Dominanz - wie weit zulassen?

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  • Morgen :winken:

    Es geht - wer hätte das gedacht - mal wieder um meine Elli. Sie ist ein Altdeutscher Schäfi, mittlerweile 3 1/2 Jahre alt und sehr sehr dominant.
    Da wären wir auch schon beim Thema.

    Gestern waren wir wieder mit einer Junghundgruppe unterwegs. Darunter 3 Collies (1 Rüde, 2 Hündinnen) und 2 Mischlinge (auch Rüden) - alle ungefähr zwischen 10 Monaten und knapp 1 1/2 Jahren. Mit dieser Gruppe (variert immer) treffen wir uns jetzt schon seit 3 Monaten und seit letzter Woche legte Elli sehr viel Wert darauf, ihre Dominanz in der Gruppe zu "festigen". Das ging ja alles noch.

    Aber gestern... GESTERN! Dieses Machoweib hatte nichts anderes mehr im Kopf, als alles andere unterzubuttern! So hat sie sich noch nie benommen! :zensur:
    Alles fing mit dem kleinsten Rüden an. Der steckt volle Kanne in der Pubertät und ist ja sooooo verliebt in Elli. Er rennt ihr nur hinterher und will sie besteigen, obwohl sie nicht heiß wird. Das nervt sie ja schonmal gewaltig, aber sie kann ihn anschnauzen wie sie will - den störts nicht! Die Besitzerin ist damit ein wenig überfordert, also bin ich dazwischen und hab den Kerl runtergezogen. Nach ein paar Minuten hat ihn sein Frauchen angeleint. Soweit sogut.

    Der Rest spielt, dann hat sich Elli eine Colliehündin rausgepickt, sie gejagt und ihr in den Nacken gebrüllt (das macht sie immer). Die hat sich sofort unterworfen und Elli genügten für den Rest des Spazierganges "böse Blicke", um sie zu ermahnen.
    Als nächstes war der große Mischling an der Reihe. Bei dem ist es besonders schlimm. Immer, wenn der losrennt, rennt Elli hinterher, packt ihn irgendwo am Hals im dicken Fell und brüllt so dermaßen, dass mans übrs ganze Feld hört. Da bin ich jedesmal dazwischen gegangen und hab sie gerufen. Sie guckt da auch gleich, wenn ich was zu sagen hab (war früher nicht so). :smile:
    Ich schick sie dann weiter, aber es dauert nicht lange, bis es wieder losgeht.
    Dann war die kleinste Collihündin dran. Die lässt sich ein Kopfaufflegen allerdings nicht gefallen und zickt zurück. Bisher bliebs beim Zähnefletschen... Das hab ich dann auch verboten, bevor es eskaliert.
    Als letztes dann der Collierüde. Der ist sowas von gutmütig. Elli hat ne ganze Zeit lang versucht ihn am Fell zu Boden zu ziehen (sie ist da keinesfalls ruppig gewesen), aber weil er genauso groß ist wie sie, hat sie's nicht geschafft und irgendwann entnervt aufgegeben. (da hab ich sie machen lassen, weil der Besitzer des Rüden meinte, es sei völlig ok.)
    Hier fand ich komisch, dass sich die Hündin, die sich Elli unterworfen hatte, quasi mit ihr "zusammenschloss" (gibts sowas?) und mitmachen wollte. Die hat den Rüden bestiegen, während meine vorne festhielt... :irre: )

    Ganz schlimm ist es auch, wenn einer der anderen ein Stöckchen oder sowas trägt. Dann will Elli immer hin und zwingt sie regelrecht es fallenzulassen. Sie selbst hat eigentlich gar kein Interesse daran, aber die anderen sollen es auch nicht haben. Also lass ich sie da auch nicht mehr hin...

    Am Ende der Runde hat sich die Gruppe getrennt und ich bin mit den 3 Collies weitergelaufen. Und auf einmal war alles wieder in Ordung! Nichts mehr. Nur noch gemütlich nebeneinander her trotten.


    Bei 80 % der Hundebegegnungen stresst sie mich aber genauso. Das erste was sie macht, ist den anderen zu zwicken (da schimpf ich natürlich). Ich hab beobachtet, wenn der andere dann Angst hat, sich unterwirft oder es ihm egal ist, spielt sie mit ihm, wenn nicht - gibts Krach. Das war mal ne ganze Zeit weg gewesen und jetzt ist es wieder da...

