Aggression gegenüber Menschen
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Heute war wieder so eine Situation...
Wir waren eine Stunde spazieren, haben viel Flächenarbeit gemacht, hatten unterwegs drei Mensch-Hund-Begegnungen, die alle problemlos verliefen. Sammi war theoretisch ausgelastet. Allerdings war ich - nicht von ihm sondern aus anderen Gründen - gestresst. In solchen Situationen ist er weniger gehorsam, so auch schon während des Spazierens.
Auf dem Rückweg - ich war einen Moment unaufmerksam und hatte nicht gesehen, dass ein Angler ca. 50 Meter vor uns unseren Weg zu kreutzen begann - schießt Sammi ohne erkennbaren Anlass wütend bellen auf den Mann zu und springt sogar an ihm hoch.
Ich habe in solchen Situationen kein Zeitgefühl mehr und selbst so unendlich viel Adrenalin im Körper, dass ich einfach nicht mehr klar denken kann.
Sammi war nicht abrufbar. Als ich die Distanz zwischen uns um die Hälfte reduziert hatte, reagierte er endlich, kam mit ziemlicher Bürste zu mir. Ich habe ihn sofort ins Platz gebracht, ihn einmal wütend angeschriehen, angeleint und den kurzen Restweg Fuß laufen lassen. Im Auto musste er dann im Platz bleiben und zu Hause angekommen habe ich ihn auf seinen Platz geschickt.Meine Fragen beziehen sich zunächst auf mein Verhalten danach:
Wie reagiere ich in der Situation selbst richtig? Ich meine den Punkt, in dem er endlich wieder ansprechbar ist. Wie "strafe" ich dann? Und wie lange? Ist es ok, wenn ich die Kanalratte auch noch 20 Minuten später ignoriere bzw ihn wegschicke? Ich bin dann deutlich strenger als sonst und Sammi reagiert natürlich verunsichert.
Dann hätte ich noch Fragen zu der Situation an sich:
Mir ist schon klar, dass es solche Situationen eigentlich nicht geben darf und er immer abrufbar bleiben muss. Ist er aber nicht...
Vielleicht zur Vorgeschichte und zu uns:
Sammi wurde ausgesetzt, irgendwo angebunden. Er ist jetzt geschätzt fünf bis sieben Jahre alt, ca 55 cm hoch, 27 kg schwer. Ein Mischling, vermutlich mit Retriever und Schäferhund - eher Malinois - Anteil.
Bei mir ist er seit gut 3 1/2 Jahren. Ich habe ihn aus dem Tierheim und er wurde mir als Anfängerhund vermittelt, der ein Schisser sei.
Als ich ihn im Tierheim das erste Mal sah, hing er völlig aggressiv bellend am Gitter seines Auslaufs. Es war ein Sonntag und im Tierheim viel Betrieb. An dem Tag ist er mir nicht sonderlich sympathisch gewesen.
Ein Zwei Tage später war ich wieder da. Es war bedeutend ruhiger. Ich bin erst mit anderen Hunden in seiner Reihe gegangen und danach stand er freudig wedelnd an seinem Gitter und ich ging mit ihm. Und da war es um mich geschehen... Den ersten Eindruck von ihm verdrängte ich.
Ich bin in seiner Tierheimzeit ca 8 bis 10 mal mit ihm gegangen. Wir hatten u.a. eine Situation, in der er - natürlich angeleint - an einer Bushaltestelle plötzlich eine Frau anmachte. Ich habe es auf die Dunkelheit geschoben und darauf, dass sie ja plötzlich da stand, als wir das Häuschen erreichten.Die erste Zeit bei mir war er sehr unsicher; er hat sich vor fallenden Blättern, raschelnden Vögeln, Mülltonnen, einfach allem erschrocken. Gleichzeitig war er aber immer extrem neugierig. Muskulär war er unterentwickelt.
Mit Hunden war er verträglich.Relativ schnell (nach meiner Erinnerung nach ein bis zwei Wochen) begann er Menschen anzumachen. Nicht jeden, in erster Linie "auffällige" Menschen, andersfarbige, behinderte, komisch gekleidete. Hundebesitzer fast nie. Ab Einbruch der Dämmerung war es deutlich schlimmer.
