Der eigensinnige Beagle...brauche einen Rat...

  • Hallo zusammen,
    ich besitze jetzt seit rund 3 Monaten einen Beagle. Dieser ist jetzt
    fast 17 Monate alt und hört auf den Namen George.
    Vor kurzem hat er damit angefangen seine Grenzen auszutesten
    in dem er beispielsweise Befehle verweigert die er zuvor ohne Probleme
    angenommen hatte, auf den Tisch/Couch/Bett springt, nicht mehr "an seinen Platz geht" wenn man Distanz/Ruhe möchte usw.
    Ich habe das Gefühl den Bezug zu ihm zu verlieren.
    Ich bin Hundeanfängerin, was heisst dass ich sicherlich viele Fehler mache, dennoch bin ich keine auf den Kopf gefallene "Tussi" die sich einen Hund gekauft hat nur "weil er süss aussieht". Ich bitte daher um ernst gemeinte Antworten. Einen Gruß, und hoffentlich einen Rat, Tadel oder sonstiges

    Celie

  • Moin Moin Celie!

    Also als erstes ist meine persönliche Meinung, dass Beagle eigentlich keine "Anfängerhunde" sind, wenn man das denn so nennen will.

    Beagel gehören zu den Brackenarten und haben einen sehr schwer kontrollierbaren Jagdtrieb.
    Sie betreiben Nachsuche und sind sehr triebstark, auch die "Familienzuchtlinien".

    "Der Beagle wird in Deutschland selten jagdlich geführt. Die gesetzlichen Bestimmungen über die mindest erforderliche Reviergröße von 1000 Hektar für die Brackenjagd schränken die Möglichkeiten stark ein. Ein an die Jagd herangeführter Beagle verfolgt den Hasen spurlaut mit ausgeprägter Beharrlichkeit. Ist die Jagd einmal begonnen, ist es nahezu unmöglich den Hund abzurufen. Der ausgeprägte Jagdtrieb lässt nur zwei Möglichkeiten, die Jagd zu beenden: durch Beutemachen oder aufgrund Ermattung.

    Sein starker Wille zum Stück zu finden macht ihn auf der Schweissfährte etwas ungestüm. Doch bei regelmäßigem Training bleibt er auch auf der 40 Stunden alten Schweissfährte beharrlich.

    Der Beagle ist kein Apportierhund. Ein ausgewachsener Hase ist zu schwer für ihn. Doch sein Drang nach Beschäftigung vor allem für die Nase macht ihn insbesondere für die Arbeit auf der Schleppe geeignet. Dafür trägt er ein Kaninchen auch über weite Strecken dem Jäger zu. Der Hund ist wasserfreudig und auch an Federwild heranzuführen. Der Beagle ist durchaus Kandidat für die jagdliche Gebrauchsprüfung und die Schweißprüfung.[2]

    Haltung als Familienhund [Bearbeiten]

    Beagle

    Diese Hunderasse wurde jahrhundertelang nur auf die Jagd in der Meute gezüchtet. Jeder Beagle, der nicht optimal der Spurensuche und Treibjagd nachging, aber auch solche, die Aggressionen innerhalb der Meute zeigten, wurde gnadenlos aussortiert. Daher stammen auch seine besonderen Fähigkeiten und sein Äußeres. Der Beagle war ursprünglich ein Funktionshund und bis ins 20. Jahrhundert jedenfalls nicht als Familienhund gezüchtet. Dieses Erbe trägt diese Hunderasse heute noch in sich. Der Halter braucht Erfahrung, eine feste Hand, sehr viel Geduld und viel Liebe bei der Aufzucht eines Beagles. Verfressenheit und der gnadenlose Hang zur Jagd bestimmen heute noch das Wesen vieler Beagles."

    http://de.wikipedia.org/wiki/Beagle_(Hund)#Jagdeinsatz

    Ich möchte dich daher bitten, deinen Hund vorerst draußen nicht ohne Leine zu führen.

    Wenn George momentan ohnehin Kommandos verweigert, kann es wirklich gefährlich werden.

    Solche "Drinnen"- Geschichten sind eigentlich immer die selben.

    In der Pubertät muss man besonders viel Konsequenz an den Tag legen.

    Konsequenz hat aber nichts mit Härte zu tun, das darf keinesfalls verwechselt werden.

    Wenn du deinen Hund auf seinen Platz schickst, dann musst du ihm beibringen, dass er dort zu bleiben hat.

    Ebenso mit dem auf die Couch springen. Der Hund wird einfach am Hochspringen gehindert oder kommentarlos runtergeschubst.

    Ich würde mich, auch zur Festigung euerer Bindung, eurer Gemeinschaft, eingehend mit der Rasse und mit den Wesenszügen deines Hundes auseinandersetzen.

    Ich fürchte, wenn du ein frustarmes Leben mit Hund haben möchtest, wird das auch im Laufe der Zeit immer sehr viel Arbeit bedeuten.

