Schilddrüsentabletten ja oder nein???

  • Ich muß mich mal wieder an euch wenden.

    Unsere Luna ist ein super nervöser Hund. Sie ist jetzt 4 Jahre alt und ein Dobi aus Polen. Wir haben sie jetzt etwas über 1 Jahr bei uns.

    Sie ist draußen dermassen nervös, dass ich einfach keinen Kontakt zu ihr halten kann. Sie schenkt mir keine Aufmerksamkeit und zieht und zerrt mich hin und her. Zudem bellt sie alles und jeden draußen an. Jede Bewegung wird von ihr fixiert und meistens verbellt.
    2 Hundeschulen haben wir schon besucht, die uns nicht weiterhelfen konnten. Wir haben bei der Hundeteamschule einen Intensivtag gemacht und der Trainer meinte, sie wäre zu nervös um auf die Methode zu reagieren. Wir müssten sie ruhiger bekommen. :sad2: Es könnte aber auch sein, dass die Schillddrüse eine Unterfunktion hätte. Das haben wir jetzt testen lassen und die Werte liegen im unteren Normalbereich. Die Ärztin meinte, wir könnten versuchsweise Tabletten geben, um zu sehen, ob sie darauf anspricht. Das Blut soll in 3 Wochen nochmals kontrolliert werden damit man auch die Werte im Auge behält.
    Ich will jetzt einfach von euch hören, ob hier jemand solche ähnlichen Probleme hatte und dem Hund die Tabletten geben hat oder nicht.
    Was haben die Tabletten bewirkt?

    Danke für die Antworten.

    LG
    Melanie

  • Hallöchen

    Bei unserer Fellnase war es ähnlich.
    Er war sehr unausgeglichen, manchmal soger recht aggressiv.

    Eine Hundetrainerin meinte wir sollen ein Blutbild machen lassen.
    Seine SD Werte lagen auch im unteren Breich.

    Die Trainerin meinte es gibt Hunde bei denen der Schilddrüsenwert
    angehoben werden sollte, da das Tier dadurch ruhiger wird.
    Daraufhin bekam er Schilddrüsentabis.

    Nach einiger Zeit meinte ich - es sei keine Veränderung zu bemerken. :headbash:

    HaHa -als wir die Tabis absetzten wurde er wieder unausgeglichener
    und fahriger.

    Seit her bekommet er jeden Morgen und Abend seine Tabis , ist ruhiger
    und ausgeglichener.

    Wenn Du es probieren willst, solltest Du Tagebuch führen über das Verhalten. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten im Verhalten, die man schnell wieder vergisst wenn man sich nicht mehr genau daran erinnern kann.

    Probiere es mal drei bis vier Wochen, die Werte im Blutbild sind dann garnict mehr so wichtig, wenn sich Ihr Verhalten dadurch Positiv verändert.

    Bis bald

    Karin

  • Ja, ich. Ich habe bei meinem Hund auch die Schilddrüsenwerte testen lassen, da er so unausgeglichen war, schnell hochgefahren ist und auch aggresiv wurde. Die Werte wurden innerhalb eines halben Jahres von zwei verschiedenen TA´s (bzw verschiedenen Labors) ausgewertet, beides mal im unteren Normbereich. Aber: Beide TA´s haben mir von Schilddrüsentabletten abgeraten, da die beim Hund wohl nicht so einfach zu dosieren sind und die Nebenwirkungen dann eher schaden als die Tabletten nutzen könnten. Ich weiß jetzt nicht, was Du schon alles versucht hast, aber wir sind mit Bachblüten, Ernährungsumstellung und konsequenter "Zur-Ruhe-Erziehung" zu einem relativ ausgeglichenen Hund gekommen, dauerte natürlich ein bißchen.

    Letztendlich mußt Du entscheiden, ob Du das ausprobieren möchtest, aber, wenn es tatsächlich nur 3 Tage zum testen sind, kannst Du glaub ich nicht viel falsch machen.

  • Bachblüten, Aromatherapie und homöopathie haben wir alles hinter uns und leider ohne Erfolg abgehakt.

    Zur Ruhe zwingen muß ich sie schon lange, weil sie mir sonst hier wirklich ausflippt. Bei uns sind schon seit Wochen alle Sachen die aufputschen eingegestellt worden. Sie spielt sowieso nicht, von daher ist es ihr nicht so schwer gefallen.

