Fehlbehandlung bei Krebs?

  • Hallo, vielleicht kann uns jemand mit Rat oder Erfahrung helfen.
    Wir vermuten einen tierärztlichen Diagnose- und Behandlungsfehler bei unserer 6jährigen Wachtelhündin, der zu ihrem qualvollen Tod führte.
    Sie hatte geschwollene Lymphknoten, und die erste Diagnose vom Tierarzt lautete: wahrscheinlich Lymphdrüsenkrebs. Das war für uns völlig unerwartet und schrecklich.
    Uns wurde Hoffnung gemacht, dass bei einer Chemotherapie, die ca. 5 Monate dauert, der Hund noch ca. 1 Jahr bei guter Lebensqualität hätte. So glaubten wir, dass alle etwas gemeinsame Zeit gewinnen könnten.
    Nach 5 Tagen wurde mit der Chemo begonnen, ohne uns umfassend über die Ergebnisse der Biopsie und das Entwicklungsstadium des Krebses zu informieren. Der Zelltyp des Krebses war unklar und das externe Labor forderte erneut Gewebeproben der Biopsie an. Von dieser neuen Untersuchung und deren Ergebnis wussten wir damals nichts, die Chemo wurde vorschnell begonnen.
    Bei der ersten Vorstellung hatte unsere Hündin ein Antibiotikum bekommen, da ging es ihr schnell besser.
    Dann kam die Chemo- eine Infusion, die Woche darauf Tabletten.
    Drei Wochen nach Beginn der Behandlung ging es unserem Tier plötzlich so schlecht, dass wir beim Tierarzt noch vor dem vereinbarten Termin wieder vorstellig wurden (24.11.2025). Die (einzige) behandelnde Onkologin war zunächst nicht verfügbar, eine Vertretung nahm Blut und legte eine Infusion. Nach 6 Stunden kam die Onkologin und sprach mit uns, ohne selbst das Tier zu untersuchen.
    Sie verneinte unsere Frage, ob wir mit einem baldigen Tod des Hundes rechnen müssten.
    Wir sollten am übernächsten Tag (26.11.2025) wiederkommen, dann gäbe es die Entscheidung, ob es mit der Chemo weiter geht oder ob palliativ weiterbehandelt wird.
    Wir bekamen zwei weitere Infusionsbeutel und Schmerzmittel mit nach Hause.
    Die nächsten Stunden waren für uns die Hölle, denn wir haben immer gedacht, dass eine Besserung einsetzen würde, aber das Gegenteil geschah. Am Abend des 25.11.2025 ging es dem Tier so schlecht, Fieber, Atemnot, Herzrasen, Bewusstlosigkeit…, dass wir in unserer Verzweiflung am 26.11.2025, ca.02.00 Uhr den tierärztlichen Notdienst aufsuchten. Beim Notdienst konnten wir auf Nachfrage der diensthabenden Ärztin keine Behandlungsunterlagen vorlegen, die auf den Zustand der Organe hinweisen und eventuell rettende Maßnahmen ermöglicht hätten. Aufgrund des extrem schlechten Allgemeinzustandes befolgten wir den Rat der Tierärztin und mussten die Hündin schmerzlos einschläfern lassen, um ihr Leid zu beenden.
    Für Besitzer eines liebgewonnenen, treuen Familienmitgliedes in den besten Jahren ein schreckliches Szenario, auf das wir nicht hingewiesen wurden und wir keineswegs vorbereitet waren, denn vom überraschenden, qualvollen Tod war nie die Rede.

    Die Situation und unser Schmerz steigerten sich noch, als wir im Januar 2026 eine Rechnung der Praxis mit einem letzten Behandlungsdatum 18.12.2025 erhielten (da war der Hund schon 3 Wochen tot).

    Völlig unverständlich- und wir forderten sämtliche Unterlagen der Behandlung an.
    Darin fanden wir den letzten Bericht des externen Labors, in dem es heißt, dass es sich eher um eine reaktive Hyperplasie (gutartige Anschwellung der Lymphknoten bei Entzündungen) als um Lymphome handelt. Daher bedürfe die abschließende Diagnose einer kritischen Diskussion aller klinischen, zytologischen/histologischen und molekularen Befunde. Das Leistungsdatum vom Labor ist der 15.11.2025!!! Unser Hund hätte gerettet werden können!?
    Warum wurde uns dieser Befund nicht mittgeteilt, warum fanden keine weiteren Untersuchungen statt? So geht das nicht!
    Dass es so weit gekommen ist, hat unserer Meinung nach nichts mit Tierschutz, tierärztlichem Ethos, Pflichtbewusstsein und Sorgfalt zu tun.
    Wir sind verzweifelt und wollen die Sache nicht auf sich beruhen lassen. Das ist für jeden Hundebesitzer eine Warnung, nicht blind zu vertrauen, denn im Nachgang machen wir uns schwere Vorwürfe.

    Vielen Dank für Euer Verständnis, Kommentare und Ratschläge.

  • Es tut mir sehr leid, dass Ihr Euren Hund so früh und so schnell verlieren musstet.

