Einmal Jagdhund - immer Jagdhund?

  • Hi,
    klingt erstmal ziemlich blöd , die Frage......aber ich habe mit meinen Hunden sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht :roll:
    Ich hatte 2 Schäferhund-Mixe, die als Junghunde alles gejagd haben, was ihnen vor die Schnauze kam. Ungefähr mit 3 -4 Jahren haben sie damit aufgehört und sich an ihre Wach- und Schutzfunktion "erinnert" und das blieb auch so bis ins hohe Alter. Jetzt habe ich wieder einen Junghund, der gerade das Jagen entdeckt, auch wieder einen Schäferhund-Mix( ....vermutlich mit Galgo :???: ) und diesmal bin ich mir nicht so sicher, ob der Jagdtrieb nur auf die "Pupertät" und Jugend zurückzuführen ist, denn wenn der Galgo im Verhalten überwiegt, habe ich wohl ein Problem!
    Frage an die Jagdhund-Spezialisten: Reicht es aus, den Grundgehorsam zu intensivieren und abzuwarten oder muß sofort ein Anti-Jagdtraining her?
    Ashley ist 2 Jahre alt , intelligent und vielleicht auch etwas geistig unterfordert. Für Agility ist sie zu groß ( ca. 68cm Schulterhöhe ), und leider bin auch berufsbedingt zeitlich eingeschränkt, so daß auch Vereinsarbeit schwierig wird. Wir laufen viel durch die Auslaufgebiete und sie tobt auch mit anderen Hunden herum, aber das Jagen wird für sie immer interessanter :/
    Was tun ???

  • Wo ist der Unterschied zwischen Grundgehorsam üben und AJT ??

    Ein gut erzogener Hund, der meine Kommandos respektiert und befolgt, der geht nicht jagen. Sicher rennt der ein oder andere mal hinter was her und es gibt tatsächlich auch Hunde, da brauchts bedeutend mehr als "nur" Erziehung.

    Aber generell ... entweder er hört, oder nicht ;-)

    Gruß, staffy

  • Ich sehe das ähnlich wie Staffy. Es kommt halt drauf an, was man unter "gutem Grundgehorsam" versteht. Scheinbar gehört da für viele die Impulskontrolle nicht dazu- für mich schon.
    AJT würde ich mit einem Jagdhund deshalb machen, um ihm eine Alternative anzubieten, wo er sich kontrolliert ausleben kann. Also eher im Sinne von artgerechter, zum Hund passender Auslastung und Beschäftigung. Und sicher fördert so ein Training auch wieder den Gehorsam und die Bindung grundsätzlich.

    lg Susanne

  • hey,

    ich habe auch einen galgo-mix und er hat natürlich auch jagdtrieb. bei vielen galgo-mischlingen ist der jagdtrieb sehr ausgeprägt, so auch bei meinem.
    ich bin der meinung, dass ajt nicht das gleiche wie grundgehorsam ist!!! Klar ist ein Grundgehorsam sehr wichtig, aber da sreicht bei einem jagenden Hund kaum aus, um seinen Jagdtrieb zu kontrollieren.
    Man kann einem Hund seinen Jagdtrieb nicht verdenken, das ist seine natürliche Veranlagung. Ich bin mir sicher, dass man einen Jagdtrieb nicht einfach "wegmachen" kann. Man muss ihn eben umlenken, eine Ersatzbeschäftigung suchen und den Hund somit seinen jagdtrieb kontrolliert ausleben lassen.
    ich habe mit meinem sucharbeit mit hilfe eines dummys angefangen und mache das täglih auf jedem spaziergang. außerdem spiel ich mit ihm KONTROLLIERT mit dem ball. das heißt, er kann auf mein Kommando seinen Hetztrieb ausleben. man muss nur aufpassen, dass man den ball nicht nur einfach wirft, sondern den hund erst absetzt und ihn auf kommando den abll holen lassen, oder den ball suchen lassen...

    ich habe mit meinem Hund dadurch super Erfahrungen gemacht. Sein Jagdtrieb kann ich kontrollieren und er hat noch eine super Bindung zu mir bekommen. Er weiß, dass er nur mit mir zusammen "jagen" kann.

    Liebe grüße

  • julere,
    ich kann meinen Hund soviel beschäftigen wie ich will, wenn er nicht erzogen ist und mein "Nein, jetzt darfst du nicht hinterher!" nicht befolgt, dann nützt alles nix ;-)

    Einen Hund sinnvoll beschäftigen ist wichtig, keine Frage, aber dennoch ist es eine Frage der Erziehung, daß er nicht abhaut.

    Gruß, staffy

  • hey staffy,

    klar, hab ich ja oben auch geschrieben. natürlich ist ein grundgehorsam sehr wichtig!!! aber dennoch kommt ein hund, der mental beschäftigt wird gar nicht erst auf die idee jagen zu gehen.

    meiner war früher jeden 5. tag kurz weg, obwohl ich mit ihm in einer super hundeschule war und er einen super grundgehorsam hat. aber im trieb hörte er gar nix mehr. und das ist auch das normale verhalten im trieb. er kam gleich wieder (innerhalb von 30 sec) weil er eine gute bindung zu mir hat. jetzt geht er vielleicht 1 mal in 3 monaten einer spur nach, aber ich kann ihn mit seinem kommando fürs suchen abrufen.

