ANTI-JAGD-TRAINING oder Dr. Jekyll und Mr. Hyde

  • Zitat


    Schon komisch, aber ich habe wirklich das Gefühl bei Katzen, Mardern und Eichhörnchen ist das nicht nur Jagdtrieb sondern wirklich Hass. Dagegen sind Kaninchen und Rehe schon fast langweilig.


    Bei Jamie war es ähnlich: Kaninchen und Co fand er ganz klar jagdlich spannend und hat sich auch mal aufgeregt wenn er nicht hinterher durfte, aber bei Katzen war seine ganze Körperhaltung, die Mimik, das Verhalten komplett anders. Da ist er in der ersten Zeit hier völlig ausgetickt. Da hat auch nichts geholfen, was sonst bei jagdlich-spannenden Objekten funktioniert hat.
    Normalerweise war seine Belohnung für's nicht hinterherrennen bzw anzeigen von Wild, dass er das Kaninchen o.ä. anschauen durfte. Hat super geklappt und nach einer Weile konnte ich dann in Ruhe an denen vorbei. Aber bei Katzen wurde es umso schlimmer desdo länger er die Katze angucken konnte.
    Also habe ich angefangen Katzen gegenzukonditionieren und irgendwann konnte er mir die dann auch anzeigen ohne direkt auf 180 zu sein und sich dann dem Alternativverhalten zuwenden... :gut:

  • Wow, das hört sich doch nach einem tollen Fortschritt an!!!
    Erklär mal wie du das gegenkonditioniert hast, vielleicht schaffe ich das mit Emma auch!

    Wir waren heute mit einem lebensmüden Reh auf Tuchfühlung!
    Wir sind heute morgen gemütlich einen Feldweg entlang gegangen, rechts neben uns ein ca. 50cm breiter Grünstreifen mit 30cm hohem Gras und dahinter direkt ein Maisfeld. Emma und Lotte an der 8m Flexi, vorausgetrabt. Auf einmal bleibt Lotte stehen, schnüffelt und läuft Richtung Wegrand, in dem Moment sehe ich 1m vor ihr im hohen Gras, direkt am Maisfeld ein Reh stehen, es schaut uns an, überlegt und läuft dann direkt auf den Weg um auf der anderen Seite übers Feld zu rennen und dann vor uns wieder den Weg zu kreuzen und zurück im Maisfeld zu verschwinden.
    Das war mal wieder knapp, die zwei haben ja schon fast an ihm geschnüffelt bis es losgerannt ist! Und es war so gut getarnt im Gras dass ich es erst so spät gesehen habe. Ich glaub die Hunde waren genauso überrascht wie ich, sie haben (dafür dass das Reh ja fast schon greifbar war) sehr gemäßigt reagiert.
    Dafür macht Emma weiter Vortschritte, wir können immer öfter Hasen und Kaninchen beobachten ohne dass sie durchstartet . . . da bin ich wirklich froh, kreischende Hunde in der Leine sind wirklich nicht doll!
    Außerdem habe ich festgestellt dass Kaninchen viel weniger Reiz sind als Feldhasen, Kaninchen sind inzwischen fast schon langweilig, aber so große, schnelle Feldhasen . . . ein Traum für meine Zwei Jagdschweine, da gibt es fast kein Halten mehr!

  • Zitat

    Wir waren heute mit einem lebensmüden Reh auf Tuchfühlung!
    .....
    Das war mal wieder knapp, die zwei haben ja schon fast an ihm geschnüffelt bis es losgerannt ist! Und es war so gut getarnt im Gras dass ich es erst so spät gesehen habe.

    DIE kenne ich!! :rock1green: Die lebensmüden Rehe, jawohl, die sind was ganz besonderes unter all den Rehen, ich bin mir sicher, die legen sich irgendwohin und warten nur darauf die Hundehalter mit den Jagdschweinen zu testen, ob sie sie denn mittlerweile etwas besser im Griff haben, jaaaaaaa~ :irre: - - - - - denen begegnen wir leider auch regelmäßig :muede2:


    @ Chestergirl:
    ....an dem Ansatz Katzenhass gegenzukonditionieren (ist das ein Wort oder sind es eigentlich drei :???: ist das überhaupt ein Wort?? ) bin ich auch furchtbar interessiert! Bitte, mehr Infos dazu und zum Prozess. Danke!!!