    Ich hab gerade noch mal mit der TK gesprochen und wir werden die Tabletten ausprobieren. Wenn nach kürzester Zeit kein Erfolg zu sehen ist, werden wir sie dann auch wieder absetzen.

    Drückt mir die Daumen, dass ich Luna damit ruhiger kriege und ich endlich vernünftig mit der Erziehung beginnen kann.

  • Das Schilddrüsenhormon muss man schon einige Zeit geben. Man fängt ja auch erst mit einer geringen Dosis an und steigert sie je nach Blutauswertung. Richtig eingestellt ist ein Hund erst nach ca. einem halben Jahr - kurzfristig hilft also eher wenig. Meine alte Maus bekommt seit 3 Jahren Schilddrüsenhormone. Die Einstellung war nicht kompliziert. Ohne die Hormone würde sie sicher nicht mehr leben.

  • Zitat

    Das Schilddrüsenhormon muss man schon einige Zeit geben. Man fängt ja auch erst mit einer geringen Dosis an und steigert sie je nach Blutauswertung. Richtig eingestellt ist ein Hund erst nach ca. einem halben Jahr - kurzfristig hilft also eher wenig. Die Einstellung war nicht kompliziert.

    Ich gebe dir völlig recht. Wir hatten bei Fluffy das Glück schon nach
    ca. 10 Tagen den ersten "Erfolg" zu erleben, DAS ist aber die Ausnahme.
    Richtig eingestellt war er auch erst nach einem halben Jahr. Bei Fluffy
    geht es um „Geräuschphobie“. Ich habe nach einem Jahr der SD- Medikation
    einen Bericht geschrieben, ist leider etwas lang geworden, aber vielleicht interessiert
    es euch.


    ICH bin kein Tierarzt und kann darum auch nur aus eigener Erfahrungberichte. Bitte bedenkt DAS, bei allem was ich zu dem Thema schreibe.

    Leider wissen viele Tierärzte noch nicht viel über die SD, da es noch nicht ausreichende, bzw. keine Studien über die SD bei Tieren gibt.

    Ich berichte euch über unsere Erfahrungen und „Erfolge“ bei unserem Fluffy. Fluffy wurde am 20 September 1998 geboren und ist mit acht Wochen bei uns eingezogen. An seinem ersten Silvester (98/99) war er knapp 14 Wochen alt und fand die Welt noch rosarot und Schlafen, Essen, Trinken und Gassie -Runden
    waren seine Hauptbeschäftigungen, Silvester war gar kein Thema, dass hat er völlig verpennt.

    Im laufe seines ersten Lebensjahres, machte er wie alle Hundekinder die Erfahrungen mit plötzlich auftretenden Knallgeräuschen, z.B. Fehlzündungen eines Autos, Gewitter, heftigen Regen der auf die Fensterbretter und an die Scheiben trommelte, ein platzender Luftballon vor einem Kindergarten usw. Um jetzt alle die Geräusche aufzulisten, die für Fluffy zur „Bedrohung“ wurden, würde das den Rahmen sprengen, es kamen ständig neue Geräusche dazu und der Gipfel war dann die Fußball WM 2006. Da wir ja in der Multi -Kulti - Stadt Berlin leben, wurden nicht nur die Tore der Deutschenmannschaft mit Feuerwerk „gefeiert“,sondern alle Nationen, die hier so um uns rum wohnen ließen es auch krachen. Fluffys Angst steigert sich immer mehr, wenn er nur aus dem Fernseher die Geräuschkulisse eines Fußballspiel hörte, brach er schon in Panik aus, er hatte diese besonderen Geräusche einer Fußballübertragung mit Knallen verknüpft. Handballspiele, Tennis, Autorennen oder sonst irgendwelche Sportübertragungen waren kein Problem, von der Zeit an war es nicht mehr möglich ein Fußballspiel mit TON anzusehen. Er zitterte, speichelte, sprang in die Badewanne/ Duschtasse, sein Herzschlag stieg von 74 (Normalwert bei Fluffy) auf 140, er pullerte auch in die Badewanne und legte sich dann in den Urin. Er verkroch sich unters Bett, versuchte sich durch Wände zu kratzen und war dann überhaupt nicht mehr ansprechbar. Es war nicht nur für den Hund unerträglich, sondern auch für uns, die wir mit ansehen mussten wie unser bester Freund gelitten hat. Wir haben in seinen ersten zehn Lebensjahren viele Dinge ausprobiert um ihm und dadurch auch uns das Leben zu erleichtern.

