Ich würde erstmal versuchen wollen das weiter einzuordnen:
- Du willst anscheinend eher einen Hund aus dem Tierschutz und keinen Hund vom Züchter, oder? Da tut man sich mAn am einfachsten mit einem schon Erwachsenen Hund. Reinrassige Welpen findet man im Tierheim eher selten, und dann kann man da in aller Regel schwer nach Rasse sortieren. Mischlingswelpen sind einfach Überraschungseier, man weiß nicht was drin ist, nicht wie groß die werden, nicht wie die sich so wesenstechnisch entwickeln werden... Hat man also konkrete Vorstellungen is das eher nix. Junghunde ( da reden wir jetzt mal von Hunden bis zu 2-3 Jahren ) werden gern mal aus Überforderung abgegeben, erwachsen sind viele Rassen erst mit 3-4 Jahren ( kleine Hunde mitunter auch schon mit 1,5 oder 2... Das variiert nach Größe, Hundetyp und Geschlecht so n bisschen, Rüden brauchen da oft länger als Hündinnen, kleine Hunde sind schneller erwachsen als große Hunde... ). Die Junghundezeit is halt geprägt davon dass der Hund feststellt was und wer er eigentlich ist, Wach- und Jagdtrieb bspw sind da erst ab nem bestimmten Alter voll da und mit Geschlechtsreife stellen einige Hunde durchaus auch mal fest dass sie doch nicht mehr jeden Hund so gut finden. Heißt also - wenn Tierschutzhund, tut man sich nen Gefallen damit wenn der Hund mindestens 3, besser 4 Jahre alt ist. Auch wichtig zu bedenken ist, wenn man sich einen Hund bestimmten Alters holt - wenn man vor hat den OP-/Krankenversichern zu lassen, kannst schwierig werden, insbesondere wenn schon Erkrankungen bekannt sind. Tendenziell schadet es bei Tierschutzhunden nicht wenn man schon weiß was in etwa zu einem passt und wie welcher Hund so circa gelagert sein könnte, aber in erster Linie orientiert man sich da am Individuum. Total sinnvoll in der Hinsicht wenn man noch total unerfahren ist, ist es erstmal eine Zeit lang als Gassigänger im Tierheim tätig zu sein. Da kann man schon schauen mit welchen Hunden, bzw welchen Eigenheiten man so an sich ganz gut zurecht kommt und womit nicht? Was man gern mag und was einen eher stört ? Und man bekommt auch ein Gefühl für die Größen an sich. Man kann da schonmal spüren wie viel Kraft bspw 10, 20 oder 30 kg Hund haben.
Wenn man einen Hund vom Züchter wählt, dann läuft das so dass man sich zuerst damit auseinander setzt was es so für Rassen gibt, was man sich vorstellen könnte und was nicht, und man die dann näher kennen lernt. Man kann auf Ausstellungen oder Rassentreffen gehen, man kann Züchter besuchen oder mit Haltern kontakten, und denjenigen die da tiefer drin stecken Fragen stellen. Wichtig dabei ist, dass man vor allem erstmal schaut was so vom Typ her zu einem passen würde, und da wirklich versucht nicht zu sehr nach der Optik zu gehen ( man kann sich übrigens an Hunde gewöhnen die einen anfangs optisch nicht so zu sagen und Geschmäcker dahingehend können sich ändern). Und es ist wichtig dass man die Rassen wirklich live und in Farbe soweit möglich im Alltag erlebt, nur so kann man sich ein Bild machen ( Rassenbeschreibungen und Videos bieten Anhaltspunkte, aber wie so oft sind Theorie und Praxis einfach unterschiedliche Dinge und viele Rassenbeschreibungen sind nicht wirklich brauchbar). Wenn man sich für eine Rasse entschieden hat, schaut man wo man seriöse Züchter findet ( sprich erkundigen über Vereine, nicht über Kleinanzeigen, auch wenn dort auch mal seriöse Züchter inserieren, aber wenn man da noch keinen Überblick hat fällt man da sonst schnell auf was Unseriöses herein ), und lernt die kennen ( wenn man das noch nicht hat ). Es kann übrigens auch möglich sein einen bereits älteren Hund zu bekommen, kann vorkommen dass Hunde zurück zum Züchter gehen, oder sich ein Hund dann einfach nicht für die Zucht eignet und deshalb sucht oä. Normalerweise aber, kauft man beim Züchter nen Welpen, klar.