  • lebensmüdes Wild? HIER! :muede:

    Dass Wild sich gegebenfalls eher irgendwo flach hinlegt statt loszurennen- ok. Aber ernsthaft?? Hinter uns hoch gehen um uns in einem 3m Abstand zu überholen?

    Oder einem vor den Füßen hochgehen, direkt vor uns auf dem Weg 30m gehoppelt um dann entspannt weiter zu fressen? Kommen wir näher, hoppelts wieder 30m weiter und bleibt da.


    Ich bin mir sicher die kennen uns schon, nach dem Motto "hey alles cool, das sind die angeleinten!"

    :aufsmaul:

  • Da hier irre viele Katzen auf unserer Straße (und allgemein in der Siedlung) leben hatte ich ein ideales Übungsfeld. :hust: In Wahrheit war es furchtbar: Von vorne eine, von hinten eine und rechts und links im Gebüsch lauern sie auch. Zusätzlich die eine Mietze, die der Meinung ist alle Hunde sind nett und einem fröhlich hinterher läuft. Und mittendrin mein Kater :ugly:
    Eigentlich habe ich ganz einfach angefangen den Anblick einer Katze positiv zu markieren. Irgendwo taucht eine Katze auf - Click - Belohnung. Entweder was ganz tolles (Leberwurst, Schinkenwurst, getrockneter Pansen, etc) oder wenn ich nichts anderes hatte eine ganze Hand voll TroFu in den Hund (mit einem Maul voller Futter lässt es sich schlecht bellen und kreischen und außerdem wirkt Kauen beruhigend).
    Umso weiter die Katze entfernt war, desdo weniger drehte er durch, also habe ich dann aus sicherer und am ehesten entspannter Entfernung ihn für jeden Blick zur Katze geclickt und belohnt, am besten mit einem Leckerchen, das weg von der Katze flog oder zumindest so, dass er den Kopf runternehmen musste.

    Gleichzeitig habe ich ein "Umdreh"-Signal eingeführt. Ähnelt ein bisschen dem Geschirrgriff mit dem Unterschied, dass ich ihn am Geschirr von der Katze wegdrehen konnte und er so nicht mehr frontal zur Katze stand.

    Irgendwann konnte ich dann den Abstand immer so weit verringern, wie er noch halbwegs entspannt war und er hat angefangen mir Katzen anzuzeigen indem er stehen blieb und einen Ausdruck bekam, den ich irgendwie nicht beschreiben kann, der aber so eindeutig war, dass ich das jedes Mal geclickt und belohnt habe.

    Das ging dann ganz gut, zumal es für ihn eine Erleichterung war wenn er sich von der Katze abwenden und als Alternative z.B. Leckerchen im Gras suchen konnte.

    Insgesamt hat das ungefähr ein halbes Jahr gedauert und an dem Tag, als er von seinen neuen Besitzern abgeholt wurde, stand er zwei Meter von einer Katze entfernt, zeigt sie an und dreht sich zu mir um ganz nach dem Motto "Wo bleibt denn die Belohnung?" :gott:
    Das war das beste Abschiedgeschenk, was er mir machen konnte :laola:

  • Zitat

    Da hier irre viele Katzen auf unserer Straße (und allgemein in der Siedlung) leben hatte ich ein ideales Übungsfeld. :hust: In Wahrheit war es furchtbar: Von vorne eine, von hinten eine und rechts und links im Gebüsch lauern sie auch. Zusätzlich die eine Mietze, die der Meinung ist alle Hunde sind nett und einem fröhlich hinterher läuft. Und mittendrin mein Kater :ugly:
    Eigentlich habe ich ganz einfach angefangen den Anblick einer Katze positiv zu markieren. Irgendwo taucht eine Katze auf - Click - Belohnung. Entweder was ganz tolles (Leberwurst, Schinkenwurst, getrockneter Pansen, etc) oder wenn ich nichts anderes hatte eine ganze Hand voll TroFu in den Hund (mit einem Maul voller Futter lässt es sich schlecht bellen und kreischen und außerdem wirkt Kauen beruhigend).
    Umso weiter die Katze entfernt war, desdo weniger drehte er durch, also habe ich dann aus sicherer und am ehesten entspannter Entfernung ihn für jeden Blick zur Katze geclickt und belohnt, am besten mit einem Leckerchen, das weg von der Katze flog oder zumindest so, dass er den Kopf runternehmen musste.

