Wie geht ihr mit der Leinenagression um?

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  • Hallo und guten Abend,

    habe mich hier ja schon öfter wegen meines leinenagressiven :sad2: Zweithundes (der seit mittlerweile gut 1 1/2 Monaten bei uns ist) zu Wort gemeldet.
    An der Sache an sich wird gearbeitet - obwohl ich meine Zweifel hab´, ob es noch zum großen Durchburch kommt. Deswegen frage ich hier aber nicht nach...
    Wollte nur mal wissen, wie ihr es so mit euren leinenagressiven Hunden macht. Also wie ihr damit umgeht. Ich schäme mich immer richtig, wenn Butch (er wiegt "nur" 13 Kilo) richtig aufdreht. Zumal mein zweiter (ein Malteser), dann auch meistens mitzieht. Obwohl (oder gerade weil :ka:) ich hier sehr ländlich wohne und nur selten Hunde treffe, ist mir die Sache enorm peinlich. Heute ist mir sogar die Leine von Butch in einer Schrecksekunde aus der Hand gerutscht und er ist auf nen anderen Rüden los :schockiert: . War zwar nur Gezeter, ich konnte Butch dann auch abrufen. Natürlich hab´ ich mich trotzdem millionenfach entschuldigt. Da wär´ ich am liebsten im Boden versunken. :gott: (Und der andere Besitzer war nichtmal böse. OT: "Kann ja jedem mal passieren.") Aber ich find´s ja schon schlimm, wenn nur gebellt wird.
    Nun, wie kommt ihr damit klar? Geht ihr nur im Dunkeln? Verzichtet ihr auf Urlaub mit Hund? Auf Ausflüge mit Hund?
    Frage mich grade, wie ich alles organisieren soll. Bisher hatte ich meinen einen kleinen immer und überall dabei.

    Liebe Grüße,
    Laura

    P.S.: Wäre auch schon schön zu sehen, wer hier so alles mit dem gleichen Problem zu kämpfen hat, wie ich. Komme mir mit meinem Pöblen nämlich schon etwas wie 'ne Aussätzige vor. :hilfe:

  • Mein Sittinghund, Weimi, 3 1/2 Jahre, brüllt gelegentlich auch Menschen oder Hunde an. Bei Menschen mit in die Leine springen. Er kann sich da ziemlich aufführen, wenn ich den Moment verpasse, wo ich ihn noch umlenken kann. :ops:

    Ich gehe den Situationen kaum aus dem Weg. Ok, ich wähle manchmal Wege, die nicht so stark frequentiert sind. Aber wenn sich die Gelegenheit bietet, wird das halt trainiert (Click for Blick, Umlenken, Alternativverhalten). Peinlich ist es mir nicht. Mir ist es aber relativ egal, was die Umwelt von mir denkt. Der Hund ist ja an der Leine und damit abgesichert. An Tagen, wo einer von uns beiden nicht so gut drauf ist, bekommt er ein (maßgeschneidertes) Halti um. Damit fühle ich mich dann sicherer. Einen Rundumblick, wie ihn manche Leute bekommen, wenn ihr Hund mit irgendwas nen Prob habt, hab ich nicht. :D Also ich bin eher der gelassene Typ. ;)

  • Hallo,

    danke für die Antwort. Diese von dir erwähnte Gelassenheit fehlt mir fürchte ich noch. Mache mir immer viel Gedanken, was andere denken könnten. Denke zudem, dass es bei einem "Sittinghund" evtl. nochmal was anderes ist, oder? Für den eigenen - für dessen Verhalten man ganz alleine "verantwortlich" ist - schämt man sich dann vielleicht doch mehr?
    Naja, was mich nervt, sind eben auch schiefe Blicke (so wie "Ogott, die hat ja ihre Hunde überhaupt nicht im Griff!") oder Kommentare. Letzlich meinte mein Nachbar, der auch zwei Hunde hat: "Na, der neue will sich wohl nicht einfügen!"
    In die Stadt gehen etc. ist ja aber mit so nem Gespann echt kaum möglich. Da fühlen sich die anderen ja gestört, wenn laut gebellt wird. Oder wie handhabt ihr das?

