panische Angst vor Menschen, knurren, bellen

  • Hallo Leute,

    bin total verzweifelt!!!!!!!
    Mein 6 Monate alter Mischling Amaro (Ridgeback/Collie/Labrador) reagiert völlig panisch auf fremnde menschen. Er knurrt sofort (auch wenn diese noch kaum zu sehen sind) und fängt dann an zu bellen. Er weicht zurück und ist nicht zu beruhigen (weder mit Leckerlies, noch mit gut zureden, noch mit schimpfen). mittlerweile läuft er den fremden dann auch zögerlich nacah und knurrt vonb hinten. Früher hat er das nicht gemacht, er flüchtete nur stumm. er ist immer wachsam, schläft nie fest und und warnt uns wegen jedem kleinen Geräusch. Es ist wuirklich extrem und ich weiß mir nicht mehr zuu helfen. Er hat allerdings noch nie gebissen. auch wenn ihm bekannte personen unerwartet kommen, stellt er sich erstmal wie beschrieben an und ist sichtlich erleichtert wenn er diese dann erkennt. es ist so schlimm, das er nun einen übersäuerten Magen hat, durch den permanenten stress - er kotz dann immer beim schlafen. Er kommt aus normalen familiären Umstanden und hatte noch keinerlei schlechte Erfahrungen (kann ich selbst bezeugen). allerdings hatte er in seiner prägephase nicht viel kennengelernt. habe oihn seit der 12. Woche.

    Bitte helft mir, bin echt verzweifelt und weiß nicht mehr weiter

    Viele Grüße aus Augsburg

    Anina

  • Hallo Anina,
    Du solltest Dir schnellstmöglich professionelle Hilfe suchen, denn das Problem kann so ausgehen, daß er nicht mehr nur hinterher geht, sondern auch nach vorne geht und beißt.
    Da Du aus Augsburg kommst, schreibe ich mal dasaennchen an, sie kommt auch aus Augsburg und kennt eine gute Trainerin. Vielleicht kann die Dir weiterhelfen.

  • Dito!!!

    Auf keinen Fall alleine an dem Fall rumdocktern, sondern einen GUTEN Trainer hinzuziehen.

    NOCH hast du gute Chancen, das einigermaßen "schnell" in den Griff zu kriegen.
    Je länger du wartest, desto schwieriger wird es, da dann noch gegenzusteuern...

  • Umalu

    ich schließe mich der Meinung an, dass Du dir unbedingt Hilfe holen solltest.
    Soweit ich gelesen habe hast du ja auch noch einen sehr junge Schäferhündin, die wiederum eher dominant ist (Hunde anknurrt). Ich stell mir das ganz schön stressig und schwierig vor. Ein Welpe ist ja schon action, aber zwei!!! Und vielleicht hat ja das Umschlagen im Verhalten von deinem Amaro mit der Hündin zu tun. Eifersucht oder er hat von ihr das Knurren gelernt oder/und fängt er jetzt wirklich an statt Angst den Anfang von Aggresion zu zeigen weil es ihm reicht.

    Ich wünsch Dir viel Glück, das Dir geholfen werden kann und Du das in den Griff bekommst.

  • Ich denke, das es auch etwas mit dem Alter zu tun hat, dass es sich jetzt verstärkt (Stichwort "2. Angstphase" und Vorpubertät). Ich würde neben einer Trainerin auch die Unterstützung einer Heilpraktikerin hinzuziehen. Dem Hund kann ggf "stofflich" unterstützt werden, um insgesamt weniger gestresst zu sein. Dann greifen auch Erziehungsmaßnahmen besser.

    Fürs Erste würde ich den Hund anleinen, wenn Kontakte mit Fremden möglich sind wie bei Spaziergängen. Und dann angeleint an den Leuten vorbei gehen, ganz ruhig und selbstverständlich, ohne Kontaktaufnahme. Dass der Hund die Erfahrung macht, Fremde tun nichts.
    Wenn möglich, würde ich einen Desensibilisierungsplan erstellen. Vielleicht gibt es einen Platz, an dem nach und nach Fremde eintrudeln?
    Wichtig ist, dass der Hund nicht in Zustände kommt, in denen er keine Leckerlies mehr annimmt. Denn dann ist er so unter Stress, dass er nicht mehr lernen kann, weil er blockiert.

