kurz davor aufzugeben

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  • Wir haben auch erst gedacht, dass wir unseren Hund überfordern. Hab ja hier im Forum auch genug rumgejammert. Seitdem wir länger mit ihr spazieren gehen und sie ausgiebig schnuppern lassen und sie auch dreimal die Woche zur "Spielstunde" schicken wird es gaaaaanz langsam besser.

    Einzuschätzen, ob es sich um Über- oder Unterforderung handelt, ist sehr schwer einzuschätzen. Und es einfach auszutesten ist mehr als schwer. Leider kommt der Effekt ja nicht von heute auf morgen und die Zeit dazwischen raubt einen den letzten Nerv. Das waren unsere Erfahrungen. Das schlechte Gewissen das der Hund sich langweilen könnte kommt noch dazu.

  • also es ist so: die erste gassirunde ist morgens um sechs (bin ein morgenmensch), das ist dann aber nur so ne 15-20 min aktion quasi um den block.
    danach um neun, dann zuppeln wir immer eine knappe stunde in der gegend rum, an einsamen stellen darf er dann frei laufen mit einer kurzen schleppleine dran (die mehr meiner eigenen beruhigung dient, denn er schleift sie nach).

    nächste runde ca. 13 uhr, meist auch eine knappe halbe stunde.
    dann 16uhr und 19uhr, auch jeweils ca. halbe stunde.

    diesen turnus kann ich so einhalten weil ich freiberuflich bin und meine arbeit für den hund momentan auf eis gelegt habe, was mich mittlerweile finanziell etwas in bedrängnis bringt.
    hätte ja auch nicht gedacht das sich alles so entwickelt, angedacht waren bei seinem einzug so 4 wochen damit er sich gut einlebt und das alleinebleiben lernt, danach wollte ich wieder so 3-4 stunden arbeiten ausser haus. naja, kommt immer alles anders als gedacht.

    alleinebleiben hat er aber mit viiiel mühe und not schon etwas gelernt, zwei stunden wären drin ohne allzugrosses trara (habs mit der videokamera überprüft ;) ), er liegt dann verdrossen direkt vor der eingangstür und harrt meiner rückkehr.

    die abstände zwischen den gassirunden zu verlängern ist auch mein wunsch, nur gestaltet es sich manchmal etwas schwierig.
    wenn ich mich sehr ruhig verhalte im haus schläft er schon mal zwei stunden am tag, dann sollte ich aber am besten neben ihm liegen und nicht zu häufig aufstehen, sonst wird er wach und dreht wieder auf.
    und, wie gesagt, wenn er wach ist wirds anstrengend denn er sucht sich permanent ne beschäftigung was meist zum leidwesen der wohnung geht.

    ich habe aber mittlerweile festgestellt das er vor allem in meiner unmittelbaren nähe so aufdreht, lasse ich ihn alleine in der küche oder flur ist er meist ruhiger.
    allerdings muss dann vorher alles hundesicher verstaut werden, sonst räumt er tische und bänke ab, auch alleine.

    vielleicht wäre das auch eine lösung, ihn häufiger mal am tag alleine in einem zimmer zu lassen, in der hoffnung das er möbel und wände verschont :???:

    na, wir werden sehen, ich halte euch auf dem laufenden was sich in sachen trainer und so ganz allgemein ergibt.

  • Zitat


    vielleicht wäre das auch eine lösung, ihn häufiger mal am tag alleine in einem zimmer zu lassen, in der hoffnung das er möbel und wände verschont :???:

    Egal wie - Du hast auf jeden Fall meine volle Hochachtung!!! Ich weiß sehr gut, wie sehr das Nerven kosten kann... auch was die Problematik betrifft, wenn man freiberuflich sein Geld verdienen muss und alles alleine an einem hängt.

    Wenn Du Dir Deinen letzten Beitrag nochmal genau durchliest, fällt Dir da nix auf? Mir schon... es scheint doch ganz viel mit Dir bzw. Eurer Beziehung zu tun zu haben. Vielleicht liegt die Lösung ja doch näher als man denkt. Aber so aus der Ferne ist das natürlich immer schwierig zu beurteilen.

    Die Idee mit dem Tagebuch finde ich auch sehr gut.

    Halte durch!

    LG
    karlah

  • Also wenn ich mir das so durchlese, finde ich das ganz schön oft, wieviel du mit ihm raus gehst. Da liegen ja oft keine drei Stunden zwischen.
    Wären drei große Runden nicht für dich auch einfacher? Und dann kurz vor dem Schlafengehen noch einmal zum Lösen?

