Beiträge von JackieLilli

    Carridwen
    Ich wollte mit den beschriebenen physiologischen Vorgängen schlicht und einfach erklären, dass es nicht richtig ist, dass Zuwendung durch den Menschen, in dem Fall durch streicheln, Angst oder Aggression beim Hund verstärkt.
    Wenn man einem Hund einen Reiz "schönclickert", ihn also für das Hinsehen zum Reiz punktgenau mit Click belohnt, also mit positiver Verstärkung arbeitet, wird der Hund zwingend früher oder später begreifen,dass das was er gerade ansieht gar nicht so schlimm ist, genau für das wird er nämlich belohnt. Aggression wird damit keinesfalls verschlimmert, alleine der Click löst beim richtig darauf konditionierten Hund ja schon ein gewisses Glücksgefühl aus.
    Du sprichst von Verhaltensketten, vielleicht ist genau das der Punkt wo unsere Meinungen auseinandergehen, oder wir uns missverstehen. Ich kann mir vorstellen, dass eine solche möglicherweise auch mit positiver Bestärkung entstehen kann. Und zwar dann, wenn man erst clickt, wenn der Hund zb schon bellt, und nicht in der ersten Sekunde in der der Hund den Auslöser bemerkt schon handelt. Dann könnte der Hund den Click auch mit seinem Bellen verbinden, und möglicherweise das Verhalten bellen öfter zeigen. Wobei ein solches bellen, das aus einer unglücklich entstandenen Verhaltenskette gezeigt wird wahrscheinlich wenig mit Aggression zu tun hat. Du hast damit also seine emotionale Lage (Aggression) dem Auslöser gegenüber sicher nicht verschlimmert.


    Lg

    Das sehe ich nicht so.
    Es funktioniert nicht, dass durch positives Zutun von Menschenseite für den Hund noch mehr Grund besteht situativ Aggression oder Angst zu zeigen. Würdest du Negatives dazutun, zb Leinenruck etc. wäre die Sache natürlich umgekehrt, die Sitiation wird für den Hund noch negativer belegt als sie sowieso schon ist, und Grund für Aggression/Angst wird mehr.
    Dass man Angst durch falsche Bestätigung verstärken kann ist für mich auch fraglich. Da wäre natürlich interessant, was falsche Bestätigung ist. Durch Steicheln zb wird ja Oxytocin freigesetzt. Oxytocin ist der Gegenspieler von Cortisol und Adrenalin, welche bei Angst, Aggression, Stress ausgeschüttet werden. Durch die Ausschüttung von Oxytocin wird also Cortisol und Adrenalin schneller abgebaut.
    Steicheln kann demnach dem Hund tatsächlich zb in angsteinflößenden Situationen helfen, schneller runterzukommen.

    Aggression ist eine Emotion, die jeder Hund situativ zeigen kann. Emotionen können nicht auf Befehl hervorgerufen werden. Somit kann Aggression auch nicht positiv bestärkt werden.
    Was natürlich funktioniert ist, dass man einem Hund bellen, knurren usw. auf Signal durch positive Verstärkung beibringt, das ist jedoch in dem Fall nicht emotional ausgelöst, und da liegt der Unterschied.


    Lg

    Hallo!


    Grundsätzlich bin ich natürlich auch für absichern, unbedingt Leine dran, der Hund darf keine Chance mehr haben, sein Verhalten zu zeigen.


    Die Situationen, in denen er aggressives Verhalten zeigt, würde ich positiv belegen. Lass bitte jede Gewalteinwirkung sein, das verschlimmert die Sache ungemein.
    Mit positiv belegen meine ich jetzt nicht ablenken durch Leckerchen etc., das kann zwar eine Managementmaßnahme sein, der Hund lernt aber nicht unbedingt daraus.
    Idealerweise arbeitest du dafür mit einem Marker (zb. Clicker), auf den eine Belohnung folgt. Somit kannst du den Hund bereits für das Ansehen des Auslösers belohnen, und Aggressionsauslöser können somit positiv eingefärbt werden. Da kommt zb ein Kind, für das erste Hinsehen zum Kind gibt es Marker und Belohnung, der Hund verbindet also Kind bedeutet gleich Belohnung. Zusätzlich zum positiven belegen des Auslösers würde ich dem Hund auch zeigen, was er anstatt Aggression zu zeigen zu tun hat, zb ihn sitzten lassen, was natürlich auch wieder belohnt werden muss.


    Zum Thema das falsche Verhalten belohnen. Aggression kann mit positiver Bestärkung nicht belohnt werden, lerntheoretisch unmöglich. Denn dann könnte aggressives Verhalten zb durch Clickern wunderbar erlernt werden, und das hat wohl noch keiner hingekriegt.


    Lg

    Oje, ich kann mir vorstellen, dass der Schock bei dir tief sitzt, so ein Erlebnis wünscht sich wirklich niemand.
    Es kann natürlich sein, dass Emma die Situation insgesamt zuviel wurde, also der Hund und dann auch noch eine Frau die sich über sie beugt. Sie hat im Schnappen wahrscheinlich die einzige Lösung gefunden. Sieh zu, dass du sie nicht mehr in solch bedrängende und stressige Situationen bringst, die ihr einfach über den Kopf wachsen.


    Wie reagiert sie denn sonst auf (fremde) Menschen, die sie streicheln wollen? Mag sie das, oder hat sie schon öfter Meideverhalten oder abwehrendes Verhalten gezeigt?


