Mein Hund fällt Kinder und Hunde an der Leine an

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  • Hallo,

    was hast Du da für eine HuSchu und für einen Trainer an der Hand, die nicht in der Lage sind, Dir zu erklären, WIE sich Dein Hund verhält und vor allem, WARUM...???

    Das hier z.B....:

    Zitat

    wenn er abgehauen ist und erst nach mehrmaligem rufen kommt, legt er sich direkt hin, wenn ich auf ihn zu gehe, nicht aus angst, er wedelt mit dem schwänzchen dabei.

    Nicht aus Angst...? Weshalb denn sonst...? Er beschwichtigt so viel und so gut er nur kann. Er unterwirft sich schonmal vorsorglich. Wie interpretierst Du in diesem Kontext das Wedeln mit dem Schwänzchen...? Ganz ehrlich jetzt...? Meinst Du allen Ernstes, es sei Freude...?

    Da wundert es mich nicht, wenn Dir zur Unterwerfung geraten wurde. Und die Quittung hast Du ja bereits bekommen. Dein Hund kommt nicht freudig zu Dir zurück, wenn Du ihn rufst...er kriecht zu Dir und schmeißt sich aus Angst vor Sanktionen mal gleich auf den Rücken.

    Laß Dir doch bitte hier im Forum einen kompetenten Trainer in der Deiner Nähe empfehlen.

    Liebe Grüße

    BETTY und Ronja

  • Betty, sehr gut erklärt :gut: (genau meine Meinung).

    Vielleicht etwas aus der Abfolge gerissen, aber kurz noch was zum "Schönfüttern":

    Nachdem ich mit meinem kleinen "Leinen-Macho" Bobby dies und das erfolglos versucht habe, übe ich inzwischen so: Wenn der "Feind" in Sicht kommt, gehen wir etwas beiseite und ich lasse Bobby sitzen. Dann hocke ich mich neben ihn (ohne ihn zu berühren) und halte ihm von unten die flache Hand in, in der die Leckerlis liegen, so dass er den Feind ansehen kann, während er kaut ;) !

    Klappt hervorragend (natürlich nur, wenn die "Feindschaft" einseitig ist, nämlich aus Bobbys Sicht. Wenn der andere auch kläffend an der Leine zerrt, mute ich Bobby diese Geduldsprobe natürlich nicht zu).

    Ablenken hat bei Bobby nicht funktioniert, das hat er immer durchschaut :roll: .

    Bin bei der TS auch für einen "neuen" Trainer (der ohne Gewalt arbeitet).

    Liebe Grüße
    Wauzihund

  • JackieLilli
    Die Aussage über die physiologischen Vorgänge im Köper sind zwar richtig, aber haben nur secondär etwas mit dem Verhalten und der Bildung von Verhaltensketten zu tun.
    Natürlich ist die Gefahr, eine Agression oder Angst auf einen auslösenden Reiz zu erhöhen, wenn als weiterer Reiz ein Strafreiz dazu kommt.
    Aber es ist leider auch so, das Aggression und Angst auf einen auslösenden Reiz erhöht werden können, wenn diese einen positiven Reiz als steigernden Reiz dazu bekommen.
    Wie sonst erklärst du dir das Phänomen, das Hund mit Angst vor Gegenständen vom guten Zureden die Angst nicht verlieren, sondern immer früher und immer stärker auf diesen auslösenden Reiz reagieren? Wie sonst will man es sich erklären, das ein Hund mit Beuteagression, den man immer wieder freundlich belohnend erzählt, wie toll er doch auf sein Balli aufpasst und das beschützt, immer extremer auf Annäherung auf die Beute reagiert und dann im Zweifel auch seine Besitzer angeht? Ich könnte da noch einige Beispiele aufzählen, das eine positive Bestätigung zum falschen Moment auch eine falsche Verknüpfung herstellt und eine Emotion auf einen auslösenden Reiz entsprechend verstärken kann.

    carloundich
    Nun wie Blackbetty schon sagte, vertraut dein Hund dir nur noch bedingt, und fährt schon mal vorsorglich die stärkste Beschwichtigung auf, die er hat, nämlich dir die empfindlichsten Stellen seines Körpers anbieten und das in der Hoffnung, das du ihn nicht tötest. Denn das ist der Gedankengang, den dein Hund hat, wenn du ihn auf den Rücken packst und ihn unterwirfst - ob es ihm wehtut sei mal dahin gestellt, aber angenehm empfindet das dein Hund auch nicht. Dein Hund denkt nicht: oh ich habe Mist gebaut und ich muss bestraft werden, weil ich meinem Rudelführer nicht gehorcht habe, sondern der Hund denkt: scheiße was macht der, ist der Verrückt geworden, ich bin doch gekommen, warum will der mich umbringen.

    Ich meine, da ist es doch auch nicht wirklich ein Wunder, warum dein Hund nicht auf das erste Rufen kommt oder?

    Warum dein Hund nun plötzlich Kinder zum fressen gern hat oder kleine Hunde an der Leine, wird dir hier niemand wirklich beantworten können, weil keine die Vorgeschichte kennt. Vielleicht hast du ihm mal wieder gezeigt, wer der Boss ist und es war gerade Kinderlärm in der Nähe oder er hat ein Kind währenddessen gesehen und das damit verknüpft.

