Immer wieder Gebärmutterentzündungen nach Läufigkeit??

  • Liebe Forumsleute! Die Diskussion "Kastration der Hündin-Pro&Contra"habe ich nun schon mehrfach in diesem Forum entdeckt.Dennoch möchte ich nochmal eine Frage zu diesem Thema stellen und wäre super dankbar für eure Antworten.
    :hilfe:
    Meine erste Hündin war kastriert worden, das ganze OP- Prozedere fand ich damals sehr belastend. Das mag allerdings auch daran liegen dass ich mich im damals "zarten" Alter von 15 Jahren weitestgehend allein um meine Hündin gekümmert habe, die Kastration war zwar eine Vorraussetzung meines Vaters für die Anschaffung des Hundes, die Betreuung oblag aber vor allem mir...Abgesehen von dieser etwas traumatischen OP- Erfahrung entwickelte ich im Laufe der Jahre eine entschiedene Meinung gegen die Kastration. Für mich spielten hierbei ethisch-moralische Gründe eine Rolle, außerdem mißfällt mir das Pathologisieren von natürlichen Zuständen zutiefst und es stört mich dass zu diesem Thema so wenig seriös informiert wird(Damit meine ich dass z.B. Hundehaltern massiv Angst gemacht wird um für eine Kastration zu argumentieren, sowas mag ich garnicht!!!!! :motz: )
    Dementsprechend wollte ich unsere nun bald 3 Jahre alte Merle nicht kastrieren lasse...Nun ist es aber so dass ausgerechnet dieser Hund , dem ich so gerne einen "Intakten" Körper ermöglichen möchte, ganz arg mit Scheinschwangerschaften und Gebärmutterschleimhautentzündungen zu tun hat. Nach den letzten 3 läufigkeiten war sie extrem schlecht drauf und hatte wie gesagt jetzt 2 mal eine Endometritis, was jeweils sehr schrechlich und beängstigend war!!!Zum Glück griff jeweils die Antibiose, die Abstillmedikamente brauchten allerdings recht lange zur Wirkungsentfaltung....Wirklich einen guten Eindruck machte Merle nur während einer Scheinträchtigkeit, während der gerade ein neues Kätzchen ins Haus gekommen war dass sie prompt adoptierte und 2 Monate lang säugte!!Süüüß!! :D Aber wir können ja nicht immer Adoptivbabies für sie beschaffen...Wir versuchten allerdings mit Hilfe einer Tierheilpraktikerin und der Homöopathie ihr diese Zeiten etwas zu erleichtern, meiner Meinung nach ging es ihr psychisch dadurchetwas besser, die Gebärmutterentzündung konnte aber nicht verhindert werden...
    Jetzt steht im März die dritte Läufigkeit bevor und ich habe tatsächlich einen Termin für die Kastrations OP nächste Woche vereinbart, obwohl es mir soo leid täte...Deskhalb meine Frage o. Bitte: Kennt ihr evt. prophylaktische Maßnahmen gen diese Probleme? Hat evtl. einer Erfahrung mit der "3-Monatsspritze"??Oder habt ihr sonst noch Meinungen, Ideen zu diesem Thema???Bin echt total hin-und hergerissen und für weitere Hilfen zur Entscheidungsfindung dankbar!!Vielen Dank + LG, Distel

  • Also ich an deiner Stelle würde die Hündin kastrieren lassen. Und zwar aus dem einfachen Grund, dass eine immer wiederkehrende Gebärmutterentzündung für den Hund wesentlich gefährlicher ist, als eine Kastration. Natürlich ist das ein Eingriff in die Natur des Hundes, eine Verletzung der körperlichen Unversehrtheit usw. usf. Aber ich würde meinem Hund nicht immer wieder die Antibiotika-Therapie zumuten, das hat schließlich auch schwerwiegende Folgen für die Gesundheit. Auch die Scheinschwangerschaften können es in sich haben...


    Viele Grüße,
    Kerstin

  • Ich bin bezüglich Gebärmutterentzündung nach der Läufigkeit ehrlich gesagt nicht ganz der Fachmann... aber kann man nicht eine Ursache für die Entzündung finden? Ich meine, ist schon klar, in dem Fall scheint es die Läufigkeit.. aber kann dies nicht eine sekundäre Ursache sein?