    Meine Frage: Was davon soll ich unterbinden und was erlauben? Ist das in der Gruppe so heftig, weil das alles Junghunde sind? :???:
    Ich weiß, dass Elli dominant ist, aber so penedrant hab ich sie noch nie erlebt.

    Freu mich auf Antworten! (sorry, es ist mal wieder lang geworden...)

  • hi, hab ich geb es zu unr 3/4 gelesen. aber so wie es sich anhört greifst du ein wenn eigentlich der andere HH dran wäre. bis auf das mal wo der rüde deine hündin besteigen wollte. aber ansonsten werden ja die anderen hund von deiner "bedrängt". da wäre es eigentlich aufgabe der anderen HH deinen hund wegzuscheuchen. (so haben wir es ind er HuSchu gelernt und das funktioniert)in dem moment wo du hingehst und deine hündin wegholst schenkst du ihr aufmerksamkeit (wenn auch in deinen augen negative).

    versuche mal mit den aderen HH zu reden und ihnen zu sagen das auch sie eingreien müssen, wenn sie denken das ihr hund sich bedrängt fühlt und angst bekommt.

    ich denke aber es hängt auch ein stück weit am alter oder. schließlic ist sie die älteste "im Rudel" und scheinbar denkt sie sie muss das immer mal wieder klar stellen.

    nicht den kopf hängen lassen.

    Lg und ein schönes restWE Alexandra und Zoe

  • Hi,

    bist du sicher, dass die Junghunde, die "so was von lieb sind", sich nicht ein bisschen daneben benehmen (was in dem Alter normal ist) und deine Hündin sie nur erzieht?

    In einigen der von dir geschilderten Situationen könnte es sich um Maßregelung handeln.

    Vor allem, weil du betonst, dass sich das Verhalten in der Junghundegruppe deutlicher zeigt, als bei anderen Hunden.

  • Nun ich habe schon festgestellt, das wenn man sich regelmäßig mit einer Gruppe trifft, sich sowas wie eine "Rangfolge" etabliert. Kommen dann neue Tiere dazu oder Tiere, die länger nicht da waren oder eher unregelmäßig dabei sind, dann müssen die sich erst einmal einen Platz im Rudel suchen und zwar meist ganz unten. Die einen gehen stumm dann weiter nach oben und die anderen mit Gebrüll. Aber es muss halt ein Leittier geben.

    Bei unseren Treffen gibt es auch eine Leithündin und egal welcher Hund bis zu dem Zeitpunkt die Hosen anhatte, wenn die Hündin kommt gibt der freiwillig die Position bei. Diese Hündin geht auch auf gemeinsamen Spaziergängen vor allen anderen Hunden und wenn auch nur einer versucht sie zu überholen, dann gibt es einen Blick und der Hund ordnet sich wieder nach hinten ein.

    Es kann nun mal nur einen geben, der das Rudel anführt. Es ist nun mal auch so, das jeder Hund nur seinen Menschen als Leittier akzeptiert und so also auch kein Mensch diese Rolle übernehmen kann.

    Du sagst, sie macht es mit großem Gebrüll, bedeutet, das keine Zähne zum Einsatz kommen. Vermutlich waren die Tiere der Gruppe alle gleich stark und sollten nun in eine entsprechende Rangfolge sortiert werden. War vielleicht ein Hund dabei, der sonst eher seltener mit der Gruppe läuft? Hat sich einer der Hunde unter den anderen anders benommen und war frecher - bis auf der Popper? Denn es kann einfach nur sein, das sie als älteste Hündin nun der Meinung ist, das die Spielphase vorbei ist und das man sich nun zu benehmen hat und auf sie als Leittier zu achten, denn das Leittier leitet gemeinsame Actionen ein und beendet sie wieder. Ein ganz natürlicher Prozess.

    Da aber niemand die Situation gesehen hat, kann man es leider auch schlecht beurteilen, was nun wirklich und definitiv dort zum Tragen kam.
    Aber ich persönlich lasse, wenn keine anderen Hunde oder Menschen in Gefahr geraten die Hunde das schon bis zu einem gewissen Grad klären. Denn großen Krach um nichts, aber dafür geklärte Fronten sind Gold wert auf solchen Spaziergängen. Wer schon mal mit mir und meinen Hunden spazieren war, weiß was ich damit meine.

  • Ich finde das Verhalten deines Hundes völlig normal und richtig. Dein Hund erzieht die anderen Hunde. Immer dann, wenn es dir zu bunt wird, greifst du ein, bestätigst damit aber deinen Hund. Der glaubt, er muss solange rumzerfen, bis du reagierst.