    @Carridwen
    Du hast schon recht, natürlich muß Emmas Frauchen dafür sorgen, auf ihre Zeichen zu achten und sie nicht in Situationen zu bringen, denen Emma nicht gewachsen ist. Andererseits verstehe ich sehr gut, dass sie frustriert ist über das was geschehen ist, und sich wahrscheinlich schon genug über sich selbst ärgert. Ich glaube jeder von uns, besonders von denen deren Hunde nicht in jeder Situation unprobelmatisch reagieren, hat schon mal nicht 100%ig richtig gehandelt, oder zu langsam, das ist nur menschlich.

    Ich hab das Problem auch gehabt, dass einfach kein Geschirr so richtig gepasst hat. Mein Hündchen ist zwar etwas größer (5kg), aber irgendwie waren sie alle eine katastrophe.
    Ich hab mir jetzt eine von camiro maßanfertigen lassen, und damit bin ich richtig zufrieden. Innen ist Neopren, außen Gurtband. Ich bin mir nur nicht sicher, ob die Breite (2cm, schmäler glaub ich gibt es das nicht), für einen Chi zu breit ist?!

    Hallo,
    irgendwo muß sich da wohl ein Fehler in eurem System eingeschlichen haben :???:
    War die Situation schon des Öfteren so, dass sie den Menschen sieht, wufft, und dann erst dich ansieht, um Leckerchen zu kassieren? Da wäre dann natürlich der Grund schon gefunden.


    Ich finde es sehr spannend, wie es bei euch jetzt mit der Nix-Tun-Variante läuft. Bitte weiterberichten.


    Ich vermute mal, der Grund, warum sie dich jetzt immer so verblüfft ansieht ist, weil sie es ja gewohnt ist, belohnt zu werden. Frauchen, wo ist mein Leckerli?


    Ich persönlich würde trotzdem, wenn sie ruhig ist belohnen. flying-paws, was meinst du dazu?


    Grundsätzlich nochmal:
    Da sie ja anscheinend schon eine falsche Verknüpfung, was das bellen betrifft, aufgebaut hat, würde ich in diesem Fall nicht mehr weiterbestätigen, wenn sie bellt, sondern das Bellen stoppen. Schau aber, dass du sie eher störst dabei, und nicht bedrohst. Das würde gut gehen, indem du ihr die Sicht zum Auslöser versperrst, bzw. störst.


    Ist das Bellen gestoppt, solltest du ihr aber in der selben Situation noch eine Chance geben, etwas erwünschtes zu zeigen, dass dann auch belohnt werden muß.


    Lg

    Zitat

    Wenn Du also merkst, daß Hund stänkern will, greifst Du einmal fest in seine Seit auf Rippenhöhe, Du schnappst quasi nach ihm, und zwar an der Dir zugewandten Seite. Du kannst auch mit einem Abbruchsignal (Rappeldose, Wurfkette, etc.) arbeiten.
    Jedenfalls solltest Du was tun, schon damit Dein Hund nicht denkt, es sei Dir egal.


    Ich kann dem Ganzen auch nix abgewinnen, und zwar überhaupt nichts! Denn, ich bin mir sehr sicher, dass man so seinem Hund nicht helfen kann, andere Hunde besser und nicht mehr anpöbelnswert zu finden!!!

    Zitat

    Zitat:
    Heute wieder so ne Situation, in der ich Ronja voll verstanden habe, trotzdem aber nicht wollte, daß sie bellt. Wir gehen ne ganze Weile hinter einem Pärchen her. Ronja guckte schon wieder so komisch...ich also bestätigt, daß sie ruhig blieb. Jeden Blick zu den Leuten habe ich mit "Feiiin" bestätigt und ihre Aufmerksamkeit auf mich gelenkt, hab sie gefüttert, sie hin und wieder nen Leckerchen fangen lassen, alles gut woweit.




    Ich glaube, Du hast da eine ziemlich blöde Fehlverknüpfung geschaffen. Du übst da eine Verhaltenskette, die im "Sich-aufregen" enden muss! Du belohnst das Hinschauen - also machst Du die Leute wichtig. Immer wieder.


    Das sehe ich nicht so. Womit sollte man einem Hund denn sonst erklären, mit dem Angstauslöser etwas gutes zu verbinden, wenn man ihn nicht für das Hinsehen zum Auslöser belohnt? Natürlich sollte nicht vergessen werden, dass auch die Umorientierung zur Bezugsperson bzw. ein wegschauen können vom Auslöser genauso bestätigt werden sollte.


    Auch wenn ich diese Ansicht jetzt nicht ganz teilen kann, ich finde natürlich andere Meinungen immer sehr interessant.
    Falls du es probierst draußen bei Menschenbegenungen gar nix zu machen, würde ich mich sehr darüber freuen wenn du darüber berichtest, ob Ronja ihr Verhalten dadurch irgendwie verändert.


    Kann Ronja wenn Besuch kommt noch Futter nehmen, oder ist sie dafür zu gestresst? Falls ja, könntest du, wenn du weißt dass Besuch kommt, irgendwas leckeres vorbereiten, das sie dann bekommt, wenn du sie ins Schlafzimmer gebracht hast. Zb einen Lecker gefüllten Kong oder etwas an dem sie länger herumkauen muß. Auf jeden Fall etwas worauf sie total abfährt, und sonst nicht bekommt. Du hättest dann die Chance darauf, dass Besuch einfach einen besseren Beigeschmack für Ronja kriegt, und schlecken/kauen beruhigt ja auch.