    Kannst du ihn nicht wirklich in einen anderen Raum lassen? Evtl. mit Kauknochen und einem Spielzeug. Er kann ja wissen, das du noch da bist und er nicht komplett allein.

    Wenn du nicht mehr zum Arbeiten kommst wird es ja auch langsam eine existentielle Sache. :|

  • was mir vor allem auffällt ist das ich in der tat mein ganzes leben nach ihm richte momentan, es gibt nur noch hund hund hund.

    abends weggehen? ne, geht leider nicht, du weisst ja der hund...
    nachmittags in der city einen kaffeetrinken gehen mit freundin? habe ich am anfang alles gemacht aber es wird zusehends weniger weil es so nervig ist wenn er ziehend und zerrend ob der vielen reize im schlepptau ist.

    ich bin ohne jede frage sehr unentspannt im moment, richte alles viel zu sehr danach aus das hundi endlich mal ruhig ist, das ist so ein verhalten in das ich langsam reingeschlittert bin die letzten monate.

    aber es war einfach so, ich habe ihn vor gut drei monaten rausgefischt aus einem dunklen schuppen in dem er mit seinen brüdern untergebracht war, die obere stalltür ging auf und die drei standen aufgereiht wie die orgelpfeifen an der holzpforte "nimm mich nimm mich", die betreuer haben gefragt "welchen willst du?", und ich habe ihn einfach rausgehoben, in den armen gehabt und damit war er in meinem leben.

    und das hat er vom ersten tag an gehörig umgekrempelt, die ruhelosigkeit und das hyperaktive hatte er von anfang an.
    dies nur zur erklärung warum ich mein leben im moment so stark an ihm ausrichte, mir blieb quasi keine andere wahl.
    er konnte gar nix, kannte keine wohnung, keine leine, keine strassengeräusche...nichts.
    da musste ich ihn ganz langsam ranführen, und er hat das alles eigentlich unglaublich schnell und toll gelernt...nur ist er eben nach wie vor eine distanzlose, rüpelhafte nervensäge, da habe ich wohl versagt :roll:

  • Zitat

    was mir vor allem auffällt ist das ich in der tat mein ganzes leben nach ihm richte momentan, es gibt nur noch hund hund hund.

    Genau das ist auch mein Eindruck. Der Hund spürt das. Du hast ein Auge immer auf Deinen Hund gerichtet... und nun gehts an die Existenz. Das kann es nicht sein!

    Und wie mein Vorschreiber schon sagte. Die Gassirunden sind zu kurz hintereinander. Das ist ebenfalls mein Eindruck.

    Versuch jetzt erstmal runterzukommen und nicht wild rumzudoktorn. Das kann ganz schön nach hinten losgehen. Ich denke, bei Euch sind kleine Schritte erfolgreicher als alles auf einmal erreichen zu wollen.

    LG
    karlah

  • Nach deinen letzten beiden Beiträgen zu urteilen habe ich das Gefühl, dass dein Hund NICHT hyperaktiv ist. Ich habe so ein bisschen das Gefühl, dass er nicht ausgelastet ist. Du gehst zwar recht oft mit deinem Hund raus, ich habe aber das Gefühl, dass er sich nicht richtig austoben kann. Hat dein Hund die Möglichkeit beim Spatziergang mal so richtig zu rennen??? Machst du was wärend der Spatziergänge??? Statt ständig nur eine kleine runde zu gehen, nach der sich dein hund ja sehr schnell wieder erholen kann wwürde ich dir raten ein mal am Tag eine größere Runde von ca 1-1,5 Std zu gehen (wenn es sich einrichten lässt). Hier solltest du deinem Hund die Möglichkeit geben sich körperlich und geistig auszulasten.

    Hast du einen Garten??? Biete deinem hund die Möglichkeit auch mal mit dem Kopf zu arbeiten. Bau dir einen Parcour auf oder lass ihn Dinge suchen! Dann hast du auch in der Wohnung mal deine Ruhe! Meine beiden Hunde sind nach einem richtigen Spatziergang sowas von platt, die wollen dann nur noch ihre Ruhe :p

  • Zitat

    ich komme aus münchen.

