Hilfe - Hund entwickelt sich zum Despoten!

  • Hallo liebe Forumsteilnehmer,

    ich hoffe hier dringend auf Hilfe, weil unser "armer, süsser kleiner" Aussie fängt an die Machtergreifung im Haushalt auszuüben.
    Kurze Vorgeschichte zu ihm, ich habe ihn vor ca. 1,5 Jahren aus ziemlich schlechter Haltung geholt. Er kannte da überhaupt nichts, weder Sitz noch Platz noch sonstwas, mit viel Hundeschulbesuchen und Übung haben wir es in den Griff bekommen. Er hatte damals panische Angst vor Männern, davon ist jetzt nichts mehr zu sehen, trotz allem ist er noch superängstlich und hypersensibel, inzwischen entwickelt er aber andere Eigenarten, die so aber einfach nicht gehen!
    Er KLAUT, er klaut alles was auf dem Tisch liegt, hauptsache natürlich was zu fressen (damals war er auch sehr, sehr mager gewesen). Hin und wieder sind es dann aber auch Deckel von Plastikdosen, die er dann in einer Nachtaktion verspeist und am nächsten Tag selbstverständlich auskotzt. OK, eigene Schuld, abends muss halt alles weggeräumt werden, dann nimmt er sich halt die Geschirrhandtücher vor, etc...inzwischen ist seine Klauerei schon so weit, das es ihm piepegal ist, ob man einen Raum weiter ist, da schneidet man sich zwei Brote ab, geht kurz ans Telefon, und es ist nur noch eines da....ok, kann ich mit leben...
    gestern abend kam es dann zum Eklat, wir haben gegessen, die Teller nicht gleich weggeräumt, nach nebenan gegangen, und er schleckt die Teller ab, ich habe ihn erwischt, gleich mächtigst ausgeschimpft, er unter den Tisch, mein Freund kam, hatte ihn auch ausgeschimpft, wollte ihn unter den Tisch hervorholen, da fängt er an zu knurren und zu schnappen, mein Freund packte ihn am Kragen, schüttelte ihn durch, er knurrt immer noch, er hat ihn dann auf den Balkon gebracht und runtergedrückt, halt auf die Untergebungshaltung, der Hund hört nicht auf zu knurren, er musste eine Zeitlang auf dem Balkon bleiben, bis sich alles wieder beruhigt hatte, leider war mein Freund nicht konsequent genug, und hat den Aussie auf dem Balkon schmoren lassen, d.h. der Aussie kam dann nach ca. 10 minuten selbständig wieder angeschlichen, normalerweise hätte ja mein Freund den Hund zu sich rufen müssen, oder?
    Desweiteren scheint der Aussie zu denken, alles dreht sich nur um ihn, Umarmungen ohne das er dabei ist, sind völlig undenkbar, d.h. wenn wir uns mal küssen, muss er dabei sein, dann macht er sich durch Anspringen (auch ein Unding was er stets beibehält) bemerkbar.
    Alles muss sich um ihn drehen, d.h. wenn wir Besuch bekommen, muss er sofort gestreichelt werden (leider ist er so flauschig und hübsch, das jeder dieser Aufforderung sofort nachkommt :kopfwand: ) wenn aber der Besuch aufsteht, versucht er denjenigen festzuhalten, indem er hinterherrennt und -- nicht schnappen - meine Freundin sagt dazu pitschen also leichtes kneifen, boahhhhh...wie krieg ich das weg????
    Hilfe, der bringt mich zur Verzweiflung!
    Der Aussie ist übrigens nicht mein erster Hund, also ein klein wenig hundeerfahren schätze ich mich schon ein, aber...ich kann nicht mehr!!!

    Sorry, für den langen, langen Text, aber ich hoffe wirklich das mir hier jemand helfen kann!!

    Liebe Grüsse
    Angela

  • Zitat

    H
    ich habe ihn erwischt, gleich mächtigst ausgeschimpft, er unter den Tisch, mein Freund kam, hatte ihn auch ausgeschimpft, wollte ihn unter den Tisch hervorholen, da fängt er an zu knurren und zu schnappen, mein Freund packte ihn am Kragen, schüttelte ihn durch, er knurrt immer noch, er hat ihn dann auf den Balkon gebracht und runtergedrückt, halt auf die Untergebungshaltung, der Hund hört nicht auf zu knurren, er musste eine Zeitlang auf dem Balkon bleiben, bis sich alles wieder beruhigt hatte, leider war mein Freund nicht konsequent genug, und hat den Aussie auf dem Balkon schmoren lassen, d.h. der Aussie kam dann nach ca. 10 minuten selbständig wieder angeschlichen, normalerweise hätte ja mein Freund den Hund zu sich rufen müssen, oder?


