Hier schreiben doch manche Leute aus der Humanmedizin. Vielleicht hat jemand Erfahrungen mit MRT?
Ich höre gerade DLF "Sprechstunde" über Bandscheibenvorfälle. Da können, ist ja Radio, immer Zuhörer*innen anrufen und Fragen stellen.
Ziemlich am Ende der Sendung (der Schiebregler ist ganz unten im Browserfenster) ruft eine Person an mit der Stimme von Claudia Obert (falls jemand den Originaldialog hören möchte, ca Minute 52 oder 53) und fragt die Chefärztin danach, ob es Sinn machen würde, ein zweites MRT anzufertigen, um zu schauen, ob die Behandlung erfolgreich war.
Die Ärztin meinte, dass man das nicht machen würde und dann, dass die Symptomatik der Anruferin sich dadurch chronifizieren könne und ihre Schmerzen sich durch ein weiteres MRT verstärken könnten.
Hab ich noch nie gehört. Hat jemand eine Erklärung dafür? Oder eine These?
Es kommt immer darauf an, ich empfehle in den seltensten Fällen ein weiteres MRT.
Die Frage ist halt, was erwarte ich zu finden?
Wenn die Beschwerden sich gebessert haben(was bei einem Bandscheibenvorfall zwischen 4 Wochen und 2 Jahren dauern kann->je nach Art der Behandlung, Lage des Bandscheibenvorfalls und Mitarbeit des Patienten), brauche ich kein weiteres Bild... wozu auch?
1.)bei chronischen und starken Schmerzen bildet sich oft ein sogenanntes Schmerzgedächnis aus.
D.h. der Körper sagt "nach vorne beugen tut weh" das merkt sich das Gehirn. Irgendwann sagt das Gehirn "nach vorne beugen um 45° tut weh"... also löst es bei einer Vorbeugung von 43° einen Schmerzreiz aus, damit du die gereizte Struktur nicht weiter reizt.
Dadurch entsteht schnell ein Schmerzsyndrom.
Bist du jetzt ein vorsichtiger Mensch, oder leicht "hypochondrisch" veranlagt, kann es einfach sein, das dein Gehirn immer wieder nach neuen Schmerzmakern sucht. Das führt irgendwann dazu, das das Gehirn eine leichte Muskelanspannung bei 42° Beugung als Schmerz identifiziert.
->hast du nun ein weiteres MRT, in dem zu sehen ist, das immer noch ein Stück Bandssscheibe in der nähe eines Nerven liegt, und im Arztbericht steht "leichte Nerveneinengung", fühlt sich dein Gehirn bestätigt.
Das blöde ist, das passiert oft unbewusst, und man kann es nicht steuern.
2.)Ein MRT, und besonders eines, welches im liegen durchgeführt wird(Kasse zahlt nur liegende MRT, und es gibt in Deutschland nur eine Hand voll, die im stehen Bilder machen), hat selten(alleinstehend) eine reale Aussagekraft. (Es bedarf eines Verdachtes, und weiterer Untersuchungen). Es zeigt nur die Situation im liegen, aber nicht in Belastung.
Habe ich einen Befund im MRT und einen passenden Schmerz, kann ich beides zusammenfügen.
Habe ich aber keinen Schmerz, aber einen "Befund" im MRT kann ich psychosomatische Schmerzen auslösen, oder aus einer einfachen Muskelverspannung einen schwerwiegenden Bandscheibenvorfall machen.