    Liebe Grüße,
    Laura

  • Ich denke, die Gelassenheit ist ein Schlüssel zum Erfolg.

    Ich konnte bei unserem beobachten, dass seine leinenaggressiven Momente sehr viel ruhiger verlaufen, wenn ich selbst auch nicht unter Spannung stehe.
    Hab neulich durch Zufall fast 30 Minuten telefoniert und war richtig erstaunt, dass Monsoir ganz easy nach der ersten Aufforderung sich hat von einem anderen Vierbeiner ablenken lassen.

    Außerdem hast du geschrieben, dass er 1 1/2 Monate bei euch ist...
    Das ist nicht viel Zeit, oder? Vertrauen baut sich glaube manchmal leider langsam auf und braucht Geduld.

    Unser Hund ist jetzt knapp 5 Monate bei uns und sein erster großer Verbesserungsschub kaum glaube erst nach 3 Monaten.

    Ich hab damals gelesen, dass eine kurze Leine (auf dem Land vielleicht nicht, in der Stadt wahrscheinlich eher) und einige Wochen ohne leinenlosen Freilauf helfen können. Weil sich der Hund so auf einen konzentriert und seine Motivation (bellt er aus Angst? Freude?) über den Halter abbaut.

    Peinlich ist es manchmal, das Gefühl kenn ich auch. Ich sag mir dann immer, dass diejenigen, die selbst einen Hund haben sicher Verständnis haben, weil sie wissen, dass viel Arbeit dahinter steckt. Und alle anderen können einem herzlich Wurst sein.
    Wenn man sich anguckt, wie rücksichtlos mancher Mensch durch die Straßen zieht, ist ein bellender Hund wohl eher eine Wohltat.

    Viel Glück und Geduld für dich :>

  • Also, ich habe eher das Gefühl, dass die Leute mit Hund weniger Verständnis haben. Die haben dann meist sehr brave Hund - die nicht mal mucksen, auch wenn meine zwei schon richtigen Terz machen - und denken dann (vielleicht bilde ich mir´s auch ein): "Warum schafft die mit ihren nicht, was meiner so ohne Probleme kann." Die wenigsten wissen eben auch, dass Butch aus dem Tierheim kommt - das ist dann eben kein Wunschkonzert und ne Menge Arbeit.
    Ich muss wohl noch ruhiger werden!

    Liebe Grüße,
    Laura

  • Die Leute, deren Hunde so easy wirken, arbeiten sicher auch schon Jahre mit denen.

    Hm, man kann das sicher nicht Allgemein festlegen, aber ich hab immer das Gefühl, dass man schon grob merkt, was für ein Typ Hundehalter vor einem steht. Die gehorsamen und lieben Hunde sind meist ja schon Jahre beim Besitzer oder sind vom Wesen her sehr drauf bedacht, Frauchen/Herrchen zu "gefallen".
    Naja, und wenn man sich mal die meist unerzogenen kleinen Hunde ansieht - die dürfen kläffen und rütteln, die Halter machen meist nix.
    (Wir haben auch so eine Truppe in der Straße :lol: ).

    Aber ja - manche sind auch arrogant wie Sau, vielleicht weil sies sehr leicht hatten mit ihrem Hund. Aber auch das ist ja ein menschlicher Fehler, kein hündischer :>

    Wichtig ist, dass du weißt, dass dein Hund nicht doof oder böse ist, sondern dass seine Herkunft ihn zu dem macht, was er ist, und vorallem, dass du zu ihm hälst, egal ob er bellt, oder nicht.

    Mit Geduld, Zeit und Selbstvertrauen klappts bestimmt.

  • Nun als erstes solltest du dir abgewöhnen, dich zu schämen. Es ist halt so und basta. Wem´s nicht passt egal.

