Beiträge von Terri-Lis-07

    Ich würde erstmal versuchen wollen das weiter einzuordnen:


    - Du willst anscheinend eher einen Hund aus dem Tierschutz und keinen Hund vom Züchter, oder? Da tut man sich mAn am einfachsten mit einem schon Erwachsenen Hund. Reinrassige Welpen findet man im Tierheim eher selten, und dann kann man da in aller Regel schwer nach Rasse sortieren. Mischlingswelpen sind einfach Überraschungseier, man weiß nicht was drin ist, nicht wie groß die werden, nicht wie die sich so wesenstechnisch entwickeln werden... Hat man also konkrete Vorstellungen is das eher nix. Junghunde ( da reden wir jetzt mal von Hunden bis zu 2-3 Jahren ) werden gern mal aus Überforderung abgegeben, erwachsen sind viele Rassen erst mit 3-4 Jahren ( kleine Hunde mitunter auch schon mit 1,5 oder 2... Das variiert nach Größe, Hundetyp und Geschlecht so n bisschen, Rüden brauchen da oft länger als Hündinnen, kleine Hunde sind schneller erwachsen als große Hunde... ). Die Junghundezeit is halt geprägt davon dass der Hund feststellt was und wer er eigentlich ist, Wach- und Jagdtrieb bspw sind da erst ab nem bestimmten Alter voll da und mit Geschlechtsreife stellen einige Hunde durchaus auch mal fest dass sie doch nicht mehr jeden Hund so gut finden. Heißt also - wenn Tierschutzhund, tut man sich nen Gefallen damit wenn der Hund mindestens 3, besser 4 Jahre alt ist. Auch wichtig zu bedenken ist, wenn man sich einen Hund bestimmten Alters holt - wenn man vor hat den OP-/Krankenversichern zu lassen, kannst schwierig werden, insbesondere wenn schon Erkrankungen bekannt sind. Tendenziell schadet es bei Tierschutzhunden nicht wenn man schon weiß was in etwa zu einem passt und wie welcher Hund so circa gelagert sein könnte, aber in erster Linie orientiert man sich da am Individuum. Total sinnvoll in der Hinsicht wenn man noch total unerfahren ist, ist es erstmal eine Zeit lang als Gassigänger im Tierheim tätig zu sein. Da kann man schon schauen mit welchen Hunden, bzw welchen Eigenheiten man so an sich ganz gut zurecht kommt und womit nicht? Was man gern mag und was einen eher stört ? Und man bekommt auch ein Gefühl für die Größen an sich. Man kann da schonmal spüren wie viel Kraft bspw 10, 20 oder 30 kg Hund haben.


    Wenn man einen Hund vom Züchter wählt, dann läuft das so dass man sich zuerst damit auseinander setzt was es so für Rassen gibt, was man sich vorstellen könnte und was nicht, und man die dann näher kennen lernt. Man kann auf Ausstellungen oder Rassentreffen gehen, man kann Züchter besuchen oder mit Haltern kontakten, und denjenigen die da tiefer drin stecken Fragen stellen. Wichtig dabei ist, dass man vor allem erstmal schaut was so vom Typ her zu einem passen würde, und da wirklich versucht nicht zu sehr nach der Optik zu gehen ( man kann sich übrigens an Hunde gewöhnen die einen anfangs optisch nicht so zu sagen und Geschmäcker dahingehend können sich ändern). Und es ist wichtig dass man die Rassen wirklich live und in Farbe soweit möglich im Alltag erlebt, nur so kann man sich ein Bild machen ( Rassenbeschreibungen und Videos bieten Anhaltspunkte, aber wie so oft sind Theorie und Praxis einfach unterschiedliche Dinge und viele Rassenbeschreibungen sind nicht wirklich brauchbar). Wenn man sich für eine Rasse entschieden hat, schaut man wo man seriöse Züchter findet ( sprich erkundigen über Vereine, nicht über Kleinanzeigen, auch wenn dort auch mal seriöse Züchter inserieren, aber wenn man da noch keinen Überblick hat fällt man da sonst schnell auf was Unseriöses herein ), und lernt die kennen ( wenn man das noch nicht hat ). Es kann übrigens auch möglich sein einen bereits älteren Hund zu bekommen, kann vorkommen dass Hunde zurück zum Züchter gehen, oder sich ein Hund dann einfach nicht für die Zucht eignet und deshalb sucht oä. Normalerweise aber, kauft man beim Züchter nen Welpen, klar.

    Ich würde mir da also echt die Frage stellen: Möchte ich einen schon Erwachsenen Hund der vielleicht schon viele Dinge kann oder hier und da schon gewisse Dinge erlebt hat ? Oder möchte ich einen Hund dem ich alles erst zeigen und beibringen muss ?

