Probleme mit dem Hund oder eher mit meiner Frau?

  • Hallo

    dies ist mein erster Beitrag in diesem Forum und ich hoffe ich bekomme ein paar Tipps von Euch. Wir haben seit 2 Wochen einen unkastrierten Mischlingsrüden bei uns. Er ist 3 Jahre und aus dem Tierheim. Ich glaube er hat sich nun schon ein wenig eingewöhnt und fängt nun an, seinen Rang bei uns auszutesten.

    Ich habe mich ein wenig schlau gelesen und gehe immer als erster durch die Tür, ignoriere ihn, wenn er gestreichelt werden will, rufe aber meist nach dem er sich abgelegt habe ihn zu mir her, um ihn dann ausgiebig zu streicheln, dabei höre ich auf bevor er nicht mehr will. Es gibt nur Leckerlies, wenn wir Sitz üben. Er ist aus Polen und kann deswegen noch kein Kommando auch soll er ein Kettenhund gewesen sein. Beim Spazierengehen mach ich häufiger Richtungswechsel, die er immer sehr folgsam folgt. Er bekommt nach uns sein Essen und nichts von Tisch, er darf nicht auf das Sofa und auch nicht ins Bett.

    Nun zu meinen/unserem Problem

    Vorgestern habe ich unsere Tochter ins Bett gebracht und als ich ins Wohnzimmer kam hat Bert (der Hund) auf dem Sofa gesessen und wurde von meiner Frau gestreichelt. Meine Frau meinte nur ich habe schon versucht ihn runterzuschubsen aber er kommt immer wieder rauf. Ich habe aber sofort "runter" geknurrt und auf seinen Platz gezeigt. Er ist auch sofort vom Sofa gesprungen und hat sich auf seinen Platz gelegt, danach habe ich ihn an seinem Platz belohnt (gestreichelt). Wie veranlasse ich nun Bert, dass er auch längere Zeit auf seinem Platz bleibt und nicht sofort wieder woanders hingeht?

    Das 2. Problem ist mit Besuchern an der Tür. Er knurrt und bellt unsere Besucher sehr aggressiv an. Wenn meine Frau die Tür aufmacht ist er aggressiver als bei mir. Meine Frau meint, er will uns nur beschützen aber ich glaube er meint, dass wir die Situation nicht im Griff haben und er bestimmen sollte, wer durch die Tür kommt. Gibt es dort gut Tipps, wir er nicht mehr so aggressiv reagiert? Bellen wäre ja ok. Wir haben einen Pfeiler im Wohnzimmer sollten wir ihn daran anleinen, wenn es klingelt und ihn wieder losmachen und belohnen, sobald er wieder ruhig ist?

    Und nun zur letzten Situation gestern Abend. Ich habe auf unserem Fernsehsessel gesessen und meine Frau am Rand des Sofas, da macht sich Bert also auf und setzt sich erst vor das Sofa. Da habe ich noch nicht reagiert aber als ich dann aus den Augenwinkeln gesehen habe, dass Bert auf das Sofa springen möchte, da habe ich Aus gerufen und Bert hat sich ziemlich erschrocken und ist sofort auf seinen Platz gegangen. Leider war dies nicht die letzte Situation
    Es ist 22.00 Uhr und ich putze mir im Badezimmer die Zähne und meine Frau ist alleine mit Bert im Wohnzimmer. Da hat er sich dann schön auf unserer Sofa gelegt und wollte nicht mehr runter. Meine Frau wurde von Bert angeknurrt (ohne Zähne fletschen) hat ihn aber dann vom Sofa gezogen. Danach ist er auf seinen Platz und als meine Frau ihn dann dafür an seinem Platz loben wollte wurde sie wieder von ihm angeknurrt.

    Ich glaube ja, das dies ein ganz klarer Fall von Dominanzgerangel ist und wir einfach viel konsequenter mir Bert umgehen müssen aber meine Frau meint nur ich würde daraus ein wissenschaftliches Projekt machen. Wie kann ich meine Frau davon überzeugen, des es nun wichtig ist, Bert klare Grenzen vorzugeben.

    Nächste Woche möchte ich Bert und mich in der Hundeschule anmelden, damit er noch mehr lernt und ein fester Bindung zu mir aufbaut.