    Angefangen von ignorieren über trainieren mit und ohne Geräusch -CD, TTouch, (habe ich extra ein Wochenend-Seminar gemacht) eigentlich alles was man so liest oder in der Hundeschule gesagt bekommt. 2003 lernte ich Günther Bloch kennen und die erste Frage die er mir stellt, nachdem ich ihm gesagt habe, dass ich einen Bearded Collie habe, war: „Und wie ist es mit der Geräuschempfindlichkeit bei deinem Beardie“. Ich erzählte ihm, was wir schon alles ausprobiert hatten und er sagte mir dann: „Kannste bei einem Paniker alles vergessen.“ Wir dachten, na prima dann müssen Fluffy und wir halt damit leben.

    Wir sind fast jedes Jahr über Weihnachten und Silvester aufs „Land“ gefahren, immer da hin, wo es nicht schon zwischen Weihnachten und Silvester knallte. Wenn wir in Berlin bleiben mussten, hat Fluffy am Silvesterabend „Vetranquil“ bekommen, leider hatte uns keiner gesagt, dass dieses Medikament die Muskulatur lahmlegt, aber der Hund ALLES mitbekommt, was um ihn herum passiert, Geräusche noch viel verstärkter wahrnimmt, er aber nicht in der Lage ist sich dagegen zuwehren. Wenn wir heute daran denken, was wir dem armen Kerl damit angetan haben, dreht sich uns der Magen um. Wir gehen heute davon aus, dass sich dadurch seine Ängste und Panikattacken noch verstärkt haben.

    Im November 2007 hat Günther Bloch mir die Adresse von einer Tierärztin aus München gegeben und hat erzählt, dass diese TÄ eine Studie/Doktorarbeit über die Geräuschempfindlichkeit bei Bearded Collies schreibt und gefragt ob wir an dieser Studie nicht teilnehmen möchten. Ich habe dann natürlich Kontakt zu der Frau aufgenommen und wir haben vereinbart, dass unsere beiden Hunde teilnehmen. Ich werde jetzt nicht schreiben, was wir im Vorfeld alles an Fragebögen ausfüllen mussten und was wir alles am Telefon besprochen haben. Ich schreibe es aber nur aus dem Grund nicht, weil ich dann das Forum sprängen würde, es waren alles Sachen, die auch für uns OK waren.

    Im Mai 2008 kam sie dann nach Berlin und hat dann 5 Stunden mit uns und unseren Hunden verbracht, auch darüber kann ich verständlicher Weise nicht alles schreiben. Nur soviel, dass wir mit den „Maßnahmen“ die wir dann in den folgenden 12 Wochen anwenden sollten, nicht einverstanden waren und wir uns dann gegen eine weitere Teilnahme an dieser Studie entschieden haben. ABER und jetzt kommt es, von dieser TÄ hörten wir das erste Mal, dass es einen zusammen Hang zwischen einer Unterfunktion der Schilddrüse und Angstverhaltender Hunde bestehen kann. Ich habe dann sofort versucht an Studien über SD-Erkrankungen beim Hund zukommen, leider war es nicht möglich. Was ich aber recherchieren konnte, war dass auch SD-Werte die grenzwertig sind, dass heißt die Werte sind eigentlich noch im Normbereich mit leichter Tendenz zur Unterfunktion, die eigentlich noch keine Medikation bedarf. Unsere Tierärztin hat sich dann sachkundig gemacht und wir haben zusammen beschlossen, dass Fluffy SD-Medikamente bekommt, dass war Ende November 2008, gleichzeitig haben wir auch mit unserer TÄ vereinbart, dass Fluffy zu Silvester kein Vetranquil bekommt, sondern ein Psychopharmaka.

