Großer Schreck und viel Glück

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    Nach dem Hundespaziergang BURNHARD GRILL an und den Feierabend genießen🔥*
  • Eine hab ich auch noch:

    Wir waren wandern und an einer etwas steinigen ( nicht gefährlich, nur schwierig) Stelle hab ich Janne abgeleint, weil es mit 2 Hunden einfach sonst kompliziert war. Janne ist eine erfahrene Wanderin/Kletterin und bewegt sich ruhig und besonnen. Bärbel hab ich an der Leine gelassen und unterstützt.

    Oben angekommen, eröffnete sich ein weiter Blick auf die Gegend und eine große Aussichtplattform.

    Um dorthin zu gelangen, musste man über eine schmale, ca 20-25 cm breite Spalte steigen.

    Ich tat dies, Janne mit mir und just in dem Moment verlässt Bärbel der Mut und sie legte den Speedrückwärtsgang ein, als ich mit einem Fuß drüber und Janne mit 2 Beinen drüber waren. Wir beide drehten uns halb um und ich sehe Janne an mir vorbei in die Spalte segeln.

    Ich fassungslos in die Spalte geschaut, die war ja 4-5m tief und Janne hing etwa auf der Hälfte, krallte sich verzweifelt an den Wänden fest und schaute nach oben. Erstmal alle aufgelösten Kinder weggeschickt und zu dritt versucht, an der Hund zu gelangen. Ich kam mit der Fußspitze ran, aber aufgrund der Enge konnte ich mich nicht runter beugen. Alle Zugänge von der Seite entweder zu schmal oder an steilem Abgrund.

    Janne winselte und irgendwann verließ sie die Kraft und sie plumpste runter. Der Boden hielt zum Glück und war wie Waldboden relativ weich. Es herrschte verzweifelte Ratlosigkeit, Janne ließ sich ablegen und blieb ruhig. Wir erwähnten, die Bergrettung zu rufen.

    Dann fanden wir eine Stelle, wo ich mit dem Körper reinpasste und wo die Spalte unten etwas breiter war. Alle Hundeleinen von 4Hunden zusammengebunden und unter meine Schulter gebunden , wurde ich langsam runter gelassen und konnte mich mit den Füßen gut abwärts bewegen, vorsichtig den Boden testen. Dann alle Leinen ab, an Jannes Geschirr, Hund von den Männern hochgezogen. Da musste ich etstmal heulen vor Erleichterung.

    Nun musste ich nur noch hoch, was sich als schwieriger erwies als runter, weil Knie beugen und steigen aufgrund der Enge nicht möglich war. Also konnte ich mich nur mit den Leinen hochziehen lassen und etwas mit den Armen und winzigen Fußbewegungen mithelfen. Wir haben alle geheult, als ich wieder oben war.

    Janne ging es halbwegs gut, ein paar Abschürfungen und sicher auch Zerrungen/Prellungen, wir haben sie anfangs mit einem Pullover hinten gestützt, aber sie hatte den Schock bald verdaut und lief am Ende wieder selbstständig mit uns runter.

    Später habe ich noch von meiner Tochter erfahren, dass mein Mann bei der Suche nach einem Zugang ausgerutscht ist und fast noch runter gefallen war. Mir ist heute noch schlecht, wenn ich daran denke. ...

  • Ähem... Vrania: nicht ganz so krasse Geschichten, findest Du?

    Ich find' die beide GANZ schön krass! :shocked:

    Naja, es ist immerhin niemand überfahren worden. 😂 Man muss sich auf das Positive konzentrieren. Die zweite Geschichte ist mir allerdings auch erst nach dieser gewagten Aussage wieder eingefallen und das hätte wirklich arg ins Auge gehen können, im wahrsten Sinne.

  • Boah mir wird so schlecht wenn ich eure Geschichten lese. Mit 14 Jahren habe ich meinen ersten Freigeist bekommen, danach noch einen. Aber nie bin ich so viele Tode gestorben wie mit meinem aktuellen Hund Taavi. Zwei Erlebnisse waren besonders schlimm.

    Das erste Ergeignis fand ein halbes Jahr nachdem ich ihn bekommen habe statt. Wir waren in Schweden auf einer Trekkingtour und ich habe kurz Pause neben einer viel befahrenen Straße gemacht. Dort war 70km/h zugelassen. Auf der anderen Seite der Straße fuhr ein Fahrradfahrer lang und verschwand hinter den Leitplanken. Das hat Taavis Jagdtrieb getriggert und er riss mir einfach die Leine aus der Hand. Er lief zweimal mit Speed über die Straße. Beide Male waren alle Autofahrer*innen sehr aufmerksam und ich konnte ihn unversehrt in meine Arme schließen.

