Bzgl des Weg verweigerns ect kommts für mich immer drauf an was für einen Hund ich habe und wo ich unterwegs bin.
Susi bspw hat immer dazu geneigt zu diskutieren wie wir laufen, die hat einfach auch mal die Bremse rein gehauen oder Wege verweigert weil es ihr schlicht nicht in den Kram gepasst hat da lang zu laufen. SchwieMus Dackel bspw ist da ähnlich, der sagt halt im Zweifel eher ,,Ich hab kein Bock, muss ich denn jetzt da lang ?
".
Beim Zwerg bspw kann ich damit rechnen, wenn der wo zögerlich wird oder nicht lang mag, könnte da was sein das ihn beunruhigt ( im Regelfall sind das andere Hunde, denn der hat doofe Erfahrungen mit Hunden gemacht und reagiert daher leider schnell verunsichert bis ängstlich). Manchmal guckt er aber auch mal ob er denn jetzt wirklich mit muss, denn er interessiert sich nicht für allzu viel, wenn er dann bspw denkt ok der hat jetzt alles erledigt was er erledigen möchte, wird der auch mal zögerlicher weil man ja auch wieder umkehren könnte, der läuft aber trotzdem noch gut mit einem mit, er fragt halt eher nach ob das jetzt muss...
Wenn der Dalmi bspw nen Weg verweigern würde dann würde ich da definitiv nicht lang gehen. Wenn diese unbekümmerte Frohnatur derart beunruhigt sein sollte, dann is da definitiv auch was. So an sich würde es mich eher wundern wenn der Kerl ein ausreichendes Gefahrenbewusstsein haben sollte um entsprechend zu warnen. Wie gesagt, ist n recht unbekümmerter Trottel bisher ( meine ich absolut nicht böse, das is voll lieb gemeint
). Andererseits muss man aber natürlich auch sagen dass der auch noch nicht lange genug auf der Erde existiert als dass er da hinreichend entsprechende Erfahrungen gemacht hat. Als er noch kleiner war reagierte er wohl einmal stark verunsichert und hat Richtung Wald geguckt ( das war das erste Mal dass wir uns gefragt haben ob hier ein Wolf sein Unwesen treibt), aber der war da noch ein halbes Kind und wissen tut man es nicht. Bei nem jungen Dingelchen würd ich mich da auf noch garnix verlassen. Für die kann alles mögliche nunmal halt spooky sein, da isses für mich wichtiger dass die in dem Alter lernen dass der Mensch dahingehend Sicherheit bietet und ihm helfen kann wenn was ist.
Lilo allerdings... Wenn die wo echt partout nicht lang will oder betreffend einer Richtung anders anzeigt dass sie da was beunruhigt, dann geh ich da auch nicht lang. Für gewöhnlich, auch wenn sie schnell alarmiert/misstrauisch ist, und auf viele Dinge unsicher reagiert, läuft die doch recht selbstsicher durch die Umgebung. Sprich von Grundauf is die erstmal ein gefestigter, erwachsener, umweltsicherer Hund. Blöd oder komisch wird die im Grunde nur situativ, und da es da entsprechende Abstufungen gibt kann ich anhand ihres Verhaltens auch erahnen was da sein könnte. Wenn die bspw stehen bleibt und dunkel in eine Richtung knurrt, ist da mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Mensch mit dem tatsächlich was nicht richtig ist. Das is von der Körpersprache, dem Ernst dahinter und der Tonart gänzlich anders als wenn sie jemanden einfach nur doof oder spooky findet. Wenn die so reagiert, dann is da auch wirklich was nicht richtig. Wenn wir bspw jeden Tag eine bestimmte Strecke laufen und auf einmal will die partout nicht in eine bestimmte Richtung gehen, dann wird da auch irgendwas sein, wovon ich besser nicht rausfinden muss was das ist. Die geht prinzipiell absolut selbstverständlich überall mit mir mit, wenn die also mal wirklich die Bremsen rein haut und deutlich sagt ,,Nein! Da gehe ich nicht lang!" Dann hat das definitiv einen Grund. Solange der Grund nicht ist dass es ihr nicht gut geht ( hatte ich letztes Jahr zur Milztumor-Geschichte, die is da aber nach kurzem stehen bleiben trotzdem wieder locker weiter gelaufen) oder sie einfach kein Bock hat schon wieder nach Hause zu gehen, oder einfach gern ne bestimmte Strecke gehen mag ( neue Marotte tatsächlich, da merkt man aber dass es nur ein austesten ist und keine strikte Verweigerung im eigentlichen Sinne ), dann wird da definitiv was sein. Wenn die sowas tut, hat es immer einen Grund. Und sofern ich nicht eindeutig was ausschließen kann das keine potentielle Gefährdung darstellt, vertrau ich ihr da auch. Ich finds auch total gut wenn sie mir sowas anzeigt. Wenn man sich da nicht sicher ist kann man auch bspw ein paar Meter zurück gehen und evtl wieder drauf zu. Wie verhält sich der Hund ? Will er schnell weg ? Wird er entspannter wenn man sich entfernt? Würde er im zweiten Anlauf mit gehen oder knallt der dann wieder die Bremse rein ? Ich finde man kann schon gut erkennen ob es nur ,,Mäh muss ich da jetzt lang gehen ?" Oder ,,Da is was ! Und das gefällt mir ganz und garnicht!" ist.