Fast immer machte er Menschen an, die ihn ansprachen, die sich zu ihm beugten, die ihn ansahen, die plötzlich auftauchten...Anfangs zeigte er - aus meiner Sicht - Hüteverhalten. Wenn wir in einer Gruppe mit mehreren, vor allem kleinen Hunden oder Welpen gingen, trieb er immer die zurück bleibenden an. Wenn ich mit meinem dreijährigen Neffen ging und der trödelte, umkreiste Sammi immer meinen Neffen und mich und "trieb" meinen Neffen zu mir.
Heute ist dieses Verhalten kaum noch wahrnehmbar.Dazu entwickelte er ein extremes Territorialverhalten. Jede Bank, auf der wir saßen, war unsere/seine. Keiner "durfte" sich vor dem Eingang und auf dem Bürgersteig vor dem Mietshaus aufhalten, in dem ich wohnte. Er rastete schon aus, wenn ich noch mit ihm im Auto auf Parkplatzsuche war und es einer unserer Mitmieter wagte, aus dem Fenster in der ersten Etage zu schauen. Begegnungen im Hausflur waren unmöglich.
Ich kam nicht mehr mit ihm ins Büro, wenn irgendwo im Eingangsbereich, auf den Gängen oder sonst wo Menschen waren. Die türkisch stämmigen Putzfrauen hasste er.
Ganz am Anfang rastete er im Bürogebäude im Aufzug aus, als jemand mit einsteigen wollte. Ich rastete ebenfalls völlig überfordert aus und wollte ihn schlagen. Als ich meinen Arm erhoben hatte, lag er flach und winselnd auf dem Bauch. Ich schlug nicht...Der Bereich ums Auto war tabu.
Wenn ich Freunde mit Garten besuchte, patroulierte er ab Einbruch der Dämmerung am Gartenzaun.
Sobald er Menschen kannte/Kennt, ist er ein Traumhund, mit dem auch Kinder alles machen können. Er ist vorsichtig, zerstört nichts, und hört sogar auf - bekannte - Kinder. Sie können piepsend "aus" sagen und er lässt seinen geliebten Ball los.
In Kneipen verhielt er sich anfangs unauffällig. Dann war es so, dass niemand mehr nach uns kommen "durfte". Ebenso ist es bei Einladungen. Alle, die schon da sind, sind ok - wenn sie ihn nicht anschauen/ansprechen - alle die danach kommen, werden extrem verbellt.
Ich war zunächst in einem Hundeverein. Lösungen für unsere spezifischen Probleme gab es nicht. Irgendwann würde es "klick" machen, so sagte man uns. Sammi benahm sich da ja auch. Sobald ein Ort, eine Situation oder Menschen ihm vertraut sind, ist er weitgehend unauffällig, solange sich nichts ändert (sprich: solange alle sich so verhalten, wie es sich an diesem Ort gehört und keine neuen Menschen auftauchen).
Als das oben beschriebene Verhalten - nach einem guten Jahr - seinen Höhepunkt erreichte, wollte ich ihn abgeben. Ich war damals psychisch am Ende und hatte zudem noch eine unglaublich stressige berufliche Zeit. Zum Glück habe ich mich dagegen entschieden, auch wenn ich immer wieder an Punkte wie oben beschrieben komme.Ich habe dann eine kompetente Trainerin gefunden und gehe seit nunmehr gut zwei Jahren dort in die Hundeschule. Sammi's Verhalten hat sich grundsätzlich deutlich verbessert; ich komme ohne Probleme ins Büro, kann dort mit fremden Menschen Aufzug fahren, er kann wieder mit ins Restaurant kommen. Vor zwei Monaten bin ich umgezogen und in der neuen Wohnung, ebenfalls ein Mietshaus, entwickelt sich alles deutlich besser als zuvor.
Dieses unberechenbare, wie in der Anfangssituation beschrieben, aber bleibt. Es ist bei weitem nicht jeder Mensch, der ihn zum Ausrasten bringt. Vielleicht jeder hundertste... und das macht es so schwierig zu trainieren.
Wenn ich hunderprozentig aufmerksam bin, nur Auslaufgebiete auswähle, in denen nichts unvorhergesehenes passieren kann und immer meinen Hund im Blick habe, passiert nichts. Ich erkenne mittlerweile bereits im Ansatz, wann "es" beginnt oder auch nur beginnen könnte und dann kann ich ihn stoppen bzw seine Aufmerksamkeit auf mich lenken. Wir können mittlerweile fremde Menschen auch ohne Leine passieren und immer dann, wenn ich auch nur ansatzweise Auffällliges an den Menschen wahrnehme, kommt Sammi an die Leine.
