Beiträge von Missy2023

    ein Minimum an Bedürfnissen

    Das ist ja mein Punkt: was dieses "Minimum an Bedürfnissen" ist, darüber gehen die Meinungen auseinander. Daher bringt es auch nichts, darüber zu reden, als sei das ein objektiver Fakt.

    Absolut. Und auch da entscheidet der Faktor Individuum mit. Aber es bringt doch auch Nix zu sagen „Ja ja das passt schon“ und dann reicht es diesem Individuum eben nicht. Ich finde einfach da sollte einfach vor Anschaffung auch drüber nachgedacht werden. Erstmal sind Hunde Lauf- und Bewegungstiere. Bewegung ist wichtig für ein gesundes und glückliches Leben.
    Du löst es am Fahrrad. Andere mit langen Spaziergängen. Wieder andere durch Sport.

    wobei man aber sagen muss, zweimal am Tag ne halbe Std am Fahrrad ist ja auch nochmal ne Std Bewegung. Und noch dazu straight am Fahrrad

    Na klar, das ist bei mir auch einkalkuliert. Aber dennoch komme ich nicht auf drei Stunden täglich oder mehr als eine Stunde am Stück. Meiner Beobachtung nach sind Hunde da flexibler, als hier manchmal kolportiert wird. Nicht alle Hunde natürlich, aber doch viele.

    Naja 1h am Rad ist aber einfach auch eine andere Bewegung als 1h Leinenspaziergang.
    Natürlich sind Hunde anpassungsfähig. Das macht sie doch zu so einem tollen Lebensbegleiter. Aber die Frage, wenn man nur bereit ist ein Minimum an Bedürfnissen bereits VOR der Anschaffung zu erfüllen, ob es überhaupt ein Hund sein muss, ist doch legitim.

    Hier funktioniert arbeiten und Hundehaltung nur, weil der Hund mit zur Arbeit kommt. Das bedeutet aber zumindest für mich auch, dass die Zeit außerhalb der Arbeit zum größten Teil dem Hund gehört. Auch wenn Hunde viel schlafen. 6h Wachzustand gehört halt dazu. Und da kann man sich ja ausrechnen, wie viel Zeit noch für einen selbst bleibt, wenn Hund 8h im Büro verpennt hat.

    Ich würde halt auch noch einmal die Frage in den Raum werfen, warum man eine Hund möchte. Den Tieren ein möglichst bedürfnisorientiertes Leben zu bieten ist doch das Hauptziel was man haben sollte. Und dazu gehört eben Bewegung, Abenteuer erleben, soziale Interaktion, Ruhephasen und Fressen.

    Ich habe einen Mischling und der haart für meine Ansprüche wenig genug. Dennoch ist spätestens alle 2 Tage der Staubsauger fällig, sonst gibt es Fellmäuse (die nächsten Verwandten zu denn Wollmäusen 😅). Und ja auch kurzes Fell bringt Dreck und Matsch mit in die Hütte. Nix was man nicht mit ein wenig Aufwand in den Griff bekommt. Ich bin halt aber auch nicht so pingelig mit dem Haushalt. Dennoch mag ich es, wenn meine Fliesen weiß und nicht grau sind.

    Ich glaube du stellst halt aktuell die falschen Fragen. Die Wohnung ist hier Ruheort. Action gibt es draußen. Zu Hause wird geschlafen. Darum ist die Wohnung beispielsweise nicht so das k.o. Kriterium für viele Rassen. Aber das darf jeder für sich bewerten.

    Und ja ein Hund bellt auch mal. Wie und in welchem Ausmaß ist auch Erziehungssache. Ja es gibt Rassen die sind gesprächiger. Das bedeutet aber im Umkehrschluss nicht, dass alle anderen Hunde stumm sind. Grundsätzlich kann erstmal jeder Hund bellen.

    Ich finde es für die Hunde immer sehr schade, wenn sie (egal welche Rasse) einfach nur da sein sollen. Das was du beschreibst ist meiner Meinung nach einfach ein Mindestmaß an Bewegung, die jeder Hund bekommen sollte! Daher hoffe ich sehr, dass du noch einmal einen Schritt zurück machst. Geh einfach nach dem Post noch einmal tief in dich, ob du wirklich einen Hund haben möchtest. Und was du für den Hund alles in Kauf nehmen magst.

    Puh - also den effektivsten Weg für Meideverhalten war bisher der Tag, an dem die Pferde nicht mehr so cool waren und der Hund was gebrochen hatte. Und als Ponyhofmädchen hab ich sowas leider öfter erlebt. Das abzuwarten wäre jetzt allerdings nicht so mein bevorzugter Weg…

    Lass den Hund einfach nicht mehr auf die Wiese. Erstmal mit Leine und einem stumpfen Verbot. Pferde gehen ihn nix an. Wenn er das akzeptiert, mit Schleppleine festigen. Und erst wenn du absolut sicher bist, dass dein Hund nicht mehr hin rennt kannst du ableinen. Was du da beschreibst, birgt einfach für alle ein absolut unnötiges Risiko.

