Jeppes Anti-Leinenaggressionstraining

  • Hallo zusammen,
    zunächst, wenn der Thread hier fehl am Platz ist, dann bitte dahin verschieben, wo er hingehört, ich wusste nicht, wo ich ihn paltzieren sollte.
    Da ich hier jetzt öfter etwas zu Jeppes aufkeimender Leinenaggression geschrieben habe, möchte ich an dieser Stelle eine Art Tagebuch zu unserem Training führen. Kurz zum Hintergrund: Jeppe ist ein knapp 11 Monate alter JRT-Mix, mit dem ich bereits im Welpenkurs war und jetzt in der Junghundgruppe bin. Er hatte nie Probleme mit anderen Hunden, allerdings begann er mit Beginn der Pubertät manchmal an der Leine zu pöbeln, was durch einen Angriff eines Huskymixes, bei dem jeppe an der Leine war, noch verschlimmert wurde. Ich holte mir dann Hilfe im Hundesportverein und bei einem Einzeltrainer. Alle waren sich einig, dass es vor allem die Pubertät sei, die ihn zu solchem Größenwahn treibt. Jetzt habe ich mit dem Training begonnen und hatte bereits einige Erfolge und Misserfolge zu verbuchen.

    Heute war ich abends mit Jeppe spazieren. Es war natürlich stockdunkel. Als wir um eine Kurve gingen, stand dort plötzlich ein anderer Hund. Ich habe die Straßenseite gewechselt, Jeppe hat angefangen zu knurren, ich konnte allerdings sofort seine Aufmerksamkeit erlangen und wir sind ruhig weitergegangen.

    Wir haben zwei neue Kommandos eingeführt. "Lauf" dient dazu, dass er an der langen Leine ruhig mal nach links und rechts laufen und schnüffeln kann, "Fuß" ist ja klar, er läuft stur neben mir, ohne wenn und aber. Das klappt schon sehr gut und hat uns heute geholfen, als wir an einem Grundstück vorbei sind, auf dem ein Hund stand und bellte. Jeppe wollte anfangen zu knurren, lief aber direkt neben mir und guckte mich stattdesen an. Ich sagte ruhig "Nein" und bin weiter. Er hat daraufhin Ruhe gegeben und wurde gelobt.

    Auf dem finsteren Feldweg dann kam uns ein Mann mit einem Mayar Viszla Welpen/Junghund entgegen. Ich ließ Jeppe "Sitz" machen und er sah zu mir. Ich sagte dem Mann, Jeppe mag gerade keine Begegnungen an der Leine, aber das interessierte den nicht und er kam mit den Worten "Der tut nix" direkt zu uns. Da fing Jeppe an wie wild zu knurren und zu bellen. Ich habe ihn dann Sitz machen lassen, seinen Kopf in meine Hände genommen und er sah mich an und hörte sofort auf. So blieben wir sitzen, bis der mann weg war. Das war zwar kein wirklicher Erfolg, denn er hat Theater gemacht, aber es zeigte mir auch, dass ich es unter Kontrolle bringen kann.

    Heute Mittag beim Spaziergang war er lieb zu allem und jedem!

    Tja, soweit erstmal, ich werde weiter berichten, ihr dürft mir gerne sagen, wie ihr das, was ich mache, so findet!

    Viele Grüße!!

  • Ich habe meinen uralten Thread mal wieder rausgekramt, denn ich dachte mir, ich langweile euch jetzt mal mit meinen generellen Trainigsfortschritten oder auch Rückfällen. Es geht dabei nicht nur um seine Leinenpöbelei, sondern um seine allgemeine Unsicherheit.

    In den letzten Monaten haben wir wirklich super Fortschritte in Sachen Leinenaggro gemacht, ich würde sagen, zu 90% klappt es. Die anderen 10 % sind meist Augenblicke, in denen er total gestresst ist oder seinem Erzfeind gegenübersteht. Jetzt ist mein nächstes Ziel, dass er auch entspannt bleibt, wenn wir an anderen Hunden vorbeigehen, er wird dabei immer noch sehr nervös, auch wenn er nicht pöbelt.

    Ansonsten kommen wir gut klar, er ist nur noch immer recht unsicher gegenüber Fremden und auch wenn wir Besuch bekommen. Mittlerweile hatten wir auch einen Trainer bei uns, aber ich bin mir noch nicht sicher, ob die Methode wirklich zu uns passt.

    Wir sollen ihn immer in der Nähe der Eingangstür abistzen lassen und ich gehe dann gemeinsam mit ihm zum Besuch. Vor zwei Wochen bekamen wir Besuch, da klappte es gut, heute kam der gleiche Besuch erneut, erst freute Jeppe sich, dann beugte sich der Besuch über ihn und Jeppe kriegte die Krise. Das scheint also das Hauptproblem zu sein, ich denke aber, dass es vielleicht generell doof ist, ihn mit in den Flur zu nehmen, wenn es klingelt, denn eigentlich interessiert es ihn gar nicht, wenn es klingelt und so wecken wir ja erst seine Aufmerksamkeit. Naja,´da bin ich mir noch etwas unsicher.

    So, genug gelabert! Ich werde mal versuchen, hier regelmäßig zu schreiben!

  • hallo,
    ich würde ihn auch nicht mit in den flur nehmen und auch darauf achten, dass sich besuch nicht über ihn beugt.

    schön, dass ihr gute fortschritte gemacht habt.

    gruß marion

  • Hallo,

    erstmal schön das ihr Fortschritte macht! Ich kenn deinen vorherigen Thread zwar nicht aber schreib trotzdem mal was dazu :)

    Ich bin da der selben Meinung: Der Hund sollte auf keinen Fall mit zur Tür kommen um den Besuch zu begrüßen! Das ist allein deine Aufgabe.
    Leg ihn lieber auf einem festen Platz ab, begrüß alleine den Besuch und wenn ihr dann ein paar Minuten geplaudert habt und dein Hund sich ruhig verhalten hat, kann er auf deine Aufforderung mal "schnuppern" wer da gekommen ist. Der Besuch sollte sich auch gar nicht groß um den Hund kümmern sondern ihn am besten ignorieren.

