Beiträge von LaBellaStella

    Zitat

    Aber er reagiert weil er sich um seine Herde 'sorgt' (sofern ein Hund das kann), oder?
    Was ist seine Motivation, wenn sie nicht Angst ist?


    die meisten HSHs sind mehr territorial veranlagt. ob man, wenn ein hund sein territorium verteidigt (inkl. allem, was da drauf kreucht und fleucht) von angst als motivation sprechen kann, das weiss ich ehrlich gesagt nicht.

    hat ein rudel löwen in der afrikanischen steppe oder ein freilebendes rudel wölfe als motivation vordergründig ein angstgefühl, wenn es ein anderes rudel vertreibt?

    also angst so wie wir menschen sie empfinden? ich glaub nein. da ist das andere rudel wohl eher eine konkurrenz, es geht um ressourcen und wohl auch ums überleben des rudels. aber ob da im bewusstsein irgendwo etwas wie "angst" vorhanden ist?

    eine art urangst vielleicht, das mag sein. aber sicherlich keine unsicherheit.

    was nun die hshs betrifft: man trifft auf mehr HSHs, die in der familie, innerhalb ihrer normalen umgebung eher ruhige gesellen sind, mit hoher reizschwelle. mache sagen ihnen sogar ein gewisses phlegma nach.

    dem widerspricht allerdings, dass sie von null auf hundert in mach 2 sind, sobald sich etwas ereignet, was ihre aufmerksamkeit verdient.

    man trifft auch immer mal wieder auf ausgesprochene "faulpelze" - aber auch ein HSH ist gut zur mitarbeit zu motivieren, wenn man was findet, was er gern macht. allerdings, eine gewisse sturheit kann man ihnen nicht absprechen :D

    kommts her = alle drei mal langsam aber sicher bei mir eintrudeln, es darf aber noch kurz fertig gepinkelt oder geschnüffelt ect. werden.

    "hier hier hier" in schneller reihenfolge: alle drei zu mir, ohne getrödel, ohne gehudel. sozusagen der "geordnete rückzug".

    sam/joey/jimmy/ hiiiiier: der der gerufen wird, kommt.

    ein langer 2ton pfiff auf den fingern: ankunft per lichtgeschwindigkeit hoch drei bereits vorgestern bei mir - alle drei, ohne umweg, ob zu lande, zu wasser oder in der luft. prestissimo.

    Schutztrieb ist mMn auch sehr eng mit Angst und Unsicherheit geknüpft.. wenn ich recht überlege habe ich noch keinen 'nicht- unsicheren' Hund getroffen, der sich/ andere zu schützen versuchte.[/quote]

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    hm, jahein.

    kann sein, dass der eine oder andere das mit schutztrieb verwechselt - aber für mich ist das nicht so.

    schonmal einen herdenschutzhund bei der arbeit gesehen? ich meine wirklich "in the job" ?

    da ist soviel souveränität dabei, soviel ruhe - da kommt soviel aus der einfachen "präsenz" - da ist nicht die geringste unsicherheit dabei.

    der rennt nicht kläffend los, verprügelt den wolf/bären/viehdieb - nönö. wäre auch völlig kontraproduktiv - und energieverschwendung.

    die lösen das anders. eher weniger über sinnloses "nach vorne gehen" sondern mehr in sozusagen "wohlüberlegten" abstufungen - das allerdings sehr kompromislos.

    ganz ähnlich könntest du das wohl auch bei gabys neufis beobachten - oder auch in ansätzen schon bei meinem joey.

    eine freundin hat ein ganzes rudel HSHs auf einem hof in ungarn - die arbeiten auch ähnlich. und ja, auch die sind sich sehr sehr sicher in dem was sie tun und wie. aus unsicherheit machen die das nicht.

    für mich heisst "schützen" ja grad eben nicht, dass der hund sich auf alles stürzt was er sieht oder alles, was er hat, blindwütig verteidigt - sondern für mich ist das mehr das, wie ein HSH reagiert (bzw reagieren sollten. was sie zugegebener maßen hierzulande nicht immer tun).

    Zitat

    Du hast ihr in diesem Moment zu verstehen gegeben, dass du mit dem Knurren einverstanden bist. Du solltest sie zukünftig sofort korrigieren, wenn sie dieses Verhalten zeigt.

    wieso sollte sie erstmal nicht mit dem knurren einverstanden sein? versteh ich nicht?

    der hund hat klar und deutlich auf seine weise und sehr klar gesagt, dass ihm die situation so nicht geheuer ist.

    ich finde das zuerstmal eine gute ausgangsposition. darauf kann man aufbauen, wenn man will.

    wie würdest du das denn unterbinden? und vorallem, was würdest du unterbinden? das knurren als solches? das wäre in meinen augen der völlig falsche weg.

    dem hund eine erwünschte option offen halten - ein weggehen auf einen ungestörten platz wäre z.b eine möglichkeit.

    mir persönlich ist ein hund, der mir klar und deutlich aber ohne grossartige aggression zeigt, dass ihm grad was nicht passt, lieber, als einer der stumm vor sich hin "akzeptiert" um dann plötzlich zu explodieren.

    sehr viele hunde können mit kindern bis zu einem gewissen alter nix oder nur wenig anfangen. hier sollte man als hh so vernünftig sein und entweder die situation meiden oder den hund rechtzeitig aus der situation rausholen, oder aber mit kompetenter, individueller hilfe durch einen guten trainer dran arbeiten. (bevor irgendwas eskaliert).

