Alltag mit meinem Junghund

  • Selbst auf sich aufmerksam machen ist eher nicht zielführend, weil man dann eigentich nur das Umorientieren auf Kommando übt.

    Sehe ich auch so! Ich möchte ja das Gefühl für den Radius der Leine meinem Hund vermitteln und ihn darin selbst agieren lassen.

    Und am Ende habe ich lieber einen Hund, der zeitnah versteht, wie es für uns alle entspannt läuft, als einen, der ständig in der Leine hängt (Hallo Wirbelsäule) und wir beide ständig unendlich gestresst sind.

    Guter Punkt


    Eine Flexileine hätte ich manchmal auch gerne, aber die wird ja immer so verteufelt. Naja, er zieht ja eh schon 😅

  • Eine Flexileine hätte ich manchmal auch gerne, aber die wird ja immer so verteufelt. Naja, er zieht ja eh schon 😅

    Ich persönlich habe das noch nicht erlebt, dass ein Hund dadurch das Ziehen erst gelernt hat. Was ich daran unglaublich verteufele sind die ganzen Leute, die den Stoppknopf nicht kennen. Und auch für mich finde ich die fehlende Kontrolle am Hund ziemlich nervig. Aber für Phasen, in denen Leinenführigkeit sowieso überhaupt nicht möglich war, fand ich, dass das eine total gute Möglichkeit war, uns beide zu entspannen und wieder Freude in den Spaziergang zu bringen.

  • Alle meine Hunde laufen an der 10m Flexi, man muss die Kiste halt bedienen und nicht nur festhalten xD

    Blocken damit der Hund nicht vor läuft ist positiv strafen. Man straft ihn , er weiss aber nicht warum. Und was er anstelle tun soll weiss er auch noch nicht. (nur zum Verständnis: jeder arbeitet über negative Strafe, die negative Strafe ist ein Teil unseres Lebens und der 4 Lernquadranten und kann nicht isoliert weggelassen werden. Aber gezielt positiv strafe, hm, wäge gut ab was man tut, die Folgen können je nach Hund immens sein)

    Wie wäre es, dem Hund in Ruhe beizubringen, was er eigentlich tun soll? Und dieses Verhalten hochwertig zu belohnen? Gute Ideen zu markern? Shapen mit einbeziehen? Gezielt Verhalten zu formen?

    Ich kann dir den Kurs von Nadine Heli zum Thema Leine laufen sehr empfehlen. Dabei lernst auch du etwas, nämlich dem Hund etwas beizubringen auf eine Weise, die er versteht. Und die ohne strafen als Grundhaltung auskommt. Nur weil strafen - korrekt angewendet ! - teilweise gefühlt schneller geht, heisst es nicht unbedingt dass man es auch tun muss.


    Damit man mich richtig versteht; ich sichere gewisse Sachen auch durchaus mit positiver Strafe ab. Zum Beispiel den Abbruch.

  • Blocken damit der Hund nicht vor läuft ist positiv strafen. Man straft ihn , er weiss aber nicht warum. Und was er anstelle tun soll weiss er auch noch nicht.

    Es geht ja durchaus beides gleichzeitig. Man kann einem Hund gleichzeitig beibringen, was gewünscht ist und gleichzeitig, was nicht gewünscht ist. Und natürlich lernen Hunde (und auch Menschen) auch durch Strafen. Trial and Error funktioniert schon. Wie gesagt, ob das hier in der Situation der richtige Weg ist, oder ob das generell empfehlenswert ist, bleibt mal dahingestellt. Aber grundsätzlich sagen, dass es nicht geht, kann man auch nicht.

    Aber hier gehts ja nicht um eine Diskussion um Erziehungsstile.

    Alleine um da einen Weg für sich selbst zu finden, würde ich einen guten Trainer oder Trainerin empfehlen, weil ich glaube, dass ein Anfänger das gar nicht von alleine wissen kann. Ich hab jedenfalls sehr lange gebraucht. Und meiner Erfahrung nach kommt es wirklich sehr darauf an, dass man einen eigenen Weg und ein eigenes Bauchgefühl findet. Hat man da Unsicherheiten, überträgt sich das ganz schnell auf den Hund und dann klappt eigentlich gar nichts mehr so richtig fluffig.

  • Wie wäre es, dem Hund in Ruhe beizubringen, was er eigentlich tun soll? Und dieses Verhalten hochwertig zu belohnen?

    Das wäre meine liebste Vorgehensweise und habe ich die letzten Tage auch geübt, bei geringer Erregungslage klappte das schon sehr gut und hat Spaß gemacht.
    Bleibe ich erstmal dran.

