Mmmmmh .... das haben wir auch gelesen und gehört. Auch noch mit 12 Wochen ?
Ein erwachsener Hund schläft (döst) 18-20 Stunden am Tag. Das Schlafbedürfnis eines Jungspunds ist höher.
Am Vormittag haben wir meistens einen möglichen "Aufreger" (10 min üben oder mal Freunde eingeladen oder auch mal schon eine Autofahrt oder mal draußen gewesen.
10 min üben ist in dem Alter viel zu lang. So lange kann sich ein Hund doch gar nicht konzentrieren. Übrigens auch eines der Probleme die ich mit Welpenstunden habe.
Freunde einladen? Der Kleine ist erst ein paar Tage da - da soll er EUCH Kennenlernen. Nicht Freunde.
. Er soll ja alles auch kennenlernen.
Nein - Soll er nicht. Nicht in dem Alter. Wie soll er auch alles kennenlernen? Dieser Anspruch ist völlig überzogen und führt genau zu dem Punkt "Überforderung". Ich weiss, ihr könnt nichts dazu. Das wird ja noch so häufig gepredigt. Aber es ist nichtsdestotrotz nicht richtig.
WAS er lernen soll ist, dass er fremde Situationen gelassen nimmt und nicht in Panik verfällt. Er soll lernen, Vertrauen in euch und in sich selbst zu haben.
Mal ein Beispiel: den größten Trubel, den meine Kleine kennenlernte, war das Drumrum normaler Agi Turniere ... und dann habe ich sie mit 7 Monaten auf eine CACIB mitgenommen zum Ausstellen. Dagegen sind Agi Turniere ein Witz. Vor dem Einlass morgens eine Menschentraube, Hunde jeglicher Grösse, Rasse, Farbe ...
Meine Kleine setzte sich ca 30-40 m davor hin und beäugte sich das Ganze etwa eine Minute. Für einen Moment dachte ich echt schön, das war ihr jetzt doch zu viel. Pustekuchen. Nachdem sie sich das Geschehen etwa 1 Minute angesehen hat stand sie auf, Kopf erhoben, Rute oben. Völlig cool und rotzig frech stratzte sie auf den Trubel zu und mittenrein. So blieb das den Rest des Tages. Nicht einmal dass sie eine Unsicherheit oder Ängstlichkeit gezeigt hätte. Nicht mal im Ring wo sie voller Begeisterung erst mal den Richter begrüsste, der nach 3 anderen Hunden in der Jüngstenklasse, die unsicher mit eingezogener Rute durch den Ring schlichen hellauf begeistert war, eine so selbstsicherer, in dem Alter schon so souveräne Hündin zu sehen. O-Ton "Dieser Hund ist eine Werbung für die Rasse".
Das Ziel guter Sozialisierung sollte nicht sein, den jungen Hund möglichst schnell mit allem vertraut zu machen, was ihm im Leben begegnen könnte - denn das ist unmöglich. Mir ist es bis heute Bsp. Nur einmal passiert, dass auf dem Feld neben uns ein Deltasegler (oder wie auch immer die Dinger heissen) gelandet ist. Die Leute hatten sich verflogen und die Orientierung verloren.
Also kann ich meinen Hunden so nicht ohne weiteres beibringen, dass so was mal passieren könnte.
Das Ziel guter Sozialisierung sollte also sein, dem Hund das Vertrauen zu geben, unbekannte Situationen zu meistern.
Zitat
Bis auf einen kleinen Mittagsschlaf und einem Vorabendschlaf schläft der kleine kaum am Tag.
Das ist deutlich zu wenig. Aber das Thema hatten wir ja schon. Da müsst ihr dafür sorgen, dass der Kleine Rückzugsmöglichkeiten hat. Da er ja erst ein paar Tage bei euch ist, ist das alles noch ungewohnt für ihn und damit schlicht Stress. Deshalb findet er auch noch keine Ruhe.
Er ist jetzt erst mal gefordert, diesen Stress des Umzugs zu verkraften und zu verarbeiten.
Wenn ihr da noch immer mehr drauf packt, bringt das gar nichts. Ist wie bei einem kleinen Kind ... das kann auch nichts mehr lernen, wenn es überfordert und müde ist.
Mit dem Hinterherlaufen wurde ja schon geschrieben, was ihr am besten tun solltet.