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  • Wie haltet ihr das mit eueren Hunde, wenn sie wirklich panisch werden?

    Gestern war der Nationalfeiertag der Schweiz. :roll:
    Viel Geknalle und noch mehr Gebollere.

    Da ich weiss, dass Tucker Todesängste aussteht, habe ich vorgesorgt und reichlich Medikamente besorgt.
    Bei der Ladung Drogen, die Tucker schlussendlich intus hatte, hätte ein Elefant umfallen müssen.

    Bei Tucker schien es aber keinerlei Wirkung zu zeigen.
    Der Hund war dermassen panisch, dass er den gesamten Tag mit Zittern und Angstschüben verbrachte.

    Tagsüber, als die Knallerei noch einigermassen human war, habe ich ihn bestmöglich abgelenkt und war über 5 Stunden mit ihm unterwegs.
    Allerdings hatte er den ersten Panikschub bereits am Morgen, als über uns 200000 Heissluftballone aufgestiegen sind. :/
    Der Tag hat somit bereits beschissen angefangen, für ihn.

    Wie auch immer. Tucker stand den ganzen Tag leicht unter Drogen, was aber nicht wirklich geholfen hat.
    Abends bekam er eine umwerfende Dosis, aber auch die hat in seiner grenzenlosen Panik nicht mehr geholfen. :sad2:

    Er zitterte, hechelte und versuchte sich, wo auch immer es möglich und unmöglich war, zu verstecken.

    Und so ganz anders das Tom.
    Der nahm das alles recht locker, bekam am Abend dann doch etwas zur Beruhigung und scharchte fröhlich auf der Treppe.
    Ich glaube, ich hätte neben ihm eine Bombe zünden können und er hätte höchstens mit dem Ohr gewackelt. :p


    Haben euere Hunde auch Panik vor gewissen Dingen?
    Richtige Panik meine ich.
    Und was tut ihr dagegen?
    Denn in einem solchen Zustand, wie Tucker gestern war, war das für ihn untragbar. :/
    Da muss eine Lösung für Silvester her.

  • Au weia.

    Vielleicht Silvester irgendwo im Wald oder auf einer feuerwerksfreien Insel verbringen?

    Von den Medikamenten würde ich Abstand nehmen, weil sie die Panik auch verstärken können, wenn der Hund gegen die Medikamente "anarbeitet". Übertrieben ausgedrückt: Wenn der Hund Halluzinationen hat, beunruhigt ihn das zusätzlich.
    Du könntest versuchen, mit einem TA oder einem Heilpraktiker auszuloten, ob und welche Medikamente in euerem Fall Sinn machen, auf dem Hintergrund der gestrigen Erfahrung.

    Wünsche euch gute Erholung vom gestrigen Sch..tag!!

  • hey das kenne ich,hier in basel feiern wir ja schon am 31. chelsea hatt seit gestern morgen bis heute morgen nichts mehr draussen gemacht,weil ich sie gar nicht vor die tür bekommen habe.ich habs mit bachblüten versucht,hat nichts geholfen.naja fenster waren zu,radio an,aber gehört hat sie das geknalle trozdem :/

  • Die Schweiz zu verlassen am 1. August wäre keine schlechte Idee.
    An Silvester klappt das leider nicht.

    Ich habe keine Ahung, weshalb Tucker dermassen gegen die Medikamente angekämpft hat.
    Oder ob sie einfach nicht gewirkt haben.
    Und ich habe extra ein Medikament geholt, bei dem ich 100% sicher weiss, dass es auf die Psyche wirkt und eben nicht nur die Motorik beeinflusst.
    Und bei der Dröhung, die er intus hatte, müsste wie gesagt ein Elefant flachgelegen haben.

    Ich habe selten einen so panischen Hund gesehen und ich befürchte, dass das jedes Jahr schlimmer wird.
    Ich muss somit eine Lösung finden.


    Bachblüten und ähnliches muss ich gar nicht ausprobieren.
    Das wäre, als ob ich mit Wattebäuschchen gegen wilde Löwen kämpfen würde. :/


    onelove
    Hoffentlich beruhigt sich dein Wuffel bald wieder.

  • Zitat


    Ich habe keine Ahung, weshalb Tucker dermassen gegen die Medikamente angekämpft hat.
    Oder ob sie einfach nicht gewirkt haben.

    Das kann ich dir erklären (meine Schwester arbeitet mit Traumapatienten):

    Also: die Panik verläuft bei jedem Tier/Mensch in der selben Kurve. Zuerst
    kommt das Unwohlsein, dann die Angst, der Gipfel ist die Panik, danach die Angst, dann das Unwohlsein. Ist eine Glockenkurve.

    Beim Mensch wäre das folgendermassen:

    Der Herzschlag erhöht sich, die Wangen färben sich rötlich da viel Blut transportiert wird (Vorbereitung für eine optimale Versorgung während der Flucht), die Hände und Füsse werden feucht, der Körper beginnt zu transpirieren, die Pupillen weiten sich, man kann kaum noch still sitzen. Nach der Panik fährt der Körper alles wieder runter, der Herzschlag beruhigt sich, die Atmung wird wieder ruhig etc. Danach kommt die grosse Müdigkeit.

    Sobald die Panik einschaltet, schüttet der Körper so viele Hormone und Enzyme aus, dass einzig und allein die Bewegungen für die Flucht noch funktionieren. Alles andere wird unterdrück, so auch die Wirkung von Medikamenten, Alkohol etc im Blut, da dies für das Überleben hinderlich wäre, und allein darum geht es in dem Moment. Der Körper ist da sehr effizient!