    Alleine um da einen Weg für sich selbst zu finden, würde ich einen guten Trainer oder Trainerin empfehlen, weil ich glaube, dass ein Anfänger das gar nicht von alleine wissen kann. Ich hab jedenfalls sehr lange gebraucht. Und meiner Erfahrung nach kommt es wirklich sehr darauf an, dass man einen eigenen Weg und ein eigenes Bauchgefühl findet. Hat man da Unsicherheiten, überträgt sich das ganz schnell auf den Hund und dann klappt eigentlich gar nichts mehr so richtig fluffig

    Der eigenen Weg mit dem eigenen Bauchgefühl ist wirklich nicht zu unterschätzen! Für eine klare Linie und gute Entscheidungen muss man ja umfassend informiert sein und wissen warum man wann etwas macht. Das ist als Anfänger oft nicht so einfach, da es einem an Wissen, Erfahrung und Methoden fehlt.
    Vorallem wenn der Frust dann an beiden Ende der Leine zuschlägt schwindet die Fluffigkeit 😀

    Eine Trainerin konnte ich jetzt leider noch nicht finden, erweist sich als garnicht so einfach.

  • Huhu,


    kleines Update, weil ich mich gerade sehr über den kleinen großen Mann freue!

    Ich habe eine Flexileine gekauft, 5m Gurt, und finds einfach toll, weil ich damit deutlich weniger helikopter. Mache bewusst Freizeitrunden mit ihm, gehe in die Pampa, höre meinen Podcast oder Musik und bin in Gedanken mal wieder bei anderen Bereichen meines Lebens und lasse ihn stöbern. Das entspannt uns beide. Hatte erst Sorge, dass der Freilauf dann zu eingeschränkt ist, aber diese Sorge hat sich nicht bestätigt. Dadurch dass er nicht mehr zum Druckablassen davon prescht und ich einfach stetig gehe, statt ständig mit ihm anzuhalten, bewegt er sich an der Leine entspannt im Radius um mich herum und ist mal vor mir, mal hinter mir und bummelt so nach Herzenslaune herum. Sehr schön zu sehen. Habe mich auch aktiv von meinem Erziehungsauftrag befreit auf diesen Runden, bin als Aufsicht dabei, also habe ihn noch im Blick, aber spreche ihn nur an, wenn wirklich nötig, z.B. Gegenverkehr. Einfach unsere Freizeit.

    Training findet derzeit nur statt, wenn er es anbietet, z.B. mal schön bei mir läuft auf den anderen Runden. Ich schaue dann viel nach Verhalten, welches ich toll finde, und verstärke das, das macht uns beiden Spaß. Und mit den richtigen Leckerlies und gutem Timing geht echt einiges, da ist jetzt schnell vieles besser geworden. Zum Beispiel rannte er mir immer in die Leine, wenn wir trainieren rufe ich ihn dann einfach vorher ab, belohne die Position neben mir oder nah an mir, dann geht er auch nicht direkt wieder nach vorne, geht sehr schön körpersprachlich. Meist kann ich ihn so auch aus einer hohen Erregungslage rausholen.

    Hundesichtungen sind auch viel besser geworden, ich lasse ihn schauen, denn ich habe festgestellt, das er sich von sich aus zu mir umorientiert. Manchmal braucht er einen Moment, aber wenn ich ihn schauen lasse und die Leine nicht merkbar verkürze oder anspanne, bleibt es dabei, er geht nicht los, oder löst aus und kommt dann zu mir zurück, wo er ordentlich gefeiert wird.

    Hundebegegnungen sind bei fremden Hunden noch sehr aufregend, aber er löste die letzten Male nicht mehr aus und hat sich durch Leberwurst weiterlocken lassen, bleiben wir dran. Aber vorallem bin ich da mittlerweile entspannt, weil ich keine Angst/ Scham bei seinem Auslösen mehr habe. Ich weiß mittlerweile, das er sich von mir beruhigen lässt und meine Ruhe ihm hilft.

    Übe derzeit, seine Verhaltensmuster zu erkennen, also was kommt bevor er auslöst, um sein Verhalten umzulenken, bevor er so in Stress gerät. Garnicht so einfach, aber sehr zufriedenstellend, je besser man es erkennt. Hundi freut sich auch drüber.

    Generell hat er ein großes Streben nach Selbstständigkeit, passt gerade zum Entwicklungsabschnitt. Ist sehr schön zu sehen, wie sich gerade auch durch gesicherte schauen lassen, seine Selbstwirksamkeit entwickelt.