    Gleichzeitig habe ich ein "Umdreh"-Signal eingeführt. Ähnelt ein bisschen dem Geschirrgriff mit dem Unterschied, dass ich ihn am Geschirr von der Katze wegdrehen konnte und er so nicht mehr frontal zur Katze stand.

    Irgendwann konnte ich dann den Abstand immer so weit verringern, wie er noch halbwegs entspannt war und er hat angefangen mir Katzen anzuzeigen indem er stehen blieb und einen Ausdruck bekam, den ich irgendwie nicht beschreiben kann, der aber so eindeutig war, dass ich das jedes Mal geclickt und belohnt habe.

    Das ging dann ganz gut, zumal es für ihn eine Erleichterung war wenn er sich von der Katze abwenden und als Alternative z.B. Leckerchen im Gras suchen konnte.

    Insgesamt hat das ungefähr ein halbes Jahr gedauert und an dem Tag, als er von seinen neuen Besitzern abgeholt wurde, stand er zwei Meter von einer Katze entfernt, zeigt sie an und dreht sich zu mir um ganz nach dem Motto "Wo bleibt denn die Belohnung?" :gott:
    Das war das beste Abschiedgeschenk, was er mir machen konnte :laola:


    So machen wir es eigentlich auch bei Wildsichtungen. Das Anstarren wird belohnt mit Click und weiter starren dürfen. Wird sich umorientiert gibt es die Party des Jahres (Felldummy, ganz tolles Futter "jagen" oder was auch immer). Spuren dürfen auch verfolgt werden, im angemessenen Radius eben, bei Umorientierung gibt es eine Party und es darf etwas anderes gesucht werden.
    So werden Hundis nicht gefrustet, denn sie dürfen ja im Maße und sie lernen dass es sich auch in solchen Situationen lohnt sich umzuorientieren.

  • Das Anstarren konnte ich bei ihm in dem Fall nicht einsetzen (bei jagdlich interessantem wie Kaninchen und co sehr gut) weil er sich von dem Anblick einer drohenden Katze noch viel mehr provoziert fühlte und dann kaum noch zu bändigen war.

  • Zitat

    lebensmüdes Wild? HIER! :muede:

    Dass Wild sich gegebenfalls eher irgendwo flach hinlegt statt loszurennen- ok. Aber ernsthaft?? Hinter uns hoch gehen um uns in einem 3m Abstand zu überholen?

    Oder einem vor den Füßen hochgehen, direkt vor uns auf dem Weg 30m gehoppelt um dann entspannt weiter zu fressen? Kommen wir näher, hoppelts wieder 30m weiter und bleibt da.


    Ich bin mir sicher die kennen uns schon, nach dem Motto "hey alles cool, das sind die angeleinten!"

    Oh, da habe ich auch noch eine gute Geschichte.....

    Ich mit meinen Hunden in den Feldern unterwegs, die beiden schnuppern etwas abseits in einer noch nicht gemähten Wiese, ich höre ein Kitz nach seiner Mutter rufen, sofort pfeife ich meine beiden zu mir, denn beim besten Willen, ein Kitz hätte keine Chance, wenn die beiden beschlössen es zu jagen. Beide kommen her, ich greife beiden ans Halsband, während ich vorn übergebeugt die beiden ins "Sitz" beorder, damit ich die Leinen dran basteln kann, schießt aus dem Nichts, ich hab da unten ja auch mal grad gar nix mehr sonst gesehen ;), die Rehkuh auf dem Weg zu ihrem Kitz, in einem Abstand von etwa 15-30cm an den Schnauzen meiner Damen und meinem Kopf vorbei, ich hab mich so sehr erschrocken, dass ich beinahe nicht schnell genug gewesen wäre wieder in die Halsbänder zu greifen :lol: währenddessen habe ich, vermutlich auch vor Schreck, meinen Damen ein so ausdrucksstark gebrülltes "Nein, verdammt" an den Schädel geworfen, dass sich beide gottergeben ins Gras haben fallen lassen :winkgrin:
    Kitz und Kuh blieben ungehetz, aber mein Herzschlag war bei gefühlten 220 Schlägen pro Minute. :rollsmile:

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