Baustelle Hund.. bzw Frauchen!

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  • Hallo du,

    das Beste, was du jetzt für deinen Hund tun kannst und musst, ist ihm Sicherheit zu vermitteln. Das Gefühl, dass du alles im Griff hast.

    Dass das nicht so einfach ist, glaube ich dir. Aber ich spreche aus Erfahrung: Meine Hündin wurde gebissen, sie an der Leine, der andere Hund frei. Auch sie hatte sich unterworfen. Sie war völlig traumatisiert und ich habe da leider falsch reagiert, indem ich sie nicht genug unterstützt habe. Das hatte eine ausgewachsene Leinenaggression zur Folge, da sie nun glaubte, sich in Zukunft selbst beschützen zu müssen. Das wieder weg zu trainieren, ist aufwändig und für Hund und Besitzer sehr anstrengend.

    Da du deine eigene Unsicherheit aber nun ja nicht direkt ändern kannst, würde ich dir Folgendes raten:
    - solange du selbst Angst hast, dein Hund könnte gebissen werden, lässt du ihn nicht mehr mit fremden Hunden spielen, sondern organisierst euch Begegnungen mit Hunden, denen du vertraust. Damit werden die Begegnungen der nächsten zwei oder drei Wochen so verlaufen, dass du dem Hund Sicherheit vermitteln kannst. Du zeigst ihm: es ist alles okay (weil du es auch selbst so fühlst, deinen Hund kannst du nicht belügen). Er kann wieder lernen, dir in dieser Beziehung zu vertrauen und wieder sicherer zu werden im Umgang mit anderen Hunden.

    - falls ihr in dieser Zeit andere Hunde trefft, die keinen Abstand halten, schirme ihn ab. Führe ihn so an dem anderen Hund vorbei, dass er auf deiner dem Hund abgewandten Seite läuft. So hast du die Sicherheit, dass du dazwischen bist und dein Hund fühlt sich ebenfalls sicherer. Sorg aber dafür, dass du das nicht mit großem Trara machst, sondern selbstverständlich einführst. Vielleicht in eine kleine Übung einbaust.

    - zögere den Punkt, ihn wieder normal mit anderen Hunden spielen zu lassen, nicht zu lange hinaus. Nur gerade so lange, bis du merkst, dass er im Spiel mit den ausgewählten Hunden keine übermäßige Unsicherheit mehr zeigt (denn die macht ihn leichter zum Mobbing-Opfer). Bis dahin solltest du dich auch langsam an den Gedanken gewöhnt haben, dass du deinen Hund nicht gegen alles beschützen kannst. Der größte Schutz, den du ihm geben kannst, wird darin bestehen, ihm die Begegnungen zuzutrauen und dich wie eine Führungsnatur zu benehmen, die ihn souverän durchs Leben führt.

    - zwei Sachen sind neben dem Splitten für das Management von Hundebegegnungen auch noch sinnvoll. Das betrifft das schnelle und zuverlässige Sitz (am besten ein Sitz hinter dir, falls ihr wirklich mal angegriffen werdet, kannst du den Hund hinter dir absitzen lassen und nach vorn aktiv die Verteidigung übernehmen, z.b. den fremden Hund wegscheuchen. Das macht eine Menge Eindruck auf deinen Hund). Das Zweite ist: abrufen aus dem Spiel üben. Ruf deinen Hund ab und zu mal aus dem Spiel heraus und lass ihn wieder hin laufen. Sobald du das Gefühl hast, in einem Kontakt baut sich Spannung auf, kannst du deinen Hund einfach abrufen und deines Weges gehen. Bei meiner Hündin habe ich oft das Gefühl, dass sie sehr erleichtert ist, wenn ich sie aus einerspannungsgeladenen Situation heraus abrufe.

    Und nicht zuletzt: wache über deine Gedanken. Stoppe alle Vorstellungen, wo du dir ausmalst, was alles passieren könnte und würde und wie dein Hund nach der Verletzung aussah. Damit kannst du ihm nicht helfen, im Gegenteil. Stattdessen solltest du dir ausführlich ausmalen, wie dein Hund fröhlich und friedfertig mit anderen Hunden spielt und wie du bei einer schwierigen Begegnung erfolgreich reagieren und ihn beschützen würdest. Auch der Mensch lernt durch Training und bei der Vorstellung, was du wie tun würdest, baust du die Nervenbahnen ähnlich auf, als wenn du die Sachen tatsächlich tun würdest. Du machts quasi "Trockenübungen", die dir aber im Notfall helfen, schnell und adäquat zu reagieren, weil dein Gehirn genau diese Verknüpfungen schon zig mal hergestellt hat. Also stärke nicht die falschen Verknüpfungen, deinem Hund zuliebe.