  • Hi Nindog,

    da ich auch gerade im Einzeltraining mit meiner Cora bin, kann ich dir nur folgenden Tipp geben. Bei Hundebegegnungen an der Leine bleibe ich häufig instinktiv einfach stehen und warte was passiert. Besser wäre es, wenn du im Ansatz erkennst, dass er gleich knurrt oder schon leise knurrt, deinen Hund dann ins Fuß zu nehmen und zügig an der "Gefahr" vorbei zu laufen.

    Nicht stehen bleiben, nicht mit dem Hund reden, sondern ihn mit einem Abbruchkommando dazu zwingen aufzuhören.

    Meine Trainerin z.B. riet mir KEINE großen Bögen zu laufen, da der Hund dabei sonst nichts lernt, außer dass seine Angst/Unsicherheit vielleicht dadurch noch mehr verstärkt wird.

    LG Andi

  • Zitat


    Meine Trainerin z.B. riet mir KEINE großen Bögen zu laufen, da der Hund dabei sonst nichts lernt, außer dass seine Angst/Unsicherheit vielleicht dadurch noch mehr verstärkt wird.

    hallo,

    ich denke, das kann man so nicht verallgemeinern. es kommt auf den hund, die umstände und darauf an, warum er probleme hat.

    wie soll denn die angst verstärkt werden, wenn beim hund, der bogen läuft erst gar keine angst aufkommt?

    stell dir vor, du mußt auf eine sehr hohe leiter, hast aber höhenangst, die geht nicht weg, wenn dich jemand dazu zwingt. ;) ganz im gegenteil, die angst wird verstärkt. ist nur ein beispiel, um das gefühl zu verdeutlichen. :D

    gruß marion

  • Hallo zusammen,

    danke für eure Tips. Ich glaube, bei der Leinenaggression sind wir bisher auf einem guten Weg. Bei Jeppe wurde sie ja durch gleich zwei weniger schöne Vorfälle in seiner Junghundezeit ausgelöst und zuerst habe ich dann einfach nur noch KOntakt an der Leine mit Hunden zugelassen, die er bereits gut kannte, damit er da gute Erfahrungen macht. Wir sind Bögen gelaufen und ich muss sagen, dass das bei uns super klappte. Mittlerweile wird Jeppe meist nur noch doof, wenn der andere Hund ihn fixiert oder losbellt und manchmal kommt er mit sehr beengten Situationen noch nicht klar, aber ich kann ich mit einem knackigen Nein sofort wieder runterkriegen.

    Zum Thema Besuch:
    Ich glaube auch, dass der Traine runs ein wenig falsch verstanden hat. Es ist nämlich so, dass Jeppe sich überhaupt nicht rührt, wenn es klingelt, er kommt auch meist nicht gucken, wer da kommt. Daher glaube ich, dass es sinnvoller wäre, wenn ich alleine zur Tür gehe, er ist solange im Wohnzimmer oder so und der Besuch kommt rein und beachtet ihn gar nicht. Jeppe selbst ist meist auch nicht sehr interessiert am Kontakt zu anderen Leuten, wenn sie dann aber einmal da sind, ist er total lieb. Heute morgen hat er unserem Besuch gleich einen Ball ins Bett gelegt :hust: !

    Heute trafen wir auf dem Spaziergang einen fremden Rüden, Jeppe war total locker und ließ sich auch von den Besitzern gerne anfassen. Bei ihm ist es vor allem diese Begrüßung, bei der sich Leute über ihn beugen, da wird er richtig wütend!

  • Ich sollte vielleicht noch dazu sagen, dass unser Huaptproblem ist, dass wir nicht wirklich oft Besuch bekommen, denn in letzter Zeit sind einige unserer Freund weggezogen und meist sind nur mein Freund und ich da. Ich habe daher auch ein wenig das Gefühl, dass er ein wenig verlernt hat, wie es ist, fremde Leute in die Wohnung zu lassen. Als wir noch mehrmals die Woche Leute hier hatten, war das nie ein Thema.

  • Zitat

    Bei ihm ist es vor allem diese Begrüßung, bei der sich Leute über ihn beugen, da wird er richtig wütend!


    Das ist aber aus Hundesicht völlig legitim. Dieses drüber Beugen ist eine Drohhaltung. Ich sehe da kein Problem. Es hat sich einfach keiner über Deinen Hund zu beugen. Derjenige kann ja in die Hocke gehen.

    Ansonsten ist sein Verhalten, wenn es klingelt und Besuch rein kommt, doch der reinste Traumzustand. :gut: Kein Gebelle, kein Anspringen etc. Das Versuche ich schon lange endlich bei meinem Hund zu erreichen.

  • Zitat

    hallo,

    ich denke, das kann man so nicht verallgemeinern. es kommt auf den hund, die umstände und darauf an, warum er probleme hat.

    wie soll denn die angst verstärkt werden, wenn beim hund, der bogen läuft erst gar keine angst aufkommt?

    stell dir vor, du mußt auf eine sehr hohe leiter, hast aber höhenangst, die geht nicht weg, wenn dich jemand dazu zwingt. ;) ganz im gegenteil, die angst wird verstärkt. ist nur ein beispiel, um das gefühl zu verdeutlichen. :D

    gruß marion

    Nein verallgemeinern wollte ich das nicht, sondern lediglich darauf aufmerksam machen, das es auch andere Ansätze gibt.

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