    Unsere lösen nur bei bestimmten Hunden - und es ist eigentlich nur noch einer - im Kiez aus.
    Leinenaggressiv in dem Sinne waren sie eigentlich auch nicht, sie haben immer nur gegengemoppert, wenn sie von einem anderen "Pöbbelhund" an der Leine angemacht wurden. Mir war es immer egal, ich haben meinen Großen am Geschirr oder Halsband geschnappt und bin einfach stur weiter gelaufen. Der Kleine wurde an der Leine zwangsweise mitgenommen. Wenn ich den betreffenden Hund das nächste mal aus der Entfernung gesehen habe, habe ich einfach Abstand zwischen uns gebracht und wenn das nicht mehr ging, habe ich beide einfach am Wegrand abgesetzt - weil mit einem Hund ist es leichter an uns vorbei zu gehen, als ich mit 2en (manchmal sogar 3en) an einem einzelnen.
    Die anderen Halter waren mir sehr dankbar und wir haben dann sozusagen gemeinsam das Problem gelöst und ich freue mich dann, wenn ich die Leute treffe, die mit ihren Hund nur friedlich an anderen vorbei gehen können.

    Wwichtig ist halt wirklich, das es einem selbst egal ist, man ruhig und gelassen bleibt und an seinem Problem arbeitet.

  • Sich das schämen abzugewöhnen ist glaube ich leichter gesagt als getan.
    Gerade in ländlichen Gebieten, hat man schnell den "schlechten Ruf" weg, einen "aggressiven" Hund zu haben. Da kennt jeder jeden.

    Bei den Leuten, die so "liebe" Hunde haben, ist es nicht gesagt dass sie an dem Problem gearbeitet haben.
    Manche Hund zeigen dieses Verhalten gar nicht erst und andere gehen ab wie eine Rakete.

    Meine Tochter z.B. hat so ein Schäfchen. Der ist wirklich ein "der tut nichts". Sie brauchte noch nie an einem "Problem" arbeiten. Der bringt das liebe Wesen einfach mit.

    laura:
    Ich kann dich verstehen, dass es dir unangenehm ist, wenn dein Hund abgeht wie ein Zäpfchen. Gerade wenn man dann auch noch HH trifft die einen Hund führen, der gar nichts macht, ärgert man sich unterschwellig doch über das Verhalten des eigenen Hundes.
    Wenn dann auch noch ein blöder Spruch kommt, ist man ganz und gar bedient. :sad2:

  • Also ich habe mittlerweile eine Scheißegal-Einstellung. Aber auch nicht immer ... je nach Situation halt. Wenn er "nur" ausflippt, dann ist das halt so, dann hab ich zu spät und falsch reagiert und Pech gehabt, dann geh ich einfach stur weiter und ignoriere den anderen und meinen Hund und gehe wortlos gradeaus.

    Es gibt aber so Situationen, wo es mir dann doch peinlich ist ....

    Beispiel: Bei uns ist ein Treppenabgang zu den Häusern ... wir hörten unten einen Hund und haben umgedreht, Max hat den Hund aber noch mitgekriegt und ist darauf voll abgegangen. Bis dahin war noch alles "ok".... blöderweise kam dann von vorne ein Chi auf den er auch ausflippt (Auge in Auge sozusagen) und ich hatte auch nur die Möglichkeit umzudrehen und wegzugehen, dass wollte ich dann auch machen (auch bis dahin war es zwar stressig aber noch in Ordnung) aber just da kamen dann 2 Fahrradfahrer, die eine mit einem Kind im Sitz hinten und weil Max grade eh hochgedreht war, meinte er, dass er da nun auch ausflippen müßte (was er bei Fahrrädern eigentlich gar nicht mehr macht) .... sieht bei ihm wirklich immer sehr gefährlich aus. Mein Mann meinte dann "hast du gehört, der Typ hat uns beleidigt" ... ok ich hatte es nicht gehört, weil ich zu beschäftigt mit Max war :D aber ich meinte dann nur "kann ich gut verstehen, ich würde mich auch aufregen, wenn ich ein kleines Kind auf dem Rad hätte und ein Hund auf mich zu möchte, der aussieht, als wenn er noch nicht gefrühstückt hätte.". Sprich das war mir dann richtig peinlich ... die arme Frau mit dem Kleinkind hinten auf dem Rad, das war nicht lustig. Ein Glück gibt es solche Situationen nicht mehr so oft.