    Darf ich mal fragen, warum dein Freund ihn dann auch noch ausmeckert und rummotzt?
    Du hast doch schon geschimpft und der Hund hat sich verkrochen, Warum in aller Welt will man ihn dann noch aus seinem Versteck zerren? :schockiert:
    Dein Freund hat ihn rausgezerrt und dem Hund durch das schütteln gezeigt - ICH TÖTETE DICH JETZT.
    Sorry, wenn ich Hund wäre hätte ich nicht anders reagiert und hätte mich gewehrt. :/
    Ich finde so eine Aktion höchst übel und völlig überzogen!

    Was bringt dich überhaupt jetzt zu der Annahme das dein Hund die Weltherschafft an sich reissen will? :???: Weil er sich gewehrt hat? Weil er klaut?

    Was habt ihr in den vergangenen 1 1/2 Jahren unternommen um ihm das klauen abzugewöhnen?

  • Zitat

    gestern abend kam es dann zum Eklat, wir haben gegessen, die Teller nicht gleich weggeräumt, nach nebenan gegangen, und er schleckt die Teller ab, ich habe ihn erwischt, gleich mächtigst ausgeschimpft, er unter den Tisch, mein Freund kam, hatte ihn auch ausgeschimpft, wollte ihn unter den Tisch hervorholen, da fängt er an zu knurren und zu schnappen, mein Freund packte ihn am Kragen, schüttelte ihn durch, er knurrt immer noch, er hat ihn dann auf den Balkon gebracht und runtergedrückt, halt auf die Untergebungshaltung, der Hund hört nicht auf zu knurren, er musste eine Zeitlang auf dem Balkon bleiben, bis sich alles wieder beruhigt hatte, leider war mein Freund nicht konsequent genug, und hat den Aussie auf dem Balkon schmoren lassen, d.h. der Aussie kam dann nach ca. 10 minuten selbständig wieder angeschlichen, normalerweise hätte ja mein Freund den Hund zu sich rufen müssen, oder?
    )

    Die Reaktion Deines Freundes war absolut falsch.

    ]Du hast den Hund bereits bestraft, weil Du ihn auf frischer Tat ertappt hast.
    Warum musste Dein Freund noch einen drauf setzen?
    Dass er den Hund "runter drückt" hat eh wenig Sinn und ihn dann auf dem Balkon zu lassen, noch weniger.
    Klar hätte Dein Freund den Hund nach einer kurzen Zeit zu sich rufen müssen. So hat der Hund das kommando von sich aus aufgelöst.
    1:0 für den Hund

    Eine klare Ansage ist durchaus sinnvoller und verständlicher für den Hund.

    Ihr wisst doch, dass der Hund die Teller ableckt. Warum lasst Ihr es denn überhaupt so weit kommen.
    Gelegenheit macht Diebe.

    Zitat

    Desweiteren scheint der Aussie zu denken, alles dreht sich nur um ihn, Umarmungen ohne das er dabei ist, sind völlig undenkbar, d.h. wenn wir uns mal küssen, muss er dabei sein, dann macht er sich durch Anspringen (auch ein Unding was er stets beibehält) bemerkbar.
    Alles muss sich um ihn drehen, d.h. wenn wir Besuch bekommen, muss er sofort gestreichelt werden (leider ist er so flauschig und hübsch, das jeder dieser Aufforderung sofort nachkommt :kopfwand: )


    Da Ihr und der Besuch auf den Hund eingeht, ist das ein ganz normales Verhalten.
    Hund bedrängt Euch/den Besuch und hat immer Erfolg.

    Warum sollte der Hund dieses, für ihn selbstbelohnende Verhalten aufgeben?

    Geht auf das Bedrängen des Hundes in keiner Weise ein und ignoriert ihn vehement.

    Kommt Besuch, schicke den Hund auf seine Decke und lasse ihn dort liegen, bis Du das Kommando aufhebst.

    Wie steht es mit dem Grundgehorsam?
    Was machst du mit dem Hund, wie lastest Du ihn aus?

  • Hallo Saida!

    Dein Hund ist sicher kein Despot und will bestimmt auch keiner werden.

    Er ist unsicher.

    Das bedeutet für euch, daass ihr ihm RUhe und Sicherheit vermitteln müsst. Wie ihr ja mittlerweile selber bemerkt hat, geht das keinesfalls durch Gewalt, wie dein Freund sie angewandt hat!!! Dieser "Unterordnungswurf" oder wie das Runterdrücken sonst auch heißen mag, ist NUR KONTRAPRODUKITV! Das hat Silke ja schon deutlich gemacht.