    Mein Hund erzieht auch gerne Junghunde, und wenn Hündinnen einen Rüden besteigen, dann maßregeln sie ihn, aber richtig. Zumindest meistens.

    Ganz ehrlich, ich würde erstmal gar nicht mehr mit anderen Hund laufen gehen. Du überlässt einem Hund eine Aufgabe, die andere HHs zu tun haben. Und wenn du das Verhalten deiens Hundes wirklich unterbinden willst, dann leine ihn an. Wobei aufdringliche Junghunde wirklich lernen müssen, dass es so nicht geht.

    Mein Hund wäre kein bisschen anders als dein Hund in dieser Situation.
    Warum am Ende alles anders war? Die Hunde waren müde und alles war geklärt.

  • Hi und danke für eure Antworten! :smile:
    Bin leider erst jetzt dazu gekommen, sie zu lesen...


    Zitat

    da wäre es eigentlich aufgabe der anderen HH deinen hund wegzuscheuchen.

    Die anderen HH waren alle der Meinung, dass es ok sei und haben deshalb nicht/kaum reagiert.

    Zitat

    bist du sicher, dass die Junghunde, die "so was von lieb sind", sich nicht ein bisschen daneben benehmen (was in dem Alter normal ist) und deine Hündin sie nur erzieht?

    Ich war mir etwas unsicher gewesen, ob das "normal" ist. Andererseits hab ich schon in Erwägung gezogen, dass da irdendwas sein muss, was wir Menschen nicht wahrnehmen, was meine aber gehörig fuchst. Der große Mischling bekommt seinen "Anschiss" immer, wenn er andere zum Spiel auffordert. Ich dachte, das wäre aber eigentlich kein Grund, ihn anzuzicken. :???:
    Seltsamerweise ist der der einzigste Rüde (auch nicht kastriert), der sich absolut nicht für Elli interessiert. Das kenn ich gar nicht, normalerweise ist sie die totale Traumfrau für alle. ;)
    Vielleicht stört sie das ja auch?

    Zitat

    Vor allem, weil du betonst, dass sich das Verhalten in der Junghundegruppe deutlicher zeigt, als bei anderen Hunden.

    Ja, stimmt. Bei allen anderen, die in ihrem Alter sind, ist das nicht. Da ist (und war sie schon immer) die Cheffin. Wenn wir diese Hunde treffen, bleibt Elli wie angewurzelt stehen, lässt die anderen zu sich kommen, die machen ihr sogleich den Hof, dann wird kurz getobt und den Rest vom Sapaziergang schnüffelnd nebeneinander hergelaufen.

    Vielleicht verhalten sich die anderen wirklich ein wenig respektlos ihr gegenüber.

    Zitat

    Du sagst, sie macht es mit großem Gebrüll, bedeutet, das keine Zähne zum Einsatz kommen.

    Ja, viel Lärm (dabei nimmt sie oft den Kopf des anderen von hinten ins Maul oder versucht es. Die haben ja alle schon so große Köpfe... Zähnefletschen, Kopfauflegen.

    Zitat

    War vielleicht ein Hund dabei, der sonst eher seltener mit der Gruppe läuft?

    Der Kleine war noch nicht so oft dabei und ist die letzten Wochen ausgefallen, weil er ne verletzte Pfote hatte.

    Zitat

    Du überlässt einem Hund eine Aufgabe, die andere HHs zu tun haben.

    Was genau (und wann) sollten die anderen HH denn tun?
    Ich fände es echt schade, nicht mehr mit ihnen zu laufen...

    Nochmal danke für eure Antworten! Jetzt bin ich schon ein wenig sicherer! :smile:

  • Ich würde ihr den Gefallen machen und diese Gruppe die nächste Zeit meiden. Eine Horde unerzogene Junghunde, Deine Hündin bekommt sie nicht in den Griff, wird dann von Dir noch gestört und ist total entnervt...

    Du gehst da hoffenltich nicht mit, weil Du denkst, dass Du ihr was Gutes tust?

    Meine Chill muss (zu ihrem Leidwesen) häufig in der Welpengruppe oder Junghundegruppe den Erzieher machen. Sie macht das nicht gerne, aber gut. Sie ist aber souverän und wirklich erwachsen. Wenn sie einem jungen Rüden sagt, dass er sie nicht besteigen darf, dann sagt sie das einmal. Und das sitzt.

