Er hat gebissen...

  • Hallo.

    Da mein Hund heute leider zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit zugebissen hat, brauche ich dringend Hilfe, weiß aber leider nicht, was ich tun kann.

    Wir haben ihn jetzt seit etwa einem Jahr. Er ist eigentlich ein sehr friedlicher Hund, der alles und jeden mag. Leider hatte er innerhalb dieses Jahres zweimal Pech und wurde böse gebissen (beim zweiten Mal direkt 1 1/2 h OP um sein Gesicht wieder zusammenzuflicken...).
    Waren ihm Rüden vorher egal, sind sie ihm das nun nicht mehr. Er geht zwar nicht von allein auf sie los, aber sobald sie sich ihm gegenüber irgendwie aggressiv verhalten, geht er halt auf Gegenwehr über.
    An der Leine waren ihm Rüden vorher total egal, jetzt geht er an der Leine immer total ab... Ohne geht es aber...

    Bei uns im Haus wohnt noch ein anderer Rüde, der leider mit Rüden gar nicht klarkommt, und wo es immer großes Gekläffe gibt. Vor kurzem ist dieser abgehauen und hinter uns her, und auf meinen los (der an der Leine war). Er hat sich zur Wehr gesetzt (es ist keinem von beidem was passiert) und der andere ist dann auch wieder zurück...
    Zwei Tage danach haben wir sie im Aufzug getroffen (Tür ging auf, und ich hab nicht schnell genug reagiert (hatte halt die Leine nur locker in der Hand), so dass er rein und auf den anderen los ist) und hat dann von dessen Besitzer das Bein erwischt, was einen ziemlichen Kratzer gab, zum Glück nichts ernsthaftes.

    Heute waren wir mit den Hunden draußen, mit denen wir immer weg gehen (2 Hündinnen + 1 Rüde, mit dem es keinerlei Probleme gibt, der ihn aber auch in Ruhe lässt) und einem alten Hund, der ab und zu mal bei meiner Freundin in Pflege da ist, und seiner Besitzerin. Der Hund ist also öfter mitgegangen, nur sie nicht.
    Dieser alte Rüde (19) war früher wohl sehr dominant, und ging auf andere Rüden los. Jetzt lief er halt immer knurrend hinter meinem her, aber meiner hat das nicht als Bedrohung geachtet. Selbst als dieser versucht hat ihn zu beißen, hat ihn meiner nur weggejagt und mit dem Körper fortgestoßen. Und wie gesagt, die haben sich schon öfter gesehen...
    Die Besitzerin hatte aber immer Angst (da er ja nun schon so alt ist), dass es meinem doch mal zuviel wird, und ist dann irgendwie immer dazwischen.
    Dann hat sie sich hingekniet, ihre Arme um ihren gelegt, wärend die beiden mal wieder am knurren waren.
    Da ich die Körpersprache von meinem kenne, hab ich ihn doch lieber am Geschirr gepackt um ihn wegzuziehen, als er zugeschnappt und ihren Arm getroffen hat.
    Und das war nur kein Schnappen, sondern er hat wirklich zugebissen! Das erste Mal... Es gab zwar nur eine kleinen offenen Kratzer, aber einen riesigen Bluterguss an ihrem Arm... ohne Pullover hätte das aber schlimmer ausgesehen.

    Da er nun zweimal innerhalb so kurzer Zeit jemanden verletzt hat, mach ich mir nun ernsthaft Sorgen, zumal ich nicht weiß, wie ich sowas vermeiden kann... Weiß grad echt nicht, was ich mit ihm da in Zukunft machen soll.

    Vielleicht habt ihr irgendwelche Tips für mich...

  • Wie meinst du das "Das versuche ich ja gerade"?

    Der Maulkorb ist eine reine Managementmaßnahme, damit für DICH erst einmal etwas Ruhe einkehrt und du dir nun nicht ständig Sorgen machen musst, dein Hund könnte zubeißen. Eine Dauermaßnahme ist das natürlich nicht, weil sich das Problem deines Hundes dadurch nicht löst.

    Dein Hund braucht positive Rüdenkontakte, doch das ist leichter gesagt als getan.

    Ich würde dir DRINGEND raten, einen Fachmann/eine Fachfrau aufzusuchen, der/die euch bei der Lösung des Problems hilft.

    Es ist nicht möglich, dir für deinen Hund hier über das Forum Schritt für Schritt-Anleitungen zum Training zu geben, da jeder Hund ein Individuum ist und (oft nur geringfügig) andere Trainingsansätze benötigt.

    Ich hab jetzt nicht nachgesehen, ob du deinen Wohnort angegeben hast - sorry - aber wenn du den nochmal mitteilst, kann dir hier vielleicht der eine oder andere eine wirklich GUTE Adresse geben, wo du dich hinwenden könntest.

    LG
    cazcarra

  • Hallo!

    "Hilfe" kann in euremFall eigentlich nur ein kompetenter Trainer vor Ort sein.

    Wir können doch von hier aus eure Situation gar nicht richtig beurteilen. Wir lesen nur das, was Du hier schreibst. Vielleicht übersiehst Du in Deiner Schilderung aber einen wichtigen Aspekt?

    Auch die Umsetzung hier gegebener Tipps ist dann schwierig. Vielleicht stimmt Dein Timing dann nicht, oder, oder, oder.

    An eurem Problem mit Ratschlägen aus dem Internet "rumzudoktern", kann ganz schnell nach hinten losgehen. Eventuell verschlimmerst Du Euer Problem damit, oder Du machst es Dir zumindest schwieriger, dagegen anzuarbeiten.

    Daher kann der beste Tipp hier für Dich eigentlich nur lauten: Sicher Deinen Hund mit einem Maulkorb ab und such Dir vor Ort einen kompetenten Trainer, der mit euch arbeitet.