    So allgemein - ich nutze in der Erziehung schon alle Quadranten der Lerntheorie. Aber nicht bei Kommandos. Da arbeite ich rein positiv. Mein Hauptziel ist natürlich der nettestmögliche Umgang mit meinem Hund. Aber vom Typ braucht sie Regeln und Grenzen. Und ja, ein Abbruch wird auch mit Strafankündigung abgestraft.

    (Hervorhebung von mir)

    Also mit positiver Verstärkung UND positiver Strafe? Oder was bedeutet das?

    Das find ich einen der Kernpunkte dieses Threads. Was heißt „ich arbeite rein positiv“?

    Sorry mein Fehler „positiver Verstärkung“. Da ist ein wichtiges Wort verschluckt worden durch mich!

    Mal ganz pragmatisch - ein Sitz ist es für mich nicht wert, bei Nichtbeachtung gestraft zu werden.

    Ich bin aber auch jemand der unterscheidet zwischen Erziehung und Training. Erziehung sind all die netten Dinge die kein Kommando benötigen. Verlasse die Wege nicht. Belästige niemanden. Verhalte dich möglichst gesellschaftsfähig. Jage nicht. Springe niemanden an. Schreddere niemanden. All diese Dinge sind für mich super wichtig im Zusammenleben und die werden einfach bei korrektem Verhalten gelobt. Und bei massivem Fehlverhalten gibt es auch mal Strafe (völlig neutral und der Situation möglichst angemessen).

    Alles was Hobby/Training ist wie Kommandos, Sport etc. benötigt hier keine bewusste Strafe. Beziehungsweise wäre es mir nicht wichtig genug, dass abzustrafen. Da arbeite ich beispielsweise eher mit Wiederholung oder ignorieren. Würde mir im Bereich „Erziehung“ halt nie einfallen.

    So allgemein - ich nutze in der Erziehung schon alle Quadranten der Lerntheorie. Aber nicht bei Kommandos. Da arbeite ich rein positiv. Mein Hauptziel ist natürlich der nettestmögliche Umgang mit meinem Hund. Aber vom Typ braucht sie Regeln und Grenzen. Und ja, ein Abbruch wird auch mit Strafankündigung abgestraft.

    Ich hab halt auch einen Typ Hund den kann man nicht alltagstauglich shapen. Ohne menschliche Leitung würde sie sich grundsätzlich genetisch bedingt für eine nicht gesellschaftsfähige Lösungsstrategie entscheiden. Ganz schlicht und einfach. Natürlich wird sie für korrektes Verhalten immer positiv bestätigt. Wenn sie aber gerade der Meinung ist, dem Hund auf der Straße seine Existenz abzusprechen gibt es einen Abbruch. Das hat nun ja nix mit Misshandlung zu tun. Strafe ist vielseitig. Und absolut Hundeabhängig.
    Beispiel: Training Hundeplatz. Die Maus ist der Meinung sie muss nicht zu hören und will den einen Tag lieber Party machen. Joar Hund eingesammelt und ins Auto gepackt. Höchststrafe für mein Tier. Sie liebt arbeiten. Sie will mit dem Menschen grundsätzlich arbeiten. Ergo - anleinen und Pause ist absolut böse für sie. Hat nix mit Misshandlung oder whatever zutun. Und da sie das Verhalten nicht mehr zeigt wohl eindeutige eine Strafe.
    Der Hund einer anderen Teilnehmerin. Gleiches Szenario. Mit dem Unterschied der Hund hat Null Bock gehabt auf Arbeit. Das wäre die absolut hochwertigste Belohnung gewesen. Und mit dem Verlassen des Platzes in der Situation hat der Hund das Verhalten direkt öfter gezeigt.

    Ich finde es heuchlerisch zu behaupten man arbeitet nur Positiv. Ich bin überzeugt das tut niemand. Egal wie oft es jemand betont. Ich finde es persönlich einfach wichtiger ehrlich zu sich selbst zu sein. Und jemand der gezielt auch mal sagt „ja ich arbeite auch mit Strafe“ ist für mich meist reflektierter.


    ach und zu der selbstbeweihräucherung des Nordischen - Ich kenne diverse Nordische die so gut wie immer frei laufen können und mit allen Quadranten trainiert wurden. Da jagt niemand. Nur mal so als Gedankenimpuls und zum Thema selbstreflexion…

    Nun - ich finde die verbreitete Einstellung hier in Schulen und Vereinen super - Läufigkeit ist keine ansteckende Krankheit. Natürlich trainieren die mit. Und wenn eine Rüdenbesitzer rumnörgelt finde ich auch die Frage gerechtfertigt, wie man denn bitte durchs Leben kommen will :ka: läufige Hündinnen können einem schließlich wirklich begegnen. Meist siegt dann doch die Einsicht, dass es hilfreich sein kann, im kontrollierbarem Rahmen seinen Rüden zu trainieren.