Ich würde mir da also echt die Frage stellen: Möchte ich einen schon Erwachsenen Hund der vielleicht schon viele Dinge kann oder hier und da schon gewisse Dinge erlebt hat ? Oder möchte ich einen Hund dem ich alles erst zeigen und beibringen muss ?
Anfänger geeignet kann beides sein, vorausgesetzt man entscheidet sich richtig.
Möchte man gezielt einen älteren Hund bestimmer Rasse haben, gibt es übrigens auch ganz viele Rassenspezifische Notvereine.
Was man hingegen nicht tun sollte, ist einen Auslandshund als Direktimport kaufen ( ja, auch Tierschutzhunde kauft man). Wenn Auslandstierschutz, dann unbedingt a) vorher informieren welche Vereine wirklich seriös sind ( da gibts nämlich auch einige schwarze Schafe ), b) intensiv damit auseinandersetzen wie die Hunde aus den jeweiligen Ländern so gestrickt sind damit man sich nichts ans Bein bindet was so vorne und hinten nicht passt, und c) die Hunde unbedingt gründlich bei einer Pflegestelle kennen lernen wo der Hund schon wohnt und die Leuts dir aus dem zusammen leben sagen können wie der so ist und welche Themen es ggf gibt.
- Ansonsten würd ich nochmal fragen welche Größe du dir konkret vorgestellst. Mittelgroß ist ein dehnbarer Begriff. Für den einen ist ein Beagle schon mittelgroß und ein Border Collie schon ein großer Hund, für den anderen ist ein Mittelschnauzer noch klein und ein Dalmatiner Mittelgroß ( der für andere Menschen eher als großer Hund durchgeht ). Ich für mich empfinde bspw so circa den Bereich zwischen 40- und 60 cm SH als mittelgroßen Hund. Die Gewichtsspanne kann sich da schon auch nochmal deutlich unterscheiden. Es ist einfach n Unterschied ob der Hund 10 oder 30 kg wiegt, und grad wenn man in nem mehrstöckigen Haus lebt ist es mAn einfach wichtig sich da ne Gewichtsgrenze zu setzen. Es kann immer mal sein, dass man den Hund tragen muss. Bspw weil er sich verletzt hat oder frisch operiert ist, weil er zu alt ist um die Treppen zu laufen oder weil es wie gesagt ein Welpe ist der noch keine Treppen laufen darf.
- Dann eben die Frage mit welchen Eigenschaften man zurecht kommt und mit welchen nicht. Ja, vieles findet man erst im zusammen leben raus, aber man kann schonmal sortieren indem man Hunde kennen lernt, mit Hunden Gassi geht, schaut welche Eigenschaften sich mit den Umständen tatsächlich ausschließen, und sich selbst reflektiert. Im Zweifel lieber zu kritisch als zu rosig drauf gucken. Beispiele dafür hast du ja schon genannt wenn man zB an Shiba Inu oder Basenji denkt. Die sind einfach eigen, das bedeutet aber nicht dass es dir nicht liegen muss, aber vieles liest sich oft angenehmer als es dann tatsächlich ist. Oft ist man da dazu geneigt zu denken Ach das is doch schon wenn die bissl eigenständiger sind, bis man dann merkt wie das wirklich ausschaut. Ein Labbi oder Golden hingegen wäre wieder ein komplett anderer Schlag Hund, im Gegensatz zu den anderen Beiden aber Rassen die sehr beliebt sind, und viele Rassen sind das nicht ohne Grund. Wenn man jetzt allerdings bspw im 3. Stock ohne Aufzug lebt, ist ein Hund in der Größe natürlich eher nicht das Ideal. Sollten die aber bspw vom Wesen sehr gut passen und dann nur das Haaren stören... ja mei, wäre dann halt ein begehbarer Kompromiss.
- Und mach dir ne Liste mit Eigenschaften die du auf jeden Fall brauchst, Eigenschaften die auf gar keinen Fall gehen, und nem Mittelbereich bei dem du flexibel bist.
Und unterm Strich sind manche Dinge auch einfach Erziehungssache. Bspw Kläffen oder allein bleiben, Ruhe in der Wohnung, das ist im Regelfall Erziehung und nicht Eigenschaft.
Ansonsten: Das was du bisher so beschreibst an Bewegungspensum ist so unterm Schnitt für jeden gesunden Hund machbar. Stellen aber auch eher das Minimum dar.