Wann ist ein Hund aggressiv?

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  • Hallö,

    klingt jetzt wie eine blöde Frage, aber ich wills ganz genau wissen.
    Meine jetzt fast 2jährige Labradorhündin ist ganz wild aufs spielen mit anderen Hunden. Wenn ich es erlauben würde, liefe sie zu jedem Hund, groß oder klein, um zu spielen. Ist jetzt schon besser mit dem Heranrufen aus dem Spiel, sie kommt fast immer verläßlich und wir gehen weiter.
    So weit so gut, klingt alles super.
    Aber: sie wurde vor ca.einem halben Jahr beim spielen von einem Jack Russel ins Gesicht gebissen, hat sich aber gewehrt und den anderen knurrend auf den Boden gedrückt. Ich bin sehr erschrocken, weil ich so eine Erfahrung noch nie gemacht hatte, und auch gar nicht wußte, daß meine überhaupt knurren kann...tja. Passiert ist nichts, aber es hat grauslich ausgesehen.
    Kurze Zeit später spielt sie mit einer Hundefreundin, eine andere Hündin in ihrer Größe kommt dazu (die sie auch seit langem kennt) und plötzlich rennt sie der zähnefletschend nach. Diese Hündin war schneller und hat sich außer Reichweite gebracht.
    Dritter Vorfall: muß zu meiner Schande gestehen, es war finster und ich habe nicht gesehen wie es dazu gekommen ist. Jedenfalls liegt kleine Pudeldame unter ihr und meine steht knurrend über ihr und hat sie auch am Körper gepackt. Passiert ist nichts, aber wie soll ich das deuten? Kriegt sie plötzlich einen Zorn, will sie kleineren Hunden zeigen, sie ist die Stärkere? (Hab ich von einer Labradorbesitzerin gehört, deren Hündin sich manchmal gegenüber jüngeren und kleineren Hunden so benimmt).
    Kenne auch einige Labbis, die so "überschwenglich" ihre negativen Gefühle zeigen, auch wenn keine Verletzung daraus entsteht.
    Also: ist das Aggression? Was kann ich dagegen tun?Abtrainieren ist ja wohl schwer.
    Und noch was: wenn ich "Aus" sage und sie am Halsband packe, läßt sie anderen Hund los.

    Hat jemand ähnliche Erfahrung, vielleicht mit Labbi???

    Danke und LG
    Isi-Rider

  • Hallo,

    ich sehe das jetzt nicht als Aggression an.
    Wenn sie sich jetzt rasend vor Wut auf jeden Hund stürzen würde und sich da auch nicht von abbringen lässt, den Hund gar noch mit Absicht verletzt, dann würde ich von übermäßiger Aggression sprechen.

    Du kannst da sehr wohl was dagegen machen. Achte auf Deinen Hund und wenn Du den Anschein hast, dass sie kleinere Hunde "mobben" möchte, dann greif ein und mach ihr deutlich, dass es so nicht geht.

    Liebe Grüße

    Steffi

    PS: ein Hund muss auch nicht alle anderen Hunde mögen, Erzfeinde gibt es immer. Der Hund kann jedoch lernen, diese zu ignorieren und weiter zu laufen. Dauert zwar, aber es ist machbar.

  • Das kpl. Repertoir des Aggressionsverhalten gehört zur normalen Hundekommunikation dazu !
    Es ist vollkommen normal und legitim, wenn die anderen Hunden auf diese Art sagt, daß sie zu weit gegangen sind.

    Gruß, staffy

  • Hi!

    Aggression ist meiner Meinung nach eher ein aktives Verhalten, also was, was ohne merkliche vorherige Aktion des anderen Hundes passiert.
    Beispiel: wenn unserem Gustl ein anderer Hund auf die Nerven geht, droht er erst, wenn der Andere nicht aufhört, "setzt" es auch mal was und er knurrt, fletscht die Zähne und drückt den anderen Hund zu Boden (bzw. ergibt der sich von alleine meistens ;) ).
    Milo ist eher aktiv aggressiv, er geht auf andere Hunde zu, die ihn vorher eher ignoriert haben, ihn uninteressant finden o.ä. Er hat in dem Moment das Problem mit dem anderen Hund, nicht der Andere mit ihm.
    Versteht man, was ich sagen will :???: ?

    LG

  • Zitat

    Das kpl. Repertoir des Aggressionsverhalten gehört zur normalen Hundekommunikation dazu !
    Es ist vollkommen normal und legitim, wenn die anderen Hunden auf diese Art sagt, daß sie zu weit gegangen sind.

