Ich bin selber Physiotherapeutin(Human/Hund), und kann viele Argumente hier verstehen und nachvollziehen, von beiden Seiten.
Hier mal meine Meinung und Erfahrungswerte:
Schmerzmittel:
-Werden nicht ausschließlich gegen Schmerzen gegeben, sondern enthalten oftmals Entzündungshemmer.
-Jedes Schmerzmittel setzt an einem anderen Rezeptor an, es gibt welche, die gegen Nervenschmerzen helfen, welche die gegen Muskelschmerzen helfen, welche die gegen Entzündungsschmerzen helfen.
-nicht jedes Schmerzmittel hilft bei jedem auf die gleiche Art und Weise(dem einen hilft Aspirin gegen Kopfschmerzen, der nächste spricht mehr auf Diclophenak an)
-Opiate sind wirklich die Dinger, die den Schmerz komplett ausschalten, alle anderen dämpfen Schmerzen, die einen mehr, die anderen weniger
Schmerz:
-ist ein Schutzmechanismus, damit der Körper geschont wird, damit ich morgen nicht vom Säbelzahntiger gefressen werde
-heutzutage habe ich 1000 Möglichkeiten mich zu schonen, weil das Wissen, und die medizinischen möglichkeiten so manigfaltig sind.
-Ich kann auch einen Hund für einige Tage oder Wochen Immobilisieren... indem ich ihn an der Hausleine lasse, mit ihm in einem ruhigen Raum bleibe, oder ihn begrenze
-Schmerz, besonders im Bewegungsapparat ist eine ganz fiese Geschichte, weil durch Fehlbelastungen Muskelverspannungen auftreten, Sehnenreizungen auftreten können ->besonders in den Beinen, die eigentlich Gesund sind
-Schmerz ist in unserer modernen Welt nicht nötig ->ich wundere mich immer wieder über die Patienten, die nach einer OP, oder Bandscheibenvorfall patout keine Schmerzmittel nehmen wollen "ich kann das aushalten" <-ja... aber warum?
-als Mensch entscheide ich, ob ich etwas aushalten will(ja, das geht, ja, es gibt Marathon Läufer die mit gebrochenem Zeh noch 30km gelaufen sind...)
-für mein Tier muss ich entscheiden... und nur, weil es mit Schmerzen rennt und tobt, heißt es nicht, das die Schmerzen nicht all zu groß sind, das ist ein trugschluß (der Hund zeigt keine Schwäche, weil das in der Natur seinen TOD bedeuten könnte... dann lieber fiese Schmerzen, aber am Leben, als wenn man ängstlich in der Ecke hockt und verhungert)
Verletzungen nach Aufprall Trauma:
-viele Frakturen werden oft erst nach 3-4 Wochen gesehen, wenn das umliegende Gewebe abgeschwollen ist, und die Knochenfragmente nicht mehr zusammen gedrückt werden
-nicht jede Schwellung im Gewebe ist direkt sichtbar, besonders, wenn es eine Schwellung unter der Knochenhaut, oder innerhalb einer Gelenkkapsel sitzt
-Im Moment eines Aufpralls spannt sich die Muskulatur an, um den Körper zu stabilisieren. Das führt oft zu Mikrofaserrissen, oder Teil- bzw Komplettruptur von Bändern und Muskeln
-im Ellenbogengelenk läuft der Nervus Ulnaris direkt am Knochen(die meisten kennen den "Musikantenknochen")... haben wir in diesem Bereich eine Prellung, verspannten Muskel oder eine angeschwollene Gelenkskapsel -> macht das im Ellenbogen bis in die Pfote Schmerzen
-die meisten Verletzungen können im Röntgen gar nicht gesehen werden
Dies ist kein wertender Text, sondern sind rein medizinische Tatsachen und Erfahrungswerte