  • Ich habe auch so eine Hündin (11 Monate), die sich sofort unterwirft und so schon öfter Mobbing-Opfer geworden ist. Die meisten Leute sagen dann "das klären die Hunde schon alleine, das sieht schlimmer aus als es ist".

    Sowohl meine neue Hundetrainerin als auch ein bekannter Hunde-Profi - bekannt aus dem TV - den ich fragen konnte, sagen dass daran gearbeitet werden muss.

    Erste Empfehlung : Den Hund nicht mit dominanten Hunden rumrennen lassen sondern den Kontakt vorsichtig an der Leine aufbauen.

    Meine Hündin wird immer beim Rumrennen gemobbt, nicht wenn sie an der Leine ist.

    Eine genaue Taktik muss ich noch erarbeiten.

    Grüße Bernd

  • Zitat

    Nochmal - ein Hund, der bei einem Hund zubeißt, der sich unterworfen hat, der ist verhaltensgestört...


    nö, zu pauschal. Es kommt nämlich darauf an warum ein Hund angreift. Ein Hund der sein Revier verteidigt (Herdis z.B.) die wollen nicht unbedingt das der andere Hund sich unterwirft, die wollen ihn schlicht und ergreifend raus aus dem Revier haben und erledigen das Thema, wenn dieser Hund auf einem Weg, den sie als ihr Revier ansehen, ganz einfach, indem sie den Hund platt machen.

    Wenn fremde Hunde sich begegnen ist es immer gut zu wissen (die HH der jeweiligen Hunde) welche Motivation der eigene Hund hat. Und ist die Motivation das Beschädigen (was ja nun nicht Unnormal sein muss), dann bringt auch das Unterwerfen nichts.

    Natürlich kann man an der "ich mach platt"-Mentalität arbeiten und natürlich muss man das auch. Aber Verhaltensgestört ist solch ein Hund nicht unbedingt.

    Zitat

    Erste Empfehlung : Den Hund nicht mit dominanten Hunden rumrennen lassen sondern den Kontakt vorsichtig an der Leine aufbauen.

    Meine Hündin wird immer beim Rumrennen gemobbt, nicht wenn sie an der Leine ist.


    Dominante (ich sehe das Wort nicht als Negativ) Hunde mobben nicht. Die wissen was sie wollen, die sagen klar und deutlich: bis hier und nicht weiter oder sie lassen sich auf Toben ein und haben es gar nicht nötig den anderen "unterzubuttern". Die Mobber sind eher in der unsicheren Fraktion zu finden.
    In dem Fall würde ich mir souveräne Hunde (welche also dominant im positivem Sinne sind) suchen und den eigenen nur mit diesen toben lassen. Von denen lernt er dann Körpersprachlich so einiges.

  • Muggle:
    Danke für die wertvollen tipps!

    An alle anderen auch!

    War heute wieder auf den Feld, mit 2 Rüden, wo ich mir sicher bin dass nichts passiert, die kennen sich und harmonieren super miteinander..
    Problem war mal wieder: andere Hunde
    Besonders der Staff.. wir sind 2 stunden lang, diesem mann mit seinem hund aus dem weggegange, er hat immer wieder seine richtungen gewechselt um uns den weg zu kreuzen.. das hiess für mich: Romeo an die Leine,möglichst weit weg von ihm..ist sonst zu riskant, der mann hat ihn ja nicht unter kontrolle und er will immer zu uns rennen..
    Und schon wieder, ein andere, wo ich der Besitzerin schon mehrmals gesagt habe, den Hund bitte anzuleinen.. heute der Fall :
    Hund springt aus dem Auto, rennt knurrend zu meinem angeleinten Hund hin.
    Ich pack romeo rechts am halsband halt ihn wéit weg von mir, fang den anderen Hund ab bis ein fremder kam und mir endlich den knurrend hund abgenommen hat...

    am besten, gehe ich garnicht mehr mit romeo mit irgendwelchen hunden..ich kann meine angst nicht abstellen, so schnell auf garkeinen fall, besonders nicht bei solchen Hunden!!!