    Gruß, staffy

    :gut:

  • Hi Isi,
    hier eine Ausführung zum Thema Aggression.
    Aggressionsverhalten gehört zum normalen Repertoire des Hundes. Es ist unerlässlich für das Zusammenleben in einer sozialen Gruppe, weil es das Miteinander regelt.
    Aggressives Verhalten bietet die Möglichkeit, lebenswichtige Dinge zu behalten o. zu erlangen. Diese Dinge werden Ressourcen genannt.
    Ressourcen= lebensnotwendige Ansprüche
    wie Territorium, Nahrung, Fortpflanzungspartner und ! Aufrechterhaltung der Individualdistanz, die der Unversehrtheit des eigenen Körpers dient!
    Beim Aggressionsverhalten wird zwischen offensivem u. defensivem unterschieden. Esther Schalke definiert beide Formen in dem Sinne, dass sie die Distanzvergrößerung zum Ziel haben, sich aber in den Motivationen unterscheiden.
    So empfindet der defensiv drohende Hund Angst u. Unsicherheit und fürchtet um die Ressource "körperliche Unversehrtheit"
    Zeigt ein Hund offensives Verhalten, so ist nicht Angst die Grundlage, sondern die Ursache kann Frustration im Wettbewerb um Ressourcen sein, ausgenommen "körperliche Unversehrtheit"
    Ein Hund der beispielsweise seine kompletten Zahnreihen fletscht, gehört eher mit zu den defensiv drohenden, werden nur die vorderen Zähne gebleckt meint es der Hund in punkto beißen schon eher ernst.
    Es gehört nun einiges an Erfahrung und den Hund lesen können dazu die Aggressionsarten zu unterscheiden. Die restliche Körpersprache, die Umstände wozu was passiert u. Ä.

    Das zu dem Thema allg., vielleicht hilfts ein bisschen zu verstehen.
    Beste Grüße, Andrea

  • Hallo!

    Ich habe mir genau die gleiche Frage gestellt, da ich mir - wie ich woanders schon geschrieben habe - auch unsicher war, wo Aggressionen anfangen und was ich dagegen tun kann...

    Mein Problem ist, dass Leo (2 1/2) nun schon mehrmals andere Hunde beim Hinterherjagen gezwickt hat (nicht gebissen!) und in dieser Woche zweimal einfach auf Hunde los ist, die ihm gegenüber einen ängstlichen Eindruck gemacht haben. Sobald er also gemerkt hat, dass der andere Hund unterlegen ist, ist er in einem riesen Getöse auf ihn los und hat ihn verfolgt.

    Ich hatte für mich das Gefühl, dass das zwar keine richtigen Aggressionen sind aber ganz schön heftiges Geprolle. Aber sicher bin ich mir da eben auch nicht. Ich hatte mir deshalb überlegt, die nächste Zeit wieder nur mit Schleppleine unterwegs zu sein um vorbeugend diese Situationen zu unterbinden.

    Auf der anderen Seite, habe ich gemerkt dass ich jetzt selbst wieder so verunsichert bin und Angst vor einer Auseinandersetzung habe, dass sich das natürlich auch nicht besonders positiv auf den Hund und die Situation auswirken wird.
    Also konkret habe ich einfach Angst, sein Geprolle (oder eben Aggressionen) jetzt auch noch zu bestärken... :???:


    Liebe Grüße!

  • Also, ich sehe in deinem Hund nichts anders als normale hUndekommunikation in der ganzen Bandbreite. Nicht jeder Hund mag jeden Hund und ein Hund darf auch einem anderen Hund sagen, wenn er unhöflich, aufdringlich oder ungezogen ist. Er macht das eben hündisch.

    Aggressiv ist für mich ein Hund, wenn er wirklich grundlos auf andere Hunde losgeht und sofort richtig beißen will.

  • aneken
    Barry war ein unsicherer Hund. Er hatte wohl nie so wirklich die Hundesprache gelernt bzw. konnte er nicht mit Hunden umgehen, welche sich als "Macker" zeigten (meist Nordische und Spitzartige) aber im Inneren meist eher Unsicher bzw. nur Angeber waren.

    Die hat er sofort erkannt und sich vorgeknöpft.

    Darauf hin habe ich Barry komplett zurück genommen (nur Kontakt in unserer großen Hundegruppe wo es nie zu Problemen kam bzw. nur zu Hunden die ich kannte) und ihn durch viele Dinge (z.B. Spielen) auf mich "umgelenkt".

    Nach und nach wurde dies, entsprechend seinem Entwicklungsstand, gelockert und nach ca. 1 - 1/2 Jahren ist er ein sich an mir orientierender, normal umgänglicher Hund geworden, der natürlich auch mal anderen Hunden sagen darf wo er seine Grenze steckt. Aber letztendlich treffe ich Entscheidungen (z.B. was den Umgang mit anderen Hunden betrifft).

  • Meine Hündin war von klein auf immer viel mit anderen Hunden zusammen, müßte daher gut auf Hundesprache sozialisiert sein. Mir wäre es halt lieber, sie würde mit Knurren oder Fellsträuben signalisieren, der andere Hund soll ihr fern bleiben. Aber sie stürzt halt gleich mit viel Gepoltere auf den anderen los, und klar verstehe ich, daß Besitzer von kleineren Hunden sowas furchtbar finden. Ich bin halt jedesmal verunsichert wenn meine auf anderen Hund trifft, weil ich keine Vorsignale erkennen kann. Ob sie gesamte Zahnreihe fletscht oder nur die vorderen ist auch nicht zu erkennen, weil sie wirft sich auf den Hund und dann sehe ich nur mehr ihren Rücken.
    Meint ihr eher, sie zeigt mit ihrem Verhalten, daß ihr der andere Hund nicht passt, oder will sie generell zeigen, sie ist die Stärkere? Wie kann man das unterscheiden?

    Und danke für Eure Tipps

    LG Isi-Rider

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