    Wir haben mit einer ganz geringen Dosierung, eines SD-Medikaments angefangen und nach 10Tagen, hatten wir den ersten Erfolg!!!! Auf der letzten Pinkelrunde, hat es geknallt und für uns stand fest: „ Fluffy steigt in die Leine, versucht zu flüchten, ist nicht mehr ansprechbar, Runde beendet, ab nach Hause“. Dem war NICHT SO!!!!!! Er hat kurz den Kopf gehoben, gelauscht so nach dem Motto, kommt da jetzt noch ein Knall, dann ist er in die Richtung aus der der Knall kam weitergelaufen, nach ca. 100 Meter knallte es wieder, Fluffy drehte sich ganz
    ruhig ohne zittern oder Rute klemmen um und lief langsam in die andere Richtung. Ich bin dann mit ihm auf die andere Straßenseite gewechselt und wir sind langsam nach Hause gelaufen, vor der Haustür hat er sich animieren lassen, noch einen Puscher zumachen und dann sind wir ins Haus. Für uns war diese Reaktion nach 10 Jahren unfassbar, wir schämen uns nicht, dass wir geheult haben.

    Wir lassen jetzt alle 3-4 Monate eine Blutuntersuchung machen, um einfach sicher zu sein, dass die SD-Werte im grünen Bereich sind. Jetzt nach einem Jahr der Medikation, kann ich sagen, wir haben das Richtige getan, Fluffy wird seine Angst nie ganz verlieren, dazu sind 10 Jahre Panik einfach zulange. Heute ist es so, dass wir wieder Fußball mit Ton anschauen können und Fluffy schläft direkt unter dem Fernseher, selbst bei heftigem Gewitter reicht es meist aus, dass wir Fenster und Türen schließen. Wenn es doch zu heftig wird, legt er sich hinter die Couch, aber ohne speicheln, zittern oder sonstige Anzeichen von Panik. Auf der Straße ist es dann so, dass die Rute nach unten geht, es kann auch sein das er etwas zittert und vermehrt hechelt. Er zeigt aber auch ganz deutlich an, dass ihm die Situation nicht geheuer ist und er nach Hause will. Er reagiert aber auf mein Ansprechen, nimmt auch meist ein Leckerchen und wir gehen dann an lockerer Leine nach Hause. So wie es jetzt ist, können wir alle ganz gut mit leben.

    Im Frühjahr habe ich ein Wochenendseminar bei Dr. Udo Gansloßer gemacht und mit ihm über das Verhalten von Fluffy seid der Medikation berichtet und er hat gesagt, dass Fluffy wohl das erste Mal in seinem Leben, die richtigen SD-Werte hat und das ein Zusammenhang zwischen SD-Unterfunktion und Angst besteht. Darum noch mal mein dringender Rat, sprecht mit eurem TA und lasst die SD bei euren Hunden untersuchen. Bitte euren TA, dass er sich mit den Problem, die die SD verursachen kann auseinander setzt.

  • Ich glaube auch, daß ich es probieren würde.

    Gerade wenn sie im unteren Normbereich sind, sollte man die Möglichkeit nicht außer acht lassen.

    Und wegen dem Zeitraum, nur ein paar Tage wird nichts ändern.

    Ich würde die für mind. 3 Monate geben bzw. so wie Fluffy schreibt nach der Einstellung können insgesamt auch 6 Monate vergehen.

    Ich bin der Meinung, bevor ich rumdoktere und eigentlich vielleicht doch eine plausible Lösung habe, probiere ich das vorher aus.
    Gerade wenn Du sagst, daß sie auch zu Hause nicht runter kommt.

    Alles Gute

    Bianca

  • Die Frage dabei ist ja, ob die etwas zu niedrigen SD-Werte die Ursache oder sie Auswirkung sind.
    Es ist leider so, dass das Cortisol die Produktion einiger SD-Hormone hemmt, daher ist es bei einem Stresshund sehr sehr schwierig festzustellen, was Auswirkung und was Ursache ist.
    Bevor ich SD-Hormontabletten gebe, würde ich ein Antistressprogramm durchziehen und sehen ob da eine Besserung eintritt.

    Aber für mich gilt natürlich selbiges wie für Fluffy: Ich bin kein TA.

  • Antisressprogramm haben wir ja schon gemacht. Alle Aktivitäten wurden runtergeschraubt und trotzdem flippt sie bei jeder Kleinigkeit total aus und ist kaum mehr zu bändigen.

    Ich geben seit gestern abend die Tabletten und muß jetzt abwarten wie sie wirken.

    Bisher konnte ich noch keine Veränderung feststellen.

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