  • Hallo,

    also zuerst einmal würde ich ihm beibringen auf SEINEN Platz zu gehen. Also in seinen Korb oder was ihr eben für ihn habt. Wir haben dafür den Befehl "Decke" eingeführt oder "Kissen" oder "Box"...und zwar lernt ihr das so, in dem ihr ihn erst einmal mit Leckerlie darauf lockt, ihn vielleicht hinlegen lasst und dann immer wenn er runter will ihn wieder draufhebt. So lange bis er abwartet. Dann führt ein Auflösungskommando ein wie zB "Geh". Und natürlich belohnen wenn er dort bleibt.

    Das übt ihr ein paar Mal und dann hat ers sicher schnell raus. Ihr müsst aber konsequent sein. Unsere versuchte zB oft wie weit sie gehen kann (Mal eine Pfote raus, mal noch eine- mal schauen wann wir reagieren). Jedoch darf sie KEINE Pfote raustun!!! Also einfach Geduld haben und immer wieder drauf schicken. Das Kommando "Decke" nicht vergessen ;)

    So und wenn ihr dies gefestigt habt und es kommt Besuch: Kommando "Decke"! Wenn er nicht geht wird er hingebracht (vorher Tür nicht öffnen).

    Auch wenn er auf die Couch etc will hilft einfach nur KONSEQUENT sein!!! Auch deine Frau. Dass sie sich einmal nicht durchgesetzt und ihn sogar gestreichelt hat macht es natürlich schon wieder schwieriger. Ihr dürft kein einziges Mal nachlässig sein, sondern er muss IMMER runter und zwar sofort!

    Auch hier könnt ihr wenn er es nicht verstehen will ihn auf seinen Platz schicken.

    Das auf seinen Platz schicken hilft in sehr vielen Situationen. Auch wenn ihr zB esst und er bettelt, wenn ihr putzen wollt und er zwischen den Füßen rumrennt....usw

    Also fangt am besten einfach mal mit dem Aufbau dieses Kommandos an. Denke das wird es euch um einiges leichter machen.

  • Hallo,

    also so wie Du es schreibst, versucht er schon sich gewisse Privilegien herauszunehmen.

    Ich würde ihn komentarlos von der Couch werfen und gut ist es. Möchtest Du unbedingt, dass er nur in seinem Korb liegt, oder darf er auch irgendwo anders liegen?
    Mir ist es z.B. egal wenn die Hund irgendwo rumliegen so lange sie nicht kontrollieren wollen.

    Wenn Du ihn in seinen Korb schickst, dann sollte er so lange da bleiben bis Du ihm erlaubst den Korb wieder zu verlassen.
    Ich würde ihn aber nicht loben wenn er vorher auf der Couch war und dann in den Korb geht, denn das kann auch nach hinten losgehen.
    Manche Hunde lernen sehr schnell, dass sie erst etwas "Verbotenes" tun müssen, dann korrigiert werden und so ein Leckerli erhalten.

    Bring ihm bei den Korb auf Kommando auszusuchen. Tut er das sofort, dann gibt es ein Leckerli. Verlässt er den Korb wieder ohne Deine Erlaubnis, dann bring ihn wirklich komentarlos zurück. Leckerlis fürs Hinbringen gibt es keine.
    Bleibt er dort und Du lässt ihn raus, dann kannst Du ihm auch wieder ein Leckerli geben, denn dann befolgt er Deine Befehle.
    Auch würde ich den Hund im Korb nicht anfassen, denn dies soll sein Rückzugsort sein. Hier wird er nicht gestört und kann in Ruhe liegen und schlafen ohne dass ihn jemand anfasst.

    Wegen den Besuchern:
    entweder Du bringst ihm bei seinen Korb aufzusuchen wenn es klingelt, oder Du nimmst ihn an die Leine. Es geht nicht, dass der Hund Besucher derart angeht, denn ihr entscheidet wer rein kommen darf und wer nicht.
    Für ruhiges Verhalten gibt es immer eine Belohnung. Wenn der Besuch da ist, sich gesetzt hat und der Hund immer noch ruhig ist, dann darf er den Besuch auch begrüßen.
    Lobe ihn für jedes gute Benehmen und zeige ihm auf was er machen soll wenn er sich daneben benimmt.