    Anfänger geeignet kann beides sein, vorausgesetzt man entscheidet sich richtig.

    Möchte man gezielt einen älteren Hund bestimmer Rasse haben, gibt es übrigens auch ganz viele Rassenspezifische Notvereine.

    Was man hingegen nicht tun sollte, ist einen Auslandshund als Direktimport kaufen ( ja, auch Tierschutzhunde kauft man). Wenn Auslandstierschutz, dann unbedingt a) vorher informieren welche Vereine wirklich seriös sind ( da gibts nämlich auch einige schwarze Schafe ), b) intensiv damit auseinandersetzen wie die Hunde aus den jeweiligen Ländern so gestrickt sind damit man sich nichts ans Bein bindet was so vorne und hinten nicht passt, und c) die Hunde unbedingt gründlich bei einer Pflegestelle kennen lernen wo der Hund schon wohnt und die Leuts dir aus dem zusammen leben sagen können wie der so ist und welche Themen es ggf gibt.


    - Ansonsten würd ich nochmal fragen welche Größe du dir konkret vorgestellst. Mittelgroß ist ein dehnbarer Begriff. Für den einen ist ein Beagle schon mittelgroß und ein Border Collie schon ein großer Hund, für den anderen ist ein Mittelschnauzer noch klein und ein Dalmatiner Mittelgroß ( der für andere Menschen eher als großer Hund durchgeht ). Ich für mich empfinde bspw so circa den Bereich zwischen 40- und 60 cm SH als mittelgroßen Hund. Die Gewichtsspanne kann sich da schon auch nochmal deutlich unterscheiden. Es ist einfach n Unterschied ob der Hund 10 oder 30 kg wiegt, und grad wenn man in nem mehrstöckigen Haus lebt ist es mAn einfach wichtig sich da ne Gewichtsgrenze zu setzen. Es kann immer mal sein, dass man den Hund tragen muss. Bspw weil er sich verletzt hat oder frisch operiert ist, weil er zu alt ist um die Treppen zu laufen oder weil es wie gesagt ein Welpe ist der noch keine Treppen laufen darf.


    - Dann eben die Frage mit welchen Eigenschaften man zurecht kommt und mit welchen nicht. Ja, vieles findet man erst im zusammen leben raus, aber man kann schonmal sortieren indem man Hunde kennen lernt, mit Hunden Gassi geht, schaut welche Eigenschaften sich mit den Umständen tatsächlich ausschließen, und sich selbst reflektiert. Im Zweifel lieber zu kritisch als zu rosig drauf gucken. Beispiele dafür hast du ja schon genannt wenn man zB an Shiba Inu oder Basenji denkt. Die sind einfach eigen, das bedeutet aber nicht dass es dir nicht liegen muss, aber vieles liest sich oft angenehmer als es dann tatsächlich ist. Oft ist man da dazu geneigt zu denken Ach das is doch schon wenn die bissl eigenständiger sind, bis man dann merkt wie das wirklich ausschaut. Ein Labbi oder Golden hingegen wäre wieder ein komplett anderer Schlag Hund, im Gegensatz zu den anderen Beiden aber Rassen die sehr beliebt sind, und viele Rassen sind das nicht ohne Grund. Wenn man jetzt allerdings bspw im 3. Stock ohne Aufzug lebt, ist ein Hund in der Größe natürlich eher nicht das Ideal. Sollten die aber bspw vom Wesen sehr gut passen und dann nur das Haaren stören... ja mei, wäre dann halt ein begehbarer Kompromiss.

    - Und mach dir ne Liste mit Eigenschaften die du auf jeden Fall brauchst, Eigenschaften die auf gar keinen Fall gehen, und nem Mittelbereich bei dem du flexibel bist.

    Und unterm Strich sind manche Dinge auch einfach Erziehungssache. Bspw Kläffen oder allein bleiben, Ruhe in der Wohnung, das ist im Regelfall Erziehung und nicht Eigenschaft.


    Ansonsten: Das was du bisher so beschreibst an Bewegungspensum ist so unterm Schnitt für jeden gesunden Hund machbar. Stellen aber auch eher das Minimum dar.

    Wenn es nur um das Leben in nem Mehrfamilienhaus geht :

    Wie sehr der Hund haart is da mAn ziemlich egal, die meisten Haare befinden sich in der eigenen Wohnung und landen nicht im Treppenhaus.

    Auch ein aktiverer Hund spricht nicht gegen Wohnungshaltung, denn letztlich findet das Leben ja draußen statt und drinnen ist ja Ruheort.

