Viele der Eigenschaften die du beschreibst haben mit dem Geschlecht nix zu tun und müssen auch nicht zwangsläufig was mit deiner Erziehung zu tun haben.
Beispiel TA : Es gibt einfach Tiere die da kooperativer sind als andere. Das setzt sich allerdings aus wahnsinnig vielen Faktoren zusammen. Bspw warum man beim TA ist, ob und wie stark ggf vorhandene Schmerzen sind, wie der individuelle Charakter des Tieres ist, wie sehr sich negative Erfahrungen einprägen, wie gestresst das Tier dort ist ect... Unser Kater bspw ist auch wahnsinnig brav beim TA, hat bei ihm absolut nix mit Erziehung zu tun, der is einfach von sich aus ein recht netter Kater und bei Dingen die ihm so unangenehm sind dass er uns eine watschen würde, ist er beim TA halt so schüchtern dass er sich das dort nicht traut. Von 4 Hunden hier ist bisher auch nur einer vollumfänglich nett beim TA, weil dieser Hund einfach eh im Regelfall super nett und offen mit Menschen ist und TA bisher so verknüpft hat dass er 1. Aufmerksamkeit bekommt die er nett findet, und 2. Es höchstens bissl unangenehm wird aber das wars dann halt. Abgesehen davon ist der bisher auch vom Typ her so dass der von den 4 F's tendenziell eher zum fiddlen bis freezen neigt. Unsere damalige Hündin hingegen, die hat auch mal geschnappt, aus nachvollziehbaren Gründen dann wenn es ihr zu unangenehm war ( und eben im Zweifel wusste dass die Zähne hatte ). Dann zwei Hunde die aus Prinzip schonmal ungut auf den TA reagieren weil fremde Person und vom Typ her so gelagert dass fremden Gegenüber einfach eh ne gewisse Distanziertheit bis Misstrauen da ist. Die Hündin hat trotzdem dass sie es offenkundig scheiße findet noch nie nach nem TA geschnappt, auch wenn fight durchaus ne Option wär bleibt die bisher aufm Tisch beim freeze. Der Rüde hingegen wählt im Zweifel eben fight, wenn es mal doch nur einfrieren ist sind wir happy. Aber gut benehmen beim TA, von diesen 4 Hunden, tut sich nur einer, weil eben unterschiedliche Erfahrungen gemacht, unterschiedlich gelagert, unterschiedlich empfindlich und unterschiedlich ggü Fremden Menschen/TÄ eingestellt. Benehmen können/konnten sich all diese Hunde sehr wohl, aber TA Besuche um bei diesem Beispiel zu bleiben, sind halt letztlich Situationen die mit Alltag absolut nix zu tun haben und einfach stressen. Damit geht der eine halt besser um und der andere schlechter. Ob ein Tier beim TA also brav ist oder nicht, daran hat Erziehung nur bedingt einen Anteil.
Wie ein Hund bspw allgemein ggü Fremden gestellt ist, daran hat das Geschlecht absolut keinen Einfluss. Von den 4 Hunden aus meinem Beispiel ist das Verhältnis dahingehend absolut gleich. 1. Hündin war offen mit Menschen, 2. Hündin findet fremde Menschen scheiße, der eine Rüde mag von fremden Menschen nix wissen, der andere ist den meisten Menschen ggü wieder total offen gestellt. Was hingegen Einfluss hat, sind Genetik, individueller Charakter und Erfahrungen. Bei deinen erwähnten Hunden bspw :
DSH sind nicht unbedingt alle sonderlich offen und nett mit fremden, kann natürlich trotzdem vorkommen aber Wach-/Schutztriebige Rassen neigen tendenziell eher zu einer gewissen Distanziertheit bis Skepsis. Chihuahuas kenne ich ggü Menschen auch eher als distanziert. Bei Pudel und Malteser kenne ich sowohl sehr offene Hunde, als auch eher distanzierte Hunde. Sprich in Bezug zu diesen Typen Hund, muss es nicht sein dass die fremden Menschen ggü total offen gestellt sind.
Man muss da aber in deinem Fall fairerweise noch was anderes mit einbringen: Wo deine vorigen Hunde herkommen weiß man nicht, bei deinem jetzigen Hund sollte man jetzt allerdings nicht grad davon ausgehen dass der Welpe dort wo du ihn her hast nennenswert sozialisiert wurde. Die Anfangszeit ist super prägend, ein Welpe der in den ersten 2 Monaten beim Züchter die Erfahrung gemacht hat regelmäßig unterschiedlichen Besuch zu bekommen und diesen positiv abzuspeichern, wird einfach in der Zeit danach anders auf Menschen zugehen als ein Hund der dahingehend nix oder fast nix in Erfahrung bringen konnte. Einfach weil neue Menschen da nix vertrautes sind, und Dinge die nicht vertraut sind, können für einen Welpen erstmal seltsam sein, das müssen die erst einordnen. Da kann dann natürlich nochmal der individuelle Charakter mit rein kommen, ob man jetzt einen Draufgängerwelpen hat oder einen der insgesamt eher unsicher ist, aber ein vernünftiger Züchter achtet eben auch auf ein gewisses Maß an Dingen die der Welpe schon kennen lernen kann. Das muss nicht bedeuten dass die überall hingefahren werden und schon Gegenden erkunden. Aber eben so Dinge wie bspw Alltagsgeräusche im Züchterhaushalt, Menschen, Kinder, ggf die anderen Hunde die beim Züchter so leben, Garten, Haus von innen, TA... So typische Dinge mit denen ein Züchterwelpe eben so aufwächst. In deinem Fall kann dir keiner sagen ob der Welpe nicht einfach nur das Wohnzimmer oder nen Welpenauslauf von innen gesehen hat, sich bis Abholung nix getan hat und ob nicht sogar Welpe selbst + vermeintliche Eltern vorher via Vermehrerwelpenexpress illegal eingefahren worden sind.