Ich rufe ihn immer ab, wenn wir Menschen ohne Hund begegnen und zu 95 bis 98 % klappt es. Das auch dann, wenn ich zu langsam war und er eigentlich schon auf Angriff aus ist.
Das heißt aber auch, dass ich nie ganz entspannt mit ihm laufen kann. Ich muss immer aufpassen und alle Situationen vorhersehen.
Wenn ich aber gestresst bin oder er, was sich natürlich alles immer wechselseitig bedingt, dann kann "es" wieder passieren. Plötzlich rastet er total aus und nimmt nichts mehr wahr.So, das war jetzt sehr lang, sorry.
Ich fände es schön, wenn ich Erfahrungsberichte/Anregungen und Tipps von Menschen bekäme, die ähnliche Hunde haben/hatten. Kann man einem solchen Tier jemals voll vertrauen? Werde ich jemals auch schlecht drauf einfach mit ihm spazieren gehen können?
Herzlichst,
Andrea mit der "blöden Kanalratte" -
4. September 2008 um 11:27
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Beschreibst du da meinen Hund?
Hallo Andrea,
mal ehrlich, das könnte hundertprozentig mein Hund sein. Nie weiß man, wen er nun anbellt und wen nicht. Auch das Kneipen-, Auto- und Treppenproblem kenne ich. Und ansonsten klappt aller hervorragend. Hm.
Was hat dir denn deine Hundeschule damals (und heute) gesagt, was du machen sollst? Wäre dankebar für jeden Tipp.
Wir bekommen es zwar ganz allmählich in den Griff. Draußen gehts jettzt schon ziemlich gut, zumindest kann ich sie zurückrufen. Nur drinnen gehts leider gar nicht
:kopfwand: Treppenhaus, Kneipe = Katastropfe.Was das "Bestrafen im Nachhinein angeht" gibt es in der neuen Dogs einen ganz netten Artikel, den könntest du dir mal durchlesen, auch wenn es nicht jedermanns Philosophie ist.
Hinterher (also 20 Minuten wie du es sagst) weiß dein Hund leider gar nicht mehr warum du jetzt plötzlich so sauer und streng bist. Da würde ich das mit dem Ignorieren lassen.Ich habe bei meiner mittlerweile eine Theorie warum sie bellt. Am Anfang dachte ich noch, es wäre Angst, ist es aber nicht, eher proletenhaftes Vertreiben. Bis ich darauf gekommen bin, dass dieses Verhalten eigentlich mit Hunden angefangen hat. Sobald ein anderer Hund bei mir war, kam sie sofort bellend dawzischen. Ich durfte keinen Hund anfassen (darf ich immer noch nicht, mach es aber trotzdem). Ich vermute daher, dass sie splitten will. Denn bei meinem Mann macht sie das draußen überhaupt nicht und in der Kneipe so gut wie gar nicht (also z.B. bei Menschen mit Hut oder dunklem Mantel).
Ich war geraed eine Woche im Urlaub und die Kneipe hatte eine Woche lang einen ruhigen Hund. :kopfwand:Frage an alle anderen Foris: wie unterbinde ich denn so ein Splitten? Stelle mich jetzt immer vor sie, versuche also sozusagen "gegenanzusplitten", meint ihr das richtig?
Dir Andrea, alles Gut und gaaaanz viel Geduld und starke Nerven. "Die blöde Kanalratte" wird es dir danken. Viel Glück wieterhin.
Lg
Sandra -
Hallo Andrea,
zu Deiner Schilderung, für mich macht es den Eindruck als hätte Sammi eine nicht so goldene Vergangenheit hinter sich. Ich fasse mal zusammen:
- läuft am Zaun auf und ab
- wachsam vor allem in der Dämmerung
- unsicher vor allem in der Öffentlichkeit und in ungewohnten Situationen
- kann mit Deinem Stress nciht umgehen
- als Du nach ihm schlagen wolltest. legte er sich hin...Ich wage zu behaupten, der Hund wurde in der Vergangenheit vom Vorbesitzer geschlagen wurde und vermutlich als Wachhund eingesetzt war (also vermutlich auf einem Grundstück isoliert gehalten und hat keine Gewöhnung an Umweltreize in der Jugend erfahren).
