Reiner Trieb oder Frech wie Dreck ??

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  • Hallo Ihr Lieben,

    möchte mich heute gerne mit einem zur Zeit riiiiiiiesen Problem an Euch wenden, denn mir geht langsam die Puste aus :hilfe:

    Es geht um Hera, 1,5 Jahre alt, die kleine Mali-Mix Hündin die ja nun seit November hier zusammen mit Waya und mir lebt.
    Sie ist sehr sehr verschmust und ein freundlicher Hund un Waya und Hera verstehen sich prima.

    Nun hat sie hat einen wirklich enorm starken Beute/Jagdtrieb. Sowas habe ich bisher noch bei keinem Hund so dermaßen ausgeprägt erlebt.
    Sie ist draußen NUR am stöbern und steht regelrecht unter Strom und ist absolut nicht ansprechbar.
    Sie ignoriert mich total :sad2:
    Natürlich versuche ich mit ihr zusammen daran zu arbeiten.
    Schleppleine, Impulskontrolle, UO...
    Sie hört wirklich sehr sehr gut, aber wehe sie ist außer Kontrolle.

    Da ich mit Waya ja Dummytraining mache und Fährte laufe habe ich versucht Heras Trieb umzulenken.
    Aber, sie interessiert sich NULL dafür.
    Waya habe ich dadurch sehr gut im Griff...und ich bin wahnsinnig froh dass sie nicht mitmacht sondern bei mir bleibt, auch ohne Leine.

    So, nun das eigentliche Problem.
    Ist sie so richtig in Rage schafft sie es hin und wieder abzuhauen. Sie lauert förmlich auf eine Gelegenheit.
    Und ich bin wirklich Aufmerksam was das angeht. Sie wartet nur auf eine Möglichkeit. Wie gestern, das schildere ich weiter unten.
    Und sie kommt nicht nach ein paar Minuten wieder...nein, es dauert Stunden.
    Sie ist dann IMMER in Sichtweite, benimmt sich dabei aber wie Orientierungslos.Richtig unheimlich ist das.
    Sie Reagiert NULL und lässt sich mit Nichts locken. Sie kommt auf einige Zentimenter ran, man bekommt sie nicht zu fassen, und für mich macht es einfach den Anschein, Sorry, aber sie verar:zensur: mich...

    Gestern hatte das Ganze seinen Höhepunkt erreicht.
    Der Kofferaum vom Auto war erst einen Spalt auf und Hera quetscht sich dadurch, wie eine Irre raste sie los.
    freies Feld, weite Sicht...
    Ich hab sie nicht mehr zu fassen bekommen und los ging die Jagd

    Das Ergebnis nach 3 Stunden : 5 totgehetzte Hasen (man, das tut mir so leid !!!) ein völlig fertiger, keuchender und durchnässter Hund.
    Sie blieb die ganze Zeit in der Nähe, das heisst ich konnte mir das Dillema anschauen.
    Keine Chance sie auch nur minimal von ihrem Tun abzulenken.

    Ich habe sie erst wieder erwischt als sie unter einem Zaun auf ein Firmengelände gekrabbelt ist.
    Es hat erst etwas gedauert bis ich das Gelände ebenfalls betreten durfte, und dort ging es weiter.
    Sie ist immer vor mir weggelaufen, ehrlich, sie war völlig von Sinnen...ist echt gruselig und sah für mich fast schon zwanghaft aus.
    In einer Ecke des Geländes habe ich mich auf die Lauer gelegt und irgendwann regelrecht auf sie gestürzt, denn inzwischen war sie völlig erledigt.
    Sie hat sich anstandslos anleinen lassen und als hätte man einen Hebel umgelegt war sie SOFORT ganz ruhig und sah ganz klar aus.
    Bedröppelt lief sie mit mir ans Auto und hat den Rest des Tages völlig am Ende auf Ihrer Decke gelegen.

    Meine Frage ist, gibt es hier jemanden im Forum der vielleicht auch so einen extrem Jäger hat.