    Wir gehen den Situationen nicht aus dem Weg, bzw. wir gehen zwar nicht frontal auf andere Hunde zu aber wir laufen auch nicht vor anderen Hunden weg. Wir gehen dann z.B. auf die andere Straßenseite, um etwas Distanz dazwischen zu bringen, dass Max den Hund zwar sieht aber sich noch durch uns abbrechen läßt, wenn er anfangen will abzudrehen.
    Wir waren mit Max z.B. auch beim Tierarzt drin (früher haben wir ihn lieber im Auto gelassen, bis er dran war) und dann kam Hund Nr. 1 (wir saßen schon), Max hat ihn beäugt aber alles war ok, dann kam Hund Nr. 2 ... ein unschuldiges 2jähriges Cockermädel, auf einer Sitzdistanz von ca. 2 Metern .... da hat er geknurrt, sich kurz aufgestellt und lies sich dann aber beruhigen. Hat sich dann auch abgelegt und bis wir dran waren, war er auch wieder entspannt. Ich habe den anderen Haltern sein Verhalten kurz erklärt und mein Mann meinte, warum ich denn eine entschuldigende Haltung einnehmen würde. Für mich ging es jedoch nur darum, die anderen zu beruhigen und ihnen zu erklären, warum er so ist, damit sie sich einfach keine Sorgen machen. Der eine sagte dann auch gleich, dass sein Hund auch seine Probleme mit bestimmten Hunden hat.
    Die Situation ansich war mir nicht peinlich, war ja abzusehen, wenn wir uns ins Wartezimmer setzen, dass dann auch andere beleinte Hunde kommen :D.

    Ansonsten sind wir schon etwas eingeschränkt und schränken uns auch ein, bis wir das Problem vollkommen im Griff haben. Ich gehe natürlich nicht her und mache einen Spaziergang durch die Fußgängerzone oder durch das Einkaufszentrum, weil das wohl Streß pur wäre aber im Grundsatz versuchen wir schon Max abzuhärten und wenn er ausflippt dann ist das halt so ... peinlich ist mir das nicht ... grade vor anderen HH´s nicht, denn so ziemlich jeder hat irgendwann mal Probleme an denen er arbeitet. Schlimm wäre es nur (und somit peinlich), wenn man es einfach so hinnehmen würde.

  • Zitat

    Sich das schämen abzugewöhnen ist glaube ich leichter gesagt als getan.
    Gerade in ländlichen Gebieten, hat man schnell den "schlechten Ruf" weg, einen "aggressiven" Hund zu haben. Da kennt jeder jeden.

    hallo,
    ich denke, geredet wird sowieso, egal, ob der hund brav, hübsch, oder aggressiv ist ;)

    und so ganz tief im inneren sollte man mal überlegen, dass man einem tier, welches nicht mehr gewollt wurde, eine chance auf ein neues leben gibt, also kein grund, sich zu schämen, ganz im gegenteil :D
    schämen könnte sich nur der, der sein tier im stich gelassen hat.

    dann heißt es nur noch: kopf hoch, ruhig bleiben, und mit dem tier arbeiten. :D

    Zitat

    laura:
    Ich kann dich verstehen, dass es dir unangenehm ist, wenn dein Hund abgeht wie ein Zäpfchen. Gerade wenn man dann auch noch HH trifft die einen Hund führen, der gar nichts macht, ärgert man sich unterschwellig doch über das Verhalten des eigenen Hundes.
    Wenn dann auch noch ein blöder Spruch kommt, ist man ganz und gar bedient. :sad2:

    gerade wenn man halter trifft und ins gespräch kommt, dieser halter auch noch mit einem netten spruch aufwarten kann, dann hat man doch die chance gleich mal nach einem tollem tipp zu fragen, oder den jenigen zu bitten, mit einem zu üben :D

    und die, die hinter dem rücken über einen labern müssen, die spricht man eben mal direkt an und redet klartext mit ihnen. die verstummen ganz schnell. ist meistens sowieso nur einer, der den rest der umgebung aufmischt. ist der gestoppt, ist ruhe und keiner regt sich mehr auf.

    gruß marion,
    der es null peinlich ist, einen chaoten aus dem th geholt zu haben, ganz im gegenteil, ich bin stolz auf ihn und auf jeden kleinen fortschritt, den wir machen.

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