Da er vermutlich damals nicht allzuviel mitbekommen hat, machen ihn "komisch" angezogene Leute oder im Gangbild (Hunde sehen ja überwiegend Bewegungen nicht starre Dinge/Menschen) veränderte Personen unsicher. Hier würde ich mit der Trainerin ansetzen, die Du gefunden hast und als kompetent ansiehst: ihr habt Alltagssituationen geübt (Aufzug, Menschenmenge usw.) jetzt musst Du einen schrit weitergehen im üben und außerhalb von Orten üben, an denen Sammi damit rechnet mit Menschen konfrontiert zu sein. Einige Ansätze: Person tritt aus Hauseingang, hinter LKW hervor, aus dem Gebüsch/Wald heraus, Person hat nordic walking Stöcke dabei, Person hebt diese über den Kopf hinaus, Person hat Wägelchen dabei, Person hat flatternde Kleidung, Person hat Hut auf, Person hat Schirm, Person torkelt und fällt, Person hinkt, Person hat Krücken... Im Prinzip musst Du das alles üben, wie Du es mit einem Welpen/Junghund üben würdest. Nur wenn der Hund die Situationen kennt und als positiv kennengelernt hat, wird er sicherer werden und nicht mehr nach vorne gehen.
Aber: es wird nur besser werden, vollständig verlassen würde ich mich nie auf einen "Gebrauchthund" mit zweifelhafter Vergangenheit. Gerade weil Du nicht weisst, in welchen Situationen Sammi Leid zugefügt wurde, weisst Du auch nicht, was die Erinnerung wieder heraufbeschwört.
Daneben würde ich anfangen gerade das "Ansehen" bzw "Anstarren" mit dem Hund zu üben. Das scheint ihn ebenfalls zu verunsichern (ist auch unhündisch). Da sich im Alltag das nicht vermeiden lässt, da ängstliche Personen nunmal die Gefahrenquelle Hund im Auge haben und diesen wie Kaninchen und Schlange anstarren, wirst Du daran arbeitn müssen. Dabei am Besten zuerst mit bekannten Personen: Sammi sitzt, bekannte Person starrt Sammi kurz an mit steifer Körperhaltung, bleibt er sitzen und verhält sich ruhig, löst die Person sofort die Situation mit Spiel zum Stressabbau auf. So wird Sammi lernen, dass nicht jeder Mensch, der ihn anstarrt ihm ans Leder will.
An der Stresssituation musst Du parallel auch arbeiten. Auch das verunsichert Deinen Hund. Er versteht nicht, weshalb Fraule heute anders ist, nicht redet, nicht spielt, ihre Ruhe will, nicht spricht... Dein Hund kann Dich nicht lesen, er denkt er macht was falsch, geht ins Meideverhalten oder beschwichtigt. Er denkt sich vermutlich, jetzt zeigt die die gleiche Körperhaltung wie der frühere Besitzer, bestimmt haut die mich dann jetzt gleich auch wie damals immer, erst so ne Körpersprache, dann so ne Stimmlage, dann setzt es gleich Hiebe... Das kannst Du üben, indem Du mit ihm an der Unterordnung/Fusslaufen arbeitest. Mit steifer Körperhaltung, ohne Leckerli/Spiel und ohne aufmunternde Worte losgehen, nach einer gewissen Zeit (bevor der Hund richtig unsichre wird) aus heiterem Himmel heraus mit dem Hund spielen (und über verwunderten Hundblick amüsieren). Da Dein Hund Spiel als Bestätigung kennt, wird er nach einger Zeit begreifen, dass es eben nichts mit ihm zu tun hat, wenn Du so bist!
Ansonsten, sieh was Du schon erreicht hast und bleib dran!
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wie bereits geschrieben bringt so lange später das Bestrafen überhaupt nichts mehr. Nur in der Situation an sich, da merkt er natürlich, :"ups...das geht scheinbar grad nicht...
"Und was heißt schon richtig entspannt spazieren gehen ? Ich bin auch immer mit meinen Augen und Ohren überall.
