Wahrscheinlich als allererstes "wie schaffe ich es, dass der Gummi-Hund still hält".
Ich hab die Bouviers ja auch selber frisiert. Nicht schön, aber selten - für den Hausgebrauch reichte es. Allerdings wurden die ja geschoren / geschnitten.
Woran erkenne ich, dass das Haar "reif" ist? Struppig ist sie jetzt ohne Ende. Aber rein mit bloßen Händen kann ich stellenweise Haare auszupfen, aber das ist (noch?) nicht flächendeckend.
Oder sieht das mit Werkzeug gleich ganz anders aus? Ich habs noch nicht ausprobiert weil vorhin erst erhalten.
Und werden Kopf und Beine auch getrimmt oder nur der Rumpf?
Reifes Haar lässt sich daran erkennen dass es nicht mehr so eng anliegt. Was also struppig ausschaut ist meistens trimmbar. Ansonsten ist es ganz sinnvoll während man trimmt immer mal das Haar aufzustellen, altes Haar legt sich da nicht sofort wieder so eng an wie "frisches". Und man erkennt es natürlich auch daran dass es sich recht einfach zupfen lässt und es den Hund nicht nennenswer stört ( reife Haare sind ja totes Haar und die Wurzel nich mehr so fest die die von frischen Haaren, bei noch nich Reifen Haaren ist das verständlicherweis dann unangenehm ). Je nach Fell ist es auch nicht mehr so satt in der Farbe ( das wird besonders bei Rottönen schnell deutlich, aber gut bei weißem Fell natürlich nicht ^^ ), und dadurch dass es ja mehr Zeit hatte zum Wachsen isses auch länger.
Es gibt verschiedene Anleitungen dazu, insbesondere wenn man noch nicht viel Erfahrung hat würde ich 1. unbedingt auf ein stumpfes Trimmmesser achten, und 2. immer drauf achten nur die längeren Haare zu zupfen ( sprich die Haare an den Spitzen/Längen packen, nicht am Ansatz, sonst nimmt man schnell zu viel weg und kloppt Löcher rein ). Bzgl der Zahnungen tun es oft ein feines und ein mittleres Trimmmesser, grobe Zahnungen machen an sich nur bei Hunden Sinn die wirklich dicken Drahtpelz haben, und das sind recht wenige.
Man muss aber auch sagen dass es auch einfach Unterschiede gibt wie einfach die Haare raus gehen. Zum einen natürlich je nach Fell, da gibt's Hunde die sind recht easy zupfbar und Hunde bei denen es allgemein schwergängiger raus geht... Und zum Anderen gern auch je nach Stelle. Meistens gehen die Haare oben am Rücken bspw viel einfacher raus als bspw an den Flanken, den Oberschenkeln oder am Kopf. Für diese Stellen nutze ich bspw lieber meine Hände, ggf mit nem Einweghandschuh ( Trimmfingerlinge gehen auch ). Am einfachsten geht's oft am hinteren Rückenbereich, bei manchen Hunden kann es auch über den Schulterblättern einfacher sein.
Welche Körperteilen trimmbar sind ist total unterschiedlich. Da gibt's auch Tendenzen nach Rasse, bspw sind Irish Terrier, Border oder Russells oft großflächiger trimmbar als bspw Schnauzer oder Westies. Sollten Kopf, Brust und Beine trimmbar sein, würde ich das auch überall trimmen, mit Ausnahme sehr sensibler Stellen wie bspw Bauch, Intimbereich und Schnauze. Bei manchen Hunden sind auch die Oberseiten der Ohren trimmbar, müsst man dann halt schauen. Ich fand die Russells die ich auf dem Tisch hatte tendenziell recht einfach zu trimmen. Die Haare gingen gut raus, man konnte gut erkennen was getrimmt werden sollte und was nicht, und wenn wo mal was nicht raus gehen sollte schaut das auch nicht so fleckig aus ( ich denk da bspw gern an Pfeffie Schnauzer, da is die Farbgebung ja total variabel und je nach Länge ist das unterschiedlich hell oder dunkel, das sieht dann schnell ungleichmäßig aus, wobei ich bei solchen Hunden ohnehin die Abstände kürzer halten würde, eben genau uA deshalb ).
Für den Anfang würde ich mir erstmal ne kleine Fläche aussuchen ( die meisten fangen hinten an und arbeiten sich dann nach vorne ), da kann man dann schonmal nen Eindruck bekommen wie das fertig getrimmt ausschauen sollte und erkennt dann auch nochmal deutlicher was man noch vor sich hat. Bei den Russells hat man es bspw ganz gern mal dass untendrunter Punkte zu Vorschein kommen von denen man nicht wusste dass die existieren.
Am einfachsten finde ich es wenn der Hund auf dem Tisch vor einem steht oder sitzt ( bzgl Rücken ) und seitlich wenn der Hund dann seitlich liegt. Mit einer Hand kann man weiter vorne die Haut etwas stramm halten, in der anderen hält man dann das Trimmmesser, kann sich nach Bedarf die Haare aufstellen und dann packen und zupfen. Wichtig übrigens bei den Messern neben Zahnung und Stumpfheit auch drauf zu achten dass man auch das Richtige nimmt für die Hand die bei einem stärker ist. Ist man Linkshänder, muss das auch ausdrücklich dabei stehen, alles andere ist für Rechtshänder ( bei Scheren übrigens ähnlich, wobei es da auch welche gibt die man beidhändig nutzen kann).
Wenn man den Eindruck hat mit Messer geht nicht oder es liegt einem nicht, kann man alternativ wie gesagt auch die Finger nutzen oder nen Trimmstein nehmen.
Es gibt immer Hunde bzw Körperteilen da geht das eine oder das andere besser. Also dort wo das Haar schlechter raus geht, es besonders lang ist oder wenn das Fell kein typisches Rauhaar ist ( bspw Spanielfell oder weil geschädigt durch die Maschine ) nutze ich lieber die Hände oder nen Stein, und für alles andere nutze ich lieber Trimmmesser. Und für alles was nicht ordentlich dick ist ( bspw Airedale, Scottish oder Westie sofern die mal ordentlichen Pelz haben ) feine bis mittlere Zahnung. Klassisches Beispiel für feine Zahnung denk ich bspw an RH Dackel, als Beispiel für mittlere Zahnung denk ich bspw an Irish, da liegen die Russells je nach Fell quasi dazwischen was die Dicke der Haare betrifft.