    zur hundeschule gehen wir eigentlich damit er eine gewisse kopfmässige auslastung hat, viele von den intelligenzspielchen habe ich auch für ihn in den alltag übernommen.
    ausserdem ist es für ihn die einzige möglichkeit mal gezielt mit anderen hunden zu trainieren, wir treffen sonst nur leute beim gassi deren hunde toll folgen und leinenlos am fahrrad an uns vorbeirauschen *deprimierend*

    hehe, ja, diese sture "jetzt erst recht und ich mache weiter" einstellung habe ich eigentlich auch, alleine schon wenn man bedenkt was ich in den letzten drei monaten an mühe, zeit, geld, heulerei und liebe investiert habe...das kann doch nicht umsonst gewesen sein.
    aber da liegt vermutlich auch der grund für meine momentane mutlosigkeit und verzweiflung, nach drei monaten tag und nacht alleine für ein durchgeknalltes hundi verantwortlich sein stellt sich eine gewisse erschöpfung ein, sozusagen ein erziehungs burn-out.

    die kurze hausleine findet er übrigens prima, er kaut sie gerade ab :hust:
    vermutlich ist es für ihn so als hätte er sein eigenes spielzeug umgebunden, zum immer mit dabei haben ;)


    Ich hatte auch dieses "Mutlosigkeit" und dachte "was hast Du dir denn da für nen Köter angelacht".... Aber du wirst sehen.... wenn Du dich gut informierst und dich selber mal entspannst, wird sich der HUnd auch entspannen.
    Du hast Deinen HUnd seit 3 Monaten, das ist in der Natur der Sache, dass er noch nicht perfekt funktioniert wie ein erwachsener Hund.

    Aber wie ich schon sagte, Du brauchst jemand der dir alles vorturnt, damit Du nachturnen kannst und zwar keine HUndeschule mit mehreren Hunden, sondern Einzeltraining im "wie verhalte ich mich, damit mein HUnd mich versteht".
    Man kann HUnde nie einzeln betrachten, sondern immer zusammen mit seinem Partner Mensch. Es ist bewisen das Eigenschaften oder Gemütszustände von Menschen sich auf den HUnd übertragen. Ich schätze mal Du hast unheimlich Druck auf DIr zur Zeit durch die Geldsache, da Du allein bist ist der Hund vielleicht auch sowas wie Ersatz Gesellschaft, vielleicht bist Du innerlich so unruhig dass der Hund das als Schwäche ansieht und selber nicht abschalten kann, weil er ja jetzt "den Ton angeben muss". Das hat nichts mit Rangordnungsblödsinn zu tun, sondern mit seinen Platz finden.

    Sei ehrlich mit DIr selber, versuche dich zu kontrollieren was Du tust.... Keine impulsgesteuerten Handlungen mehr (aufschreien, schimpfen, Leine zerren, verzweifelt sein usw.). Lass Dir zeigen wie du die Energie des HUndes in richtige Bahnen lenken kannst.... Ich zum Beispiel schicke Juni in die andere Richtung mit "weiter" wenn Sie zu doll aufdreht, mit einer klaren Körpersprache und Spannung und reisse meistens etwas die Augen "auf". Wenn er zu doll aufdreht hälst du ihn einfach ruhig fest bis er wieder zu sich kommt.... Aber per Fernwartung ist dir schwer zu helfen.

    Wo ich meinen Vorredner zustimme ist, dass Du weniger mit dem kleinen machen solltest. Morgens ne halbe Stunde bequemer Spaziergang mit schnüffeln erlaubt, danach fressen, danach Ruhe mit Kauknochen gegen Mittag dann ne 3/4 Stunde raus mit action und rennen, danach wieder ruhen dann abends noch ne gemütliche halbe Stunde, danach fressen und kurz vorm schlafen gehen. Ein HUnd in dem Alter muss 17-18 STunden schlafen um ausgeglichen zu sein.... Auch wenn du am anfang denkst das latstet ihn nicht aus, aber sowas muss er lernen - zu ruhen.

    München kenn ich leider nicht soviele Berlin und Hamburg hätte ich dir sehr gute empfehlen können.... ach warte das Animal learn Hauptcenter liegt 15 km von München entfernt.... das wäre vielleicht was.... die können dir sicher helfen.

    Grundsätzlich zum lesen kann ich dir noch Cesar Milan, Hundepsychologie von Feddersen-Petersen, und Tugrid Raas empfehlen. Lesen hilft immer und wissen schützt vor unsicherheit....

  • Ich denke, Dein Hund braucht, um sich wirklich sicher fühlen und entspannen zu können eine klare und vor allen Dingen souveräne Führung, die er im Moment nicht von Dir bekommen kann (da Du aus nachvollziehbaren Gründen 1. ein Nervenbündel bist und 2. Dein Leben komplett nach dem Hund richtest, nicht umgekehrt). Somit kannst Du ihm keine bzw. nicht ausreichend Sicherheit vermitteln, die aber das A und O ist. Er übernimmt das für Dich...