    Toi toi toi und berichte gerne weiter!

  • Hallo Anina!
    ich kann mich auch nur bibidogs anschließen. Wenn dein Hund ein solches Verhalten zeigt, kann das schnell mal umschlagen.
    Ist natürlich schwer so ne Art Ferndiagnose zu machen, wenn man weder dich noch Hund kennt, aber diese extreme Wachsamkeit deutet schon darauf hin, dass der Hund sich in der Rangordnung ein wenig nach oben gearbeitet hat, dass er der Meinung ist er müsste dich warnen und beschützen, vor allem, wenn er vorher eher ängstlich war.
    Vielleicht habt ihr auch durch euer Verhalten Amaro irgendwie das Gefühl gegeben (als er noch defensiver war) dass ihr nicht in der Lage seit, Hund-Mensch-Begegnungen zu kontrollieren und er traut dir das nun nicht zu und kontrolliert das eben selber.
    Ich möchte jetzt nicht mit der Standard-Antwort "Dominanzproblem" daher kommen; aber unsichere Hunde brauchen jemanden, der die Situationen unter Kontrolle hat, die ihnen Angst machen, damit sie erst gar nicht in die Situation kommen, selber entscheiden zu müssen bzw. können, ob etwas bedrohlich ist.
    An deiner Stelle würde ich ihn auch anders an diese Begegnungen herangehen. Leckerlies würde ich lassen, wenn du sie nämlich zum falschen Zeitpunkt (d.h. wenn er schon bellt,knurrt) einsetzt, belohnst du ihn noch für das Verhalten. Gut zureden empfindet der Hund als Bestärkung. Wenn der Hund andere Menschen als etwas beunruhigendes empfindet, ist schimpfen auch falsch, weil es ihn auch noch mehr in der Annahme bestärkt. Der Hund sollte fremde Menschen als etwas völlig normales empfinden.
    Du solltest dem Hund klar machen, dass du in der Lage bist, diese Begnungen zu kontrollieren und dass sein Verhalten überflüssig ist.
    Wichtig wäre, dass du ihm das Kommando Guck beibringst, sofern er das nicht schon kann, und mit ihm vorher diese Situation ohne Beteiligung von Menschen übst.
    Du solltest dir erstmal Leute suchen, die er schon kennt und die bereit wären mit dir zu üben; also mit dem wohl einfacheren anfangen, damit machst du es deinem Hund verständlicher.
    Wenn die Person also aus der Entfernung auf dich zukommen und bevor er das bemerkt, solltest du ihn möglichst optisch auf dich fixieren, und ihn in diesem Moment mit einer anderen Beschäftigung ablenken (ihn also z.B. sich hinsetzen lassen ode stehen lassen). Dabei solltest du aber immer zwischen der fremden Person und Amaro stehen.
    Nach meiner persönlichen Erfahrung solltest du auch möglichst wenig mit Amaro sprechen; so vermeidest du dass der Hund deine Worte fehlinterpretiert oder auch deine eigene Unsicherheit aus deiner Intonation heraushört.
    Vielleicht kannst du auch zum angucken einen Halti benutzen, um seine Aufmerksamkeit auf dich zu lenken. An deiner Stelle würde ich auch auf ein Geschirr umsteigen (falls du ein Halsband benutzt), damit hast du nicht nur Amaro besser unter Kontrolle (er wird ja wohl einiges wiegen), sondern gibst ihm durch die Kombination Halti+Geschirr auch ein gewisses Sicherheitsgefühl ... er wäre dann rein körperlich mehr unter deiner Kontrolle und dir quasi "ausgeliefert" im positiven Sinne.