  • staffy
    uii, er hört oder nicht ist wie schwarz oder weiß :smile:
    Also wenn ich mir hier die Jagdhund-Threads anschaue, ist da schon ein Unterschied zwischen Grundgehorsam und AJT.....aber jeder definiert auch Grundgehorsam anders:
    Für mich bedeutet es, daß mein Hund alle Grundkommandos kennt ( Sitz, Platz, Fuß, Aus , nein , hier.....) und sie auch befolgt. Trotzdem kann ich nie ausschließen, daß auch mal ein Befehl ignoriert wird! Ist ja ein Tier und kein Roboter :roll:
    Gerade in dieser Junghund-Phase wird Erziehung oft zum Machtspielchen und Konsequenz fordert hohen Einsatz, aber bisher hatte ich auch keine Probleme.
    Wenn es keinen Unterschied zwischen AJT und Grundgehorsam gibt, wozu dann die vielen Intensiv-Kurse, Literatur und Fachseminare :???:
    Ist mir irgendwie zu einfach....der Hund muß nur hören und alles ist gut !
    In der Regel funktioniert das wohl selten bei den Jägern.....

  • Audrey, meinst du , das die Leute, die gut erzogene Hunde haben, die, trotz "Jagdtrieb" nicht abhauen, nur zufällig einen einfachen Hund erwischt haben ?
    Oder könnte es sein, daß es zwischen guter Erziehung und "er kennt die Grundkommandos" doch einen Unterschied gibt !?

    Bei jedem Seminar, wo es um jagdliche Ambitionen beim Hund geht, da steht die Erziehung im Vordergrund. Es ist aber immer wieder interessant, daß bei einem Fachseminar mit 15 als Hundetrainer arbeitenden Haltern nur 2 sind, die ihren Hund davon abhalten können, die hingehaltene Wurst zu fressen !!
    Wie will so jemand seinen Hund vom Jagen abhalten ????

    Egal, ob du einen Jäger, einen Hütehund, einen Schutzhund, ... nimmst. Alle arbeiten auf Kommando und alle müssen auf Kommando davon ablassen. Im Grunde ist es einfach, wenn man es richtig macht.

    Die meisten Hundeschulen halten sich aber mit SchnickSchnack auf, therapieren um das Problem drumrum, behalten die Kunden dafür aber ewig (man will ja leben ;-) ). Schau dir die ganzen HuPla Hunde an ... auf dem Platz sind sie Klasse, aber im wahren Leben, da geht nix.

    Ich will damit nicht sagen, daß es simpel ist, einen Jäger vom Jagen abzuhalten. Sicher ist es mehr Arbeit als bei einem Pekinesen. Ich muß aber, wenn ich solche Probleme habe nicht erst da anfangen, wo der Hund abhaut, sondern ganz am Anfang.

    Wer einen Hund hat, der ihn im Wald bei der ersten Spur verläßt, der hat schon viel weiter "vorne" Probleme mit seinem Vierbeiner. Nur die wenigsten fangen da an, überdenken ihren Alltag ... es funktioniert ja im Haus, nur im Wald, da gibts ein kleines Problemchen ...

    Gruß, staffy

  • Hm also meine Ansicht von AJT ist, das es nur noch mal einen psychologischen Effekt für den Halter hat und er halt dort genau mit solchen Situationen konfrontiert wird und es so in der Situation üben kann.

    Wenn ich aber in der normalen Erziehung schon Impulskontrolle oder ähnliches zu dem Grundgehorsam schon dazu nehme, dann brauche ich auch nicht wirklich ein AJT.

    Ich habe einen Jack Mix. Alle Leute die ich treffe, meinen, das ich ihn ja im Wald nicht von der Leine machen könne, weil er weg wäre. Nö er ist nicht weg und das obwohl ich nie ein AJT mit ihm gemacht habe, sondern er nur die ganz normale "Stadthundeerziehung" genossen hat und wir aber das bis zum Erbrechen immer wieder und immer wieder gemacht haben, bis es letztendlich so in Fleisch und Blut übergegangen ist, das er sich beim einem Reiz soweit kontrollieren kann und auf mich reagiert.

  • julere,
    ich bin nicht mit der aktuellen deutschen PO und den Prüfungsansprüchen vertraut, aber bei uns hier, gehört das, was du "kontrolliertes Ballspiel" nennst, bereits zur BgH 2, Übung "Bringen auf ebener Erde", HF wirft Apportholz ca. 10 Schritt weit, Hund in Grundstellung, auf Kommando bringt der Hund.
    Und sämtliche BgH Prüfungen prüfen für mich "nur" Grundgehorsam.
    Aber in D ist das eh was anders geregelt, da gibts ja ne ganze Reihe Prüfungen gar nicht und ich weiß nicht genau, was in den vorhandenen Prüfungen abgefragt wird.
    Wobei dann auch wieder Staffys Argument zieht- ich kenne zur genüge Hunde, die ausschließlich auf dem Platz gute Arbeit leisten, darüberhinaus ist nicht viel zu erwarten.
    Auf jeden Fall trainiere ich sowas ganz selbstverständlich und überall wo es möglich ist und mir in den Sinn kommt- es gehört für mich zu Grundausbildung...

    lg Susanne

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