    Zitat

    binbin hat geschrieben:
    Richtig. Thema Stubenreinheit. Die Pinkelgrenze ist die Haustüre. Ich muß den Teppich bezahlen, ich muß dafür arbeiten, ich muß den Gestank aushalten und ich muß mich mitm Vermieter rumärgern. Nicht mein Hund. Wenn euch das alles egal ist, ist das ehrlichgesagt euer Problem.

    dat wird immer besser!

    du meine güte.

    abertausende von welpenbesitzern haben ihren welpen auf die normale, gewaltfreie art völlig ohne geklapse stubenrein bekommen.

    ich auch.

    nur weil du das nicht kannst (warum auch immer...), findest du von allen faulen ausreden ausgerechnet die sorge um deinen auslegeware, deine finanzen, deine wohnsituation und dein riechorgan??

    das nimmt ja geradezu komödiantische ausmaße an.

    ein urteil, dass ich grad vorhin als ich was anderes suchte, gefunden hab. bringt vielleicht ein bisschen licht ins dunkle der paragraphen.

    da sieht man sehr schön, dass es nicht reicht, zu glauben, dass eine ausreichende sicherung bereits ein schild und das verwahren der hunde in der wohnung ist.

    da hätte wohl jeder gesagt, dass der mann, der einfach in die wohnung ging, selber schuld ist. karlsruhe sah das aber anders.

    Zitat

    Ein Halter kann sich auch der Verantwortung dann nicht entziehen, indem er behauptet, es handle sich bei den Angreifern um Wachhunde, für die er wegen der so genannten Nutztier-Bestimmung nur beschränkt haften müsse.

    Neben dem Tor eines Reiterhofs warnte ein großes Schild mit der Abbildung eines Rottweilers: "Vorsicht, bissiger Hund ". An der Tür zum Wohnhaus stand noch einmal "Warnung vor dem Hunde". Davon ließ sich ein Mann aber nicht abhalten, der seine Frau vom Reitunterricht abholen wollte. Nach mehrfachen, vergeblichem Klopfen öffnete er die Tür des Wohngebäudes und wurde von den dort befindlichen Rottweilern und einem Staffordshire Terrier, bei Publikumsverkehr normalerweise im Zwinger, zu diesem Zeitpunkt allerdings im Haus, arg zugerichtet.

    "Purer Leichtsinn", sagten dazu die Richter und sahen den Hundehalter in der vollen Verantwortung: Sind Hunde bekanntermaßen aggressivund bissig, müssen sie besonders sorgfältig beaufsichtigt werden. Je gefährlicher die Hunde sind, desto größere Bedeutung erlangt ihre sichere Verwahrung. Das bedeutet: der Halter eines Kampfhundes haftet auch dann, wenn sich jemand dem Tier unbefugt nähert und es sich in einem eingezäunten Gelände befindet.

    Der Hundehalter hat zu verhindern, dass Tiere ins Freie gelangen und Menschen verletzten können. Im vorliegenden Fall sei es also nicht ausreichend gewesen, dass die Tiere im Haus waren und Warnschilder auf die Hundehaltung hinwiesen.

    (BGH Karlsruhe, Az. VI ZR 238/04)

    quelle: http://toelt-und-hund.de/urteile-hund/hundehalterhaftung/index.php#

    wäre der mann ein einbrecher gewesen, wäre es vielleicht anders ausgegangen. wer weiss.

    Zitat

    Ich würde sagen Qualität statt Quantität.

    jup.

    individuell auf den hund zugeschnitten.

    "bewegung" ist ja ein recht weitgefasster begriff, finde ich.

    nehm ich meinen senior-dackel - dem hängt die zunge nach einer dreiviertelstunde strammen, flotten gehens bis auf den boden.

    nehm ich meinen gosso - der würde nach 5 stunden immer noch fragen, ob wir noch ne runde action machen.

    das dackeltier muss "ruhe halten" nicht lernen - er muss aber auch auf der anderen seite nicht mehr fit wie ein turnschuh werden mit seinen 12 jahren und seinem herzfehler - der braucht jeden tag ein bisschen bewegung und ein bisschen "hirnjogging" - aber weit weniger als die beiden grossen.

    beim gosso, als hüti, wäre ein reines rumgerenne über stunden um ihn "auszulasten" auch kontraproduktiv: ich könnte das auf dauer wohl gar nicht leisten, hätte einen hund, der stetig mehr und mehr bewegung fordert ohne dass er dadurch "kopfmäßig" ruhiger werden würde. da braucht es ein bisschen gefühl dafür, wieviel tatsächliches "trim dich" nötig ist, wieviel "gehirnjogging" er braucht und wieviel ruhe-nu-ist-mal-gar-nix-los er braucht.

    der herdi ist von haus aus wesentlich weniger bewegungsjunkie gewesen, als der hüti. er macht gern alles mit - rennspiele, jagdspiele, mal ne runde frisbee - aber auch er ist mehr der "kopflastige" typ.

    die beiden grossen sind begeisterte "bergsteiger" - tagestouren sind mit ihnen kein problem - aber da musste z.b. der gos auch erst lernen, dass er seinen bewegungsdrang "langsam" auslebt und sein pulver nicht gleich die erste halbe stunde "verschiesst". es nützt ja nix, wenn er dann oben am gipfelkreuz platt ist - runter muss man ja auch wieder irgendwie.

    von daher: die goldene mitte ist wichtig - damit der eigene hund zwar seinen bewegungsdrang ausleben kann aber trotzdem nicht zum bewegungsjunkie wird.