    So, dass sind zumindest die Tipps, die ich dir aus eigener Erfahrung für den Einstieg weiter geben kann. Aber du solltest dir AUF JEDEN FALL einen Trainer ins Haus holen. Nur die Person vor Ort kann diese Situation wirklich gut beurteilen und vor allem auf dein Verhalten eingehen.

  • Da muss ich nochmal schnell einwerfen, an sich finde ich ein Halti super, aaaaaaaaaber es sollte mit einem Trainer zusammen trainert werden, bzw. der richtige Umgang und das Gewöhnen an ein Halti geht nicht von jetzt auf gleich, das ist immens wichtig!!
    Geschirr plus Halsband sind auch erstmal eine gute Alternative.
    Aber ich denke, daß Tipps zwar gut sind, aber das was Du beschreibst muss dringend von einem Trainer angeschaut werden und der kann dann vor Ort sagen, was und wie Du am besten trainieren solltest.

  • Hallo,

    zusätzlich zu einem guten Hundetrainer solltest du auch einen TA aufsuchen. Evtl. einen, der auf Verhalten spezialisiert ist. Ich würde ihn komplett durchchecken lassen incl. großem Blutbild und kompletten Schilddrüsenprofil.

    Wenn du gerne liest, besorge dir doch das Buch von D. Schneider 'Die Welt in seinem Kopf'. Das ist echt klasse geschrieben.

    LG Theresa

  • Zitat

    Umalu

    ich schließe mich der Meinung an, dass Du dir unbedingt Hilfe holen solltest.
    Soweit ich gelesen habe hast du ja auch noch einen sehr junge Schäferhündin, die wiederum eher dominant ist (Hunde anknurrt). Ich stell mir das ganz schön stressig und schwierig vor. Ein Welpe ist ja schon action, aber zwei!!! Und vielleicht hat ja das Umschlagen im Verhalten von deinem Amaro mit der Hündin zu tun. Eifersucht oder er hat von ihr das Knurren gelernt oder/und fängt er jetzt wirklich an statt Angst den Anfang von Aggresion zu zeigen weil es ihm reicht.

    Ich wünsch Dir viel Glück, das Dir geholfen werden kann und Du das in den Griff bekommst.


    Hi, ich heiße Julia und habe eine junge Schäferhündin, meine Freundin Anina aus Augsburg ist Halterin von Amaro, ansonsten wäre ich mit den beiden wohl wirklich etwas überfordert. Sie hat den Beitrag über meinen account ins Netz gestellt.
    Zur Dominazantwort der anderen muss ich sagen, dass unsere Tiertrainer feststellten, das Amaro sehr unterwürfig ist und keinerlei Dominanzprobleme hat und sich auch bei Uma schnell unterwirft. Nochmals möchte ich, Anina, betonen, dass er schon jetzt keine Leckerlies annimmt (hat er noch nie, er ist nicht verschleckt, auch nicht beim normalen Futter). Die Trainer haben auch Erfahrung mit solchen Fällen, hatte von denen auch schon einige Tips erhalten, aber muss wohl noch mehr hinterfragen. Sie riet uns auch dazu, ihn abzulenken und dasklappt ganz gut, solange bis wir uns an einem ort länger aufhalten, dann csheint er sich sicher zu fühlen und fängt wieder mit knurren und bellen an.
    Vielen Dank für die Hilfe und liebe Grüße
    Anina

  • Also, wie ich dich verstanden habe, knurrt und bellt er wieder wenn ihr euch länger an einem Ort mit anderen Personen aufhält? Dann ist das aber kein Zeichen von sich sicher fühlen, sondern eher im Gegenteil.
    Mit Kontrolle meinte ich übrigens nicht, dass Amaro dominant ist, sondern unsicher und ängstlich. Und gerade dann ist es umso wichtiger, dass er sich an dir orientieren kann und durch dich das Gefühl von Sicherheit bekommt. Das hat aber in erster Linie nichts mit Unterwerfung und dem Leitwolf-Kram zu tun. Was sagt denn die Trainerin zu der übertriebenen Wachsamkeit? Mir scheint es schon ziemlich so, als ob das eine mit dem anderen zu tun hat.

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