Natürlich ist man entspannter, wenn man weiß, wie der Hund reagiert, aber ich weiß auch nicht 100 % , wer da im nächsten Moment um die Ecke kommt und da kann ich Mücke dann auch nicht einfach laufen lassen, sondern muss dafür sorgen, dass ich ihn unter Kontrolle habe.Also vorausschauend spazierengehen ist unbedingt notwendig.
Wenn ich Fussgänger erspähe läuft Mücke nie einfach weiter, auch wenn er sie ignoriert. Er muss immer zu mir kommen bzw. bei mir bleiben und je nach Situation wird er auch angeleint, wenn mir jemand extrem ängstlich vorkommt.
Wenn du meinst, du bist zu sehr mit anderen Dingen abgelenkt und kannst diese Aufmerksamkeit nicht aufbringen, die du für deinen Hund bräuchtest, dann muss er an der Leine bleiben.
Ansonsten weiterhin üben, dass er verlässlich draussen auf dich hört.
viel Erfolg
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Hallo zusammen, also ich merke gerade das ich net die einzige bin mit solchen Problemen. Mein Hund Stella ist ein Labrador-Schäferhund Mix und ich bin mir einfach nicht mehr sicher was genau mit ihr los ist. Viele haben schon gesagt das sie ein Angstbeißer ist aber ich glaube nicht mehr daran.
Wir hatten schon lange keinen fremden Besuch mehr, weil sie die leute anbellt und sogar zwicken würde. Zu leuten die sie kennt ist sie der liebste Hund der Welt, sie lässt sich alles gefallen.
Ich würde es so gerne üben, aber alle Leute sagen erst ich habe keine Angst vor Hunden und dann erleben sie Stella oder viele trauen es sich einfach nicht zu.
Wir sind in einer Hundeschule doch da hat man uns gesagt wenn das Verhalten sich nicht bessert müssen wir gehen, weil sie es nicht riskieren können, dass jemand gebissen wird.
Sie kann an Menschen vorbeigehen also zumindest an der Leine und will sie sogar anschnüffeln( ich habe wenn ich durch die Stadt gehe, dass Halti um da ist sie etwas eingeschüchtert)
Normalerweise wenn ein Mensch einen Hund dabei hat, kann derjenige sie manchmal streicheln bzw. ganz normal auf uns zugehen, doch letzten erzählte meine Mutter dass ein ungefähr 20 jähriger Junge mit einem Hund an den beiden vorbeiging, normalerweise macht sie nicht doch auf einmal bellt sie ihn an und springt ihn sogar an. Was war das bitte?
Mich macht das oft ziemlich fertig wenn man sie gerne irgendwohin mitnehmen möchte und es geht einfach nicht.
Aber zurück zu dem jungen, der Junge war schwarz angezogen das ist uns schon öfters aufgefallen, dass sie vorallem bei Männern reagiert bzw. bei Frauen die männlich wirken und Leute die schwarz angezogen sind.
Sie macht es auch bei anderen nur wir hatten lange keinen Kontakt mehr zu fremden Leuten mit Stella, weil sie einfach nicht wissen wie sie ihr gegenüber reagieren sollen.
Es gab auch eine Situation, da bin ich mit ihr gelaufen und mich hat ein Mann im Auto nach dem Weg gefragt, sie hat ihn nicht angebellt aber geknurrt, war das nun Beschützen oder Angst? Ich konnte in diesem Moment leider nicht auf ihre Rute gucken.Sorry dass ich so viel geschrieben habe
Lg Joy und Stella
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Ich denke hier ist weniger die Fragem des "wann bzw. wie" beim Bestrafen, sondern eher des "ob".
Der Hund ist unsicher und hat Stress, diesen versucht er zu kompensieren, indem er nach vorne geht. Getreu dem Motto Angriff ist die beste Verteidigung. Was der Hund braucht ist eine gewisse Gelassenheit der Halterin, ruhiges und souveränes Verhalten der Halterin. Er sollte nicht den Eindruck haben, dass das hintere Ende der Leine mit Krawall macht.
Dem Hund entgleitet die Situation in seiner Unsicherheit, da braucht er nicht noch mehr Druck von Frauchen. Vermutlich wurde der Hund schon viel zu viel vom Vorbesi mit Druck "gearbeitet".
Mal abgesehen davon, dass er im Stress ohnehin nicht lernen kann.