    Oder sieht es gar so aus, das sie wohl nie mehr lernt sich zu kontrollieren ?
    Ich weiss ja nicht wieviel Jagderfolg sie bereits hatte bevor sie zu mir kam.
    Gibt es überhaut die Möglichkeiten ein solches Extremverhalten, welches ja nun bis zur völligen Erschöpfung geht, noch in den Griff zu bekommen ?


    Viele Grüße
    Yvonne

  • hallo yvonne!

    das klingt ja schlimm :sad2: ......

    nun kommt sicherlich kein expertenratschlag, aber das einzige was mir dazu einfällt, ist:

    - hera darf keine chance mehr bekommen, zu hetzen. das bedeutet: ausnahmslos NUR noch an der schleppe spazieren gehen, im kofferraum festleinen und auch alle anderen ausreißversuche durch vorherige sicherung im keim ersticken. das setzt eine menge vorrausschauendes denken vorraus und ist sicher nervend und anstrengend :/ ... aber sie darf unter keinen umständen nochmal so einen riesigen jagderfolg haben!!

    - wegen der alternativen "jagdtrieb-auslastung": hast du es mal mit einem futterdummy mit gaaaaanz tollen leckerlies (irgendetwas, worauf sie total abfährt, fleischwurst, käse,...) versucht? ich kann mir vorstellen, dass man mit dem fährten viele hunde einfach nicht überzeugen kann, manche lässt das einfach völlig kalt (der baron von titus ist ja auch so ein kamerad -.-), aber der futterdummy wäre vielleicht noch eine möglichkeit, auch bei hunden, die über keine so große apportierfreudigkeit verfügen...? oder es vielleicht einmal mit einer reizangel versuchen?

    die schleppleine bietet natürlich zudem die möglichkeit, weiter am gehorsam bzw. insbesondere am rückruf zu arbeiten - nach und nach dann auch unter immer größerer ablenkung und im zusammenspiel mit immer größeren reizen. (wir haben das losfetzen und jagen von vögelchen und hasen z.b. gut in den griff bekommen, indem wir das sitzen/liegen bleiben während des werfens von "hetzgegenständen" [ball, dummy, frisbee, was auch immer] geübt haben - auch an der schlepp. ...ich glaub das nennt man auch impulskontrolle *g.)

    hoffe,d ass sich auch noch einige andere hier äußern werden und drücke dir die daumen!
    und wegen nächster woche schreib ich dann nochmal was im 56XXX thread ;) - wäre toll, wenn das klappen würde :^^:

  • Hey!!!!

    Das was du beschreibst ist ja echt ein extremes Verhalten.
    Meine beiden haben zum Glück so gut wie keinen Jagdtrieb, aber sowas habe ich bisher noch von keinem Hund gehört...........

    Ich kenne nur vom Hören - sagen einen Fall, wo der Hund auch alles gejagt hat, sobald man ihn von der Leine ließ...aber der kam aus Spanien und musste sich durchs selber jagen ernähren...
    Da half wohl auch kein Training mehr!

    Vielleicht wäre es Hilfreich, wenn man etwas mehr über die Vorgeschichte deiner Hündin wüsste...
    Wo kommt sie her?
    Wie hat sie dort gelebt?
    Was haben die Leute mit ihr gemacht????

    Wenn du die Vorbesitzer kennst, würde ich mich da mal erkundigen, denn irgendwie klingt das, als ob sie dort jagen durfte und das vielleicht ihre einzige Beschäftigung war.

    Ansonsten fällt mir da auch nicht viel mehr zu ein als ein konsequentes Antijagd - Training und draußen absolut erstmal nicht von der Leine
    Und sonst so weiter machen mit was du alles schon übst
    Aber so weit warst du ja sicher schon selber ;)

    Schwer finde ich nur, dass sie dann nicht mehr auf dich reagiert und auch keine Ersatz -Beschäftigung annimmt

    Vielleicht wäre es dafür gut, wenn sie sich ihr Futter erarbeiten müsste, also, dass sie zu Hause nix mehr in den Napf bekommt, sondern nur noch unterwegs, wenn sieauf dich reagiert....????