Umso verwunderter war ich eben dass die bei der Wolfsbegegnung nicht so eindeutig reagiert hat wie ich dachte. Es heißt ja immer die bleiben dann stehen, schauen wie gebannt in eine bestimmte Richtung, werden unsicher/ängstlich oder reagieren mit Drohverhalten... Und tatsächlich hat die ja auch immer wieder in bestimmte Richtungen geguckt, die wirkte aber dabei nicht beunruhigt, lediglich aufmerksam, so dass ich mir halt da noch nix dabei gedacht hatte, bis ich die eben gesehen habe. Kurz vorher hat sie mal die Geschwindigkeit gedrosselt und lief direkt vor meinen Füßen rum, und als wir an ner Kreuzung waren wollte die erstmal gradeaus weiter gehen statt wie sonst schonmal abzubiegen. Aber was sie da eben nicht getan hat war auch nur Ansatzweise das einbiegen in den Weg zu verweigern oder nennenswert beunruhigt zu wirken. Die Rute hing locker, der Hund blieb ruhig, das war alles irgendwie viel subtiler als ich eben dachte. Auf dem einen Wegabschnitt wo die Wölfe nen Stück weit gelaufen sind ( musste da ja lang weil nur da lang gings aus dem Wald auch wieder raus
) hatte sie kurz Aufregung gezeigt in der Form dass sie schneller atmete und evtl kurz Kamm bekam, aber auch da eben auffallend dass sie nicht knurrte, nicht laut wurde, von sich aus direkt neben mir blieb, nicht panisch wurde und auch absolut keine Anstalten machte der Spur folgen zu wollen. Das fand ich schon echt merkwürdig, ich hätte bei ihr halt mit allem gerechnet aber nicht damit.
Aber letztlich bekommen Hunde eben viel mehr mit als wir. Die können es mitbekommen ob bspw irgendwo ne fremde Person in unguter Stimmungslage unterwegs ist, ob sich jemand Drogen rein gepfeffert hat, ob jemand tatsächlich wütend oder nur dumm drauf ist... Die können wittern was für Tiere sich an welchem Ort befunden haben, ob die in der Nähe sind, sich dort öfter aufhalten, ob das länger her ist... Und haben nen gewissen Instinkt der ihnen dann mitteilen kann ob das tatsächlich bedrohlich sein könnte oder eher nicht. Da gibt's halt nur Variationen von Hund zu Hund, wie gut die das können. Einem Angsthasen der auf alles mögliche ängstlich reagiert oder einem Welpen der noch grün hinter den Ohren ist, auf die kann ich mich da wahrscheinlich nicht verlassen, für die muss ich da sein und einschätzen wenn die was beunruhigt. Aber wenn bspw ein souveräner Althund oder ein Hund mit ernsthaftem Wachtrieb sagt dass da was is, dann verlass ich mich da durchaus drauf und geh da lieber nicht lang. Oder wenn es warum auch immer so garnicht zum Hund passt.
Wenn eine Region so dermaßen komisch ist dass sich der Hund da nie lang traut oder immer ungut reagiert, wärs wahrscheinlich abhängig davon woran es liegt. Ich würde mich da fragen was da das Problem ist, ob ich an etwas arbeiten müsste und ob da etwas tatsächlich ne Gefahr darstellen könnte. Wenn ich bspw wüsste dass da eben stark frequentiertes Wolfsgebiet ist, würd ich die Gegend sicherlich eher meiden als wenn da bspw mal ein Dachs lang gelatscht sein könnte. Ich muss aber auch sagen dass ich, wenn ich an Tiere denke denen ich nicht begegnen möchte, zuerst immer an Wildschweine denke, danach an Wölfe ( also mittlerweile zumindest, seit ich weiß dass die hier eben vorkommen können). Dass ich Dachse auch nicht sehen mag blende ich immer aus. Was gäbe es sonst noch in deutschen Wäldern ? Joa gut Luchse, aber dass man tatsächlich mal ner großen wilden Katze begegnet, das Risiko halte ich für verschwindend gering ( ich weiß nicht mal ob es hier überhaupt welche gibt ), auch wenn ich andererseits in den letzten Wochen auffallend viele Luchs-Begegnungsvideos angezeigt bekam. Ansonsten würde mir kein in D beheimatetes Tier einfallen das dafür sorgt dass ein Hund dahingehend massiv beunruhigt reagiert ( so ziemlich das meiste an Wild triezt dann doch eher Jagdtrieb... Die einzig andere logische Erklärung wären Menschen. Nicht komische Pilzsucher die aus dem Gebüsch hervor kommen, auch keine merkwürdigen Jugendlichen die sich nen Joint gezündet haben, und auch keine verwirrten Senioren oder sonst wie "normal seltsame Menschen", sondern wirklich Menschen die echt nicht sauber sind ). Bären sollte man ja zumindest immerhin nicht begegnen solange man nicht grad nahe der südlichen Grenzen unterwegs ist ( da können die ja durchaus mal vereinzelt rüber wandern ).