Da hilft nur Sicherheit geben, vorausschauend gehen und gegensteuern bevor der Hund nicht mehr ansprechbar ist. In Situationen, in denen ich merke, dass der Hund unsicher wird, würde ich lieber ein ruhig gesprochenes Kommando geben und Gelassenheit ausdrücken (wie oben in neuen Situationen etablieren an der Leine). Bei mir zum Beispiel "lass es" sobald der Hund fixiert und "weiter" damit er Alternativverhalten zeigt (mitgehen), das dann sofort bestätigt werden kann. Wir haben aber nicht das Problem mit Menschen, sondern wir pöbeln gerne mal Hunde oder Katzen an, ach ja und Nachbarn/Mieter rund um das Haus.
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Ich reihe mich mal ein - die Beschreibung der TS passt hundertprozentig auf Leika.
Wir arbeiten ständig mit ihr, die Ausraster werden weniger, aber sind nicht ganz abzustellen.
Vorausschauend spazieren gehen ist selbstverständlich. Wann immer ich kooperative Leute treffe, die sich von Leikas lauter Stimme nicht abschrecken lassen, versuche ich, mit den Leuten zu reden, um ihr zu vermitteln,dass nicht jedes entgegenkommende Lebewesen etwas Schlimmes von ihr will.
Na - Probleme haben wir trotzdem, insbesondere mit einigen Nachbarn, die partout nicht verstehen wollen, dass man nicht kreischend und quiekend davonrennt, wenn ein erschreckter Hund bellt..
Wir werden noch viel Geduld brauchen...... und ihr auch....
Liebe Grüsse
Gudrun -
Danke für eure Antworten

ich denke nicht, dass das Verhalten "splitten" ist. Der Hund meiner Trainerin splittet. Er geht dann - aber auch nur dann - zwischen zwei Hunde, wenn Aggression im Anflug oder da ist. Dann bellt er einmal kurz die Kontrahenten an, die Hunde gehen auseinander und es ist Frieden.
Das, was unsere Hunde machen, ist m.E. etwas anderes.
Sammi ist ein Kontrollfreak. Er will alles kontrollieren und traut es mir offensichtlich nicht zu ... leider
Dieses Angehen von Menschen unterwegs hat meine Trainerin noch nie massiv erlebt. Er macht's ja - mittlerweile - nur noch selten und meistens hab' ich die Kontrolle. Zudem ist er mittlerweile in der Regel abrufbar und ich werde auch mit der Trainerin keine Situation provozieren, in der ich ihn nicht versuche abzurufen, nur damit sie einmal das Extrem erlebt.
Ich bin auch die letzten Jahre nicht all unsere Baustellen konsequent angegangen.
Das Wichtigste für mich war, dass ich ihn weiter mit ins Büro nehmen konnte; sonst hätte ich ihn abgeben müssen. Und das klappt ja nun. Ich habe, um das zu erreichen, neben anderen Verhaltenskorrekturen auch ein Halti benutzt.Allerdings hatte ich echt Angst vor meinem Umzug, da ich zuvor an meinen häuslichen Problemen nicht wirklich gearbeitet habe. Ich war fast nie zu Hause und habe einfach die Probleme vermieden, so dass das Leben irgendwie erträglich war. Meine Nachbarn haben sich nie beschwert. Alle haben gelauscht, ob ich im Treppenhaus bin und sind erst aus ihren Wohnungen gegangen, wenn ich weg war. Umgekehrt bin ich nie rein, wenn ich Geräusche gehört habe.
Anlässlich meines Umzugs war ich fest entschlossen, Sammi's Verhalten nicht weiter zu dulden. Wahrscheinlich hat er das irgendwie gespürt. Dazu kam, im Nachhinein zum Glück, dass die ersten drei Monate, nachdem ich den Schlüssel zur Wohnung hatte und mit der Renovierung begann, hier Bauarbeiten und damit ständig Menschen rund ums Haus waren. Sammi hat das hier also unter der Prämisse kennen gelernt, dass wir nicht allein auf der Welt sind und aus meiner Büroerfahrung wusste ich ja, dass er auch anders kann.