    Grundkommandos müssen sitzen. Punkt. Die Frage ist, wie du ihm das verständlich und interessant machst.

    Liegt es wirklich nur an der Pubertät, musst du da einfach durch. Konsequent bleiben und Geduld bewahren.
    :smile:

  • danke, das ging aber schnell.;-)
    folgendes:

    vor der anschaffung von george habe ich mich sehr viel über das wesen des beagles informiert. also sagen wir mal, soweit es rein theoretisch möglich ist, die beste erfahrung ist halt die praxis;-) mir ist bewusst dass sein jagdtrieb schwer in den griff zu kriegen ist, manche bezeichnen die rasse sogar als assozial... die frage ist nur: was heisst den genau
    konsequenz? beispiel: ich schicke ihn an seinen Platz, er wartet bis ich mich entferne, kommt dann wieder zurück, ich schicke ihnen wieder an seinen platz usw. das gleiche Spiel mit Couch/Tisch ob nun kommentarlos oder nicht. es scheint ihm spaß zu machen... HILFE

  • Kommt drauf an, ob er mal wusste, wie es geht und es jetzt einfach "austestet" oder ob er einfach keine Ahnung hat, dass "auf deinen Platz" bedeutet, dass er da so lange liegen muss, bis du ein Signal gibst, das diesen Zustand auflöst.

    Meist ist es letzterer Fall. Ich handhabe das möglichst bei allen Kommandos. Sie werden erst beigebracht, dann generalisiert, dann wird die Zeitspanne hinausgezögert und ein Signal gibt an, dass das Kommando nun "vorbei" ist.

    Hast du so ein Signal?

    Also "auf deinen Platz", Hund hinbringen, ggf "down" oder ähnliches und dann ein paar Sekunden warten, clicken oder "fein" sagen, Leckerli geben und dabei das Kommando mit zb nem Zungenschnalzer auflösen.

    Zeitspanne Stück für Stück verlängern, Distanz vergrößern usw.

    Man KANN es auch umgekehrt machen.

    "Auf deinen Platz", hinbringen, ggf "Down", weggehen und knurren oder "nein" sagen, sobald er aufsteht.

    Mach dich mal etwas über operante Konditionierung schlau^^

    Also ich bevorzuge eher die erste variante. Also das positive Bestärken.

    Erwünschtes Verhalten herbeiführen oder auf erwünschtes Verhalten warten und mit Leckerli zum Beispiel das Verhalten bestätigen.

  • Zitat

    die frage ist nur: was heisst den genau
    konsequenz?

    Konsequenz bedeutet, dass Du auf ein einmal gegebenes Kommando bestehst und der Hund dieses Kommando nicht von sich aus auflösen darf.

    Heißt, Du sagst SITZ, Hund sitzt solange, bis Du ihm erlaubst, aufzustehen. Sollte er ohne Dein z.B. "ist o.k." aufstehen, wird er korrigiert. Hast Du das ein paarmal gemacht, versteht der Hund schnell, dass er Dir nicht auf der Nase herumtanzen kann.

    Zitat


    ich schicke ihn an seinen Platz, er wartet bis ich mich entferne, kommt dann wieder zurück,


    dann schickst Du ihn immer wieder zurück, bis er schnallt, dass er dort liegen zu bleiben hat.
    Ich würde an Deiner Stelle auch noch nicht weggehen, sondern bei ihm bleiben und ihn loben, wenn er liegen bleibt.
    Das Weggehen kannst Du trainieren, wenn das Verhalten gefrestigt ist

  • Zitat

    Ich würde an Deiner Stelle auch noch nicht weggehen, sondern bei ihm bleiben und ihn loben, wenn er liegen bleibt.
    Das Weggehen kannst Du trainieren, wenn das Verhalten gefrestigt ist

    Ja-so haben wirs auch aufgebaut-zunächst mal gar nicht oder nur minimal weggehen -die Zeit und die Entfernung immerr weiter ausdehnen...

  • Hmmmm... was hälst du sonst von einer "guten" Hundeschule.

    Draußen gibt es auch das Training mit der Schleppleine, nur da gibt es hier viel kompetentere als mich ;) ... ach und einen Thread über Anti-Jagd-Training gibt es hier auch.

    Viel Erfolg... das wird schon :gut:

  • Ja, so einen Beagle haben wir auch.
    Unserer ist ein Beagle-Border Collie Mischling. Super mega unruhig. Manchmal kaum zu kontrollieren. Wir haben ihn in letzter Zeit aber besser im Griff. Es hat lange gedauert und 2 Hundeschulen haben gesagt, sie könnten uns nicht mehr helfen. Du mußt einfach den längeren Atem haben. Konsequenz ist wirklich das A und O. Du darfst ihm nichts, aber auch überhaupt nichts durchgehen lassen, sonst tanzt er dir wieder auf der Nase.
    Unserer wird jetzt im Juni 2 Jahre und ich bin oft verzweifelt. Aber es wird :lol:

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