    Tipps, wer ein solcher Trainer sein könnte, kannst Du hier sicherlich finden. Und auch das, was Dein Trainer mit Dir bespricht und übt, kannst Du hier natürlich diskutieren.

    Viel Erfolg,
    Johanna

  • Wohnort ist Heidelberg.

    Ich hätte nur gern Ansätze. Leider habe ich mit Hundetrainern nicht viel positive Erfahrungen gemacht bzw. gutes darüber gehört...

    Positive Rüdenkontakte hat er ja, wir gehen öfter mit einem Rüden weg und er kennt auch viele Rüden hier in der Gegend, die ihm nichts tun, und höchstens mit ihm spielen wollen. Die ignoriert er dann...

    Das Problem ist, dass er immer austickt, sobald ein Rüde ihm gegenüber aggressive Tendenzen zeigt, was in Anbetracht der Tatsache, dass er gebissen wurde, ja nachvollziehbar ist.
    Irgendwie hab ich auch Hemmungen davor, ihm effektiv zu verbieten, sich zu verteidigen, zumal er sich auch wirklich nur verteidigt und danach Ruhe gibt.

    Aber er hat halt dann einen Tunnelblick, wo er sonst nix mehr wahrnimmt, und wenn etwas im Weg ist, wohl zuschnappt... Sonst würde er sowas nie tun.
    Ich weiß nur nicht, wie ich ihm diesen Tunnelblick wieder abgewöhnen kann.

  • "Nur Ansätze" sind ja eine schöne Sache, doch sei mir nicht böse - in solch prekären Fällen gehen diese besagten Ansätze meist nach hinten los. Es macht nicht wirklich viel Sinn, mit Ansätzen herumzuprobieren ohne wirklich gute fachliche Anleitung.

    Dass du mit HT schlechte Erfahrungen gemacht hast oder vielmehr nichts Gutes über sie gehört hast, heißt nicht, dass es keine wirklich guten Trainer gibt. Die Tipps für gute Trainer kannst du hier bekommen.

    Z.B. diesen hier:

    Faires Hundetraining
    Doris Bermich
    In der Nähe von:
    Heidelberg, Mosbach und Sinsheim
    Im Heckenacker 3/1
    69412 Eberbach
    Telefon 06271/942890
    mobil 0160/6016743
    email [email='info@faires-hundetraining.de'][/email]
    http://www.faires-hundetraining.de

    Sprich sie mal an und wenn sie die absolut nicht zusagen sollte, kannst du immer noch allein rumdoktorn - was ich allerdings nicht wirklich empfehlen würde in der Situation.

    LG
    cazcarra

  • Ansätze zur Problemlösung werden dich bedauerliherweise nicht weiterbringen.
    Hier wächst ein echtes Problem heran, und dieses gilt es - noch vor der ersten heftigen Eskalation - in den Griff zu bekommen.

    Egal, was du bislang an eigenen Erfahrunge bzw. Hörensagen in Bezug auf Trainer / HUSchu verbuchen kannst -
    Dieses Problem wirst du ohne kompetente Hilfe nicht lösen können.

    Evtl.findet sich hier jemand, der einen guten Trainer(in) der Nähe kennt.

    Der beste und sicherste Rat, der dir jetzt gegebnen werden kann, ist der Besuch eines Trainers, der dir vor Ort sagen kann, was zu tun ist.

    Jegwelche andere Lösungsansätze sind tickende Zeitbomben.
    Bitte mach dir das klar!

    Alles Gute für dich und deinen Hundi.

  • Zitat

    Da ich die Körpersprache von meinem kenne, hab ich ihn doch lieber am Geschirr gepackt um ihn wegzuziehen, als er zugeschnappt und ihren Arm getroffen hat.
    Und das war nur kein Schnappen, sondern er hat wirklich zugebissen! Das erste Mal... Es gab zwar nur eine kleinen offenen Kratzer, aber einen riesigen Bluterguss an ihrem Arm... ohne Pullover hätte das aber schlimmer ausgesehen.

    Sowas ist erstmal ein richtiges Scheiss-Gefühl.
    Aber, Dein Hund hat nicht RICHTIG gebissen, dann wären nämlich trotz Pullover mehr als kleine offene Kratzer entstanden.
    Könnte der Bluterguß nicht auch eine Folge davon sein, daß Du in dem Moment Deinen Hund versucht hast wegzuziehen?

    Ich geh darauf ein, weil sich das für mich nicht so liest, als sei Dein Hund bereits extrem aggressiv und damit ein hoffnungsloser Fall.
    Allerdings scheinst DU dringend einen guten Trainer an Deiner Seite zu brauchen, der Dir das richtige Timing beibringt. Und auch die richtigen Maßnahmen um zumindest solche Situationen zu verhindern.

    Es gibt leider einen Haufen schwarze Schafe unter den Trainern, aber es gibt auch sehr sehr Gute, die mit Geld eigentlich nicht zu bezahlen sind.
    Und die trotzdem normale Preise haben.
    Und ohne wird das nix - sorry.

    lg
    susa

  • Zitat

    ....Könnte der Bluterguß nicht auch eine Folge davon sein, daß Du in dem Moment Deinen Hund versucht hast wegzuziehen?

    Ich geh darauf ein, weil sich das für mich nicht so liest, als sei Dein Hund bereits extrem aggressiv und damit ein hoffnungsloser Fall.
    .....

    Hundi ist noch lange "kein hoffnungsloser Fall" !
    Ursachenvorschung, Training und Einfühungsvermögen bringen manches Tier tatsächlich wieder in die Nähe des "gesellschftsfähigen " Rahmens.

    Bitte keine solch harten Urteile!

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