    Die zweite Geschichte ist meine persönliche Horrorstory. Taavi lief nach Jahren wirklich vorbildlich eine Zeit ohne Leine. Bis einmal parallel zu uns auf dem Feld Rehe aus einer Hecke geschossen kamen. Der Hund hinterher. Ich kam gar nicht so schnell hinterher und schaltete seinen Tracker auf Live. Also konnte ich schön sehen wie er in der Nähe der Gleise lief. Ich kam schließlich in die Nähe der Gleise und sah wie ein Zug sich näherte und der Hund laut Tractive auf die Gleise lief. Dort verlaufen die Gleise abwärts, sodass man diese nicht einsehen kann weil die bewachsenen Böschungen davor sind. In dem Moment wo der Zug dort lang fuhr, war auch Taavi laut Tractive genau dort und ratet mal - Tractive war von einer Sekunde auf die andere tot. Und ich wusste einfach dass mein Hund gerade vom Zug überrollt wurde. Ich hätte mich am liebsten übergeben. Mein Kopf war so leer. Sekunden später kommt dieser scheiß drecks Köter die Böschung hoch gekraxelt. Meine Gefühle schwankten von absoluter Erleichterung zu Hass dass der Hund das überlebt hat. Man kann sich einfach nicht vorstellen was das mit einem macht. Das war vor drei Jahren und der Hund hört so gut draußen. Aber ich traue mich seitdem nicht mehr das Projekt Freilauf weiter zu verfolgen.

  • Luna ist uns ja auch mal ausgebüxt, im letzten November. Ganz klassisch: feuchtes Wetter, mit anderem Hund gespielt, Leine rutscht aus der Hand, Hund ist weg. Schaut sich kurz um, überlegt und dann - über alle Berge. Es war am Waldrand, und der Lockruf des Waldes war zu unwiderstehlich. In den Wochen davor hatten wir einige Male Quasi-Freilauf probiert, aber seitdem habe ich mich nie wieder getraut.

    Ich kopiere mal meinen kopflosen Bericht aus unserem Pfoto-Thread:

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    Leider hatten wir auch ein weniger schönes Erlebnis. Luna ist ausgebüxt. Wir waren spazieren - die Mädels und Enkelhund Molly. Fast schon auf dem Heimweg, oben am Waldrand, rutschte mir die (nasse) Schleppleine aus der Hand und Luna flitzte mit Molly davon. Ich dachte: die geht nicht weit bzw. kommt zurück, aber mit Beidem lag ich falsch. Molly kam auf Abruf zurück (sie kann schon ohne Leine unterwegs sein), Luna sah uns einmal kurz an - und raste auf und davon.

    Wir haben sie eine Stunde gesucht. Einmal haben wir sie noch kurz am Waldrand gesehen, dann war sie wieder weg. Ich lief alle "unsere" Wege ab und rief sie. Mein Mann kam mit dem Roller hochgefahren und suchte mit. Nach einer knappen Stunde zurück am Ausgangspunkt - ich suchte gerade die Nummer des Vereins heraus, von dem wir Luna haben, um dort um Unterstützung bei der Suche zu bitten. Da kam mein Mann den Berg runter gefahren und hinter ihm ein weißes Pelzdings, das den Weg hinunter raste. Er hatte sie gar nicht hinter sich bemerkt und weiß nicht, wie lange sie schon hinter ihm her lief. Ich war soo froh. Geschirr und Leine waren weg - vermutlich hatte sie sich irgendwo im Gestrüpp verfangen und aus dem Geschirr gekämpft.

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    Geschirr und Leine bekamen wir über Tasso vor ein paar Wochen wieder, es hatte sich an einer Feuerschale bei einer Hütte verfangen. Ich habe damals sehr lange darüber nachgegrübelt, dass Luna, wenn sie damals noch das Sicherheitsgeschirr mit drei Gurten getragen hätte, in einer Todesfalle festgesteckt hätte. Seitdem mag ich das Wort "ausbruchssicher" im Zusammenhang mit Geschirren gar nicht mehr.

    Der Tracker ist eine unheimliche Beruhigung.

  • Ich finds nach solchen Geschichten, vor allem auch wenn man selber mindestens einmal das Erlebnis hatte dass der Hund weg ist, auch immer so dermaßen unbegreiflich dass es echt Menschen gibt die sowas locker sehen ,,Ach der kommt schon wieder." oder ,,Ach nach 2-3 Stunden isser wieder da." Oder ,,Ach dem passiert schon nix.".

    Selbst wenn nix passiert, man weiß es erst wenn man den Hund wieder hat und wenn das passiert dann fühlen sich Sekunden an wie Stunden und man kann nurnoch ,,Scheiße scheiße scheiße !" Denken. Abgesehen davon wenn mal was passiert, will man seinen Hund so ggf nicht unbedingt vorfinden, macht sich wahrscheinlich richtig Vorwürfe und wenn man den nicht findet macht man sich mit der Ungewissheit fertig.