Ich hatte dann nach meinem Umzug mal wieder eine Einzelstunde, in der er zum Glück meiner Trainerin sein schlimmstes Verhalten bei Besuch präsentiert hat; diesmal hab' ich ihn einfach gelassen und unsere Trainerin war "beeindruckt"
Kurz zuvor hatten wir in der Hundeschule eine Situation, in der sich - außerhalb der Schule - alkoholisierte Proll's prügelten. Ich bin einfach auf die Typen zugelaufen und habe Sammi nicht kontrolliert sondern ihn - natürlich an der Leine - machen lassen. Erwartungsgemäß rastete er total aus, so dass meine Trainerin nun zwei Situationen real erlebt hatte.Nun gab es Änderungen in der Wohnung:
Haken an der Wand, beim Klingeln auf seinen Platz und am Haken fest gemacht. Aufstehen - auch wenn es Freunde sind - erst wenn er ruhig ist.
Draußen übernehme ich - noch - bewusster die Kontrolle. Langes Thema und ich schreib ja eh schon zu viel ... ;-)@ onyxvl (schwerer Nick *g)
Zitatfür mich macht es den Eindruck als hätte Sammi eine nicht so goldene Vergangenheit hinter sich.
seh ich auch so...Zitat
Da er vermutlich damals nicht allzuviel mitbekommen hat, machen ihn "komisch" angezogene Leute oder im Gangbild (Hunde sehen ja überwiegend Bewegungen nicht starre Dinge/Menschen) veränderte Personen unsicher. .Ja und nein...
Es können auch ganz normale Menschen sein, selbst welche, die er kennt und liebt.
Z.B. eine sehr gute Freundin, die den Sammi auch mal über Nacht bei sich hat und die er heiß und innig liebt, stand eines abends – unerwartet - vor dem Büro an meinem Auto. Da gehört sie nicht hin ;-) Er ist ausgerastet, weil jemand am Auto stand. Hirn schaltet dann ab. Erst als er sie erkannt hat, war’s wieder gut und er hat natürlich extrem beschwichtigt.
Anderes Beispiel:
Ich war mit meinem Freund in einem Auslaufgebiet verabredet, in dem wir oft sind. Mein Freund kam nicht über den Weg sondern stieg knapp hundert Meter entfernt über eine Mauer und bewegte sich von dort über die Wiese auf uns zu. Sammi rastet dann aus, einfach deshalb, weil es jemand wagt, sich anders zu verhalten, als es an diesem Ort üblich ist. Man läuft nicht von der Mauer aus über die Wiese! Sobald er meinen Freund erkannte, wird beschwichtigt.Beides waren keine Situationen, in denen Sammi Angst hatte bzw aus Angst gehandelt hat.
...Zitatjetzt musst Du einen schrit weitergehen im üben und außerhalb von Orten üben, an denen Sammi damit rechnet mit Menschen konfrontiert zu sein. Einige Ansätze: Person tritt aus Hauseingang, hinter LKW hervor, aus dem Gebüsch/Wald heraus, Person hat nordic walking Stöcke dabei, Person hebt diese über den Kopf hinaus, Person hat Wägelchen dabei, Person hat flatternde Kleidung, Person hat Hut auf, Person hat Schirm, Person torkelt und fällt, Person hinkt, Person hat Krücken... Im Prinzip musst Du das alles üben, wie Du es mit einem Welpen/Junghund üben würdest. Nur wenn der Hund die Situationen kennt und als positiv kennengelernt hat, wird er sicherer werden und nicht mehr nach vorne gehen. .
Auch das mache ich natürlich, wenn auch wahrscheinlich zu wenig.
Und in unserer Hundeschule haben wir immer mal wieder Trainingssequenzen, in denen jemand aus dem Gebüsch springt, wir uns mit Karnevalszeugs verkleiden, im Wald ein Rehimitat mit nem echten Rehfell drauf steht, ein Kinderwagen vorbeischiebt aus dem lautes Babygeschrei kommt, Menschen mit flatternden Regensachen vorbei gehen, ferngesteuerte Autos zwischen den Hunden her fahren .. etc
Allerdings ist Sammi clever; in der Hundeschule rastet er nie aus; da passieren ja immer so komische Sachen...ZitatDaneben würde ich anfangen gerade das "Ansehen" bzw "Anstarren" mit dem Hund zu üben. Das scheint ihn ebenfalls zu verunsichern (ist auch unhündisch). Da sich im Alltag das nicht vermeiden lässt, da ängstliche Personen nunmal die Gefahrenquelle Hund im Auge haben und diesen wie Kaninchen und Schlange anstarren, wirst Du daran arbeitn müssen. Dabei am Besten zuerst mit bekannten Personen: Sammi sitzt, bekannte Person starrt Sammi kurz an mit steifer Körperhaltung, bleibt er sitzen und verhält sich ruhig, löst die Person sofort die Situation mit Spiel zum Stressabbau auf. So wird Sammi lernen, dass nicht jeder Mensch, der ihn anstarrt ihm ans Leder will.