    Gestern war am Nachbarshaus ein Feuerwehreinsatz mit 3 Einsatzwagen, Krankenwagen und Polizei, überall Menschen in Berufskleidung, Blaulicht, ausfahrende Leiter, Geräusche der Menschen und Fahrzeuge (alles gut ausgegangen, keiner zu schaden gekommen). Das alles passierte während unserer Abendrunde und er hat das so cool gemeistert. Haben erst aus der Weite geschaut und als ich das Gefühl hatte sein Fokus geht davon weg, habe ich ihn mir geschnappt und bin da durch wieder ins Haus.

    Zuhause kommen wir beide mittlerweile viel besser zur Ruhe, auch nach aufregenden Situationen, können beide gut abschalten. Ich bin auch nicht mehr bei jeder Wachphase alamiert und biete sofort Programm an oder gehe raus. So wacht er mal auf, geht umher, fiept vielleicht mal kurz und legt sich dann wieder ab, weil nichts ist, und kommt so viel besser in eine tiefere Ruhe. Habe meinen Fokus nun auch mehr bei mir.

    Manchmal wünschte ich, er wäre etwas kuscheliger, er schläft ja zum Beispiel nicht mit im Bett. Aber mittlerweile kommt er immer mal um sich kurz streicheln zu lassen oder mal den Bauch zu kraulen. Zwischendurch auch Kontaktliegen, aber nicht lange. Wenn mein Freund nicht da ist schläft er mal auf dem Sofa oder am Fußende.

    Ich glaube ihm ist die Nähe etwas zu viel und er verbindet die mit Einschränkung oder Behandlung, leider muss er aber auch echt viel gehändelt werden. Gerade hat er ein entzündetes Ohr, einen Präputialkatarhh und eine Bindehautentzündung. Zu der Behandlung kommt natürlich noch die tägliche Pflege, das ist ihm gerade alles etwas viel. Aber verfilzen lassen oder zu lange Krallen sind auch keine Option. Habt ihr da vielleicht Tipps, es ihm leichter zu machen? Kann ich an meinem Verhalten schrauben? Fühle mich dabei auch schnell schlecht und frustriert, weil es ihn so stresst und er Meideverhalten zeigt. Leckerlies helfen leider garnicht, da wird er erst richtig hektisch. Schleckmatte wäre natürlich eine Ablenkung.

    Ansonsten hatte ich einen ersten Termin bei einer Trainerin und habe mich zu Ihrem Junghundekurs angemeldet, auch in Vorbereitung auf die praktische Prüfung des Sachkundenachweises. Habe mich sehr ernst genommen und gut aufgehoben bei ihr gefühlt. Vor Beginn des Kurses habe ich noch ein Tandemtraining mit einem anderen Team aus dem Kurs, weil die auch etwas Schwierigkeiten bei Hundebegegnungen haben, da üben wir dann mit ihr zusammen, darauf freue ich mich schon sehr. Habe mir bis dahin gedanklich frei genommen und betreibe erstmal nur Management bzw. das was wir gerade schon machen bis zum Training.

    Ich war auch begeistert, weil sie sehr schön anleitet und strukturiert arbeitet. Sie hat schon Checklisten und Empfehlungen fürs Equipment in die Gruppe gestellt, sowas hilft mir sehr. Sie hat einen Bericht über den ersten Termin geschrieben, mit Anamnese und Hausaufgabe für mich, und zwar aktives Ignorieren, was wir ja schon gemacht haben, nun aber mit einem optischen Signal. Außerdem ein beruhigendes Nahrungsergänzungsmittel und ein Adaptil-Halsband. Habe ich schon umgesetzt und finde ich erstmal gut.

    Aufgrund des Präputialkatarhh hat meine TÄ vorgeschlagen eine Chip zu setzen, falls das nicht gut abheilt oder immer wieder kommt und mit mir nochmal über sein Sexualverhalten gesprochen. Hier wohnen viele Hündinnen und gefühlt ist alle zwei Wochen die nächste läufig. Er weint dann drinnen und möchte immer raus, auch nachts, leckt und schnüffelt sich fest, ist total triebgesteuert draußen und rennt auch zielgerichtet zu den üblichen Markierstellen. Er markiert überall und wir dann draußen auch terittorial. Appetitlosigkeit oder Aufspringen bzw. rammeln ist kein Thema. Allerdings hat er viele Erektionen und hatte auch schon zwei feuchte Träume, zumindest von denen ich mitbekommen habe und widmet seinem Intimbereich sehr viel Aufmerksamkeit. Vorallem nach Stress. Das Verhalten war schon seit dem 6. Monat in Entwicklung, aber jetzt ist es tageweise echt akut. Vorallem das jammern und rauswollen. Ich finde den Vorschlag grundsätzlich nicht verkehrt, um die akute Phase etwas abzumildern, nachdem die eventuelle Erstverschlimmerung abgeklungen ist, habe darüber auch mit der Trainerin gesprochen und wir haben vereinbart, das sie ihn erstmal kennenlernt und wir dann schauen, was man mit Training abfangen kann. Videos davon habe ich ihr schon geschickt.