  • Schröder hat es bis jetzt zum Glück nur 1x geschafft, meinen Puls in die Höhe zu treiben. Wir waren mit Scooter unterwegs und Schröder durfte freilaufen, bzw. rennen. Wir fahren über einen Feldweg, Schröder total im Rennflash, als genau neben ihm eine Katze aus dem Gras aufsprang, vor seine Füße rannte und weg lief. Schröder war so im Adrenalinrausch, dass er kopflos umdrehte und der Katze hinterher. Die Katze, zum Glück für alle, war so clever sich auf den nächstbesten Baum zu retten. Danach war dann erst mal wieder Leinenknast angesagt. Ich hoffe so sehr, dass es bei dem einem mal bleibt und sich nicht wiederholt, weswegen wir ganz intensiv an Abbruch und Rückruf gearbeitet haben. Aber das Risiko besteht ja trotzdem immer.

    Unser Julekin war liebend gern sehr schnell unterwegs, wenn sie ohne Leine laufen durfte. Wir gingen einen schönen, langen Weg hinunter, der rechts und links von Natur umgeben war. Jule rannte in einem Affenzahn neben dem Weg den Grasstreifen entlang, bis es urplötzlich plonk machte. Sie war mit voller Geschwindigkeit und ihren 40 Kilo mit dem Brustkorb gegen einen Grenzstein geknallt. Ich habe nie wieder so ein Geräusch gehört, es war einfach nur grauenhaft. Julekin war etwas benommen und wir drehten sofort um und fuhren direkt zum Tierarzt. Doch außer ein paar „blauen Flecken“ und einer Prellung hatte dieser Hund nichts.

    Beim nächsten Mal waren wir mit dem Rad unterwegs. Julekin trabte locker flockig neben mir her, als mir irgendwann auffiel, dass sie eine Blutspur hinter sich herzog. Sie hatte sich den Knöchel direkt über der Pfote richtig tief aufgeschnitten, aber es kam kein Ton, kein Anzeichen von ihr, sondern sie ist einfach eifrig weitergelaufen. Sie blutete wie ein geschlachtetes Schwein, grinste mich dabei aber an und fragte quasi, wann wir denn endlich weiterfahren würden. Mir rutschte das Herz in die Hose, ich dachte wirklich, sie verblutet jetzt. Also machten wir sofort beim Tierarzt halt und liefen anschließend den Weg nach Hause zurück. Das Ganze schien diesen Hund allerdings in keinster Weise zu stören, ich dagegen bin vor schlechtem Gewissen und Panik fast gestorben.

    Larry leistete sich seinen großen Ausreißer, als er etwa ein Jahr alt war. Wir waren morgens zur ersten Runde unterwegs, alles noch still und friedlich, als plötzlich ein Fuchs direkt vor unseren Füßen quer über den Weg rannte. Larry entschied innerhalb von Sekundenbruchteilen, dass das jetzt sein Frühstück werden sollte, startete durch, riss mir die Leine aus der Hand und war weg. Wir liefen mitten durch eine Hochhaussiedlung, zwar viel grün, aber umgeben von Straßen. Der Fuchs kannte seine Ecken und war verständlicherweise bemüht, so viel Abstand wie möglich zwischen sich und den Hund zu bringen. Und Larry war bemüht, den Fuchs zu bekommen und rannte einfach kopflos hinterher. Kein Rufen, kein Pfeifen, nichts half. Ich war völlig unschlüssig welche Reaktion richtig wäre. Sollte ich loslaufen, um den Hund zu suchen, oder stehen bleiben in der Hoffnung, dass er den Weg zurückfindet? Nach zehn Minuten, für mich eine gefühlte Ewigkeit, kam Larry irgendwann einfach wieder angelaufen. Fix und fertig, total außer Atem, aber aus Hundesicht überglücklich. Es waren nur zehn Minuten, doch sie haben vollkommen ausgereicht, um mich nachhaltig zu schocken.

  • Meine Meggy, klein schwarz und schnell und garstig. Mit großer Freude dran andere zu traumatisieren und in Angst und Schrecken zu versetzten, ohne jemals echt irgendwen (außer den Nachbarn, aber ich schwöre, der sah auch komisch aus- Tuch des Schweigens drüber) zu verletzen.

    Winter stockfinster, wir hinter dem Zaun auf unserem Grundstück, sie sieht einen Hund und quetscht sich durch die Nahtstelle: Tor-Zaun, die uns irgendwie entging in unserem Hundehochsicherheitstrakt.

    Und rast über die gut befahrene Straße, rast mittig im Dunkeln die gegenüberliegende (gut befahrene) Strasse entlang und ist weg.

    Und dann kommt sie wieder zurück gerast und ein LKW von links.

    Ich weiß nicht, ob ich die Augen auf behalten habe.

    Sie stand dann strahlend vor uns:

    "War ich nicht geil in Form? Hin und zurück und jemanden zu Tode erschreckt in ganz kurz"!


    Ja......war wirklich....überraschend....

    Ich gehe jetzt mal kurz brechen!

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