    Was kontraproduktiv wäre, wenn man bspw nicht grad im EG wohnt, kein Aufzug vorhanden ist und der Hund zu schwer ist, aber da achtet man ja schon auf die Größe. Nen Welpen allerdings muss man die Treppen noch tragen, da summiert sich mit jeder Stufe einfach jedes g mehr erstaunlich. Von daher wäre die Frage wo da konkret die Grenze gezogen wird ? Primär hinsichtlich des Gewichts.

    Ebenfalls schwierig sind sehr bellfreudige Hunde, stark wachtriebige Hunde, und bedingt bis schlecht verträgliche Hunde. Muss nicht heißen dass das nicht klappen kann, aber sowas verkompliziert natürlich.


    Hinsichtlich des Haarens nochmal: Jeder Hund der Haare hat, kann Haare verlieren. Es is nur unterschiedlich viel und unterschiedlicher Art. Gibt übrigens nen einfachen Test an dem ich fest mache ob ein Hund haart oder "nicht". Einfach mit nasser Hand übers Fell fahren - bleiben Haare hängen ja oder nein ? Bei nem Pudel oder Schnauzer bspw bleibt die Hand da frei von Haaren. Macht man das bspw bei nem Dalmatiner oder Labrador, hat man Haare an der Hand. Das wären jetzt aber nur paar Beispiele, tendenziell liegt es weniger an der Rasse, mehr an der Haar-Art und dann kann sich das Fell nochmal nach Individuum etwas unterscheiden. Bei nem stark haarenden Hund kann man die Menge mit entsprechender Fellpflege reduzieren, trotzdem fusselt der dann weiter. Bei nem "nicht haarenden" Hund, verlieren sich ein paar Haare beim Bürsten, in der Bürste, möglicherweise hat man auch mal ganz vereinzelt welche an den Klamotten wenn man den Hund bspw beim TA eng an sich hält, aber es sind so wenige dass man die schlichtweg nicht bemerkt, so dass man den Eindruck hat der Hunf verliere garkeine Haare. Kuschelt man dann bspw als Vergleich kurz nen stark haarenden Hund, sind ratzfatz die Klamotten voll davon. Sog "nicht haarende" Hunde ( da reden wir von Lockenhunden wie bspw Pudel oder Bichon Frise, langhaarigen Rassen ohne Unterwolle wie bspw Malteser oder Havaneser, und Rauhaarrassen die regelmäßig getrimmt werden müssen wie bspw viele Terrier oder Schnauzer ) haben im Gegensatz zu allen anderen Haarvarianten keinen Fellwechsel. Bei den meisten Rassen isses so dass die das ganze Jahr über mehr oder weniger stark Haaren, und zu bestimmten Zeiten im Jahr nochmal besonders stark. Und dann gibt es noch Rassen, die haaren einfach ganzjährig wie hulle. Sind die Haare kurz, bleiben die überall hängen. Sind die eher lang oder hat der Hund ne gewisse Menge an Unterwolle, finden sich eher Wollmäuse in der Wohnung. Ob und inwiefern der Hund tatsächlich stinkt hängt dann in aller Regel von anderen Faktoren ab. Ist der Hund trocken oder nass ? Wie schauts gesundheitlich aus ? Was bekommt der Hund zu fressen und wie gut wird das vertragen? Wird der Hund vernünftig gepflegt oder nicht? Grad wenn viel Unterwolle da ist und der Hund bspw regelmäßig im See badet, wird der einfach eher nach Hund miefen, als bspw ein kleiner Pudel ohne Unterwolle, der regelmäßig mit Shampoo gebadet wird weil er das aus Fellpflegetechnischen Gründen nötig hat. Auch das Alter kann was aus machen. Welpen bspw haben einen typischen Welpengeruch, der verfliegt wenn der Hund erwachsen wird. Ältere Hunde fangen oft an zu müffeln, weil dann eben gern mal gesundheitliche Sachen dazu kommen. Im Regelfall aber, sollte es einem zu denken geben wenn ein Hund stark nach Hund riecht ( wobei man sagen muss dass das natürlich auch nochmal individuelles Empfinden ist).


    Es ist also die Frage, wie wichtig ist es einem wirklich, dass der Hund kaum haart ? Oder kann man auch damit leben dass der Hund eben Haare verliert, man Haare an der Kleidung findet, man evtl regelmäßiger/gründlicher Staub saugen/kehren muss oä ? Kann man da Abstriche machen wenn der Rest passt ?


    Ansonsten gibts bspw noch Fragen wie der Hund an sich vom Wesen her gestrickt sein sollte ?