    Ist nur so ein Gedanke... wie gesagt dazu bin ich kein Fachmann.

  • Hallo,

    deine Bedenken kann ich gut verstehen. Allerdings können Gebärmuttervereiterungen lebensgefährlich werden und ich denke , die Kastration ist in diesem Fall eine gute Sache. Allerdings verstehe ich nicht, warum das kurz vor der Läufigkeit passieren soll, da da der Hormonspiegel nicht neutral ist. Richtig wäre 3 Monate nach der Läufigkeit!

    Ich habe damals meine Hündin kastrieren lassen und ich fand das alles nicht so schlimm. Ein, zwei Tage und dann ging es aufwärts.

    Es gibt inzw. ein gutes Buch zum Thema Kastration. Es heißt: Kastration beim Hund und ist von Dr. Gabriele Niepel

    Sie erwähnt auch Alternativen zur OP bei Gebärmuttervereiterungen, die aber z.T. mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden sind.

  • Zitat

    Also ich an deiner Stelle würde die Hündin kastrieren lassen. Und zwar aus dem einfachen Grund, dass eine immer wiederkehrende Gebärmutterentzündung für den Hund wesentlich gefährlicher ist, als eine Kastration. Natürlich ist das ein Eingriff in die Natur des Hundes, eine Verletzung der körperlichen Unversehrtheit usw. usf. Aber ich würde meinem Hund nicht immer wieder die Antibiotika-Therapie zumuten, das hat schließlich auch schwerwiegende Folgen für die Gesundheit. Auch die Scheinschwangerschaften können es in sich haben...
    Viele Grüße,
    Kerstin

    Ich kann mich da Kerstin nur anschließen!!!

  • Hallo Distel

    Ich kann dich sehr gut verstehen, aber wenn zu den Scheinträchtigkeiten noch Gebärmutterentzündungen dazukommen, wäre für mich alles klar!

    Ja, die OP ist eine Belastung - aber diese ist normalerweise auf einige Tage begrenzt, danch fühlt sich die Hündin wieder gut. Scheinschwangerschaft und dann auch noch Gebärmutterentzündungen belasten aber die Hündin 2x jährlich jeweils über Wochen hinweg.... und dies Jahr für Jahr.

    Die Hündin versteht nicht, weshalb sie sich übel fühlt, ob es eine OP war oder eine Krankheit. Sie weiss nur, dass es ihr lausig geht, und irgendwann mal wieder besser. aber sie weiss nicht, ob es ihr in 3 Tagen oder 3 Wochen wieder besser gehen wird - sie leidet einfach, solange es ihr schlecht geht.

    Glaube mir, ich verstehe Dich. Ich will meine Hündin auch nicht kastrieren lassen. Trotzdem frage ich mich momentan, woher ich denn das Recht nehme, ihr diese Erleichterung zu verweigern - dabei sind es bei ihr bisher (!) "nur" heftige Scheinträchtigkeiten. Rein ideologische Gründe sollten da im Einzellfall nicht wichtiger sein.

    Normalerweise sollte es einer Hündin mit der Läufigkeit und deren Folgen nicht so schlecht gehen. Bei den meisten Hündinnen ist das auch nicht der Fall. Es ist nun leider Deine Verantwortung, zu entscheiden ob Du Deiner Hündin die natürliche Läufigkeit mit all ihren möglichen Folgen auch weiterhin zumuten willst, oder ob eine OP mit ihrer unbestrittenen, aber zeitlich sehr begrenzten Belastung das geringere Übel darstellt.

    Mein dringlicher Rat: Nimm den OP-Termin wahr! Scheinträchtigkeiten begünstigen Gebärmutterentzündungen, und wenn das bei euch schon so weit gekommen ist, würde ich im Interesse des Hundes handeln! Gebärmutterentzündungen sind lebensbedrohlich, und die Belastung durch eine Notfall-OP ist weit grösser als die durch eine zum optimalen Zeitpunkt an einer gesunden Hündin! Sanfte Mittelchen greifen meist nur bei sanften Beschwerden. Ich habe grosse Hoffnungen in die Prophylaxe gesetzt - es hat nicht gegriffen, weil die störung zu stark war.