    Wenn wir in 4 Wochen umgezogen sind, hoffe ich, dort gibts keine machtkämpfe..wenn ich dann noch so unsicher bin, muss wohl ein hundetrainer her!


    ich bin langsam verzweifelt.... :sad2:

  • Och Mensch, ihr tut mir richtig leid und ich kann sehr gut nachempfinden, wie du dich fühlst,denn wir hatten vor ca 2 Jahren ein ähnliches Erlebnis, wobei Dago krankenhausreif gebissen und ich ebenfalls verletzt wurde.

    Was mir gut geholfen hat, war unsere "alte" Hundeschule, zu der ich direkt ging, nachdem Dagos Verletzungen verheilt waren.
    Dort lernte ich wieder, gleichgülig auf fremde Hunde zu reagieren

    Als Mensch wird man ängstlich, wenn man solch eine Situation miterlebt hat.
    Wer danach so tut, als wäre nichts gewesen, den kann ich nur bewundern.
    Ich könnte es auch nicht, denn Gefühle sind da und sie sind nicht abstellbar wie ein Radio.

    Vielleicht hilft dir der Besuch einer HuSchu und warte nicht zu lange damit, denn sonst hat sich das Verhalten so festgesetzt, dass es schwierig wird, es zu ändern.

    Ich mache es heute so, dass, wenn uns ein fremder unangeleinter Hund entgegenkommt, ich weitergehe, es sei denn, der fremde Hund wirkt aggressiv auf mich, dann versuche ich unsere Hunde hinter mir stehen zu lassen und schirme sie ab.

    Ich wünsche dir viel Glück bei der Problembewältigung

  • Sehr schwierig das Ganze. Denn wie kann man seine Angst verlieren wenn man solchen "Knalltüten" begegnet. Wenn andere Hundehalter der Meinung sind auf ihre Hunde nicht zu achten.

    Bei mir würde das dann allerdings irgendwann mal von Freundlich, über Bestimmt in "sehr Böse" umschlagen und dann sorge ich dafür das meinem Hund keiner zu Nahe kommt.

    Um mit einer Angst umgehen zu lernen muss man auch das passende Gegenüber haben. Drücke die Daumen dass das dann nach dem Umzug endlich möglich ist.

  • Der eigene Ärger über Hunde, die nicht unter Kontrolle stehen, ist zwar berechtigt, aber das Problem damit ist, dass er in der Situation selbst nicht dienlich ist. Denn die eigene Aufregung überträgt sich auf den Hund, dem man ja nun emotional führend beistehen möchte.

    Ich habe in solchen Situationen immer das Bedürfnis, dem Hundehalter mal so richtig die Meinung zu sagen. Aber in letzter Zeit verzichte ich- aus dem einfachen Grund, weil das oft zu Streit führt, ich meinem Hund aber zeigen will, dass nichts Schlimmes passiert, wenn Artgenossen angestürmt kommen (jetzt mal davon ausgehend, dass die halbwegs freundlich sind). Bei aggressiven Hunden lotse ich meine Hunde hinter mich, lass sie sitzen und verteidige sie aktiv. Außerdem sehen wir zu, dass wir aus der Situation möglichst schnell heraus kommen.

    Aber ich versuche mich z.b. nicht mehr aufzuregen, wenn ihr in der Einkaufszone auf einmal ein Dertutnix von Schäferhundgröße am Hintern klebt und weit und breit und kein Herrchen zu sehen, das dann nach ner Viertelstunde gemütlich aus dem Edeka kommt und es in Ordnung findet, dass der Hund hin und her im Verkehr herumläuft und jeden belästigt (ist schon bekannt). Einmal durchatmen, den Hund freundlich ansprechen und evtl. splitten. Mein Hund wird, wenn er unsicher ist, für positives Verhalten belohnt und so nutzen wir das inzwischen als Training. In so einer Situation macht Aufregung mehr kaputt als man gewinnt. Klar kann das nicht sein und wenn ich denjenigen kenne, sage ich manchmal später was dazu, aber nicht in der Situation. Da schalte ich um auf "wir üben.. und haben endlich einen anderen Hund gefunden, der mit uns übt" (bis zu einem gewissen Maß kann man die Bewertung der Situation selbst beeinflussen).