    Verabschiedet euch also schnellstens von solchen Methoden. Und von der Hundeschule die euch die evt. beigebracht haben sollte ebenfalls!!

    Also. Wie beschäftigt ihr den Hund? Wie hört er sonst auf euch? hat er Spielzeug im Haus, auf dem her herumkauen und beißen kann (Kong, Kauknochen etc.)? Hat er seinen eigenen ruhigen Platz, auf den er sich zurückziehen kann und wo ihn keiner stört?

    Ihr müsst konsequent daran arbeiten dass der Hund euch mehr vertraut und beachtet. Das geht nur wenn er sich sicher fühlt.

    Beißen / Schnappen bei Besuch.
    Kommt Besuch, wird der Hund auf seinen Platz geschickt. Er hat da leckerchen oder sonstwas. IHR begrüßt den Besuch, der Hund hat da nichts zu suchen und vorallem nicht den Besuch zu belästigen! Melden kann er ihn gerne, aber dann übernehmt ihr das Ruder, denn ihr seid der Chef. Sagt ihm also "brav gemacht. Jetzt auf deinen Platz" oder sonst ein Kommando. Das müsst ihr natürlich viele viele Male üben. Der Hund MUSS auf seinem Platz bleiben. Wenn ihr ihn ruft darf er kommen und den Besuch begrüßen. Aber gesittet. Klappt das nicht, wieder ab auf dem Platz. Besorgt euch dafür entweder einen Kennel oder eine Hausleine, falls er wirklich überhaupt nicht hört und zurückgeht. Ist er brav, wird er viel gelobt und bekommt Leckerchen, auch vom Besuch.

    Klauen
    Konsequent erstmal alles wegräumen. Dem Hund viel Kauzeug zur Beschäftigung geben. Ich habe den Eindruck, das hat euer Hund nicht! Sonst würde er kaum einen Deckel fressen ?! :???: Dann durchgehend alles verbieten was er klauen will. Hund wieder weg schicken oder sonstwie von der Familie kurzzeitig trennen.

    Ehrlichgesagt fehlt mir aber die Erfahrung wie man mit einem cleveren Kleptomanen ständig umgeht und ob sowas überhaupt komplett wieder abzugewöhnen ist.
    Aber das wären erstmal meine Tipps. Haben sicher noch andere mehr Erfahrung in dem Bereich :)

  • Hallo Silke,
    stimmt hast recht, eigentlich wäre nur ich diejenige gewesen und hätte die Situation unter Kontrolle haben müssen, aber es ging wirklich alles sehr, sehr schnell!!
    Was mich zu der Annahme bringt?! Eigentlich alles was ich geschrieben habe, er muss ständig, stets und immer dabei sein, alles hat sich stetig wirklich und immer nur noch um ihn zu drehen...und unter dem Tisch wurde er erst herausgezerrt als er meinen Freund anknurrte und nach ihm schnappte... also von unter dem Tisch heraus. Himmel, wie soll man denn da anders reagieren, anderes Beispiel, der Aussie bekommt einen lecker, echten Knochen, da darf dann keiner mehr in seine Nähe gehen, da wird sofort geknurrt :schockiert: Gibt dann halt keine Knochen mehr.
    Versucht hab ich wirklich alles, wirklich mit Senf und Tabasco präperierte Wurststücke, bringt nichts ausser Durst, beim Erwischen konsequentes NEEEEIN und raus auf den Balkon, Nichtbeachten etccc, und natürlich auch wegräumen, nur wie gesagt, wenn da nichts ist zu fressendann werden die Geschirrhandtücher, Socken, Schuhe etc, geklaut und verschleppt...

    Silke, ich weiss das sich mein Text echt heftig anhört und man natürlich dazu neigt dem armen kleinen Hund recht über sein Verhalten zu geben, dieses Recht suche ich auch, nur ich weiss jetzt nicht weiter, der Hund wurde noch nie so zurecht gewiesen wie gestern!!

  • Hallo!

    Der Hund sollte dich auch nicht als Entertainer sehen. Da fängt es nämlich an. Das bedeutet, er sollte dir nicht ständig hinterherlaufen und dich beobachten und nerven! Da musst du schlicht und einfach durchgreifen und ihm zeigen, dass du das Verhalten nicht wünscht und es ihm daher nichts bringt.

    Also Hund auf seinen Platz schicken wo er sich schön mit sich selber oder seinem Spielzeug beschäftigen kann. Und warten muss, bis du wieder "Audienz" gewährst.

    Wenn er sich was nicht wegnehmen lässt dann tausche mit ihm! Biet ihm also inkl. Kommando ein Super-Duper-Alternativleckerchen zum Knochen an. Oder ein tolles Spielzeug. So lernt dein Hund dass was für ihn rausspringt wenn er sein Knochen hergibt. Geh nicht auf Konfrontation.

