Die Sache mit der Kontrolle...

  • Ich habe in einem anderen Thread ein paar Fragen gefunden, die Hinweise darauf geben ob der eigene Hund ein "Kontrollproblem" hat. Sie haben mir doch ein wenig zu denken gegeben...
    Ich kopier sie mal hier rein und beantworte sie auch gleich.

    Zitat

    Kommt er öfter mal an und stubst deine Hand an um gekrault zu werden?
    Nein

    Leckt er dir mal über Hände/Beine/Gesicht und schaut dich dabei an?
    Das macht er oft und gerne

    Folgt er dir im Haus öfter mal?
    Oft

    Hat/hatte er Probleme mit Alleinbleiben?
    Ja

    Schaut er dich oft (grundlos) direkt an?
    Macht es auch manchmal, aber eher selten

    Zu Punkt 1 Er kommt schon ab und zu an und fordert Aufmerksamkeit, aber eher selten und wird dann auch ignoriert.
    Punkt 2 stört mich eigentlich eher nicht und ich dachte immer, das sei ein Ausdruck von Zuneigung.
    An Punkt 3 und 4 arbeiten wir schon lange und machen auch Fortschritte, wenn auch immer nur kleine.
    Punkt 5 fand ich jetzt auch nie merkwürdig. Manchmal schaut er mich halt an, vor allem wenn er an der Leine ist. Aber das empfinde ich eher als positiv.

    Warum nun also der ganze Text?
    Ich wollte gerne von jemandem erklärt bekommen was es mit dieser Kontrolle auf sich hat. Warum das so ein Problem ist. Was die Auswirkungen für Hund, Mensch und Mensch-Hund-Beziehung sind. Und was man tun kann...und was passiert wenn es persönlich kein soo grosses Problem ist und man nichts tut.

    Ich sollte jetzt noch in eine Vorlesung, aber ich freue mich schon auf eure Beiträge!

    PS: Ich habe erst hier im Forum von dieser Kontrollsachen erfahren und mich schon oft gefragt was es damit auf sich hat. Wenn man diese Fragen sieht, kommt einem sonst "normales" Hundeverhalten auf einmal suspekt vor :D

  • Zitat

    Ich wollte gerne von jemandem erklärt bekommen was es mit dieser Kontrolle auf sich hat. Warum das so ein Problem ist. Was die Auswirkungen für Hund, Mensch und Mensch-Hund-Beziehung sind


    Ich seh das bei der Hündin meines Bruders.
    Sie ist sehr unruhig, wenn sie bei meinem Eltern zu Besuch ist, hat man das Gefühl, der Hund steht unter Dauerstress.

    MEine Schwägerin geht permanent auf ihre Blicksuche ein, spricht sie an, " ist doch gut, leg dich hin, schlaf ein bisschen..", der Hund liegt zwar, aber nicht entspannt.
    Auch,wenn ihre Bezugsperson weg geht, fiept sie permanent.
    Sie ist jetzt nicht soooo hibbelig, wie andere, jüngere Hunde, sie ist schon 6, dennoch entspannt sie meiner Meinung nach nur sehr schlecht.

  • Ich denke, das kontrollverhalten seitens des Hundes sollte nicht sein, denn es is tnicht die Aufgabe des Hundes, seinen Menschen zu kontrollieren.

    die Probleme, die daraus entstehen können, sind vielfältig.

    Wie Melanie schon beschreibt, wenn Besuch kommt.
    Der Hund fühlt sich verantwortlich und hat Stress.
    Die wenigsten Hunde mögen das, aber da sie sich als Beschützer fühlen, stehen sie unter Stress.

    Ich kenne einen Hund aus der Nachbarschaft, der ebenfalls seine Leute kontrolliert. Das daraus resultierende Problem ist, dass er keinen anderen Hund in der Nähe seines Herrchens duldet, bei Gesprächen mit anderen Leuten permanent jault, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und das Haus bewacht, dass man sich noch nicht einmal am Garten vorbeitrauen kann.

    Dieser Hund ist ein abschreckendes Beispiel für Kontrollwahn

  • Das finde ich auch sehr interessant und habe im andern Thread die fragen, größtenteils mit Ja beantworten können, will es aber hier auch noch mal machen.


    Zitat

    Kommt er öfter mal an und stubst deine Hand an um gekrault zu werden?
    Hin und wieder, allerdings in letzter Zeit vermehrt, ca. 2-3 mal am Tag

    Leckt er dir mal über Hände/Beine/Gesicht und schaut dich dabei an?
    jedesmal wenn ich sie streichel, ich versuche (was meist auch klappt, allerdings nicht von dauer, ich muss es wiederholen) es mit einem Nein zu unterbinden

    Folgt er dir im Haus öfter mal?
    ständig, sie kann liegen und schlafen, ich kann mich davon schleichen, aber sie bekommt es mit, und zack isse neben mir, ich sage schon immer, Kessy ist mein Schatten

    Hat/hatte er Probleme mit Alleinbleiben?
    Nein, es hat sich auch noch kein nachbar beschwert, und Sachen sind in den letzten 2 Monaten auch heil geblieben

    Schaut er dich oft (grundlos) direkt an?
    ja, auch ca. 2-3 am Tag, manchmal schaue ich auch, ohne was zu sagen, manchmal sage ich was zu ihr....manchmal bleibt se so sitzen und manchmal kommt se dann zum kraulen

    Jetzt auch meine Fragen,


    von den 4 Punkten, stört bzw. nervt es manchmal das ich von ihr begleitet werde, und das lecken, obwohl, ich da mit einem Nein schon soweit bin, das se aufhört , wenn se wieder anfängt, ich dann wieder Nein und sie hört wieder auf.