    Mitfühlende Grüsse
    naijra

  • Wow, ich freue mich total über die vielen Antworten, Vielen Dank!!
    Ich merke richtig dass mich eure Anteilnahme erleichtert, besonderen Dank dafür an Kerstin, Schopenhauer, Bibi und Naijra(hoffentlich keinen vergessen...) :umarmen:
    Schopenhauer, Danke für Deine Info über den richtigen Zeitpunkt!! Da werde ich mich auf jeden Fall noch mal informieren!
    Auch Benitas Kommentar über die "Verhütungsspritze" ist sehr aufschlussreich, Danke!!
    Von Jörg wurde ein Aspekt angesprochen der mich auch total interessiert,nämlich ob die Endometritis noch andere Ursachen haben könnte bzw. ob zu der Bedingung Läufigkeit noch andere Faktoren kommen bis es eine Infektion gibt....Gäbe es z.B. hygienische Maßnahmen die vorbeugend getroffen werden können???Da bin ich halt leider auch sehr uninformiert, ehrlich gesagt weiß ich gerade nicht mal mehr welcher Keim bei Merle der Krankheitserreger war usw....Vielleicht ist dass von Schopenhauer empfohlene Buch da eine gute Quelle.

    n, auf jeden Fall fühle ich mich durch eure Antworten wirklich bestätigt und sogar ein bisschen getröstet, also noichmal Danke und liebe Grüße vom Land!

  • Ich würde da auch nicht lange fackeln.....ich kenne das noch von meiner damilgen Hündin.....sie muss wahnsinns Schmerzen gehabt haben.....nur Daisy war damals schon 13...und deswegen habe ich sie in dem Alter nicht mehr kastrieren lassen.....würde Singa jetzt regelmäßig an Gebärmutterentzündungen erkranken...ich würde nicht lange warten.....

  • Hallo Distel,
    bei mir war es ähnlich. Nach bösen Erfahrungen mit meiner vorigen Hündin wollte ich um keinen Preis meine jetzige kastrieren lassen.
    Aber auch sie hatte ständig ganz heftige Scheinschwangerschaften, die immer länger dauerten - kein homöopathisches Mittel half und die Abstillmedikamente schlugen auch nicht mehr recht an, diese Spritze einmal ausprobiert - nie wieder, es ging ihr ziemlich schlecht danach.
    Da sie total unter ihrem Zustand gelitten hat (es gab nur noch 4 Monate im Jahr, wo sie hormonell relativ unbelastet leben konnte) und die gesundheitlichen Risiken ja auch nicht ohne sind, habe ich mich dann doch dazu entschlossen.
    Sie hatte praktisch sofort nach der OP eine Lebensfreude, die ich eigentlich zuletzt in ihren Junghundtagen bei ihr erlebt habe... als wenn sie sich freute, dass sie es endlich los war. Es haben sich sechs Wochen nach der OP zwar leider Komplikationen eingestellt, aber das ist nur bei wenigen Hunden der Fall. Aufpassen muss ich extrem mit der Ernährung, schon vorher und jetzt noch viel mehr (Getreide gibt's gar nicht mehr), der Hunger ist riesengroß. Ich habe gelesen, dass sich das wieder etwas einpendelt, darauf hoffe ich.
    Ich glaube nicht, dass Du gegen die Entzündungen durch hygienische Maßnahmen o.ä. etwas ausrichten kannst. Das hormonelle Geschehen ist einfach zu stark, da passiert das schon ohne weiteren Anlaß. Ich weiß recht genau, wovon ich spreche ;-) - und diese Entzündungen sind weder angenehm (nämlich ziiieeemlich schmerzhaft) noch ungefährlich.
    Ich denke also auch, dass es die richtige Entscheidung ist. Finde es zwar auch etwas knapp vor der nächsten Läufigkeit, aber der TA sollte es ja wissen.
    LG und alles Gute für Deine Maus
    Petra

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