    Der Hund ist ja erst zwei Wochen bei Euch und muss sich erstmal noch zurecht finden. Alles ist neu und wenn er wirklich an der Kette war, dann ist die Wohnung ja eine absolute Umstellung für ihn. Kettenhunde sollen ja auch etwas bewachen und das kann sich dann in so Situationen wie mit den Besuchern zeigen. Hier hilft nur ihm andere Wege aufzuzeigen mit Geduld und Konsequenz.
    Schaut auch, dass ihr den Hund nicht überfordert. Es sind sehr viele Eindrücke für ihn.

    Hundeschule finde ich super. Hier bekommst Du bestimmt einige Hilfestellungen, denn es ist immer gut wenn sich Hundetrainer ein Bild von dem jeweiligen Team machen können.

    Liebe Grüße und viel Erfolg

    Steffi

  • Hallo und willkommen :-)

    Bert kommt gerade bei Euch an, das ist richtig, und er versucht nun
    für sich das beste rauszuschlagen.
    Hunde sind Oportunisten und 'viel dürfen' ist für sie bequem.
    Das endet aber meistens für den Besitzer im Chaos.

    Ich finde, dass DU generell schon klar zu verstehen bist für den Hund.
    Du hast klare Regeln aufgestellt, die Du auch durchsetzt.

    Was ich allerdings nicht tun würde ist den Hund laut zurechtzuweisen
    oder anzuknurren. Er kommt dann schnell in die Lage sich verteidigen zu müssen.
    Ich würde mit ihm freundlich aber bestimmt reden, er folgt Dir ja auch.

    Deine Frau sollte nun eigentlich das gleiche tun wie Du.
    Ihr habt einen Hund mit unbekannter Vorgeschichte, dazu einen mittlerweile
    erwachsenen Rüden. Das ist kein Welpe mehr, der sich so mal einfach
    gerne ummodeln lässt.
    Da ist Fingerspitzengefühl und seeeeehr viel Geduld und Konsequenz nötig.

    Das fällt uns Frauen nicht immer leicht.
    Deine Frau sollte sich aber im Klaren sein, dass das Verhältnis,
    das sie durch ihre Inkonsequenz zu Bert aufbaut sehr schnell dazu
    führen kann, dass er sie komplett ignoriert oder eben gar zurechtweist.

    Ich würde Deine Frau in die Hundeschule schicken und - sofern möglich -
    erstmal Geld in einen privaten Trainer investieren, der sich das bei Euch
    zuhause anschaut. Und zwar jetzt, bevor das Kind in den Brunnen fällt.

    Ich arbeite selber hier als 'so eine' :^^: und kann aus Erfahrung sagen,
    dass es für Hund und Halter viel stressfreier ist, wenn man von Anfang
    an die Regeln freundlich und konsequent durchsetzt, als wenn man wartet,
    bis das Chaos und 'Gerangel' gross ist,
    und dann irgendwie wieder Ordnung herstellen muss.

    Zum bellen an der Tür würde ich erstmal Trockenübungen machen.

    Einer von Euch beiden geht raus, einer bleibt mit dem Hund drinnen.
    Hundi kann an der Leine sein, wenn nicht kontrollierbar.
    Ihr lasst die Haustür offen, und der, der draussen ist, klingelt.
    Gut sichtbar für den Hund.
    Der, der drinnen beim Hund ist, lässt den Hund nur in Richtung Tür gehen,
    wenn dieser ruhig ist.
    Sobald er bellt, dreht man kommentarlos um, und führt ihn weg von der Tür.
    Ist er still, gibt's Leckerli und man geht Richtung Tür.

    Erfahrungsgemäss braucht es UNGLAUBLICH viele Wiederholungen,
    bis das mal funktioniert, aber es klappt =)

    Wenn das geht, dann macht das gleiche mit geschlossener Tür.

    Immer wieder üben, üben und üben.
    Bis es dann auch bei fremden Personen klappt.

    Jegliches 'Nein', 'Aus', oder andere laute Worte sind kontraproduktiv,
    da sie den Hund eher mehr anstacheln, als ihn zu beruhigen.