    Das erstmal als Update, ich weiß, es klingt immernoch nach viel, aber es fühlt sich nicht mehr so überwältigend und nach zu viel an, sondern machbar und strukturierter. Es ist und bleibt ein Prozess :upside_down_face:

  • ufgrund des Präputialkatarhh hat meine TÄ vorgeschlagen eine Chip zu setzen, falls das nicht gut abheilt oder immer wieder kommt und mit mir nochmal über sein Sexualverhalten gesprochen. Hier wohnen viele Hündinnen und gefühlt ist alle zwei Wochen die nächste läufig. Er weint dann drinnen und möchte immer raus, auch nachts, leckt und schnüffelt sich fest, ist total triebgesteuert... hat viele Erektionen... tageweise echt akut..

    das kannst du mit Training nicht abfangen. Vorhautkatharr durch permanentes potentes Verhalten, welcher nicht abheilen kann ist übrigens für den Rüden schmerzhaft. Siehe Rückenverspannungen. Setzt dem Kerl einen Chip, damit der Mist heilen kann. Wenn ein Rüde dermassen getrigert ist, heilt das nicht. Zusätzlich leckt er dauernd dran rum, was die Entzündung immer wieder aufflammen lässt. Dieses Verhalten ist wirklich unfassbar anstrengend für das gesamten Nervensystem. Lernen ist dann übrigens auch schwierig.

    Ein Rüde kann sich trotz Chip ganz normal entwickeln. Wer da behauptet, dass müsse man immer zuerst mit Training versuchen tut einem solchen Rüden echt was an.

    Mein Zuchtrüde hatte als junger Hund einen nicht abheilen wollenden Vorhautkatharr. Das ist nicht lustig. Er bekam nen Chip und danach war Ruhe und er konnte sich wieder entspannen. Und danach lief der Chip aus und er wurde ein erfolgreicher Deckrüde im Club.

  • Mein Zuchtrüde hatte als junger Hund einen nicht abheilen wollenden Vorhautkatharr. Das ist nicht lustig. Er bekam nen Chip und danach war Ruhe und er konnte sich wieder entspannen.

    Oh danke für diesen Bericht, dann schaue ich beim Nachfolgetermin nächste Woche mit der Tierärztin. Möchte ja auch nicht, das er sich so unwohl fühlt.

    Hast du einen Tipp wo ich mich dazu einlesen kann? Und wie der Chip funktioniert? Ich glaube es gibt ja auch verschiede, im Hinblick auf Wirkdauer.

  • An dem Punkt würde ich auch dringend handeln. Mein potenter Rüde hat nicht mal Erektionen, wenn hier eine Hündin läufig ist. Das wsa Du beschreibst ist wirklich krankhaft.

    Bin gerade richtig froh, dass ihr das so klar schreibt.

    Es geht ja schon seit dem ersten Bein heben vor 4 Monaten draußen so rund, also kaum ansprechbar, sehr gezieltes ziehen und wie angestochen zu Pipistellen rennen und hat sich dann immer weiter gesteigert. Ausnahmen gab es natürlich, dann war es toll mit ihm.

    Ruhe drinnen war ja auch schon immer ein Thema, auch wenn ich da jetzt gut mein Verhalten anpassen konnte.

    Gestern waren wir mit einer Freundin unterwegs, deren Hündin, die er kennt, jetzt zwei Woche Post Läufigkeit ist und er war permanent am Pipi lecken und ließ sich durch nichts davon ablenken, da hätte ich körperlich werden müssen. Ihre Grenzen hat er aber respektiert und war nicht aufdringlich.

    Ich dachte halt immer, es liegt an mir und meinem Umgang und daran das junge Hunde einfach in der Entwicklung schwierige Phasen durchlaufen, und ich das aussitzen muss. Aber jetzt kann ich erkennen, dass er sehr gestresst ist durch seine Hormone. Da komme ich garnicht gegen an. Und er auch nicht. Und das ich mit dem Chip nicht nur einfach ne Abkürzung nehme um mir die Arbeit zu sparen, sondern er diese Pause braucht.

    Habe morgen den Kontrolltermin und wir werden ihm den Halbjahres Chip setzen, habe gerade angerufen. Habe auch ein paar Videos für meine TÄ aufgenommen.

    Hoffentlich kann er dann zur Ruhe kommen. Und ich auch 😊

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