    Du solltest wirklich jeden ignorieren, der dir empfiehlt, deinen Hund "hündisch" und "körperlich" zu erziehen oder zu Strafen. Bücher die solche Hinweise enthalten solltest du dem Feuer opfern. Meiner persönlichen Meinung nach hat Strafe in der Hundeerziehung nichts verloren und körperliche Strafen - ob sie weh tun oder nicht - schon mal gar nicht.
    Suche dir schnellstens einen anderen Ratgeber, der sich etwas mehr mit den Lerngesetzen des Hundes und positiver Bestärkung und Motivation auskennt.

  • Zitat

    was mich total kirre macht sind die ganzen tipps bezüglich unterwerfung. natürlich füge ich meinem hund keine gewalt zu, ich tue nur das, was trainer, bekannte, freunde und bücher empfehlen, wenn der hund ungehorsam ist. ich tue ihm nicht weh, ich unterwerfe ihn nur.


    Schmeiß diesen Schund an Büchern weg und höre nicht auf Leute die dir raten, den Hund aktiv zu unterwerfen. Das ist völliger Blödsinn und stammt aus dem Mittelalter.
    Wechsle auch gleich mal die Hundeschule, wenn die dir nicht erklären können woher und warum dieses Verhalten kommt, dann haben die Null Ahnung.

    Vorerst würde ich mit dem Hund einen Bogen um diese Situationen machen und auf Blickkontakt setzen. Zudem würde ich daran arbeiten, daß er sofort und freudig kommt, auch wenn ein entsprechender Reiz existiert. Und viele schöne Spiele und Kuschelstunden.
    Angeleint keine Kontakte zu Hunden, höchstens Freunde die er kennt und wo es keinen Streß gibt.

    blackbettys Ausführung schließe ich mich gerne an, denn nach freudig wiederkommen hört sich das nicht an. Ein Hund der freudig und willig zu seinem Halter kommt, wird mit dem Schwänzchen wedeln, aber sich nicht unterwerfen. Für ein freudiges Kommen gibt es keinen Grund sich zu unterwerfen, höchstens um sich vor Frauchens Füße genüßlich in der Wiese zu wälzen

  • Das Kommen würde ich im übrigen mit einem neuen Signal noch mal ganz neu und ganz positiv aufbauen und zwar immer wenn der Hund kommt und auch wenn er erst nach 10 Minuten kommt. Das Kommen ist immer positiv, der Mensch zu dem der Hund kommen soll ist immer positiv und bestätigt das kommen positiv - auch wenn man den Hund da gerade an die Wand nageln könnte.

  • Hallo,

    ich schließe mich Cerridwen an.
    Genau so wie sie schreibt ist es richtig.

    Mal eine Frage noch an den Threadsteller:
    kannst Du ausschließen, dass er nicht irgendwann man von einem Kind geärgert wurde und Du es nicht mitbekommen hast?
    Kannst Du ein Feinbild erkennen? Also Kinder bis 3 Jahre und älter sind ok, oder so ähnlich?

    War irgendetwas mit einem Hund? Wurde er mal angegriffen, oder hast Du ihn mal im Beisein eines Hunde unterworfen?

    Das alles können auch Auslöser sein, denn ein Hund verknüpft ziemlich viel wenn er gerade Schmerz oder Sanktionen erhält. Leider wird das oft vergessen.

    Liebe Grüße

    Steffi

  • Carridwen
    Ich wollte mit den beschriebenen physiologischen Vorgängen schlicht und einfach erklären, dass es nicht richtig ist, dass Zuwendung durch den Menschen, in dem Fall durch streicheln, Angst oder Aggression beim Hund verstärkt.
    Wenn man einem Hund einen Reiz "schönclickert", ihn also für das Hinsehen zum Reiz punktgenau mit Click belohnt, also mit positiver Verstärkung arbeitet, wird der Hund zwingend früher oder später begreifen,dass das was er gerade ansieht gar nicht so schlimm ist, genau für das wird er nämlich belohnt. Aggression wird damit keinesfalls verschlimmert, alleine der Click löst beim richtig darauf konditionierten Hund ja schon ein gewisses Glücksgefühl aus.
    Du sprichst von Verhaltensketten, vielleicht ist genau das der Punkt wo unsere Meinungen auseinandergehen, oder wir uns missverstehen. Ich kann mir vorstellen, dass eine solche möglicherweise auch mit positiver Bestärkung entstehen kann. Und zwar dann, wenn man erst clickt, wenn der Hund zb schon bellt, und nicht in der ersten Sekunde in der der Hund den Auslöser bemerkt schon handelt. Dann könnte der Hund den Click auch mit seinem Bellen verbinden, und möglicherweise das Verhalten bellen öfter zeigen. Wobei ein solches bellen, das aus einer unglücklich entstandenen Verhaltenskette gezeigt wird wahrscheinlich wenig mit Aggression zu tun hat. Du hast damit also seine emotionale Lage (Aggression) dem Auslöser gegenüber sicher nicht verschlimmert.

    Lg

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