    Ich hatte das, auch interessant, mal anders rum. Bin mit dem damals gut einjährigen Emil im Grunewald, wir treffen einen Mann mit Aussiehündin. Emil fing das gockeln an und hing ihr am Hintern, beide ohne Leine, die Hündin blieb dann auch stehen. Ich kannte meinen Hund so gar nicht, da meint der Typ "Na die riecht gut, ist läufig". Ich hab den Emil sehr energisch gerufen und er kam dann auch. Der war nie so casanovamäßig drauf.

    Der Typ meinte lachend, das wären doch sehr süße Welpen geworden, ich fand das so strange. Er hätte doch die Welpen an der Backe gehabt.

    Tatsächlich bekommen hier sehr viele Hundebesitzer glänzende Augen und Dollarzeichen ins Gesicht, wenn sie merken, dass der vermeintliche Doodle ein „richtiger“ Pudel ist, und der ist ja so hübsch und oh, kastriert ist er auch nicht, das ist ja spannend, wie würde man die Welpen dann wohl nennen zwinkizwonki, Samodoodles oder Havadoodles oder Goldendoodles, die gehen ja eh weg wie geschnitten Brot. Mittlerweile bin ich durchaus sehr aufmerksam geworden :ugly:

    Ich muss immer an Schnoodles denken wenn ich an den einen Großpudel denke der so interessiert an Lilo ist. Der, der uns schon an ner Hauptstraße hinterher gelaufen ist, bei dem ich Schiss hatte dass der vors Auto kommt und von seiner eigenen Dummheit gerettet wurde, weil der irgendwann hinter nem Zaun weiter lief und dann festgestellt hat dass er uns deshalb wohl doch nicht weiter folgen kann.

    Das hatte ich sicher aber nur im Kopf weil Pudelmixe so abartig boomen. Und ich raff es immer nie warum so viele Menschen doch Pudelmixe voll gut finden, reinrassige Pudel aber nicht mögen. Logik-Fail

    Ich hatte das, auch interessant, mal anders rum. Bin mit dem damals gut einjährigen Emil im Grunewald, wir treffen einen Mann mit Aussiehündin. Emil fing das gockeln an und hing ihr am Hintern, beide ohne Leine, die Hündin blieb dann auch stehen. Ich kannte meinen Hund so gar nicht, da meint der Typ "Na die riecht gut, ist läufig". Ich hab den Emil sehr energisch gerufen und er kam dann auch. Der war nie so casanovamäßig drauf.

    Der Typ meinte lachend, das wären doch sehr süße Welpen geworden, ich fand das so strange. Er hätte doch die Welpen an der Backe gehabt.

    Ich denke da ja immer zuerst daran welche Risiken das für die Hündin hätte, und verstehe grad deshalb auch viele Menschen nicht die einfach Welpen haben wollen. Ich hätte da sooo Schiss, noch bevor die Welpen erst geboren wären.

    Ist halt leider wie bei vielen - Wenn man selbst darin kein Problem sieht ( zB weil man keine Hündin hat die trächtig werden kann und für die das definitiv gesundheitlich einige Folgen haben kann ), entbindet das viele Menschen offenbar - für sich selbst - von Rücksichtnahme, weil der Rüde hat ja dann halt nur seinen Spaß. Dem passiert dann ja nix.

    Und wenn es einen stört dass der Rüde wg Hündinnen abdreht, dann ja einzig und allein deshalb weil man offensichtlich zu faul is dafür zu sorgen dass der sich trotzdem benehmen kann, oder es einen annervt dass man den ja - oh Wunder - mal an die Leine nehmen sollte.

    Andererseits wundert das irgendwie auch nicht in einer Gesellschaft, in der es normal ist dass Frauen gefragt werden was sie trugen, wenn bestimmte Straftaten passieren. Wenn man selbst das Hirn verliert weil man nen P besitzt, dann muss das beim eigenen Rüden ja vielleicht auch so sein.


    Ich weiß nicht, mir fällt keine andere Erklärung dafür ein warum man sich sonst an der bloßen Existenz läufiger Hündinnen stören sollte.

    Is doch klar dass man mit nem Rüden eben den Punkt mit kauft, dass da eben ganzjährig Hündinnen interessant sein können. Wie man mit ner Hündin eben mit kauft dass die eben läufig und scheinträchtig wird.


    Muss aber auch sagen, die beiden Rüden hier drehen jetzt auch nicht komplett am Rad nur weil irgendwo ne Hündin läufig ist. Der eine geiert halt aufs Pipi, der andere ist dann halt aufgeregter/interessierter, aber alles im Rahmen.

    Hatte es mit läufiger Hündin natürlich auch schon dass manche Rüden da komplett ausgetickt sind, wobei ich bei denen jetzt allgemein ehrlich gesagt auch nicht den Eindruck hatte dass die allzu viel Erziehung genossen haben.