    Du könntest dich während der Panik betrinken, in dem Moment wird der Alkohol blockiert und entfaltet keinerlei Wirkung (erst nach der Panik).

    Tuckers Körper hat die Medis einfach erfolgreich unterdrückt. Weil der Körper immer alles dafür macht, agil zu bleiben. (darum kämpft man auch gegen eine Narkose an!)
    Das Üble an dem Ganzen: der Körper funktioniert wie ein grosses Gedächtnis, er speichert JEDE Erfahrung deines Lebens in einer Form ab. Sei dies in Form von Ängsten, Schmerzen, Neurosen etc.

    Wird nun ein Erlebnis (hier Angst vor Lärm/Schuss etc.) gespeichert, holt es der Körper absolut zuverlässig in jeder ähnlichen Situation wieder hervor. Versucht man nun die Angst oder den Schmerz zu unterdrücken, ist das für den Körper der absolute Horror - er speichert das Erlebnis als noch schlimmer ab. Jedes Mal wenn man es zu unterdrücken versucht, bestätigt man den Körper: jawoll, sehr schlimm!!

    Darum funktionieren bei grossen Ängsten weder Medis noch sonst was - ausser der Heilung des Traumas... hoffe das war verständlich....

  • Kathrin
    Vielen Dank!
    Ja, das war äusserst verständlich. Leider. :sad2:
    Und sehr aufschlussreich.
    Vielen Dank für diese super Erklärung. :bussi:

    Nur, was mach ich da?
    Ich glaube kaum, dass sich dieses Trauma aufarbeiten lässt.
    Wie auch. :???:
    Selbst wenn er noch den einen oder anderen Feuerwerkskörperlärm verkraften würde.
    Das Geknalle an Silvester oder 1. August kann ich nicht mit ihm aufarbeiten.

    Und die Heissluftballone ähnlich.
    Da waren wir ganz gut dabei, bis letzten Mittwoch 3 Ballone geleichzeitig, 100m hinter uns gestartet sind.
    Seit da ist es schlimmer denn je.

    Mehr, als Medikamente geben kann ich nicht.
    Nur, wenn das auch nicht hilft, was bleibt dann noch?

  • Hallo zusammen!

    Dieses Thema interessiert mich auch sehr, da auch ich einen Hund habe, der bei Feuerwerk (und auch nur bei Feuerwerk) in absolute Panik verfällt. Wir leben in einem kleinen Dorf und hier werden zu vielen Gelegenheiten Raketen gezündet - leider :sad2: Vor einigen Wochen haben wir den lauen Sommerabend auf der Terasse verbracht, plötzlich geht eine Rakete hoch und Emma springt in Panik über den Zaun und ist weg. Nach einer großen Suchaktion haben wir sie zum Glück unverletzt an einem Waldrand wiedergefunden. Seitdem wird unsere Kleine immer sehr unruhig, wenn die Dämmerung einsetzt und wir noch draußen sind. :/

    Ich habe mir jetzt mal diese Geräusche-CD bestellt. Mal sehen, ob Emma auch darauf reagiert und ich sie vielleicht so daran gewöhnen kann.

    Tuundto, ich kann Dir zwar keine Tipps geben, aber ich wünsche Dir und Tucker, daß ihr eine Lösung findet!

  • tuundto chelsea hat sich zum glück wieder erholt.ich wundere mich das sie 24 stunden ausgehalten hat und nicht in die wohnung gemacht hat.und ich hoffe das es heute kein geknalle gibt.wo in der schweiz wohnst du denn?am besten ist wirklich vom 31 bis 2 aus der schweiz zu gehen.
    liebe grüsse

  • Bungee baue ich zu Sylvester eine absolut dunkle Höhle um ihr Körbchen rum, mache die Fenster dunkel und bin einfach da.

    Sie hechelt zwar noch, ist aber nicht mehr ganz so schlimm wie im letzten Jahr, wo sie gar nicht mehr still lag, sondern von einem Raum in den anderen "getigert" ist.

    Was richtig übel ist, sind die Gassigänge.

    Im Vorwege versuche ich sie jetzt an Knallkörper zu gewöhnen.
    Glücklicherweise habe ich einen Händler aufgetan, der mir klasse 1-Feuerwerk (also Kinderfeuerwerk) auch außerhalb der "Saison" verkauft.
    Dabei fange ich ganz unten mit Wunderkerzen an: Die haben zwar diesen Geruch, aber knallen nicht. Dann geht es weiter mit Knallerbsen und so weiter.

    Was mittlerweile keinerlei Reaktion mehr hervorruft, sind diese Kinder-Cowboypistolen mit den Plättchen.


    Ist allerdings nur ein hilfloser Versuch meinerseits. Ich bin mir nicht sicher, ob das wirkich hilft... sie reagiert auch heftig auf Gewitter...
    also am besten ist wahrscheinlich, wegzufahren.
    In Frankreich wird kein Sylvester mit Knallerei gefeiert. Ist ja nicht so weit weg von der Schweiz. Das könntest du dir ggf. mal überlegen.

  • Von diesen CDs habe ich auch schon gehört.
    Ich bin da aber sehr skeptisch, da Tucker genau erkennt, ob der Knall echt ist oder eben nicht.
    Knallereien im Fernseher etc. lassen ihn vollkommen kalt.

    @ chelsea
    Wir wohnen zwischen ST. Gallen und Zürich.
    Und gestern war das Geknalle echt ganz arg.
    Am liebsten waren mir diejenigen, die ihre Knallkörper mitten im Quartier gezündet hatten. :zensur:


    Eine Höhle hatte Tucker auch.
    Aber wie erwähnt, hat alles nichts gebracht. :/

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