    Deine Hündin steht an der Schwelle des Erwachseins und ist noch nicht souvän genug. Dominant ist sie meiner Ansicht nach auch nicht. Nur überfordert.

    Ich würde warten bis die Rüpelgruppe insgesamt ein wenig älter geworden ist (ein halbes Jahr mindestens) oder eben mit weniger derartiger Exemplare gehen.

    Viele Grüße
    Corinna

  • Also ich finde das eigentlich nicht schlimm, wenn man selbst auch mal eingreift, schließlich bist du ja immer noch "Herr" bzw Frau ;) über deinen Hund. Und ich als Hundehalter der "belästigten" HUnde wäre auch ein bisschen zu schüchtern, da selbst einzugreifen.
    Ich finde schon, dass man da eingreifen darf.

    In der HuSchu greift zwar immer eine neutrale Person ein, aber es greift eben jemand ein, mit der Begründung, dass der Hund eben nicht einfach alles machen darf, wonach ihm ist.

    Es kann aber auch sein, dass die anderen Hunde sehr aufmüpfig waren, das musst du immer abwägen und gut beobachten. Denn dann hat deine Hündin auch ein Recht darauf, sich zu wehren.

  • Eigentlich müßten in einigen Situationen auch die anderen HH reagieren. Da deine Hündin die Älteste ist, vermute ich auch stark, daß sie ihre Jungspund-Gruppe einfach einteilen möchte und klarstellt, wer hier das Sagen hat.

    Wenn alles in gewissen Bahnen verläuft, also keine Verletzungen, kein ständiges Mobbing usw. auftreten, bin ich auch dafür, daß die Hunde das selbst klären. Jedoch solltest du immer ein Auge darauf haben und deine Hündin in Grenzfällen abrufen. Sinn macht das natürlich nur, wenn ihr euch regelmäßig trefft.

    Zitat

    Bei unseren Treffen gibt es auch eine Leithündin und egal welcher Hund bis zu dem Zeitpunkt die Hosen anhatte, wenn die Hündin kommt gibt der freiwillig die Position bei. Diese Hündin geht auch auf gemeinsamen Spaziergängen vor allen anderen Hunden und wenn auch nur einer versucht sie zu überholen, dann gibt es einen Blick und der Hund ordnet sich wieder nach hinten ein


    Woher kennst du meine Hündin ;) :D

  • Zitat

    Ich würde ihr den Gefallen machen und diese Gruppe die nächste Zeit meiden. Eine Horde unerzogene Junghunde, Deine Hündin bekommt sie nicht in den Griff, wird dann von Dir noch gestört und ist total entnervt...

    Du gehst da hoffenltich nicht mit, weil Du denkst, dass Du ihr was Gutes tust?

    Doch, genau das dachte ich bis vor kurzem...
    Das ganze hat ja erst vor zwei Wochen angefangen, davor haben alle schön miteinander gespielt.
    Ich glaube, du hast vollkommen recht. Elli ist überfordert und genervt. Im Nachhinein fällt mir auch auf, wie oft sie meine Nähe gesucht hat und "hilfesuchend" zu mir hochgeschaut hat, als wollte sie sagen: Mach doch mal was!

    Ich hab mir das jetzt nochmal alles durch den Kopf gehen lassen und bin zu dem Entschluss gekommen, die nächste Zeit nicht mehr zu diesem Treffen zu gehen. Ich hab den anderen auch schon bescheid gegeben. So schwer es mir auch gefallen ist, aber ich will mir meinen Hund ja nicht versauen... :/

    In letzter Zeit hat sich bei uns einiges verändert. Wo ist mein hyperaktiver Trampel geblieben, der nichts weiter im Kopf hatte, als mit allen stundenlang umherzuwetzen?
    Innerhalb der letzten Monate ist Elli so ruhig geworden, so viel konzentrierter und um einiges führiger, dass ich ständig der Meinung bin, ich hätte einen anderen Hund. Ich komme mir vor, wie eine Mutter, die feststellt, dass ihr Kind erwachsen geworden ist... Auf der einen Seite freut es einen, aber auf der anderen macht es einen auch irgendwie ein bisschen traurig.

    Bis ich mich an meinen erwachsenen Hundi gewöhnt habe, wirds wohl noch ein bisschen dauern, aber dafür kann ich mich jetzt endlich auf die ruhigere Zeit freuen, die da jetzt hoffentlich kommt (ist mein erster Hund). :smile:

    Vielen, vielen Dank nochmal für eure Antworten! Ihr habt mir regelrecht die Augen geöffnet! ;)

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