der "phöse Geist" wieder entfleucht war und man wieder alle Murmeln an der richtigen Stelle hatte.
Mit Ben hatte ich es ein bisschen schwerer, der kam ja nicht als Welpe zu mir sondern erst mit 5 /6 Monaten und hatte da durchaus keinerlei "Welpenfolgetrieb" mehr und sein Dickschädel und seine Neugier auf alles mögliche hat es auch nicht grad einfacher gemacht.
100 % Gehorsam werd ich mit ihm nie erreichen. Was im Umkehrschluss bedeutet: auch keine 100% Freilauf.
Oben im Bürgerwald oder irgendwo im nirgendwo im freien Feld da kann er die meiste Zeit ohne Leine. Mittlerweile weiss ich, was ihn triggert und wie ich ihn wieder auf mich fokussiere - aber das hat ein gutes Jahr und einiges an Training gebraucht, bis das so gelaufen ist, wie ich mir das vorstelle. Aber auch heute noch gilt: ich lein ihn lieber einmal zu oft an, als das eine mal nicht.
Wir wandern viel in Naturschutzgebieten und dort herscht i.d.R. sowieso Leinenpflicht, da kommt er dann halt an die 10er Schlepp und gut is.
In der Stadt, an Straßen/Bahngleisen, oder wo viele Menschen/Radfahrer/andere HHs ect unterwegs sind, also in eher urbanem oder belebtem Gelände, bleibt er bis heute meistens an der Leine. Ist allerdings kein großes "Opfer", denn innerstädtisch unterwegs sind wir eigentlich eh nur beim Trailen und das findet bekanntlich nur an der Leine statt.