    Das alles ist jetzt ohne Gewähr, da Ferndiagnosen wie gesagt nicht wirklich möglich sein. Es ist nur mein Eindruck, nachdem ich Deine Posts gelesen habe!

    Statt Dein Hauptaugenmerk auf Deinen Hund zu richten, solltest Du jetzt ganz schnell mal bei Dir selbst anfangen und Dein Verhalten in jeder noch so kleinen Situation überprüfen. Nimm Dir mal eine Stunde Auszeit, geh irgendwo Kaffee trinken etc. und überdenke folgende Punkte. Mach Dir ruhig auch Notizen:

    1. Betrachte den Hund immer als Dein Spiegelbild

    2. Ganz wichtig ist: Du AGIERST in jeder noch so kleinen Situation - der Hund REagiert (nicht umgekehrt!!!) - Beobachte DICH hier mal ganz genau. Bei Euch scheint es derzeit umgekehrt und völlig falsch zu laufen.

    3. Wenn Du den Raum verlässt, muss das selbstverständlich sein. Du scheinst aber schon in einer Negativerwartungshaltung zu sein, die sich dann auf den Hund überträgt. Vielleicht setzt Du auch hier mal an, indem Du das konzentriert übst (10 bis 20 mal oder noch öfter am Tag den Raum völlig SELBSTSICHER, ENTSPANNT - NICHT VORSICHTIG - verlassen und wieder zurück, bis es ihm zu doof wird). Achte NICHT darauf, was der Hund macht. Der wird ignoriert.

    4. Du fütterst ihn aus der Hand. Muss er hierfür was leisten oder nicht? Falls nicht, würde ich das umstellen. Er muss für jedes bisschen Nahrung erstmal was leisten... und wenn es nur ein "Hier" oder "Sitz" ist. So würde ich es auch mit Streicheleinheiten halten (agieren - reagieren)

    5. Wenn Du merkst, dass Deine Geduld zu Ende geht, verlass das Haus oder den Raum. Gönn Dir eine Auszeit, tu Dir was Gutes, um wieder runterzukommen. Der Hund braucht eine ruhige und klare Führung.

    6. Den Punkt "zu häufiges Gassi" solltest Du wie schon geschrieben unbedingt ändern. Weniger Runden, dafür jeweils länger und dazwischen mehr Ruhe.

    7. Wenn Du nach Hause kommst und er Dich anspringt, versuche mal, ihn immer und konsequent zu ignorieren, indem Du - ohne Blickkontakt - Dich ruhig von ihm wegdrehst, die Arme vor der Brust verschränkst und zur Salzsäure erstarrst. Notfalls zieh noch ein Bein zur Abwehr an. Im Moment REagierst DU auf IHN.

    Das ist jetzt alles ein bisschen viel geworden. Sorry.

    LG
    Karlah

  • Zitat

    und das hat er vom ersten tag an gehörig umgekrempelt, die ruhelosigkeit und das hyperaktive hatte er von anfang an.

    das sagt viel aus ! Du hast den Eindruck er hat Dein Leben umgekrempelt ?!
    Ist es nicht auch so, das Du SEIN Leben auch ziemlich umgekrempelt hast ?!

    Durch seine Aktivitäten weiß er genau wie er Dich kriegen kann ;)
    Er weiß genau das er eine Reaktion von Dir bekommt, sobald er durch seinen Blödsinn im Mittelpunkt steht.

    Ignoriere ihn mehr !

    unsere interessanteste Erfahrung diesbezüglich hatten wir vor knapp 2 Monaten beim täglichen Waldspaziergang.
    Die kleine Rampensau hat nicht mehr gehört ! Innerhalb weniger Tage wurde es immer schlimmer. Ich habe mir den Kopf zermartert woran dies liegen könnte.
    Dann ist mir aufgefallen wie sehr ich ihn während des Spazioerganges doch zugetextet habe. Ständig der Versuch ihn abzurufen, in meiner Nähe zu halten, her zu rufen, usw

    Er wußte dadurch immer wo ICH bin ;) Er sah aber keinen Grund zu kommen.

    Am nächsten Tag habe ich garnichts gesagt, bin einfach meinen Weg gegangen. Erst verwundert, ist er den Rest des Weges kaum noch von meiner Seite gewichen.

    Ignorieren scheint sehr effektiv zu sein !

    So handhabe ich das heute in vielen Dingen !

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