Sammi kennt das Kommando „schau her“. Wenn fremde ihn anstarren, lenke ich seine Aufmerksamkeit auf mich, sobald ich merke, dass er Spannung aufbaut. Aber auch das ist besser geworden, allerdings immer abhängig von der Örtlichkeit. Wie ich das ändern soll, weiß ich nicht. Er scheint alles nur ortsbezogen abzuspeichern.
Beispiel: Das Aufzug fahren klappt echt mittlerweile gut. Wir sind also auf unglaublich geringer Distanz mit anderen Menschen zusammen, die zwangsläufig auf den Hund schauen und alles ist gut.
Es könnte aber sehr gut sein, dass er, wenn er denselben Menschen, mit dem er morgens Aufzug gefahren ist, nachmittags woanders trifft, dass er ihn dann nicht anschauen „dürfte“
Bekannte Menschen können alles mit ihm machen; da verunsichert ihn auch das anschauen nicht. M.E. ist er auch da zu selbstsicher; er wendet sehr spät den Blick ab.ZitatAn der Stresssituation musst Du parallel auch arbeiten. Auch das verunsichert Deinen Hund. Er versteht nicht, weshalb Fraule heute anders ist, nicht redet, nicht spielt, ihre Ruhe will, nicht spricht... Dein Hund kann Dich nicht lesen, er denkt er macht was falsch, geht ins Meideverhalten oder beschwichtigt. Er denkt sich vermutlich, jetzt zeigt die die gleiche Körperhaltung wie der frühere Besitzer, bestimmt haut die mich dann jetzt gleich auch wie damals immer, erst so ne Körpersprache, dann so ne Stimmlage, dann setzt es gleich Hiebe... Das kannst Du üben, indem Du mit ihm an der Unterordnung/Fusslaufen arbeitest. Mit steifer Körperhaltung, ohne Leckerli/Spiel und ohne aufmunternde Worte losgehen, nach einer gewissen Zeit (bevor der Hund richtig unsichre wird) aus heiterem Himmel heraus mit dem Hund spielen (und über verwunderten Hundblick amüsieren). Da Dein Hund Spiel als Bestätigung kennt, wird er nach einger Zeit begreifen, dass es eben nichts mit ihm zu tun hat, wenn Du so bist!
Das, so befürchte ich, ist das Hauptproblem...
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Wenn ich deine Antworten so lese.... aber Sammy sieht schon gut oder? Vielleicht erkennt er die "bekannten" Personen erst so spät, wenn er drauflos stürmt und dann beschwichtigt? Hast Du das mal abklären lassen beim Tierarzt?
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Hallo,
ich bin mir nicht sicher, ob so ein Verhalten nur von einer Vorgeschichte abhängig ist !?
Wir haben Oskar seit er 8 Wochen alt ist und gehen seither auch in eine Hundeschule mit ihm.
Bei Personen die er kennt, ist er der liebste Hund.
Er hat noch nie schlechte Erfahrungen mit anderen Hunden oder Menschen gemacht, aber Deine Beschreibung könnte genausogut auf ihn passen:
20 Leute laufen vorbei: keine Reaktion, der 21. läuft vorbei und Oskar fängt an zu spinnen
Er kennt Jogger von klein auf, ließ sich immer abrufen, bekam als Belohnung Leckerchen. Beim letzten Jogger war alles anders, Oskar schießt auf ihn zu, springt an ihm hoch und schnappt in die Luft.
In Kneipen wird er schon gar nicht mehr mitgenommen.
Und unbekannte Rüden an der Leine.........
Wir haben auch schon viele Privatstunden bei guten Trainern mit ihm gemacht. Das Training ist allerdings schwierig, da er ja nicht immer und bei jedem ausrastet.
Ich hab bis jetzt auch keine Ahnung, wie ich das wirklich in den Griff bekommen kann. Was ich allerdings bemerkt habe, dass er es überhaupt nicht mag, wenn ihn jemand direkt anstarrt.
Grüße, Michaela
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