  • Ich bin zwar nicht Silke, antworte aber trotzdem.

    Was hast Du mit dem Hund in den letzten 1 1/2 Jahren gemacht? Erziehungsmäßig, beschäftigungsmäßig?

    Meiner Meinung nach hat der Hund bei Euch das Zepter in der Hand.
    Anders kann ich mir nicht erklären, dass er knurrt, wenn er einen Knochen hat.
    Er denkt, warne mal das Frauchen, dann kommt sie mir nicht zu nahe und ich habe sie da, wo sie hingehört.

    Er hat Euch im Griff

    Eure Beziehung stimmt nicht und daran solltet Ihr arbeiten.

    Beantworte mal meine Fragen in Bezug auf Grundgehorsam und Beschäftigung

  • Hier sind ja schon einige gute Tipps genannt worden. Ich kann mich da nur anschließen.

    Mach dir bewusst, dass ihr umdenken solltest und dass noch eine ganze Menge Arbeit auf euch zukommen wird!
    Ich würde dir unbedingt empfehlen, hier im Forum mal nach anderen Threads und nach guten Büchern zu suchen, damit du das Verhalten deines Hundes besser verstehst und deshalb auch gut darauf reagieren kannst.

    Euer Hund ist nicht böse, dass er knurrt, wenn man ihn durchschüttelt, ist recht verständlich.


    Und noch etwas, das bisher noch nicht angesprochen wurde:
    Ich kenn mich mit Aussies und Co nicht so gut aus, aber wenn er versucht zu verhindern, dass dein Besuch sich frei im Raum bewegt, klingt das für mich sehr stark nach Hüteverhalten!
    Gerade die Art und Weise, wie du es beschrieben hast...
    Auch hier kann man mit mehr Auslastung viel erreichen.

    Vielleicht können dir ein paar User mit Hütehunden da ein wenig weiter helfen...


    Ich wünsche euch viel Geduld dabei!

  • Puhhh...für mich hört sich das so an:
    1.) Sucht sich euer Hund eine Beschäftigung, die ihn IRGENDWIE ausfüllt. Das Klauen halt.
    2.) Geht ihr falsch mit dem Hund um, bestraft ihn ohne Ende, der Hund hat kein Vertrauen zu euch, Knurren wird bestraft, sein Versuch sich vor euch zu schützen wird bestraft...armer Tropf...
    3.)All das Verhalten, was du gerade an eurem Aussie ( hat der auch einen Namen oder heisst er so ? :???: ) bemängelst, hat er nicht anders gelernt, weil IHR es ihm nicht anders beigebracht habt.

    Bitte überdenkt mal eure KOMMUNKIKATION mit eurem Hund, beschäftigt euch mit Verhalten und Bedürfnissen eines Hundes, mit Lernverhalten und vor allem mit Auslastungsmöglichkeiten für einen jungen Hütehund.

    Euer Hund weiss doch gar nicht WOFÜR ihr ihn bestraft, wenn ihr ihn unterm Tisch hervor schleift... :schockiert:

  • Das mit dem Klauen ist Unsicherheit!!!!!

    Er hat Angst, zu kurz zu kommen!

    Ich kenne das von Welpen.

    Auch innerhalb eines Rudels klauen Welpen mal dem "Leittier" das Futter.

    Was macht das "Leittier"?

    Es schert sich nen Dreck drum.
    Das ist eine so banale Sache, denn der Welpe ist keine Konkurrenz für das "Leittier".

    Wenn da alles mögliche rumfliegt, was er nicht haben soll.... selber Schuld, denn anders hat er es bisher wohl nicht gelernt.

    Wenn du ihm einen Knochen gibst...warum soll er den nicht behalten dürfen?
    Gib ihm die Möglichkeit zu erfahren, dass er keine Ansgt davor haben muss, zu kurz zu kommen, wie es auch in der NAtur gemacht wird.

    Lass ihm seine Sachen und übe das "wegnehmen", wenn er sicher geworden ist bei euch und nicht mehr klauen muss/will.

    Ignorier ihn, wenn er sich die Leckerlistüte vom Tisch gemopst hat.
    Ignorieren hilft Wunder, wenn man denn konsequent ist.

    Und jegliche Form von Gewalt... ob runterdrücken oder unterm Tisch hervorzerren oder oder oder ist totaler Schwachsinn und macht es nur immer immer schlimmer...

    Informiert euch mal ganz intensiv über Kommunikation zwiaschen Hunden und zwischen Hund+ Mensch!!!!!

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