    LG Katharina

  • Hallo,

    erinnert mich sehr an meine Dusty, Greyhound-Bardino-Mix.
    Auf dem Hupla und zu Hause hat sie super gehört, draußen war sie sofort weg, wenn die Leine ab gemacht wurde.
    Ich habe viel probiert, auch viel Mist gemacht, aber war unter anderem auch zu einem Intensiv-Training in der Eifel. War super interessant, aber bei meiner Maus hat alles nicht geholfen, sie hat sich nicht von dem Trieb abbringen lassen. :/ Konsequenz für mich war, um keine Tiere und Menschen zu gefährden, ist sie nur an der Leine gelaufen. Es ließ sich nicht ändern, denn mit Gewalt wollte ich das Jagen nicht aus ihr rauspressen.
    Weißt Du denn, was für ein Mix noch in ihr steckt??
    Wie verhält sie sich denn auf dem Hupla?? Hast Du schon mal Schutzdienst mit ihr gemacht, vielleicht um ihren Trieb zu verlagern??

  • Wenn du schreibst, "nicht mehr ansprechbar, wie orientierungslos...." => ist körperlich und von den Sinnen her Alles in Ordnung bei ihr?

    Wie bewegt sie sich in der Nähe, woher kommt sie und wie haben die Vorbesitzer auf das Jagen reagiert? vielleicht wurde ihr dort einige Male das Fell gegerbt und es ist einfach so, dass sie sich nicht mehr zurück traut. Also weder Trieb noch Rotzfrech, sondern vielmehr beschwichtigen (Spielaufforderung, wenn sie auf Armlänge rankommt und vorbeirennt; Individualabstand einhalten).

    Wie reagierst Du, wenn Du sie "gefangen" hast? Ich würde kommentarlos anleinen, erst straffe Unterordnung laufen und dann an die Schlepp auf diese Wiese und Abruftraining. Nix da mit Auto liegen und erholen.

  • Zitat


    Wie reagierst Du, wenn Du sie "gefangen" hast? Ich würde kommentarlos anleinen, erst straffe Unterordnung laufen und dann an die Schlepp auf diese Wiese und Abruftraining. Nix da mit Auto liegen und erholen.

    Da muss ich mal nachfragen, was soll Deiner Meinung nach bei einem Jagdbesessenen die Unterordnung bringen?? Und Abruftraining ist ja gut und schön, aber der Hund hatte gerade ein absolut tolles Erlebnis, er "durfte" jagen und hatte auch noch Erfolg.

    Die einzige Alternative ist Hund an die Leine, sorry, aber so ist das leider. Manche Hunde kann man nicht belehren oder ihren Jagdtrieb abschwächen.
    Sofawolf: Hast Du ihr verhalten schon mal mit einem Trainer besprochen??

  • Hallo,

    :umarmen: Zu allererst .. du hast in deinem Text schon einige Gründe genannt, die dafür sprechen, dass dieses Hundemädel das alles noch lernen kann.

    Gleich zu erst ... sie ist 1,5 Jahre und seit November bei dir ... allein das sind schon Gründe genug zu sagen ... du kannst nicht 1,5 Jahre Hundeleben inkl. der unbekannten Ereignisse (egal wie geduldig und bemüht du bist) in wenigen Wochen in den Griff bekommen. Also verlier nicht den Mut und vorallem lass dich davon nicht ins Bockshorn jagen.

    Im Grunde kann man sagen, noch lernst du den Hund erstmal kennen, u. a. eben auch mit solchen Extremsituationen und es ist absolut verständlich und ich kann mir vorstellen wie hilflos du erstmal da gestanden hast.

    Sie kann das alles noch lernen und die Bindung zu dir muss eben noch wachsen. Hier im Forum gibt es (wie ich finde) einige gute Hundetrainer und ich hoffe, sie lesen hier mit und werden dir zu deinem Thema einige gute und hilfreiche Tipps geben. Vielleicht (und ich bin mit solchen Tipps sehr sparsam) wäre sogar ein Treffen mit einem der Trainer hier möglich, die dich darin direkt vor Ort unterstützen könnten.