    Vielleicht wäre es sinnvoll einen Termin mit dem zuständigen Tierarzt zu machen um das alles zu klären?

  • Danke, erstmal haben wir nach dem Tod des Hundes angerufen und um Rücksprache gebeten. Keine Raktion! Nach Auswertung aller Unterlagen, vor 14 Tagen haben wir Initiative ergriffen und sind zum Gespräch gefahren. Nur Ausflüchte und immer kleinlauter!?

  • Euer Verlust tut mir sehr leid!


    Der Mehrwert des Beitrags erschließt sich mir nicht richtig, kein User hier hat euren Hund behandelt. Jeder Krankheitsverlauf ist nunmal anders. Ob es eine Fehlbehandlung war, können nur die beteiligten Ärztinnen klären.


    Den Wachtelhunden sagt man ja nach, dass sie häufig einen hohen Inzuchtkoeffizienten, der verschiedene Krankheiten u.U. begünstigen kann.


    Alles Gute euch!

  • Danke, erstmal haben wir nach dem Tod des Hundes angerufen und um Rücksprache gebeten. Keine Raktion! Nach Auswertung aller Unterlagen, vor 14 Tagen haben wir Initiative ergriffen und sind zum Gespräch gefahren. Nur Ausflüchte und immer kleinlauter!?

    Ach so. Das ist schade.

    Welche Hilfe erhoffst Du Dir hier im Forum?

  • Erfahrungen, was man tun kann. Gutachter, RA...Erfolg? Wir hatten vor 6 Jahren einen ählichen Fall mit Leberkrebs. aber ordentliche Untersuchung, Absprache Therapie Lebenserwartung...alles war gut. Und nun woanders eine Pfuscherei.

  • Erfahrungen, was man tun kann. Gutachter, RA...Erfolg? Wir hatten vor 6 Jahren einen ählichen Fall mit Leberkrebs. aber ordentliche Untersuchung, Absprache Therapie Lebenserwartung...alles war gut. Und nun woanders eine Pfuscherei.

    Mir tut es auch sehr sehr leid, was Euch passiert ist. Ganz furchtbar! Erfolgsaussichten kann Dir, wie bereits geschrieben, niemand hier vorhersagen. Ich habe beruflich einen ähnlichen Fall eine Katze betreffend vorliegen. Die Angelegenheit läuft seit nunmehr fast zwei Jahren (!). Um den ursprünglichen Rechnungsbetrag geht es natürlich schon lange nicht mehr (um Ethik, persönliche Empfindungen oder Vergeltung natürlich ohnehin nicht). Ein Anwalt wird Dir zu den Erfolgsaussichten was sagen können, sollte er Dir Chancen ausrechnen zieht das nicht nur diverse Gutachten und Wartezeiten mit sich, sondern Du musst auch die Nerven dafür haben. Kosten für Gericht, Gutachter, Anwalt müssen ggf. verauslagt werden. Das wird dir ein Rechtsanwalt dann natürlich alles detailliert erläutern.

    Egal wie es läuft - Dein Tier wird dir niemand zurück geben können und den Schmerz über den Verlust wird es auch nicht mindern.

    Ich denke, ich persönlich würde mir Zeit zum Trauern nehmen (versuchen irgendwie und irgendwann meinen Frieden damit zu machen), und - sollte wieder ein Hund einziehen - natürlich einen anderen Tierarzt aufsuchen.

  • Erstmal tut mir der Verlust eurer Hündin sehr leid. Das ist absolut furchtbar und auch verständlich, dass man in solchen Situationen alles nochmal durchspielt und hinterfragt.

    Ob ihr den Rechtsweg einschlagen wollt, ist selbstverständlich eine individuelle Entscheidung. Wahrscheinlich lässt sich der Sachverhalt nur mit einem externen Gutachten klären. Ob der Klinik dann wirklich ein Behandlungsfehler nachgewiesen kann ist aber sehr schwierig zu sagen.

    Wurde eure Hündin nach ihrem Tod pathologisch auf die Todesursache untersucht?

    Wenn nicht, dann wird man sich natürlich auf die letzten Befunde verlassen müssen (Blutuntersuchungn, Biopsien (?), FNA (?), Metastasenscreening?!)

    Lymphome sind wirklich sehr maligne und nicht alle Formen sprechen gleich gut auf Chemo an. Den Start einer Chemo ohne genaue Diagnose (T-Zell Lymphom, oder B-Zell-Lymphom) ist meines Wissens nach eher untypisch. Gab es dies diesbezüglich gar keine Aussage?


    Ich bin immer ein Freund davon, den Sachverhalt mit den behandelnden Tierärzten direkt persönlich zu klären. Oft kann man bestimmte Dinge damit schon aus der Welt schaffen. Kein Tierarzt macht absichtlich Fehler, aber Fehler können passieren.

    Wenn gar keine Gesprächsbereitschaft besteht, dann würde ich evtl. mit den Befunden nochmal in einer anderen onkologisch versierten Praxis vorstellig werden und einfach um eine Zweitmeinung bitten.

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