    Muss/Sollte ich mir bei einem Punkt größere gedanken machen, weil es doch Auswirkungen haben könnte, die dann schwerer zu händeln sind bzw. wie kann ich dem gegenwirken?
    LG

  • Kontrollverhalten in Maßen ist doch normales Verhalten.

    Z.B. Wenn Hundi lernt, dass die Tür erst aufgeht, wenn er sitzt, kontrolliert er aus Hundesicht, das Tür aufmachen. Auch ein Hund, der gelernt hat, automatisch zur Seite zu gehen, wenn Fußgänger o.ä. kommen, und dafür ne Belohnung zu kassieren, zeigt Kontrollverhalten.

    Kontrolle über die Umwelt ist für alle Lebewesen wichtig.

    Und nur, weil Hund einem die Hand abschleckt, zeigt er noch kein Kontrollverhalten.

    'Krampfhaft' kontrollieren das machen mMn oft Hunde, die unsicher sind.

    LG Theresa

  • Ok...dann haben wir auf der einen Seite Kontrollverhalten in Maßen, welches in Ordnung ist. Und auf der anderen Seite das "krankhafte" und für den Hund auch stressige Kontrollverhalten.

    Wie genau merke ich denn jetzt auf welcher Seite mein Hund steht? Oder sind die Grenzen so fließend, daß man es nicht definieren kann?
    Wie genau drückt sich das bei meinem Hund aus? Kann ich die obigen Fragen als Anhaltspunkt nehmen oder sind die auch nicht aussagekräftig?
    Wie merke ich ob mein Hund mich kontrollieren will oder ob es nur Unsicherheit/Angst gepaart mit normalem hundischen Verhalten ist???

    So viele Fragen :hilfe:

  • Zitat

    Wie genau merke ich denn jetzt auf welcher Seite mein Hund steht? Oder sind die Grenzen so fließend, daß man es nicht definieren kann?
    Wie genau drückt sich das bei meinem Hund aus? Kann ich die obigen Fragen als Anhaltspunkt nehmen oder sind die auch nicht aussagekräftig?
    Wie merke ich ob mein Hund mich kontrollieren will oder ob es nur Unsicherheit/Angst gepaart mit normalem hundischen Verhalten ist???

    So viele Fragen :hilfe:

    Ich glaub, da gibt es keine 'Seiten'. Solange du und dein Hund sich nicht dabei ins Unendliche stressen, ist alles ok. Ich würde mir da jetzt auch nicht zu viele Gedanken zu machen und in Verhaltensweisen von deinem Hund nicht zu viel hinein interpretieren in Kontrollverhalten. ;)

    Meiner Meinung nach steckt hinter Kontrollverhalten oft Angst bzw. Unsicherheit. Solche Hunde sollten für die entsprechenden Situationen Alternativverhalten lernen.

    Z.B. Wenn Hundi Angst vor Radlern hat, gibts erst ein Click und Belohnung fürs Ansehen von dem Radler und dann fürs von dort Wegschauen und zum Besitzer hin. Das wird dann irgendwann zum Automatismus = Kontrolle über die Umwelt. :)

    Es liest sich irgendwie verwirrend. :ops: Ist übers Net schwer zu erklären. :ops:

  • Ich für mich würde ein Kontrollverhalten niemals an den Fragen fest machen, weil es kann ja auch nur ein Indiz sein.

    Meine Jungs kommen auch, und wollen gekuschelt werden, sie "knutschen" rum und laufen mir nach. Der Kurze hat auch Problemchen mit dem alleine bleiben und liegt auch mal vor mir und schaut mich an. Aber trotzdem haben wir kein Kontrollproblem, sondern nur eine ganz normale Interaktion und wirklich im Rahmen eines Team´s normale Umgangsweise.

  • Arunas Kontrolle beschränkt sich auf "Lebensmittelüberwachung". Wenn sie selbst ein tolles Leckerli hat, läuft sie mir nicht nach, sondern verkrümelt sich damit auf ihre Decke oder in den Garten. Sobald Frauchen aber in die Küche geht wird kontolliert, ob nicht etwas für Hundi abfallen könnte. Ich finde das zwar auch manchmal nervig, aber wir arbeiten dran. Wenn's zu dolle wird, kriegt sie auch schon mal die Tür vor der Nase zugemacht, was teilweise etwas schwierig ist, da wir im Erdgeschoss eine offene Wohnweise ohne Türen haben.
    Allerdings bettelt sie nicht bei Tisch, das haben wir ihr bereits als Welpe abgewöhnt. Ansonsten: typisch Labbi, man kann ja mal schauen, ob Herrchen /Frauchen sich widerrechtlich etwas zwischendurch hinter die Kiemen schiebt. :lol:

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