    Lass dich nicht verunsichern, es ist sicher schwer den richtigen Draht zu einem Hund zu finden, der schon einiges hinter sich hat, von dem man null bis nur ein wenig weiß. Aber das ist machbar ... davon bin ich überzeugt ...

    Ganz liebe Grüsse
    Pandora

  • So ähnlich ist es bei uns auch, nur dass Sascha dabei nicht das Geschick hat Tiere zu reißen und ich ihn doch relativ flott wieder einfangen kann (Bindung/Gehorsam).
    Aber ansonsten, hängt ein "Wildduft" in der Luft war es das mit seiner Ansprechbarkeit oder gar Abrufbarkeit.

    Hab gerade nicht so viel Zeit viel zu schreiben, aber das Wichtigste ist zunächst einmal Absicherung - keine Experimente. Und dann Training, Training, Training. Alternative Auslastung, spezielles Antijagdtraining, Bindungstraining und allgemeine Unterordnung und Gehorsamsfestigung.

  • Hallöchen,

    @veni : Alleine wegen Waya war ich schon immer sehr vorrausschauend, ich scanne ständig meine Umgebung...also wir sind jetzt seit einiger Zeit dabei mit dem Futterdummy zu üben, habe für Hera extra noch einen 2ten gekauft.
    Sie interessiert sich NULL, also gar nicht dafür. Egal was ich da reintue.
    Da müsste ich schon, sorry dafür, mit toten Kaninchen schmeissen...
    Weisst Du, sie macht ja alles prima wenn sie an der Schleppe ist.
    Musterschüler an der Schleppe quasi.
    Sie bleibt liegen, sie rast ja auch nicht los wenn mal etwas raschelt.
    AAAAAber, sie steckt ständig die Nase in irgendwelche Mauselöcher...hat ständig die Nase am Boden, im Laub, im Dreck...somit ist ein Fortkommen nicht immer so einfach. Zumal Waya ja nicht so ist. Obwohl sie, und du kennst sie, nicht ohne ist...
    Alleine diese Tatsache geht ja schon über ein "normales Erkunden der Gegend und deren tierischen Bewohnern" hinaus.

    Reizangel wäre noch eine Maßnahme...
    Wobei ich auch da denke dass sie schnell das Interesse verlieren wird.
    Sie wird DEFINITIV nicht von der Leine gelassen !!!
    Sie ist so clever, und macht nen tierischen Rabatz und Verrenkungen wenn ich BEIDE an der Leine habe dass es mir einige Male unmöglich war sie festzuhalten ohne mir die Finger zu brechen...
    Ehrlich, extra für solche Fälle hat Hera nun eine Leine ohne Schlaufe...

    bibidogs :
    Waya kommt aus Polen, es ist definitiv Malinois drin und wohl Staff... Das könnte auch gut sein, denn sie ist ein typischer Terrier.
    Sie hat dort angeblich seit Welpenalter an der Kette gelebt und wäre fast an Wurmbefall gestorben. Dann kam sie angeblich zu einer polnischen Familie die sie aber nach 3 Monaten wieder abgaben...der Hunde mache zu viel Dreck, fresse zu viel...sowas halt.
    Ich hab sie von einer kleinen Orga...

    Nunja, inzwischen weiss ich aber dass das alles nicht stimmen könnte...Und Geschichten von wildem Vermehrertum seitens der Vermittlung werden hier laut.
    Ich weiss es aber nicht.


    k.volk : Sie bekommt ihr Futter schon immer aus der Hand, da sie nicht bei mir aufgewachsen ist, ist es für mich ein guter Weg gewesen u.a. die Bindung zu stärken.
    Sie ist nicht mit Futter abzulenken, auch wenn sie 2 Tage Hungern müsste.
    Alles schon ausgetestet.
    Sie verzichtet drauf, ignoriert es einfach.

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