    Kannst du nicht erstmal woanders spazieren gehen, wo andere Hunde sind, die für dich nicht so angstbelastet sind? evtl. mal eine andere Strecke?

  • HALLO!

    mittlerweile macht das spazieren gehen wieder spaß :gut:
    Habe mich viel unterhalten mit Hundebesitzern auf dem Feld,die mir alle gesagt haben wie toll mein hund sich verhält und dass ich ihm soviel nehme wenn ich die angst zeige!

    Also irgendwie musste ich dann wohl da durch.. wirklich, augen zu und durch, ihn einfach rennen lassen, romeo vertrauen..
    und es hat geklappt!
    Hunde,die nach dem Biss auch noch etwas auf romeo los sind, waren diesmal normal, sie haben miteinander gespielt und getobt!

    meiner verhält sich super..ich bin so stolz auf ihn!
    Beispiel von Freitag: Hund von 10 Monaten fixiert Romeo und knurrt ihn an, gesichter ungefähr 20 cm auseinander, ich panik geschoben..andere besitzerin panik geschoben.. romeo nur geschaut,kein kamm, kein knurren, kein gesichtsverzerre..ich glaube,hätte romeo geknurrt, hätte es geknallt..und das ganz sicher!

    ich konnte romeo locker aus der situation rausnehmen als die frau ihren hund am geschirr gepackt hat!

    Auch wenn wir in einer großen gruppe laufen,und es mal eine kappelei gibt zwischen andren hunden wo romeo sich eimischen möchte, ruf ich ihn und lass ihn bei mir laufen.. es kommt mir so vor er wäre mir manchmal sogar dankbar dass ich ihn aus manchen situationen ganz locker rausnehme :lol:

    ich kann nur gehen, weil ich meinem hund vertraue, ich kann ihn abrufen wenn es etwas unsicher wird und weiß auch, er geht den hunden aus den weg, wenn sie ihm nichts gutes wollen!
    Irgendwie klappt einfach alles perfekt..in der hundeschule in der wir nun wieder sind, ist auch alles super, wurde sogar nach einer stunde in der junghundegruppe schon in die basis versetzt weil ihm die junghunde zu langweilig war :hust:

    jetzt noch der umzug am wochenende, hoffentlich gewöhnt er sich gut um von haus an wohnung.. muss klappen :-) ich denk positiv!


    ach, und seit heute hat romeo auch seine erste verehrerin! Sie ist garnicht von ihm weggekommen und er war stolz wie oscar :hust:

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    vielen dank auch für all eure tipps!!!!

    amira mit romeo

  • Zitat

    Meinem Hund hat damals geholfen, dass er viel mit souveränen Hunden zusammen war, die ihm zwar ab und zu mal die Grenzen gezeigt haben, aber ihn nicht gemobbt haben. Vielleicht kennst du ja solche Hunde, die ihm nichts tun würden. Treff dich mit ihnen, damit der Hund UND du merkt, dass andere Hunde nicht so schlimm sind. Denn wenn Hund wieder selbstbewusster wird, wird das Mobbing reduziert. Und dadurch wird dein Hund wieder er selbst.

    Das kann ich auch bestätigen!
    Mein Kleiner ist auch öfters Opfer von Mobbing da er sich bei jedem Furz unterwirft und wegrennt.
    Wir gehen seit zwei wochen in einer großen hundegruppe mit (5-8 hunde) und seitdem ist es besser geworden mit meinem kleinen. diese gruppe ist sehr durcheinander gewürfelt. es gibt mehrere althunde, die die kleinen jungsters hin und wieder zurechtweisen aber nicht mobben. und es gibt junghunde und welpen, mit denen meiner spielen kann.
    ich habe gemerkt, dass er selbstbewusster geworden ist und jetzt verteidigt er sogar schon mal einen stock oder eine rübe vor den anderen junghunden. das finde ich super. ist ein fortschritt wie ich finde. :)
    er hat auch eine ganz andere körperhaltung als vor ein paar wochen, tritt selbstbewusster auf und lässt sich nicht mehr so schnell einschüchtern. :smile:
    Drücke Euch beiden ganz fest die Daumen, dass Ihr dieses negative Erlebnis schnell verarbeitet und wieder Freude an dem "draußen" habt.

    lg

    biggi

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