    Wg. Hundetrainer: Frag doch mal hier im Forum.
    Es gibt sicher Leute, die Dir einen guten in Deiner Nähe empfehlen können.
    Denn es gibt doch nur zuviele schwarze Schafe, die Dir nicht weiterhelfen,
    sondern durch ihre 'Methoden' die Lage nur verschlimmern würden.

    LG
    Chrissi

    P.S.

    Zitat

    setzt sich erst vor das Sofa. Da habe ich noch nicht reagiert


    Da hasst Du zu spät reagiert. Wenn er sich vor's Sofa setzt und Du nicht reagierst,
    ist das für ihn wie eine Freigabe.
    Du solltest ihn dann schon freundlich darauf hinweisen, dass er nicht hochdarf.

  • Vielen Dank für die guten Tipps.

    Ich werde ihm dann mal das Kommando Kissen beibringen. Sicherlich sollte man ihn dann auf das Kissen heben, sollte er nicht auf dem Kissen beleiben. Ich finde am Halsband zerren nicht schön.

    Steffi
    Mir ist es z.B. egal wenn die Hund irgendwo rumliegen so lange sie nicht kontrollieren wollen.

    Mir ist es eigentlich egal ob er auf unserem Teppich liegt oder auf seinem Kissen aber was meinst Du mit kontrollieren? Er liegt, wenn er auf dem Teppich liegt, meistens auf der Seite und hat sein Augen zu. Ansonsten liegt er gerne auf seinem Kissen un mummelt sich schön in seine Kuscheldecke ein.

    Wir kommen aus Brinkum bei Bremen und uns wurde die Hundeschule Kluken empfohlen, die bringen das Erziehen ohne Zwang oder Schlägen bei.

  • Hallo,

    mit kontrollieren meine ich:
    sich z.B. vor die Haustüre legen um zu sehen wer kommt und wer geht.

    Es gibt Hunde die jeden Schritt von Herrchen und Frauchen verfolgen und immer mitlaufen. Auch das kann Kontrollverhalten sein.

    So wie bei den Besuchern, die er angeht um zu signalisieren ich entscheide wer hier rein geht oder nicht.

    Das sind nur Beispiele und nicht jeder Hund der einem hinter her läuft kontrolliert. Hier muss man das Gesamtbild des Hundes sehen. So wie Du Deinen beschreibst, könnte er schon einer sein, der gerne ein Mitspracherecht hätte, wenn Du ihn denn lassen würdest. :roll:

    Alles in allem denke ich, dass Du auf einem guten Wege bist und Dir auch enorm viele Gedanken machst.
    Wie schon gesagt wurde, wenn ihr ihm jetzt klar macht was er darf und was nicht, dann habt ihr es bestimmt bald geschafft und euer Hund wird sich dank eurer Konsequenz an die Regeln halten.

    Liebe Grüße und viel Erfolg

    Steffi

  • Hallo und herzlich Willkommen im Forum :D

    Meine Vorredner haben Dir alle guten Tipps genannt und denen ist nichts hinzuzufügen.

    Nur solltest Du Deiner Frau klarmachen, dass Ihr beide an einem Strang ziehen müsst.

    Du stellst Regeln auf, die Deine Frau boykottiert und das kann nicht gutgehen.

    Der Hund weiß nicht, was er darf und was nicht und wird diese Situation u.U. ausnutzen.

  • Hallo RonBalou und Herzlich Willkommen,

    ich denke auch, dass DU auf dem völlig richtigen Weg bist - im Gegensatz zu Deiner Frau. Sie sollte auf jeden Fall in die Hundeschule.
    Deine Frau muss lernen, dass, wenn sie nicht mit Dir mitzieht, sie sich einen echten ProblemBert schafft... und dann wirds richtig stressig.
    Woher soll Bert denn wissen, was "richtig" und was "falsch", was gewünscht und nicht gewünscht ist, wenn es ständig Hüh und Hott gibt?

    LG
    karlah

  • Und das wird mein Problem sein. Meine Frau denkt, dass ich zu viel in Büchern lese und in "komischen" Foren stöbere und meint mit gesundem Menschenverstand geht das schon. Zitat meine Frau "was sagt denn Dein Forum dazu"

    Dabei möchte ich nur klare Regeln aufstellen ich hoffe mal, dass die gesterige Knurraktion von Bert geholfen hat.

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