Ach ich kenne das Problem mit den Menschen nur zu gut ![]()
Sagst "Gucken Sie bitte diesen Hund nicht an" - es kommt ein "wieso?" und sie glotzen erst recht hin.
Man sagt "Versuchen Sie nicht erst den zu streicheln, er mag das nicht!", kommt ein "Aber er sieht so lieb aus!"
Man sagt das selbe mit "hat Angst vor Fremden Menschen!", beugen sich die Leute erst recht runter "Och guck doch mal ich bin ganz lieb"
Wenn der Hund es aber wagt trotz dieser Warnungen und Verbote auch nur einmal kurz zu Knurren, ja dann, hast du auf einmal einen bissigen, gefährlichen Kampfhund an der Leine der einen Maulkorb braucht!
Ich bin jedes Mal aufs Neue Fassungslos darüber warum es die meisten Leute nicht hin bekommen einfach mal zu akzeptieren dass ihr Verhalten vielleicht nicht so geil ankommt ( nee, lieber wird Auf sich projiziert "Oh der mag mich wohl nicht ?!? ), geschweige denn dass es vollkommen okay ist wenn ein Hund einfach nicht jeden mag, sich nicht von jedem Streicheln möchte, er sich am sichersten fühlt wenn er einfach komplett ignoriert wird damit er überhaupt die Gelegenheit bekomme zu kapieren ob ein Mensch evtl doch nicht so gefährlich ist.
Davon abgesehen ist Knurren selbstverständlich das Selbe wie eine Hand zu zerfetzen ( Da braucht man selbst eine dicke Haut
).
Und auch weil man Menschen oft vor ihrer eigenen Dummheit schützen muss, macht ein Maulkorb in bestimmten Situationen Sinn, zumal einige Leute erst dann bemerken dass man diesen Hund evtl nicht streicheln sollte.
Wenn man den Hund da vernünftig dran gewöhnt und der Mauli gut passt ( viel Platz zum hecheln, drückt nicht, schlackert nicht , und ist in der Lage als Beißprävention zu funktionieren), ist das auch für einen Hund nix schlimmes. Es is nix anderes wie bspw ein Halsband oder Geschirr - gewöhnungsbedürftig, aber man überlebt es. Menschen belegen diese Dinger negativ.
Bspw gibt es auch viele Hunde die einen Maulkorb tragen damit sie nicht alles fressen was in der Gegend rum liegt, dennoch wird jeder denken du hättest ein äußerst gefährliches Kaliber an der Leine ( also sei dir auch bewusst dass du mit diesem Hund überall anecken kannst, egal wie du es handhabst. Du allerdings das beste draus machen kannst, indem du mit deinem Hund arbeitest, Rücksicht nimmst, auf deinen Hund aufpasst, und so automatisch auch auf die Menschen in deiner Umgebung ;)).
Übrigens halte ich vom Schön füttern fremder Menschen nicht unbedingt etwas. Das kannst du gern mit Leuten machen bei denen es unvermeidlich ist dass der Hund in deren unmittelbarer Nähe ist ( zB Familie), allerdings nicht bei Fremden. Ich wage mal zu behaupten dass diese "Trainingsmethode" den Hintergrund hat : Wenn der Hund von jedem Menschen Leckerchen rein gestopft bekommt, hat er weniger Angst vor Menschen, wird sie evtl sogar mögen oder von jedem etwas positives erwarten.
Das kann 1. Pauschal, bzw generalisiert auf alle Menschen nicht funktionieren, weil jeder Mensch anders ist, sich fast jeder Hunden gegenüber wie ein Volltrottel verhält, und die meisten Hunde Personenbezogen reagieren. Das heißt, bei jedem Menschen fängt das Misstrauen von vorne an. Wenn er von 9 von 10 Menschen Leckerlis kriegt, wird er deshalb nicht automatisch beim 10. Etwas positives erwarten. Zumal das Verständigungsproblem, das Misstrauen, die Angst, das mangelnde Vertrauensverhältnis, ja bestehen bleibt.
2. Kann ein Gehirn unter Angst nicht lernen. Sprich : Wenn er Leckerchen von einem gruseligen Objekt ( bzw einem fremden Menschen) annimmt, kann er es nie so schnell und einfach positiv mit dem Menschen verknüpfen, bzw lernen "Der Mensch ist harmlos/lieb" wie bspw ein Hund der da ganz offen ist. Davon abgesehen dass das ziemlich einseitig ist. Wenn er einen Menschen unbedingt positiv verknüpfen muss, dann geht das nur über Vertrauensaufbau, der Gewissheit dass ihm dabei nix passiert, und dass er ( der Hund) das Tempo vorgibt. Also sehr langwierig, und jeder Fehltritt seitens der Fremdperson kann das bereits aufgebaute Vertrauen auch direkt wieder zu Nichte machen.
Auf jeden Fall ist das ein sehr langwieriges Thema das viel Aufmerksamkeit und Lernbereitschaft mit sich zieht.
Wenn es wirklich nicht anders gehen sollte, würde ich sogar drüber nachdenken wie sinnvoll es ist dass dieser Hund im Büro ist. Bzw nachdenken ob es Alternativen gibt.
Ein Weiteres Thema wäre noch ( auch wichtig) Auslastung. Wenn er die Möglichkeit hat seinen Ballast täglich auch mal vergessen zu können, sich mal kurz auszupowern ( im Sinne von mal laufen, etwas mit seinem Menschen zu tun, und in einer FremdMenschenfreien Umgebung einfach mal Ruhe zu haben), und geistig etwas zu tun, dann ist er :
1. Allgemein etwas entspannter
2. Baut es Vertrauen auf wenn du mit deinem Hund spaßige Sachen machst und dich mit ihm bewegst, ect
3. Mann er mal ausgiebdurchschnaufen